Von Montreal nach Quebec

Bevor wir uns auf die Fahrt nach Quebec machten, stand noch der Mont Royal auf dem Programm. Der Berg, der der Stadt den Namen gegeben hat. Gestern wäre es zu weit gewesen und bei dem miesen Wetter auch nicht wirklich schön.
Deshalb haben wir das heute mit dem Auto gemacht, hoch gefahren, dort geparkt und eine kleine Runde auf dem königlichen Berg gedreht.
Leider war das Wetter auch heute wieder schlecht, kaum sind wir losgelaufen, fing es leicht an zu nieseln. Wir ließen uns aber davon nicht abhalten und besuchten zuerst das Kondiaronk Belvedere, einen schönen Aussichtspunkt oberhalb der Stadt.

Der Blick von Belvedere auf Montreal

Weiter führte uns unsere Runden dann zum Mont-Royal-Kreuz und danach wieder zurück zum Parkplatz.

Insgesamt waren wir eine knappe Stunde unterwegs und mit uns noch viele Wanderer und Jogger. Anscheinend ist das eine beliebte Strecke für Sonntag Morgen.

Noch ein kurzer Halt

Beim Hochfahren hatten wir schon einen Parkplatz gesehen, von dem man aus einen tollen Blick auf die gesamte Stadt hatte. Hier mussten wir dann doch noch einen ganz kurzen Fotostopp einlegen.

Auf nach Quebec

Jetzt verließen wir Montreal endgültig und machten uns auf den Weg zu unserer nächsten Station, nach Quebec. Bei der Auswahl der Strecke haben wir uns für den etwas längeren Weg nördlich des Sankt Lorenz Stroms entschieden. Diese Route sollte um einiges schöner sein, als die südliche Strecke, die weiter ab vom Strom über den Highway 20 führt.

Unterwegs haben wir den Highway dann sogar für einige Kilometer verlassen und sind direkt am Sankt Lorenz Strom entlang gefahren. Dabei haben wir wieder einmal die kanadischen Straßen ertragen müssen. Man kann es leider nicht anders sagen, aber das ist in weiten Teilen eine Katastrophe. Nicht nur in den Orten, auch die Fernstraßen sind in einem erbärmlichen Zustand. Die armen Autos hier! Halten wir den Kanadiern mal zu Gute, dass der Winter noch nicht allzu lange vorbei ist und die Ausbesserungsarbeiten erst anfangen.

Auf der Strecke haben wir aber viele schöne Momente erlebt, auch wenn das Wetter weiterhin nicht mitspielte.

In Trois-Rivières machten wir dann eine kurze Mittagspause. Und wo geht man hin, wenn es schnell und unkompliziert sein soll? Richtig. Zum McDonalds.

Gestärkt begann die letzte Etappe des Tages, ins Hotel Manoir Morgan , mitten in Quebec und direkt am Chateau Frontenac. Um 17 Uhr trafen wir hier ein und bezogen unser Zimmer. Schräg aus dem Fenster sehen wir direkt auf das Schloß. Die Lage ist wirklich Premium.

Leider regnete es immer noch, nicht viel, aber genug, um nass zu werden. Da wir aber unser Auto in die etwas entfernte Tiefgarage fahren mussten, verbanden wir das dann trotzdem mit einer ersten Runde in der Altstadt.

Apropos Tiefgarage. Die Durchfahrtshöhe war dort mit 1,80 m angegeben. (In Toronto im Chelsea Hotel waren es sogar nur 1,65m!!). Da musste ich sicherheitshalber mal googeln, wie hoch der Mazda CX 70 denn ist: 1,736 mm, ohne die „Haifischantenne“. Diese hat unser Auto aber, doch geschätzt ist sie maximal 5 cm hoch – und das Parkhaus hat bestimmt auch noch eine kleine Sicherheit eingebaut. Also Radio aus, laaaaangsam reinfahren, und hören, ob da was kratzt. Kratzt nichts, alles gut!

Nun also auf zur ersten Tour durch Quebec!

Leider war es aber gar nicht schön, vielleicht 10 Grad und dazu ein eisiger Wind, daher fiel die Runde doch etwas kürzer aus. Danach ließen wir uns unser Abendessen im Zimmer schmecken, das wir unterwegs noch besorgt hatten.

Hoffen wir mal, dass das Wetter morgen etwas besser wird und wir uns die Stadt ohne Regenschirm und Wintermütze ansehen können…

Quebec und das Wetter

Es hat heute nur einmal geregnet. Aber das den ganzen Tag, nahezu ohne Unterbrechung. Leider hatte der Wetterbericht dieses Mal Recht, und wie!

Wir haben aber nun mal keine Chance, uns die Stadt morgen anzusehen, also warm anziehen, Regenschirme (ja, die roten mit den Ahornblättern :-)) einpacken und raus. Zum Glück beginnt die Altstadt echt direkt vor der Türe.

Notre Dame von Quebec

Die katholische Basilika erreichen wir in 2 Minuten. Gestern sind wir sogar daran vorbeigelaufen, ohne dass uns die Bedeutung aufgefallen wäre. Vielleicht auch, weil vor der Kirche eine Baustelle ist?

Eine schöne Kirche, dazu die älteste Basilika auf dem nordamerikanischen Kontinent, mit einer Besonderheit: Innen gibt es eine heilige Pforte, eine von nur wenigen weltweit und angeblich die einzige außerhalb Europas. Obwohl wir ja 2025 ein heiliges Jahr haben, ist sie allerdings verschlossen geblieben.

Die Altstadt

Weiter geht es dann den Berg hinunter, in den unteren Teil der Altstadt. Dort finden sich wirklich eine Vielzahl an schönen kleinen Läden, die nicht nur das typische Touristenangebot führen, sondern auch Handwerkskunst und traditionelle Artikel. Das ist hier vollkommen anders, als Toronto und Montreal. Es fühlt sich eher nach einer verträumten Kleinstadt an, als nach einer Stadt mit knapp 560.000 Einwohnern.

Hier ein paar Eindrücke aus Quebec:‘

Vollkommen zufällig finden wir auch noch einen Popcorn Laden, an dem wir einfach nicht vorbeikommen. Aber es ist nur bei der kleinsten Portion geblieben, natürlich mit Ahornsirup. Lecker!

Den Rückweg starteten wir dann mit der Funiculaire, der Standseilbahn, die den oberen und den unteren Teil der Altstadt verbindet. Für 5 Dollar ist man in ein paar Sekunden die 64 Meter hochgefahren.

So langsam wurde es uns dann, trotz warmer Kleidung, etwas kalt. Es waren wahrscheinlich keine 10 Grad und Dauerregen, da braucht man sich auch nicht wundern.

Ach noch was, daran konnte ich nicht vorbeigehen, das musste sein! Mit freundlichen Grüßen nach Washington 🙂

Nun wurde es auch langsam Zeit für eine Kleinigkeit zu Mittag. Einen freien Platz in einem Cafe zu finden, war aber gar nicht so einfach, bei dem Wetter haben viele ein trockenes Plätzchen gesucht. Als wir schon fast aufgeben – und zu Tim Hortons „flüchten“ wollten, fanden wir aber doch noch eines. Baguette & Chocolat. Da hatten wir sogar richtig Glück, denn dort gab es auch herzhafte Crepes und leckeren Kaffee.

Da es leider immer noch nicht aufgehört hat zu regnen, gehen wir danach erst mal ins Hotel, das ja nur ein paar Meter entfernt ist. Wir nutzen die Zeit, um den Rest unserer Tour etwas genauer zu planen. Da hatten wir uns ja vorher noch nicht so genau festgelegt, weil wir – als hätten wir`s geahnt – erstmal das Wetter abwarten wollten.

Jetzt haben wir uns aber fest dazu entschlossen, die Runde um die Gaspè Halbinsel zu machen und dort auch gleich ein Hotel gebucht. Prince Edward Island ist dem Rotstift zum Opfer gefallen, dafür reicht die Zeit einfach nicht. Dafür machen wir lieber einen Abstecher an die Bay of Fundy, das verspricht besser zu werden.

Damit ist Teil eins des Feiertags in Quebec beendet. Später gehen wir noch was Essen und anschließend zur Dufferin Terrasse. Vielleicht finden wir ja doch mal ein paar Minuten, in denen es nicht regnet!

kleine Abendrunde…

…und ein leckeres Abendessen. Der Plan stand schon den ganzen Tag fest. Direkt gegenüber dem Hotel gibt es einen kleinen Burgerladen, der sehr einladend aussah. Einen Platz im Le Chic Shack haben wir direkt bekommen und ausgesucht war auch schnell. Einen „Le BBQ“ und einen „Le Robuste“ (wo gibt es denn schon Bison-Burger?) als Menü.

Der Bison-Burger Le Robuste

Nach dem Essen hat es doch tatsächlich mal NICHT geregnet! Also machten wir uns auf den Weg zur Dufferin Terrasse und dann noch hoch zur Pierre-Dugua-De-Mons Terrace. Die Stufen hinauf und dann wieder hinunter haben uns gut geholfen, zumindest einen Teil der Burger wieder wegzulaufen :-). Und der Blick von dort oben war trotz des Wetters auch sehr schön.

Das Chateau Frontenac war jetzt schon beleuchtet, aber für die volle Pracht war es doch noch zu hell.

Eigentlich wollten wir noch etwas warten, aber – genau! Es fing mal wieder an zu regnen und der Wind frischte auf. Dadurch wurde es sofort kalt und wir traten dann doch verfrüht den Rückweg an. Schade, aber wenigstens war es mal eine Stunde trocken.

Unser Hotel, das Manoir Morgan
und genau der umgekehrte Blick zum Chateau Frontenac

und zum Schluß habe ich hier noch ein Bild, auf das alle sicher gewartet haben. Bitteschön!

ist er nicht schön, unser Kanada Regenschirm. Auf jeden Fall auffällig 🙂

folge dem St. Lorenz Strom

Heute ging es vorrangig darum, Strecke zu machen, sprich wir wollten – oder mussten – möglichst problemlos nach Matane kommen. Warum gerade Matane? Reiner Zufall, das hat von der Strecke und der Fahrzeit einigermaßen gepasst, um die Fahrt nach Gaspé zu teilen.

Wir starten also um 10 Uhr in Quebec, nur mit einem Frühstück To Go bei Tim Hortons. Die Ausfahrt aus dem Parkhaus ist problemlos, Ticket eingeben und direkt an der Schranke mit Karte zahlen. Prima.

Vom Hotel müssen wir leider erst einmal wieder einige Kilometer zurückfahren, bis wir zur Brücke über den St. Lorenz Strom kommen, der uns heute den ganzen Tag begleiten sollte.

vorne die Eisenbahnbrücke und dahinter die Brücke, die uns über den St. Lorenz Strom bringt

Von da ab ging es grob immer nach Nord-Osten, entlang des Stroms in immer dünner besiedelte Gebiete. Auf dem Highway 20 mit maximal 100 km/h war das nächste Ziel eine Art Kunstinstallation.

In „meinem“ Kanada angekommen

Ich habe ja schon das eine oder andere Mal angedeutet, dass ich nicht so der Freund von Städten bin, wenn es darum geht, ein Land kennenzulernen. Das hat sich auch in Kanada nicht geändert. Eine Ausnahme ist Quebec, das mir wirklich sehr gut gefallen hat, Toronto und Montreal könnten auch gut irgendwo anders auf der Welt sein und würden dort nicht besonders auffallen.
Jetzt, wo wir die Städte verlassen haben, sind wir in „meinem“ Kanada angekommen. So hatte ich es mir vorgestellt und ich bin gespannt, was wir noch sehen dürfen.

Hier schon mal ein paar Eindrücke von der Fahrt

Dass die 100 km/h auf dem Highway nicht unbedingt das Ende der Fahnenstange sein mussten, konnten wir unterwegs hautnah erleben. Mit tempomatgeregelten 102 wirst Du dann von 2 Schwertransportern mit Überbreite überholt! Hauptsache gelbe Warnleuchten rundum und hinterher ein Begleitfahrzeug!

Eine Vielzahl von stilisierten Menschen stand dann bei unserem nächsten Ziel am Strand und im Wasser und führt den Besucher vom Festland ins Meer. Sehr sehenswert.

auch die kleine Kirche in paar Meter vorher ist es wert, hier gezeigt zu werden.

Die Bilder zeigen es ja schon mal recht deutlich: Heute hatten wir KEINEN Regen, nicht mal einen Tropfen! Aber trotzdem war es mit 9-11 Grad doch recht kalt und wenn der Wind dazu kam, dann sogar richtig kalt

Schön wars und ein willkommener Anlaß für eine kurze Pause. Danach ging es wieder weiter zu einem banaleren Stopp: Eine Fromagerie sollte ganz gut sein und da kann man ja mal reinschauen.

Die Mitarbeiterin war echt super freundlich und wir parlierten etwas auf Französisch, soweit ich es noch raushauen konnte. Der Rest ging aber auch problemlos in Englisch. Das sind die kanadischen Franzosen wohl etwas entspannter als die französischen.

Irgendwann die nächsten Tage werde ich ihn mir schmecken lassen…

Die letzte Etappe waren dann nur noch wenige Kilometer, nochmal unterbrochen von einem Tankstopp.

Um 16:30 h trafen wir dann in unserem Hotel für heute, der Auberge la Seigneurie in Matane und wurde sehr freundlich empfangen. Nun noch ein kurzer Abstecher zum gegenüberliegenden Super C zum Einkaufen und ein langer Fahrtag geht zu Ende.

was für eine Strecke…

Der Tag startete wieder mal mit einem richtigen Frühstück, wobei es schon etwas abgespeckt war. Aber das, was es gab, war sehr gut.

und vor allem in einem schönen Ambiente

Um 10 Uhr starteten wir zu einer Fahrt, die uns sehr positiv überraschen sollte. Der erste Teil folgte wieder dem Ufer des St. Lawrence Stroms, dieses mal aber komplett fast direkt am Ufer. Ein herrlicher Ausblick jagte den nächsten. Dabei war diese Strecke in keinem Reiseführer oder sonst wo überhaupt erwähnt worden. (Zumindest nicht dort, wo wir uns informiert hatten)

Die Great Ocean Road in Kanada

Tatsächlich, wir haben uns beide an die Great Ocean Road erinnert, gefühlt steht diese Strecke dem berühmten Vorbild in Australien in nichts nach. Die Straßenführung und die Ausblicke sind fast genauso spektakulär – und das über viele Kilometer. Ein paar Eindrücke haben wir hier festgehalten, inkl. einem kurzen Stopp an einem kleinen Leuchtturm.

Natürlich hatten wir heute auch großes Glück mit dem Wetter. Es war zwar wieder recht kalt, so zwischen 8 und 13 Grad, aber dafür wunderschön sonnig.

Nach etwa der Hälfte der Strecke mussten wir uns dann entscheiden, ob wir weiter an der Küste entlang fahren, oder den Weg durch die Berge nehmen wollten. Sowohl von der Strecke, als auch von der Zeit war es nur ein kleiner Unterschied. Wir entschieden uns dann für die Bergstrecke, weil wir ja gestern und heute schon lange an der Küste entlanggefahren sind und im weiteren Verlauf noch weitere Kilometer am Golf von St. Lawrence fahren werden.

Wir bogen also rechts ab und arbeiteten uns hoch bis auf 660 m über dem Meeresspiegel – und dann im 2.Teil der Strecke natürlich wieder zurück auf Null. Die Entscheidung war die Richtige! Wunderbare Ausblicke, die für Kanada typischen kilometerlangen, geraden Straßen mit ihrem Auf und Ab, das war schon beeindruckend. Das Land ist halt so groß, da ist eben alles etwas anders. Dabei fährt man teilweise kilometerweit ganz alleine, auf beiden Spuren ist außer uns niemand.

Wir legen unterwegs einen kurzen Stopp ein, um etwas zu Essen und genießen ansonsten jede Minute der Fahrt.

Um 14:30 h sind wir dann in Gaspe, in der Auberge Sous Les Arbres und können kurz nach 3 unser Zimmer beziehen.

Die Zeit dahin nutzen wir noch für einen kurzen Spaziergang durch die nähere Umgebung, dann geht es ans Auspacken. Heute müssen wir mal wieder alles aus dem Auto holen, weil wir ein paar Sachen waschen müssen. Die komplette Wäsche mitzunehmen, hätten wohl die Kapazität und das Gewichtslimit unserer Reisetaschen gesprengt.

Den sonnigen Abend nutzen wir noch, um uns den Geburtsort Kanadas anzusehen. Angeblich haben die Franzosen hier 1534 bei der ersten Landung ein Kreuz aufgestellt, um dadurch das Land für sich zu beanspruchen. Hauptsache eine Attraktion für Gaspe, denn sonst ist hier nicht allzu viel los.

Auch jetzt steht dort noch ein Kreuz, ein Tippi und drei Masten, dazu noch paar historisch anmutende Gebäude. Ist schön anzusehen, aber ich musste jetzt nicht wirklich vor Ehrfurcht niederknieen

Und damit geht wieder ein Tag zu Ende und uns ist bewußt, dass heute schon Halbzeit ist. Wir sind etzt schon voller Eindrücke und Erlebnisse, mal sehen, was da noch so kommt…

Gaspé ungeplant

Das eine Wahrzeichen von Gaspé haben wir ja schon gestern besucht. Heute sollte es der Forillon Nationalpark sein. Das musste aber erstmal noch etwas warten. Warum? Wir beide waren seit Quebec nicht so richtig fit. Ich hatte mir eine Erkältung eingefangen und Annette hatte massiven Durchfall. Mehr will ich dazu gar nicht sagen. Da es aber immer noch nicht besser war, trotz Immodium und irgendeinem zusätzlichen Präparat, das wir uns schon besorgt hatten. Wir haben also noch das Frühstück abgewartet und sind dann in die Klinik gefahren, die uns vom Hotel empfohlen wurde.

Das war soweit auch alles in Ordnung, keine Wartezeit, wir sind sofort drangekommen. Als wir aber sagten, dass wir das zuerst selbst zahlen wollen und dann zu Hause mit der Versicherung abrechnen, hat und die nette Dame zuerst einmal die Gebührenordnung gezeigt.
Nachdem ich wieder aus dem Koma aufgewacht bin, konnte ich mich nur noch an 1.100 Dollar erinnern, die genaue Zahl habe ich verdrängt! 🙂 Und das nur dafür, dass wir mit dem Arzt sprechen können.

Freundlicherweise hat sie uns gleich den Tipp gegeben, in eine Apotheke zu fahren und dort mit dem Apotheker zu sprechen. Der könnte uns sicher auch helfen, für deutlich weniger als 1.1xx Dollar.

Genau so war es dann auch. Eine super freundliche und hilfsbereite Apothekerin hat uns ausführlich beraten, die richtigen Fragen gestellt und uns dann Immodium und ein Elektrolytgetränke empfohlen. Dazu noch die Verhaltensregeln für die nächsten Tage. So sind wir also mit unserem Einkauf zurück ins Auto.

Paracetamol hatten wir schon mitgebracht, das und die Augentropfen waren für mich

Trotz der Widrigkeiten wollten wir den Tag aber nicht komplett abhaken und entschlossen uns, wie geplant ind den Nationalpark zu fahren. Vielleicht, oder ganz bestimmt würde es nicht die lange Wanderung werden, aber zumindest einen Eindruck wollten wir uns holen. Gut, dass wir uns so entschieden haben!

Forillon Nationalpark

Etwa 30 Kilometer von Gaspé, auf einer Landzunge auf der anderen Seite der Bucht, liegt der Nationalpark. Offizielle Saisoneröffnung ist erst am 30.Mai, man kann aber trotzdem dorthin und muss nur etwas aufpassen, weil eben noch keine Ranger usw. dort unterwegs sind.

Schon die Fahrt dorthin war wieder spektakulär. Blaues Meer, riesige Wälder, die Steilküste und immer mal wieder ein paar Häuser, eine Kirche. Es könnte aus einem Werbefilm stammen, so schön war es dort.

Tatsächlich war der eigentliche Nationalpark natürlich zugänglich. Klar, man kann ja keine zig Quadratkilometer „abschließen“. Nur die Zentren mit Cafe, Ausstellung und wahrscheinlich Souvenirladen waren noch geschlossen. Dafür aber auch die Station, an der dann ab nächster Woche wieder Eintritt zu bezahlen ist.

An unserem ersten Halt, auf dem Weg über die Holzwege, sind uns sogar zwei Ranger entgegengekommen, man sieht überall Leute, die mit den Vorbereitungen für die Saison beschäftigt sind.
Wir sind hier ein gutes Stück über den Holzsteg gewandert und dann weiter am Strand, zwischen Treibholz, Muscheln und Steinen. Leider haben wir dort auch einen kleinen Seehund gesehen, dem es wohl nicht so gut ging. Die Ranger waren da aber schon wieder weg.
Überrascht war ich, als bei unserer Rückkehr doch glatt ein 50 Dollar Schein direkt neben unserem Auto lag. Dankeschön an irgendjemanden! Das setzt meine Glückssträhne in Kanada fort, schon jetzt hatte ich einen Dollar und 3 x 10 Cent gefunden, natürlich nicht alles auf einmal, jede Münze für sich 🙂

Nun sind wir immer weiter auf der Landzunge nach Süden gefahren, insgesamt gibt es dort drei kleine Besucherzentren. Überall haben wir jeweils eine Runde gedreht und uns die unbeschreiblich schönen Landschaften angesehen.

Weiter im Süden gab es dann einen kleinen Leuchtturm, an dem aber noch ganz geschäftig gearbeitet wurde und darum war die Anlage auch noch geschlossen.

Es war also trotz der ganzen Umstände noch ein toller Tag und wir haben das Beste draus gemacht. Was uns aber leider nicht vergönnt war…

Ich glaube immer noch, dass die die Schilder (wie auch in Schweden) nur für die Touristen aufstellen. Man hofft zumindest hinter jeder Kurve – und davon gibt es hier mehr als genug – auf einen kleinen Schwarzbären, großen Elch oder sonstiges Getier. Also immer bremsbereit, aber immer auch umsonst!

Zum Thema Autofahren noch eine kleine Besonderheit, die uns hier aufgefallen ist, mittlerweile sind wir ja schon ca. 1.700 km gefahren.

Grundsätzlich ist das erstmal ein Stoppschild. Da bleiben übrigens ALLE Kanadier richtig vorschriftsmäßig stehen. Echt, das kennt man von uns gar nicht. Was man auch nicht kennt, ist die Vorfahrtsregel: Wenn an einer Kreuzung wie der auf dem Bild also drei Autos ankommen, bleiben sie auch alle drei stehen. Und dann geht es nach der Reihenfolge des Eintreffens wieder weiter. Wer also zuerst da war, fährt auch zuerst, usw. Dadurch wird an belebten Kreuzungen der Verkehr automatisch reihum nach und nach weitergeleitet. Das klingt zuerst mal verwirrend, wenn man das aber mal verinnerlicht hat, klappt das hervorragend.

jetzt nach New Brunswick

Eines gleich vorab: Es geht uns beiden wieder besser. Ist noch nicht ganz vorbei, aber die Richtung stimmt – und wir können ohne Probleme unseren längsten Trip angehen.
Wir starten also nach dem Frühstück um 09:30 Uhr aus unserem Hotel „Auberge Sous Les Arbres“, einem wirklich wundervollen Ort, wo wir uns die zwei Tage sehr wohlgefühlt haben.

Auch die Zimmer waren sehr geschmackvoll eingerichtet, wie jetzt schon oft in einem ganz besonderen Stil.

Das Bett sah natürlich anders aus, als wir angekommen sind. Dieses Bild habe ich beim Abschied gemacht.

Nicht weit von Gaspé, in Percé wollten wir uns eine Sehenswürdigkeit ansehen, die uns wieder ein wenig an Australien erinnert hat. Gemeint ist die London Bridge an der Südküste, nicht weit von den 12 Aposteln.
Heute war es aber der Percé Rock, leider wieder mal bei nicht so gutem Wetter. Aber zumindest war es trocken!

Danach führte uns die Küstentrasse langsam aber sicher an der Südküste der Gaspesié-Halbinsel nach New Brunswick, wo unser heutiges Ziel Bathurst auf uns wartete. Das Wetter war während der gesamten Fahrt bewölkt und trübe, so daß es auch keine wirklich schönen Bilder geben konnte. Hier trotzdem einige Eindrücke.

Irgendwann nach Mittag legten wir noch einen Stopp in Saint-Siméon ein, weil es Zeit für einen kleinen Imbiß war.

Den Tipp hatten wir irgendwo in der Vorbereitung gelesen und uns gemerkt und das war es wert

In der Ferme Bourdages Tradition gab es eine sehr, sehr leckere Fischsuppe (auch das ist ein Beleg, dass es uns wieder besser ging :-))

Erst danach entschieden wir uns, den Halt in Bathurst zu machen und nicht nach Miramichi weiter zu fahren. Mittlerweile hatte es stärker angefangen zu regnen und wir waren doch schon 7 Stunden unterwegs. Dazu kam noch, dass New Brunswick eine andere Zeit hat, als Quebec: Die Uhren gehen hier eine Stunde vor – und so trafen wir erst gegen 17:30 im Hotel Comfort Inn in Bathurst ein, das wir erst bei einem kurzen Stopp unterwegs gebucht hatten.

Trotz der langen Fahrt und obwohl wir etwas angeschlagen ins Spiel gegangen sind, war es dann doch gar nicht so schlimm. Wir haben sogar noch die nächsten Tage geplant und die Hotels vorgebucht, denn so langsam müssen wir jetzt auch die letzten Tage verplanen. Allzu viele bleiben nicht mehr.

die Hopewell Rocks

Das Comfort Inn in Bathurst erwies sich wirklich als eine sehr gute Wahl. Für ca. 85 Euro gab es sogar noch das Frühstück inklusive. Gut, es war eher die amerikanische Definition von Frühstück, aber eben besser als nichts. Und anders als die französische Art, bei der es in den letzten Hotels praktisch nur Müsli, Toast und Marmelade gab.

Da liegen wir hier ganz anders: Zusätzlich zum Toast mit Marmelade und Honig gab es Rührei, Frikadellen und Bratkartoffeln.
Würden wir in Deutschland aber anders nennen:
EI-ähnliche Masse, leicht angewärmt (oder schon wieder erkaltet?),
fleisch-ähnliche länglich-rund geformte Masse, minimal angebraten und geschmacksreduziert,
dazu Kartoffelwürfel, die so aussahen, dass ich sie lieber schon gar nicht probiert habe.
Das ganze stilgerecht von Papptellern und mit Plastikbesteck. ABER: Ketchup as much as you need!

das gab es auch noch – und das war wirklich klasse: Selbst gebackene Waffeln mit Ahornsirup. (Ich hätte wohl etwas mehr Teig nehmen sollen?)

Nach dem Frühstück besorgten wir uns gegenüber im Supermarkt noch kurz ein paar Kleinigkeiten und dann ging es südwärts auf dem Highway 11. Heutiges Ziel waren die Hopewell Rocks in der Bay of Fundy. Der Ort mit dem höchsten Tidenhub der Welt: Bis zu 16 Meter steigt und fällt das Wasser hier zweimal am Tag!

Über Miramichi, Richibucto fuhren wir in Richtung Moncton, das am oberen Ende der Bay liegt. Irgendwo auf dem Weg gab es eine kleine Pause bei Tim Hortons, einen Kaffee und einen Donut.

Ein kleiner Aspekt noch am Rande: Die Hinweisschilder sind jetzt wieder zweisprachig, zuerst in Englisch. In den letzten Tagen war alles ausschließlich auf Französisch beschildert.
Dazu muss ich aber einmal feststellen, dass es bis auf ganz wenige Ausnahmen hier kein Problem war, mit Englisch klar zu kommen. Es waren wirklich nur 3 oder 4 Leute, die ausschließlich Französisch sprachen.

Weiter also – und in Moncton über den Ausläufer der Bay of Fundy, unseren ersten Kontakt mit diesem Meeresarm. Wir wunderten uns schon hier über die seltsame Beschaffenheit des Ufers. Es sah irgendwie so aus, als wäre das Ufer durch eine starke Flut weggeschwemmt.

Dieses Aussehen gab es aber immer wieder und dann fiel es uns ein: Es ist Ebbe, das Wasser ist einfach weg und die Nebenarme der Bay of Fundy sind „leer“. Das sind wirklich ganz besondere Flussbetten, wie wir sie noch nie gesehen haben.

Niedrigwasser war an den Hopewell Rocks um 16:46 h vorhergesagt. Da wir natürlich auch die 101 Stufen auf den Meeresboden (Oder wie sagt man da? Flußboden?) hinuntersteigen und dort entlang laufen wollten, mussten wir selbstverständlich früher da sein. 15 Uhr war perfekt. Schon die Zufahrt zu dem Einlaßpunkt (Eintritt jeweils 18 Dollar) zeigte uns, dass es hier in der Hochsaison und bei gutem Wetter wohl nicht so entspannt zugehen würde.

Stichpunkt Wetter: Auf der gesamten Fahrt hat es nahezu durchgehend, mal mehr und mal weniger geregnet, trotzdem konnten wir auf den 2-spurig ausgebauten Abschnitten des Highway 11 zumindest mal 110 km/h fahren.

Und die Elch-Schilder für die Touristen waren natürlich auch immer dabei, jetzt aber in einer neuen Form

Hopewell Rocks

Das war jetzt wirklich eine sensationelle Sache. Da wo wir jetzt noch rumlaufen, werden in ein paar Stunden ein paar Meter Wasser sein. Man kann sich das gar nicht vorstellen, zumal es ja nicht eine schmale Schlucht ist, sondern ein 60 Kilometer breiter Meeresarm.

Wir sind dort „am Strand“ entlang gelaufen und haben uns die verschiedenen Höhlen und Gesteinsformationen angesehen. Danach ging es die 101 Stufen wieder hoch.

Morgen früh um 11:10 h ist dann Hochwasser und wir werden wieder da sein, um den Unterschied zu sehen.

In ein paar Minuten sind wir dann an unserem Hotel für heute. Das Shepody Bay Inn in Shepody. Was ein Juwel! Wir wurden schon super freundlich empfangen, in klarem, verständlichem Englisch angesprochen und bekamen ruck-zuck unser Zimmer: Im ersten Stock mit Meerblick. Der (ich vermute mal) Inhaber hat uns gleich gesagt, dass noch eine deutsche Familie zu Gast ist und wir haben uns auch länger mit ihnen unterhalten.

Das Beste aber war, dass er uns gleich erklärt hat, dass die Lobby gleichzeitig auch eine Bar ist und wir gerne etwas trinken können. Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen! Kurz auspacken und dann wieder runter!
Ein Bier (oder zwei 🙂 ) und ein Glas Wein bitte. Dazu gibt es automatisch Popcorn (zum Bier) und Käse mit Trauben (zum Wein). Das Popcorn war mindestens eine große Salatschüssel voll (wirklich!) und der Käse mit den Trauben hätte mit ein wenig Baguette als Abendessen gereicht. Ich habe dann noch einen Whiskey getrunken und das alles sollte 31 Dollar (etwa 20 Euro) kosten!

Dabei haben wir uns immer noch wunderbar mit ihm unterhalten können und hatten einen wirklich unvergesslichen Abend.

nach Nova Scotia

bevor der heutige Tag hier gewürdigt wird (und das eigentlich gar nicht verdient hat) noch ein Nachtrag von gestern.

Ein Spruch unseres Hotelbesitzers zu seinem Bundesstaat New Brunswick:


If you get gas – fill up your tank, and if you get food, eat it!

Das ist wohl sowas wie das Überlebensmotto hier in der Region, obwohl wir das nicht ganz so empfunden haben. Es gibt aber wohl Gebiete, wo das tatsächlich so ist.

Jetzt also zum Sonntag, 25.05.25, dem Tag, an dem wir nach Antigonish fahren wollten – und das natürlich auch taten.

Hopewell Rocks – Part 2

Zuerst mussten wir aber den zweiten Teil der Hopewell-Rocks Story erleben. Gestern bei Niedrigwasser, heute mit Hochwasser. Wir waren wirklich gespannt, auch wenn wir schon Bilder davon gesehen hatten. Live ist eben doch was anderes.

Es sind wahrscheinlich keine 16 Meter, aber immerhin.

Von den verschiedenen Aussichtsplattformen haben wir ähnliche Bilder gemacht und da sieht man einmal, welche Flächen dadurch betroffen sind.

Das Problem an der ganzen Sache, so spektakulär es auch sein mag, ist aber, dass das Wasser immer schlammig braun ist. Ohne Wasser sieht es auch wie ein Schlammbecken, mit Wasser wie ein nasses Schlammbecken. Schön ist was anderes.

Ganz besonders sieht man es auch an den vielen kleinen Flussarmen, die sich ins Landesinnere ziehen und über die man immer wieder mal fahren muss. Da ist der Unterschied noch viel deutlicher zu erkennen

Damit wir uns das alles aber überhaupt ansehen konnten, war eine gekonnte Verkleidung nötig, denn es hatte wieder einmal geregnet. Zum Glück waren wir aber vorbereitet und hatten solche Plastik-Regenhauben dabei. Sieht zwar blöd aus, hilft aber 🙂

Jetzt hielt uns nichts mehr in der Gegend und wir machten uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, Antigonish in Nova Scotia. Was soll ich zur Fahrt sagen? Schön wars nicht, weil es fast durchgehend geregnet hat. Mal nur wenig, mal richtig heftig, aber eben nahezu immer. Nur während der kurzen Mittagspause, die wir dazu nutzten, mal zu Hause anzurufen, war es mal eine halbe Stunde trocken.

Deshalb gibt es von der Fahrt auch wenige Bilder, das muss man ja nicht unbedingt für immer festhalten.

Antigonish – Nova Scotia

Um 16:30 h trafen wir in unserem Hotel ein, dem Coastal Inn Antigonish. Wir wollten unbedingt einmal in einem Hotel/Motel übernachten, wie man es aus den amerikanischen Filmen kennt und an denen man direkt vor der Türe parkt. Bitteschön! Hat funktioniert.

und das Zimmer ist gar nicht mal so schlecht, eher schon ein Appartement, mit 4 Betten

Auch alles andere passt zu dem, was wir uns so erwartet hatten. Man kann direkt zum Zimmer fahren, den Türcode haben wir per SMS bekommen. Check In geht online und das Frühstück haben wir auch online bestellt und müssen es morgen um 9 Uhr an der Rezeption abholen. Ich möchte wetten, dass da Papierteller und Plastikbesteck dabei sind 🙂

Aber insgesamt ist auch dieses Hotel sehr gut und wir haben dafür inkl. Frühstück gerade mal 77 Euro bezahlt.

Ein weiterer Vorteil liegt auf der gegenüberliegenden Strassenseite: Mother Webb`s

Da wir beide wieder einigermaßen fit sind und uns die letzten Tage nur von Schonkost und Fertig-Sandwiches ernährt haben, gibt es heute mal wieder ein richtiges Essen. Ein Steak musste es sein. Und es wurde ein Steak!

und ein zwei Bier, zwar gut aber eben amerikanisch eingeschenkt. (Da hatte ich noch nicht abgetrunken!)

Das Ganze hat uns dann doch wieder etwas mit dem verregneten Tag ausgesöhnt – und ab morgen soll das Wetter ja langsam besser werden, übermorgen schon sonnig und um die 20 Grad. Hoffen wir mal, dass die Vorhersage genauso stimmt, wie in den letzten Tagen.

Der Cabot Trail und der lange Weg dahin

ich habe es doch gesagt, Papierteller und Plastikbesteck 🙂 Aber sonst wirklich besser als erwartet.

Irgendwie hat sich 10 Uhr bei uns als Startzeit etabliert, obwohl wir das gar nicht so fest planen. Auch heute geht es um den Dreh los. Zuerst wieder auf den Trans Canadian Highway in Richtung Breton Island und anfangs sogar mal ohne Scheibenwischer. Es war zwar wolkig, aber trocken, wenn auch trübe. Das sollte sich aber auf den knapp 300 Kilometern noch massiv ändern. Immer wieder hatten wir heftigen Regen, zum Glück wird die Fahrzeit dadurch nicht wesentlich verlängert, weil maximal 110 Km/h auch bei schlechten Wetter gehen.

Auch das ist typisch für Kanada. Die Trucks sind so groß wie eine Einliegerwohnung und irgendwie sieht man immer Rubber Duck vor sich 🙂 Wir haben ihn auf einem Parkplatz beim Einkaufen getroffen, aber das ist ein ganz gewöhnlicher Anblick.

Als wir auf Cape Breton Island fuhren war das Wetter sogar noch ganz passabel und wir recht optimistisch.

Je näher wir aber unserem Ziel, dem Cabot Trail kamen, desto mehr zog es sich zu.

Hatten wir bisher noch solche Ansichten

war es genau da, wo eigentlich eine tolle Aussicht sein sollte so:

Zum Teil ging es im Schneckentempo den Berg hinauf und wieder hinunter, bis es sich kurz vor Ingonish, unserem heutigen Tagesziel wieder aufhellte und plötzlich die Sonne da war!

Unsere Unterkunft für die nächsten beiden Tage lag schon wunderbar in der Sonne und das söhnte uns zumindest ein kleines bißchen mit dem Wetter aus. Wir hatten ein kleines Haus am Strand für uns mit direktem Blick aufs Meer. Dazu die Sonne, das hebt die Stimmung und wir genossen direkt einmal den Blick von den Gartensesseln aus.

Irgendwie hatte die Sonne dann doch einen Einfluß auf uns und hat uns motiviert, das „ausgefallene“ Stück des Cabot Trails nochmal anzugehen. Wir müssten etwa eine halbe Stunde zurück, haben erst etwas überlegt – und es dann gemacht. Zum Glück, auch weil wir auf der Strecke dann etwas essen wollten.
Also ab ins Auto und auf die Piste. Den Namen Straße verdient der Cabot Trail in großen Teilen wirklich nicht. Wie in großen Teilen Kanadas (zumindest in denen, die wir kennengelernt haben) ist der Zustand so miserabel, da gibt es Löcher, in die ein europäischer Kleinwagen passen würde. Man sieht das meist gar nicht kommen, genau wie die mittelgebirgshohen Bodenwellen und es gibt plötzlich einen Schlag, dass man am Dach anstößt.
Trotzdem, wir fahren zurück! Und dann haben wir den Cabot Trail so erlebt, wie er oft beschrieben wurde. Als eine traumhafte Strecke mit vielen tollen Ausblicken aufs tiefer liegende Meer.

Auch bei der Rückfahrt hielten sich noch ganz vereinzelte Wolken, die wir jetzt aber eher als Dekoration angesehen haben

Kurz vor unserem nächsten Ziel gab es dann schon Hinweise, was hier eine Spezialität in den Restaurants sein könnte:

Nun also zum Abendessen. Geplant hatten wir es schon zu Hause, wir haben ja viel über die Gegend gelesen. So ganz sicher, dass wir es auch durchziehen, waren wir uns aber doch nicht. Aber wir haben es getan:

für uns beide war es das erste Mal, dass wir einen ganzen Hummer gegessen haben. Aber wenn nicht hier, wo dann? Er war definitiv aus Nova Scotia, also direkt vor der Haustüre gefangen und dann können die den wohl auch zubereiten. Die können das, ob wir ihn aber essen können, ist die nächste Frage. Als ich beim Bestellen gesagt habe, dass wir noch nie einen Lobster gegessen haben, bekamen wir gleich eine Hilfestellung:

Da sind die einzelnen Schritte nacheinander erklärt. Danke (aber wir hatten schon heimlich bei Youtube geschaut und uns da Tipps geholt 🙂 )

Und dann natürlich der Abfallbehälter mit der unvermeidlichen Plastikschürze.

Man muss sich das Essen zwar hart verdienen, aber das war es wert. Der Geschmack ist wirklich ganz besonders und das Fleisch butterzart. Wir waren beide froh, dass wir das genau hier und heute gemacht haben!

So ist also auch dieser Tag noch zu einem guten Ende gekommen, wir sind mit dem Wetter und dem Cabot Trail einigermaßen ausgesöhnt. Vor ein paar Stunden waren wir von der Strecke noch total enttäuscht, nicht nur wegen der „Nicht-Sicht“ im Nebel, sondern auch ganz allgemein. Was dann aber ein paar Sonnenstrahlen ausmachen können.

Ein Tag in Ingonish

Auch so kann ein Tag anfangen: Der erste Blick aus dem Fenster. Hätte ja auch gleich so sein können!

Heute bleiben wir in erstmal unserem Cottage in Ingonish und lassen es schön langsam angehen. Nach dem Frühstück organisieren wir noch die nächsten beiden Übernachtungen, die wir noch hier auf Breton Island gebucht haben. Jetzt aber auf der anderen Seite der Insel. Nun fehlt nur noch die letzte Nacht in Halifax und das Abenteuer Kanada geht zu Ende.

Aber heute haben wir erstmal tolles Wetter, um 11 Uhr sind es schon 21 Grad, später sogar 24! Und gestern waren wir noch einstellig. Also werden wir heute mal in den Nationalpark gehen und eine kleine Wanderung machen. Hier in Ingonish bietet sich der Middle Head Trail an, weil wir lieber am Meer entlang gehen wollten und eher nicht in ein Waldgebiet. Mit angegebenen 1,5 bis 2 Stunden Gehzeit passt das auch ganz gut.

Wir müssen allerdings erst noch zum Tourist Office fahren, weil man für die Nationalparks in Kanada einen Pass kaufen muss. Kostet 9 Dollar pro Person und Tag und muss im Auto hinterlegt werden.

Danach geht es dann auch schon gleich los, der Start liegt nur ein paar Minuten vom Office entfernt.
Auf den paar Kilometern haben wir dann die 3.000 km auf unserer Tour voll gemacht – und da kommen ja schon noch ein paar dazu.
Da haben wir uns eine wirklich tolle Strecke ausgesucht, mal direkt am Meer, mal tiefer im Wald. Ein wenig aufpassen soll man da auch, aber ich glaube, das machen die genauso wegen der Touristen, wie mit den Schildern auf den Straßen 🙂

Wir haben jedenfalls keinen gesehen, was in diesem Fall aber auch nicht so schlimm ist.

Ansonsten ist es unglaublich, wie viele wunderschöne Ausblicke dieser Trail für uns bereitgehalten hat. Man könnte in einem Tag unzählige Bilder machen, hier sollen ein paar davon einen Eindruck vermitteln, wie wir die 2 Stunden Gehzeit plus eine kleine Pause verbracht haben.

Das war für uns eine wunderschöne Wanderung, nicht sehr anstrengend, aber durch die vielen Ausblicke hat es doch um einiges länger gedauert, als angegeben. Wir haben aber jeden Meter und jede Minute genossen.

Und danach gings nochmal zu Genießen, nämlich ins Main St. Restaurant in Ingonish, da wo wir gestern den Lobster gegessen haben. Das war heute aber nicht schon wieder angesagt, aber die Seafood Linguini mit Heilbutt, Jakobsmuscheln, Shrimps, Miesmuscheln und Hummerfleisch waren extrem lecker. Viele der Meeresfrüchte stammen direkt hier aus dem Meer – und das schmeckt man tatsächlich. Dazu hatten wir noch den Klassiker Fish & Chips und haben die beiden Essen miteinander geteilt.

Das war doch einmal ein gepflegtes Mittagessen, danach braucht man einfach eine kleine Pause 🙂 Den Rest des Tages verbrachten wir dann in und vor unserem Cottage und haben die herrliche Sonne und den nicht minder schönen Ausblick genossen.

So, wie der Tag begonnen hatte, so endete er dann auch: Mit viel Sonne bis in den späten Nachmittag

Cabot Trail, Teil 2

Heute stand nur eine relativ kurze Fahrt auf dem Programm. Von Ingonish auf der Ostseite nach Margaree Harbour auf der Westseite von Cape Breton Island. Eigentlich sollte das in 2 Stunden erledigt sein, aber das war wiederum nicht der Plan.

Zum Einen hatten wir noch einen großen Teil des Cabot Trail vor uns und dann wollten wir hinter Pleasant Bay noch den Skyline Trail laufen. Alleine dafür waren 2-3 Stunden Gehzeit angesetzt.

Gleich hinter Ingonish begannen dann auch schon die Look-Outs aufs Meer, einer spektakulärer als der andere.

Wir haben noch eine ganze Reihe weiterer Bilder gemacht, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Auf jeden Fall ist das bei schönem Wetter eine Traumroute.

Unterwegs haben wir uns noch was zum Essen für die Wanderung gekauft und versucht, Fliegennetze zu bekommen, was aber nur bedingt gelungen ist. Eines hatten sie hier noch, ansonsten sind die Dinger in den letzten Tagen wohl weggegangen, wie nichts.

Kein Wunder, schon heute morgen beim Einladen haben die Viecher echt genervt. Man hat uns erzählt, dass sie gerade jetzt wieder aktiv werden, nachdem es bis vor ein paar Tagen noch zu kalt war.

Um 11:45 h kamen wir dann am Skyline Trail an, der Parkplatz war recht leer, was laut unseren Informationen wohl nur außerhalb der Saison so ist. Sonst muss es hier richtig voll werden und wenn der Parkplatz voll ist, wird er einfach gesperrt und damit auch die Anzahl der Besucher auf dem Trail reguliert. Heute war es also sehr entspannt, wir haben noch kurz eine Kleinigkeit gegessen und sind um 12 Uhr losmarschiert.

Die Strecke geht bis zu einer kleinen Anhöhe, von der man einen wunderbaren Blick aufs Meer und den gegenüberliegenden Cabot Trail hat. Mit Glück, kann man von da draußen sogar Wale beobachten. Auf den Wegen finden wir auch immer mal wieder die Spuren von Elchen, aber blicken lässt sich leider keiner.

Das letzte Stück des Skyline Trail führt dann über Holzwege etwas abwärts und man kann auf verschiedenen Ebenen kurze Pausen einlegen und sich dort ein paar Minuten hinsetzen. Ich denke, so leer wird man diesen Teil des Weges nicht allzu oft vorfinden.

Hier gabs dann den zweiten Teil des Mittagessens und eine kleine Pause mit herrlichem Ausblick. Vielleicht kommt ja doch noch ein Wal vorbei? Könnte ja sein? Also immer schön aufpassen, dass wir ihn nicht verpassen. Was soll ich sagen, war wieder einmal nichts.

Der Rückweg zum Auto gestaltete sich dann etwas unplanmäßig, aber das ist eine andere Geschichte…

Nun hatten wir noch eine halbe Stunde bis zum nächsten – und damit vorletzten Hotel. Für zwei Tage hatten wir das Whale Cove Beach Resort gebucht. Auch hier war es wieder ein Cottage mit Blick aufs Meer.

Schon kurz nach der Ausfahrt aus dem Parkplatz des Skyline Trails stand dann ein Hinweis, den wir so noch nicht gesehen hatten.

Das war auch kein fest installiertes Schild, sondern wurde gezielt dort – und später noch einmal – aufgestellt. Ein paar hundert Meter weiter war die Zufahrt zu einem Aussichtspunkt sogar gesperrt. Mit dem Hinweis „Danger – Bear in Area“. Da gab es wohl ein sehr aktuellen Anlaß.

Ganz dort oben auf dem Bergrücken sind wir vor 2 Stunden noch gelaufen

Im weiteren Verlauf der Fahrt haben wir dann noch weitere, jetzt aber fest installierte Schilder gesehen.

Der Tag klang dann mit einem Abendessen aus, das man unter der Rubrik „kann man haben, muss man aber nicht“ abhaken sollte. Wir waren von den letzten 2 Tagen aber auch ganz schön verwöhnt.

ein hochprozentiger Tag

Man könnte sich fast daran gewöhnen. Man krabbelt noch im Halbschlaf aus dem Bett, geht ins Wohnzimmer und dann das! Da bist Du sofort wach! Auch heute wurden wir wieder von der Sonne begrüßt. Am Nachmittag schaffte sie es sogar bis auf 27 Grad! Und vor ein paar Tagen hatten wir im Auto noch die Heizung an. Verrückt!

Beim Frühstück beobachteten wir die kleinen Fischerboote, wie sie ihre Krabbenfallen und Reusen einholen. Da muss es eine Unmenge an Meerestieren geben, wenn man sieht, wie viele Bojen da an der gesamten Küste die Körbe markieren.

Zuerst müssen wir noch unser LETZTES Hotel für diesen Urlaub buchen. Wir haben unseren Plan etwas umgestellt und bleiben jetzt in Truro, von wo wir am Samstag in ca. 45 Minuten direkt zum Flughafen kommen, ohne noch einmal durch Halifax zu müssen. Auch das ist erledigt, und damit geht die Reise definitiv ihrem Ende entgegen. Bis dahin genießen wir aber noch einmal – und fangen gleich heute an.

Das erste Zwischenziel ist eine Brauerei mit Restaurant, die auf unserem Weg liegt und die uns ganz gut gefallen hat.

Dieser Eindruck wurde dann auch live bestätigt! Ein klasse Ambiente, was hier in Kanada wahrlich nicht immer so ist. Noch recht neu, angenehme Atmosphäre, gutes Essen zu fairen Preisen. Wenn wir noch länger hier wären, würden wir im Route 19 Brewing sicher noch einmal einkehren.

Hier möchte ich mal eine Besonderheit erwähnen, wenn man hier in Kanada Essen geht. Wie gewohnt bestellt man Getränke, gleich oder danach das Essen und es wird serviert. Kennen wir soweit. Ist man aber mit dem Essen fertig, wird abgeräumt und es kommt immer die Frage, ob man noch etwas haben möchten. Ein kleines Dessert vielleicht? Aich das kennen wir so. Verneint man das – und jetzt wird es anders – kommt direkt danach automatisch die Rechnung. Der Kanadier geht Essen, um zu essen. Ist das erledigt, war es das auch schon. Sitzen bleiben und noch was trinken ist hier nicht normal.

Und eine zweite Eigenart gleich hinterher.
Alle Preise, egal ob in Restaurants, Souveniershops, Lebensmittelläden oder auch sonst wo sind immer ohne die Steuer ausgewiesen. Und die unterscheidet sich dann wieder nach den Bundesstaaten. So werden aus 20 Dollar dann schnell mal 23, was nicht tragisch ist, wenn man es nur vorher einfach weiß.
Außerdem ist Trinkgeld hier fast schon keine freiwillige Sache, sondern wird regelrecht erwartet. Angeblich sind in vielen Branchen die Löhne so gering, dass die Mitarbeiter erst durch das Trinkgeld halbwegs leben können.

Deshalb ist beim Bezahlen per Kreditkarte schon automatisch ein Schritt eingeplant, in dem man die Höhe (beginnt meist bei 15%) eingeben muss und erst dann bezahlen kann. Allerdings gibt es immer auch die Möglichkeit, einen Betrag manuell einzugeben, oder sogar gar nichts zu geben.

Nun aber zurück zu unserem hochprozentigen Tag. Bis jetzt waren wir ja nur in einer Brauerei. Hochprozentig ist das ja nicht – und getrunken haben wir Cola und Ginger Ale!

Jetzt kommen wir nämlich zu unserem eigentlichen Ziel

Da bin ich schon mal in Kanada und hier ist die älteste Distille auf dem amerikanischen Kontinent. Ein Besuch ist da schon fast Pflicht. Kurz nachdem wir dort eintreffen, beginnt sogar eine kleine Führung und da mache ich natürlich mit.

Es wird eine sehr private Tour, nur der Guide und ich. Das hat den Vorteil, dass ich viel nachfragen kann und da er ein „sauberes“ Englisch spricht, erfahre ich auch viel interessantes über die Glenora distillery

Das Wasser aus diesem kleinen Bach nutzt man hier für das Brennen des Whiskeys. Der Bach entspringt nur ein paar Kilometer entfernt und hat so gutes Wasser, dass es komplett trinkbar ist.

Und hier füllt die gute Frau irgendeinen leckeren, 23 Jahre alten Whiskey in ein kleine Flasche 🙂

Das war jetzt der hochprozentige Teil des Tages, danach drehten wir um und es ging wieder Richtung Cottage, mit einem kurzen Einkaufsstopp und dann einem Besuch einer Klippe gegenüber unseres Hauses, die wir schon die ganze Zeit gesehen haben. Nun drehen wir den Blick mal um!

Der Weg dorthin führt über eine kurze Schotterpiste, eigentlich liegt dort der Friedhof des Dorfes. Der Ausblick von da ist aber echt klasse

Das war es dann aber auch mit dem Vergnügen für heute. Jetzt geht es zurück und wir machen unser Auto fertig und packen weitgehend die Koffer. Hier haben wir das Auto direkt vor der Türe, wie es morgen aussieht, wissen wir noch nicht.

auf nach Halifax

Ganz entspannt starten wir, jetzt schon fast routinemäßig, mit einem Blick aufs Meer und unserem Frühstück in den Tag. Heute ist der letzte Urlaubstag, morgen steht nur noch der Flughafen und der Rückflug auf dem Programm. Eigentlich ist der Titel auch nicht ganz richtig. Wir sind zwar in Richtung Halifax unterwegs, werden aber etwa 70 Kilometer vorher, in Truro, unser letztes Hotel beziehen. So müssen wir nicht mehr durch Halifax, wie ursprünglich geplant – und morgen dann noch einmal auf dem Rückweg.

Entgegen der Vorhersagen haben wir auch heute schönes Wetter, so daß die knapp 300 Kilometer eher eine leichte Tour werden.

Für viele Kilometer geht es zum letzten Mal am Meer entlang, mal direkt daneben, mal weiter entfernt. Und als wir Cape Breton Island wieder verlassen, werden die Ausblicke auf die Küste auch seltener, hören irgendwann dann ganz auf.

Die Brücke, die uns jetzt wieder von Cape Breton Island wegführt

Die weitere Fahrt ist nun eher von „unendlichen Weiten“ geprägt, von riesigen Wäldern und einem Highway, der sich wie eine Riesenschlage hindurchzieht. Viele lange und gerade Strecken, Berg- und Talfahrten. Genau so, wie man sich Kanada vorstellt. Allerdings muss man auch zugeben, dass das irgendwann das „Außergewöhnliche“ verliert. Man gewöhnt sich eben dran und es kommt schon mal ein Anflug von Langeweile auf.

Unterbrochen haben wir die Fahrt nur um 13:15 h. Da haben wir zum einen unser mitgebrachtes Mittagessen verzehrt und, noch wichtiger, unseren Flug für morgen eingecheckt. Das war ab 13:30 h möglich und schon da war die Auswahl an nebeneinanderliegenden Plätzen schon sehr überschaubar. Wir haben das aber geschafft, sitzen wieder recht weit hinten, weil vorne eh schon alles belegt war. Aber auch das ist egal, war ja auf dem Hinflug genau so und wir hatten keine Probleme damit.

Vielleicht hat das auch so gut geklappt, weil wir uns nochmal mit dem guten Kaffee von Tim Hortons (und den wieder verwendbaren Bechern) gedopt hatten?

So ging es dann weiter ins Hotel Inn On Prince. Auch hier war der Check In schnell und einfach erledigt und wir konnten unser Zimmer beziehen. Dort haben wir noch das Taxi für den Transfer von Frankfurt nach Hause klar gemacht.

Am Abend gab es dann unser letztes Essen hier in Kanada. Morgen wird das eher auf Fast Food im Flughafen rauslaufen. Wir gingen also die paar Minuten zu einem Lokal, das wir uns ebenfalls schon ausgesucht hatten. (Wie ging das alles nur früher ohne dieses Internet?)

Beim The Nook and Cranny haben die Bewertungen mal wieder gestimmt. Wir hatten sogar Glück, dass wir noch einen Tisch bekommen haben. Zuerst nur draußen – und der Himmel war dunkelgrau! – dann konnten wir aber ins Lokal umziehen. Eine sehr ansprechende Lokation und super gutes Essen. Es gab Tacos mit 2 verschiedenen Sorten Fleisch und ein Bisonsteak mit Shrimps und Fries. In Quebec war es der Bison-Burger (der gut war, aber nicht von einem normalen zu unterscheiden), hier jetzt das Steak. Und da merkte man den Unterschied. Das Fleisch hat einen eigenen Geschmack, der aber sehr angenehm ist.

Dazu einen „Flight“ mit 4 kleinen Bieren, die man sich aus der kompletten Karte aussuchen kann.

Auch das ist ein Unterschied zu Deutschland. In vielen Pubs und Lokalen haben sie 6,8 oder auch 10 verschiedene Biere vom Faß im Ausschank. Aber eben nicht, wie bei uns, mehrere Sorten einer Brauerei. Hier bieten Sie unter Umständen 8 Biere von 8 verschiedenen Brauereien an. Die Auswahl ist dann gar nicht so einfach.

So endet also der – diesmal wirklich – letzte Abend hier in Kanada. Morgen Abend sitzen wir schon im Flieger und müssen versuchen zu schlafen, damit wir zu Hause bald wieder in den richtigen Rhythmus kommen.

Rückflug

Was hätte das so schön sein können. Frühstück im Hotel, dann hatten wir noch bis 12 Uhr unser Zimmer. Soweit war das alles noch im Plan. Auch die Fahrt nach Halifax war wie erwartet. Zwar mit teils heftigem Regen, aber bei den paar Kilometern und üppig Zeit ist das auch auszuhalten.

Damit wir nicht zu früh am Flughafen ankommen, machen wir noch eine Pause, dieses Mal beim altbekannten McD.

Kurz vor halb Drei kommen wir dann schon in Halifax Robert L. Stanfield an. Die Mietwagen-Rückgabe ist hier sensationell gelöst. Schon an der Einfahrt zum Flughafen ist es beschildert und es gibt eine Art Parkdeck, nur für die Rückgabe von Mietwagen.

Wir hatten noch gar nicht richtig angehalten, da kam auch schon jemand auf uns zu und hat uns in Empfang genommen. Koffer ausladen, ein kurzer Rundgang ums Auto – und das wars. Das alles ist in 10 Minuten erledigt.

Unser Roadtrip endet also hier nach 3.618 km in 17 Tagen.

Von der Mietwagen-Rückgabe zum Terminal sind es etwa 3 Minuten Gehzeit, zum Glück komplett überdacht. Wieder einmal regnet es nämlich kräftig. Das wäre aber noch nicht so schlimm gewesen.

An den Check-In Schaltern treffen wir dann zwei Deutsche, die gerade ihre Lufthansa App aktualisiert haben. Vor 10 Minuten war da noch alles planmäßig, jetzt hat der Flug mal schlappe 4 Stunden Verspätung. 23:30 statt 19:30 h. Wir haben somit noch lockere 8 Stunden Zeit. Da sollten wir keinen Streß beim Abgeben der Koffer bekommen 🙂

Update etwa eine Stunde später: Das Flugzeug ist noch gar nicht in Frankfurt gestartet, angeblich gab es dort technische Probleme an der Maschine. Jetzt soll sie um 20:25 Frankfurter Zeit abheben, das ist 15:25 h hier in Nova Scotia.

Damit wird es wohl auch nichts mit 23:30 h? Nicht viel später haben wir dann die Bestätigung: Neuer geplanter Start ist 0:20 h und die Landung soll dann um 11:45 in Frankfurt sein. Mal sehen, ob es jetzt dabei bleibt.

Als kleine Entschädigung bekommen wir beim Check In jeweils einen Gutschein über 26 Dollar, den wir für Essen einlösen können. Ist zumindest eine schöne Geste und wir gehen damit später zum Mexikaner hier im Flughafen.

Die Gepäckkontrolle geht dann auch ganz locker, keine Probleme oder Nachfragen. Hier müssen wir aber noch Old School alles ablegen, bis hin zum Gürtel. So, wie es früher überall üblich war. Etwas überrascht waren wir, als nach der Gepäckkontrolle viel mehr Läden und Restaurants waren, als davor. Hier war der eigentliche aktive Teil des Flughafens, „draußen“ dagegen war nicht wirklich etwas geboten.

Das Essen beim Mexikaner war überraschend gut, damit muss man in einem Flughafen nicht unbedingt rechnen. Die Nachos von Annette hätten locker für 2 gereicht und dazu war alles auch geschmacklich sehr lecker.

Nach dem essen bummeln wir noch durch den Flughafen und versuchen, unsere letzten Dollar unterzubringen. Das war natürlich kein großes Problem und um kurz vor 8 sind wir dann an unserem Gate 28, weil wir einfach keine Lust mehr haben, hier planlos herumzulaufen. Wir setzen uns hin, lesen, hören Hörbuch und hoffen, dass die Zeit möglichst schnell rumgeht.

Seit die Maschine dann in Frankfurt gestartet war, konnten wir zumindest davon ausgehen, dass der Abflug um 0:20 h Ortszeit realistisch ist. Spätestens als dann die komplette Crew an uns vorbeimarschierte, hatten wir auch die Gewissheit. Letztendlich hoben wir dann um 00:38 von der Landebahn ab. Bye Bye Kanada! Du hast uns einiges abverlangt, aber wir haben auch sehr viel Schönes erleben können.

Der Flug verlief wieder einmal recht ruhig, auch wenn wir kaum schlafen konnten. Der Sitzabstand bei Discovery ist doch recht knapp bemessen und irgendwann weiß man nicht mehr, wohin mit den Beinen. Wie auch immer, nach knapp 6 Stunden – was laut Pilot eine super kurze Flugzeit für diese Strecke ist, landen wir am Sonntag in Frankfurt.

Aber damit war die Pannenserie noch immer nicht zu Ende: Wir mussten auf dem Rollfeld aussteigen und dann mit Bussen zum Terminal fahren. Wenn dann mal Busse da gewesen wären 🙁 Es dauerte nochmal etwa 20 Minuten, bis wir dann endlich das Flugzeug verlassen konnten. Aber zumindest mussten wir dann nicht mehr lange auf unser Gepäck warten!

Unser Taxi hatten wir aus Truro schon vorbestellt und der arme Kerl musste natürlich auch lange auf uns warten. Er hatte zwar verfolgt wann wir landen, dass wir dann aber nochmal so lange brauchen würden, konnte aber niemand vorhersehen. Irgendwann nach 13 Uhr trafen wir dann zu Hause ein, so um die 24 Stunden, nachdem wir am Tag vorher in Kanada aufgestanden sind.

Jetzt galt es, bloß nicht gleich ins Bett zu gehen, auch wenn wir das echt dringend nötig gehabt hätten. Also auspacken, schon mal die erste Waschmaschine laufen lassen. Alles, was wach hält! Bis 20 Uhr haben wir es geschafft und das war auch so der Plan. Jetzt mal sehen, wann wir wieder den europäischen Tagesrhythmus drin haben?

Die Erbsen :-)

Was machen denn nun die Erbsen hier in einem Reisebericht? Würde ich mich auch erstmal fragen. Deshalb will ich das jetzt mal aufklären.

Bei unserer Wanderung auf dem Skyline Trail am vergangenen Mittwoch habe ich den Rückweg ja nur sehr knapp gewürdigt. Der Grund war, dass Annette da umgeknickt und gestürzt ist. Leider ist es dabei nicht nur bei Abschürfungen an Knie und Ellbogen geblieben. Der linke Knöchel war ganz schnell ganz dick und blau. Das sah vom ersten Augenblick an nicht gut aus!

Das Problem war, dass wir aber noch mehr als eine halbe Stunde laufen mussten, bis wir zurück am Auto waren! Das war für sie eine heftige Sache und ich kann mir vorstellen, wie das weh getan haben muss. Aber sie hat es geschafft, mit zusammengebissenen Zähnen!

Natürlich hatten wir nichts zum Kühlen dabei, aber dass war das Wichtigste, was wir jetzt tun konnten.
Und jetzt kommen die Erbsen ins Spiel.
Mit dem Beutel konnten wir den Fuß recht gut kühlen und da wir im Haus eine Tiefkühltruhe hatten, haben die kleinen grünen Kügelchen bis zum letzten Tag große Dienste geleistet.

Dieser Unfall war auch der Grund, warum wir ab diesem Tag unsere Aktivitäten etwas einschränken mussten und vor dem Abflug nicht mehr nach Halifax gefahren sind. Annette hatte auch so mehr als genug Schmerzen, da ist ein Stadtbummel keine gute Idee.

Trotzdem kamen wir einigermaßen gut zu Hause an. Bis dahin sind wir auch noch von einer Bänderverletzung ausgegangen, was sich dann am Montag aber leider als zu optimistisch herausstellte: Der Fuß ist tatsächlich unterhalb des Knöchels gebrochen! Zum Glück muss das nicht operiert werden, aber 6 Wochen Schiene ist auch kein gutes Mitbringsel aus einem Kanada- Urlaub!

Wie war`s denn nun?

Ich würde mal sagen – durchwachsen.

Natürlich haben uns die Tage, in denen wir krank waren und vor allem der Unfall von Annette einigermaßen die Laune verdorben. Dazu kam noch das schlechte Wetter im mittleren Teil der 3 Wochen. Vielleicht auch deshalb können wir nicht von dem Traum-Urlaub sprechen, der es eigentlich hätte werden sollen.

Aber auch sonst sind unsere Eindrücke etwas widersprüchlich. Toronto, die Niagara-Fälle, Thousand Islands, Hopewell Rock und einiges mehr sind wirklich wundervolle Erlebnisse. Wir haben auch die Freundlichkeit der Menschen genossen, die in den allermeisten Fällen wirklich außerordentlich ist. Genossen haben wir auch die kleineren Hotels mit Ihrem ganz besonderen Charme, irgendwo zwischen Miss Marple und Sherlock Holmes. Das ist tatsächlich außergewöhnlich und ein extremer Kontrast zum durchgestylten 08/15 Hotel irgendeiner Kette.

Die Landschaft im Osten Kanadas hat uns stark an Schweden erinnert. Sehr ähnlich, aber eben X-Mal größer. Und das ist nicht immer von Vorteil. Gerade auf einem Roadtrip kann es da schon zu Längen kommen, weil sich vieles immer wieder wiederholt. Das war uns zwar vorher klar – die Strecke kann man ja vorher schon abschätzen – aber wenn man dann dort ist, ist es eben real.

Auch die Saison mag einen Beitrag zum Gesamteindruck geleistet haben.
Einerseits war es sehr von Vorteil: Keine Warteschlangen am CN-Tower, kaum Menschen an den Hopewell Rocks und den Skyline Trail abschnittsweise ganz für uns allein. Das muss in der Hauptsaison wohl komplett ins Gegenteil umschwenken.

Dafür waren aber noch viele Restaurants und Unterkünfte geschlossen. Es war nicht immer einfach, essen zu gehen, da war schon etwas Recherche von Nöten und viele der gut bewerteten Lokale waren eben noch zu.

Ich will es mal so zusammenfassen: Wir waren nicht so begeistert vom Osten Kanadas, dass wir unbedingt noch einmal dort hin müssten. Zumindest jetzt gerade nicht. Es war aber auch nicht so, dass man sagen würde „nie mehr“. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen und uns ist klar, dass da Faktoren im Spiel waren, die mit Kanada und den Menschen dort nicht das Geringste zu tun haben.

Männertour 2025 – Tag 1

Was wir früher regelmäßig gemacht haben, ist in den letzten Jahren seit Corona leider etwas zu kurz gekommen: Unsere Vatertagstour oder Männertour. Während der Pandemie war es nicht möglich, danach hat es aus den verschiedensten Gründen irgendwie nicht mehr geklappt.

Doch dieses Jahr sollte es wieder einmal soweit sein. Lukas hat mir zu Weihnachten diese beiden Tage geschenkt – und das war eine großartige Idee! Dafür nochmal vielen Dank!

Jetzt, am 05. und 06. April war es endlich soweit. Ursprünglich war ja mal geplant, nach Heidelberg zu fahren, aber das haben wir kurzerhand umgeplant. Das neue Ziel war das Schloß Horneck in Gundelsheim, das Lukas bereits von einem früheren Trip her kannte. Also ab an den Neckar.

Unsere Männertour 2025

Los gings am Samstag, kurz nach 10 bei strahlendem Sonnenschein! Wir beide im T-Shirt bei guten 20 Grad – was will man mehr? Die Route haben wir uns gar nicht so genau zurechtgelegt, die sollte sich während der Fahrt entwickeln 🙂
Sicher war, dass wir erst einmal Richtung Spessart starten würden und dann jeweils entscheiden, wo es uns besser gefallen sollte.

Die Sonne meint es gut mit uns

Auch mit dem Verkehr hatten wir Glück, oft waren wir fast alleine auf der Strasse und so konnten wir die Fahrt noch viel mehr genießen, unser eigenes Tempo machen und ganz entspannt vorankommen. In Rohrbrunn bogen wir ab in Richtung Wertheim, die Autobahn haben wir an diesem Wochenende mal komplett ignoriert – wir wollten ja auch die Fahrt genießen und bei diesem Wetter war das so sensationell möglich!

Jetzt also durch den wunderschönen Spessart, durch Wertheim und vorbei am Kloster Bronnbach in Richtung Tauberbischofsheim. Die erste kleine Pause machten wir in Lauda-Königshofen bei Webers Bäckerladen für einen kleinen Imbiss.

Während wir da in der Sonne saßen, hatte Lukas dann die Idee, unsere Tour noch etwas zu verändern, zu erweitern, zu ergänzen. Er hatte mal in einem Gasthaus kurz vor Rothenburg ob der Tauber Pause gemacht und das war wohl ganz gut in Erinnerung geblieben. Das Wetter gut zum Fahren, wir hatten genügen Zeit, die Stimmung war gut.

Also los zum Gasthaus Holdermühle. Auch dahin ging es sehr entspannt, wir waren immer wieder überrascht und erfreut, dass doch so wenig Verkehr auf den Straßen war. Kurz nach 13 Uhr sind wir dort eingetroffen und mit uns noch einige andere Gäste, als ob sie tatsächlich auf uns gewartet haben 🙂

Eine Besonderheit an diesem wunderschönen Ausflugsziel ist, dass es genau auf der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg steht – und es gut möglich ist, dass Lukas in Baden-Württemberg gegessen hat, und ich in Bayern!

Bayern oder BaWü war uns da aber noch vollkommen egal. Wichtig war, dass wir sehr lecker gegessen und getrunken haben. Zum ersten mal dunkles, alkoholfreies Hefeweizen und eine Grenzpizza (eine Hälfte mit schwäbischen Maultaschen, die andere mit fränkischen Bratwürsten) für Lukas und Bärlauchbratwürste für mich. Alles war sehr lecker und wir haben die Zeit in der Frühlingssonne in vollen Zügen genossen.

Auch wenn es dort super schön war, mussten wir dann doch irgendwann weiter, denn nun wartete unser eigentliches Tagesziel auf uns: Schloß Horneck in Gundelsheim. Auch die Fahrt dorthin gingen wir wieder sehr gemütlich an, ließen uns Zeit und genossen einfach das herrliche Wetter und die wunderschöne Gegend.

Die letzten paar Kilometer konnten wir dann mal wieder die „kürzeste Strecke“ von Google Maps bestaunen. Irgendwas zwischen Feldweg und Ortsverbindungsstraße, kaum breit genug für entgegenkommende Fahrzeuge, aber dafür auch so gut wie kein Verkehr.

Kurz nach 16 Uhr hatten wir dann unser Ziel erreicht und trafen im Schloß Horneck in Gundelsheim ein. Wie Lukas es schon angekündigt hatte, ein tolles Hotel mit einem gewissen Flair, irgendwie vornehm und altehrwürdig, dabei aber trotzdem modern und nicht überspannt. Ein toller Ort für eine kleine Auszeit.

Durch die erhöhte Lage oberhalb des Neckar gab es obendrein noch einen herrlichen Ausblick ins Flußtal

Auch wenn wir nun das Ziel erreicht hatten, hieß das noch lange nicht, dass der Tag gelaufen wäre. Im Gegenteil, jetzt sind wir gelaufen – und zwar hinunter ins Dorf und haben uns da 2 Besenwirtschaften angesehen. Ich hatte die Bezeichnung Besen in diesem Zusammenhang noch nicht gehört und wenn es jemand auch so geht, hier das, was Wikipedia dazu weiß:

Besenwirtschaften sind saisonal geöffnete Weinausschankbetriebe, in denen der Erzeuger (Winzer) seinen selbst erzeugten Wein ausschenken darf.

Je nach Herkunftsgebiet unterscheiden sich die Bezeichnungen von Besenwirtschaften stark. Am weitesten verbreitet sind:[1]

Wir kehrten also in die Besenwirtschaft „zur alten Kelter“ ein und hatten Glück, dass gerade jemand einen Tisch im Hof frei gemacht hat, sonst war nämlich jeder Platz besetzt!

Und wenn wir schon mal in einem schwäbischen Weinanbaugebiet sind, dann gibts natürlich auch Wein und regionale Spezialitäten. Wir bestellten uns also Muskattrollinger und Riesling, dazu Räubermaultaschen und ein Besenbrot. Auch hier wurden wir wieder nicht enttäuscht, alles war absolut klasse.

Am Anfang konnten wir sogar noch im T-Shirt draußen sitzen – und das Anfang April! Später wurde es dann doch etwas kühler und nach einem gelungenen Abend stapften wir dann irgendwann wieder den Berg hoch in Richtung Schloßhotel.

Der Besen verabschiedete uns nach einem wunderschönen Abend

Das war also Tag 1 unserer Tour 2025. Da hat alles perfekt gepasst und wir haben in vollen Zügen genossen. Morgen geht es dann wieder zurück nach Haibach, aber auch das ganz entspannt.

Männertour 2025 – Es geht wieder zurück

Mit diesem Blick auf die Burg Guttenberg sind wir am Sonntag aufgestanden. Das lässt sich aushalten 🙂

Und das folgende Frühstück war ebenso klasse, wie alles bisher auf dieser Tour. Der Blick ging vom Frühstücksraum auf die andere Seite des Hotels auf einen kleinen Weinberg.

Auch das Frühstück selbst ließ keine Wünsche offen, es gab alles, was das Herz begehrte und wir ließen es uns kräftig schmecken.

So gut gestärkt verabschiedeten wir uns aus Gundelsheim und von Schloß Horneck und starteten in Richtung Haibach.

Der letzte Blick aus dem Auto auf Schloß Horneck

Wie schon gestern wählten wir auch heute nicht die schnellste, sondern die aus unserer Sicht schönste Route. Der erste Abschnitt führte uns entlang des Neckar vorbei an vielen weiteren gut erhaltenen Burgen und Schlössern in Richtung Odenwald. Auch heute erfreuten wir uns wieder an der herrlichen Frühlingssonne, auch wenn es doch recht frisch war. Hatten wir gestern noch T-Shirt-Wetter bei knapp 25 Grad, war heute bei guten 10 Grad eine Jacke angesagt. Aber im Auto war es eh schön warm 🙂

Bei Eberbach verließen wir das Neckartal und bogen Richtung Odenwald ab. Über Erbach und Amorbach, mit einem ganz kurzen Stopp am englischen Garten in Eulbach, näherten wir uns dann wieder dem Ende dieser Tour. Zum Schluß haben wir uns noch die Schleife über Eschau, Dammbach und wieder nach Rohrbrunn gegönnt, einfach um auch diese herrliche Strecke noch mitzunehmen.

Das war sie also, unsere Männertour 2025, oder vielleicht doch nur eine der Männertouren 2025? Mal sehen, das schreit aber absolut nach einer Wiederholung. Vielleicht aber auch mal nicht als reine Männertour…

Die beiden Tage waren von der ersten bis zur letzten Sekunde eine runde Sache, da hat alles gepasst und ich habe jeden Moment genossen! Danke für die tolle Zeit.

Gebucht

Vor vielen Jahren war ich einmal für wenige Stunden in Wien, aber wirklich kennen gelernt habe ich die Stadt natürlich nicht.

Jetzt soll das endlich anders werden. Sofern also alles läuft wie geplant, werden wir bald ein paar Tage in der Österreichischen Bundeshauptstadt verbringen.

Ab ins Motel One

Wir waren uns schnell einig, daß wir auf jeden Fall mit dem Zug anreisen werden. Daher lag es nahe, ein Hotel in der Nähe des Bahnhofs als Basislager auszuwählen.

Schon mehrfach haben wir ein Motel One in verschiedenen Städten gebucht und waren immer zufrieden, warum also nicht auch in Wien?

Frei war es noch – also kurzerhand gebucht 😀

So einfach ist es doch nicht 😉

Wie schön hatte es doch geklungen. Wir steigen in Aschaffenburg ein und nach knapp 6 Stunden in Wien wieder aus.

Hätte ja sein können 😜

Tatsächlich müssen wir aber auf der Hinfahrt in Linz und auf der Rückreise in Wels umsteigen. Grund dafür ist ein unterspültes Gleis, das nach den Überschwemmungen von vor ein paar Wochen noch nicht wieder befahrbar ist.

Da kann die Deutsche Bahn mal tatsächlich nichts machen, ist einfach höhere Gewalt. Trotzdem wird das mit der vorgeschlagenen Alternative nicht funktionieren, in Linz haben wir gerade mal 6 Minuten Umsteigezeit… Da aber die Zugbindung aufgehoben ist, sehen wir das mal ganz entspannt.

Die Deutsche Bahn

Das fängt ja schon mal gut an. Eine Verspätung hatten wir ja schon fast einkalkuliert, dass der Zug ganz ausfällt, war aber gar nicht geplant.

Wir werden also den ersten Tag weitgehend auf Bahnhöfen und in Zügen verbringen.

Nun sind wir zumindest mal unterwegs. In einem anderen Zug und erstmal auf dem Weg nach München. Geplant war 06:52 h und nun ging es um 07:30 h los. Wenn es jetzt gut läuft, sind wir um 10:10 h in München und suchen uns dann einen Anschluss. Bis dahin warten wir aber mal ab😕

Weiter geht’s in München

Wie erwartet, waren wir auch hier zu spät, so dass uns nur noch der Zug um 11:28 h nach Wien bleibt.

Auch das war aber nicht ganz so einfach, weil praktisch alle Plätze reserviert waren. Letztendlich finden wir einen freien Sitzplatz und daneben einen, der erst ab Salzburg reserviert ist.

Zumindest für die nächsten 1 1/2 Stunden sitzen wir mal.

Salzburg

Jetzt sitzen wir richtig. Zum Glück haben wir nah bei unseren Plätzen 2 andere gefunden, die ab hier nicht reserviert sind.

Dann entspannen wir für die nächsten 3 Stunden und freuen uns auf Wien.

Wien

Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt – und endet irgendwann 😜

Um 16:30 h sind wir endlich im Motel One Wien Hauptbahnhof angekommen

Motel One Wien Hauptbahnhof

Der Tag war doch länger als geplant, aber am Ende hat doch alles weitgehend geklappt.

Und der Blick aus dem 14. Stock des Hotels ist eine schöne Einstimmung.

Heute hat Annette noch Ihre Verabredung mit einer ehemaligen Kollegin, die aus Wien stammt und jetzt wieder hier lebt. Und ich werde irgendwo was Essen und vielleicht ein Bier trinken, mal sehen, was Wien in dieser Hinsicht zu bieten hat

Was muss man in Wien erlebt haben

Im Prinzip ist das recht einfach. Mir fällt da natürlich zuerst das Wiener Schnitzel ein 😜

Ich habe mich dieser Herausforderung also gestellt und das erste „Must“ in Wien mal einfach alleine abgehakt. (Muss ja nicht das einzige Mal gewesen sein 😉)

Lecker war’s, ein knapper Quadratmeter 😁mit Erdäpfel – Salat.

Dazu gab’s ein Helles von Stöckl im Park und der Abend war gerettet.

Tag 2 in Wien und die Röster Däpfel

Der gestrige Tag war lang und so ließen wir es heute erstmal langsam angehen.

Blick aus unserem Zimmer im Motel One auf Wien

Frühstück um 9 Uhr, allerdings schon etwas enttäuschend. Wir hatten da schon deutlich bessere Buffets, da ist das Motel One in Wien etwas abgespeckt unterwegs. Aber das ist jammern auf hohem Niveau…

Danach stand der erste Tag Hop On – Hop Off auf dem Programm. Wie schon oft, wollen wir dadurch einen ersten Eindruck von einer unbekannten Stadt bekommen. Zu Fuß, oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das so nicht möglich, denn die geführten Touren zeigen automatisch einen großen Teil der Highlights einer Stadt.

In den knapp 2 Stunden haben wir dann auch viel im Zentrum gesehen und interessante Hintergrund-Informationen erhalten. Ob ich Wien so richtig toll finde? Ich weiß es noch nicht. Klar, die Geschichte ist beeindruckend, die Gebäude, Belvedere, Stephansdom, Hofburg und all die anderen ebenfalls. Aber irgendwie sind sie auch alle verdammt ähnlich.

Zentralfriedhof

Am Ende der Tour stiegen wir am oberen Belvedere aus, gingen durch den Park mit einem kleinen Weihnachtsmarkt zum unteren Belvedere und stiegen dort in eine S-Bahn, die uns zu einem weiteren Highlight der Stadt bringen sollte: Dem Zentralfriedhof.

Und was die Rundfahrt nicht geschafft hat, war hier sofort da. Das war mehr als beeindruckend, die unglaubliche Größe und die geschichtsträchtigen Gräber.

Wir haben zwar gelernt, dass nicht jeder, der dort eine Grabstätte hat, auch dort beerdigt ist, manchmal sind es nur „Ehrengräber“, aber das tut der besonderen Stimmung auf dem Zentralfriedhof keinen Abbruch.

Zurück in der Stadt erkundeten wir den Kern zu Fuß, besuchten den Weihnachtsmarkt am Rathaus und landeten schließlich hungrig in der Wollzeile beim Figlmüller.

Das Wiener Schnitzel

Angeblich ist Figlmüller die Wiege des echten Wiener Schnitzels. So wird es dort zumindestens erzählt. Uns wundert aber, dass es da nur Schweineschnitzel gibt und das echte Wiener Schnitzel aus Kalbfleisch sein muss. Aber egal. Wir hatten Glück, bekamen einen Platz und haben es genossen. Schwein hin und Kalb her.

Hier kam es dann auch zu der wohl unvergesslichen Frage von Annette, was denn wohl Röster Däpfel sein könnten😁 Ich dachte zuerst, sie will mich veräppeln, aber das wollte sie – diesmal – nicht:

😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂

Gut gesättigt war das nächste Ziel das Hard Rock Cafe für den obligatorischen Pin. Eigentlich wollten wir dort noch einen Espresso trinken, aber leider war kein Platz zu bekommen und so mussten wir halt zum gegenüber liegenden Starbucks.

Da wir heute weder genug zu Fuß unterwegs waren, noch genug Weihnachtsmärkte gesehen hatten, führte unsere letzte Etappe uns noch nach Spittelberg. Dort sollte es einen tollen Weihnachtsmarkt geben und da müssen wir hin. Zu Fuß, weil irgendwie keine Öffis passten und wir uns dadurch auch noch mehr von Wien erschließen konnten.

Und es war weit, es war sehr weit!

Nach etwas suchen fanden wir die Stände auch und es war wirklich sehenswert.

Zurück ging es dann wieder mit der S-Bahn. Geplant war dann, noch ein Bierchen beim Salm-Bräu zu trinken. Das wurde aber nichts, weil der Laden rappelvoll war.

Blöd war dann nur, dass der Zugang zum Park Belvedere schon geschlossen war. Eigentlich nicht schlimm. Für uns schon, denn so mussten wir fast komplett um den Park herumgehen, um nochmal zum Weihnachtsmarkt zu kommen und dann nochmal von da zum Hotel.

Am Ende des Tages hatte ich mehr als 22.000 Schritte auf der Uhr, die Beine waren schwer und wir beide ziemlich platt.

Trotzdem war es ein toller Tag bei sensationellem Dezember-Wetter!

Tag 3 in Wien

Gestern hatten wir ja ein ganz schönes Tempo hingelegt, waren viel unterwegs und am Abend entsprechend müde. Eben ein typischer Städte -Trip. Deshalb war der Plan, es heute etwas langsamer angehen zu lassen. Wir sind ja nicht mehr die Jüngsten 😉

Also erst um 09:15 h zum Frühstück, auch weil der Wetterbericht leider Recht hatte. Es regnete. Zwar nur leicht, aber nach dem tollen Wetter von gestern doch sehr unschön.

Als wir dann irgendwann nach 10 auf den Bus warteten, gab es doch tatsächlich ein kleines Schneegestöber. Mag sein, dass das in die Jahreszeit passt, mag auch sein, dass das ganz schön aussieht. Trotzdem hätte ich es mir lieber morgen auf der Rückfahrt aus dem Zug angesehen, zumal ein solches Schneegestöber nahezu immer mit niedrigen Temperaturen einhergeht. Das war wenig überraschend auch hier der Fall.

Aber wir waren darauf vorbereitet und der Bus geheizt. Also alles in bester Ordnung.

Der erste Trip mit dem HoHo (das hat jetzt nichts mit Santa Claus zu tun, sondern bedeutet Hop on, Hop off) Bus ging auf der blauen Route zur Oper.

Obwohl wir die Tour gestern (wir hatten schon vor Wochen ein 48Std. Ticket gebucht) schon gemacht hatten, sahen wir doch einiges Neues, was daran lag, dass Kollege Busfahrer gestern wohl ein paar Abkürzungen genommen hat. So wurde aus der reinen Fahrt zur Oper doch noch eine interessante Sache.

An der Oper trafen sich die beiden Linien und wir wollten dort auf die rote Linie wechseln um noch etwas mehr von Wien zu sehen.

Dabei verließen wir auch das Zentrum und sahen den Hafen für die Kreuzfahrtschiffe, den Prater und noch einiges mehr.

Diese Tour hat Wien von einer ganz anderen Seite gezeigt, als die gestrige und mich der Stadt durchaus etwas näher gebracht.

Am Ende stiegen wir am Stadtpark aus und waren noch etwas in der Stadt unterwegs. Auch heute mussten wir uns immer wieder über die Preise hier in Wien wundern und mindestens genauso, wie die Menschen damit umgehen. Wenn beim Preis von 7,90 € für eine Bratwurst im Brötchen trotzdem eine lange Schlange vor der Imbissbude steht, fragt man sich schon, ob das alles noch normal ist.

Bestätigt wurde uns dieser Eindruck bei einem Besuch bei Julius Meinl.

Da braucht man sich wirklich nicht zu fragen ob das noch normal ist! 145 € für ein Kilo Weihnachtsplätzchen!!!

Uns ist’s mal vollkommen egal, wir haben selbst gebacken. War etwas günstiger 😁

Nun war es so langsam Zeit, das wir uns in Richtung unteres Belvedere aufmachten, denn dort hatten wir für 16 Uhr einen Tisch  in der Salm Bräu reserviert.

Auch das ging gut zu Fuß und wir konnten auch hier wieder ein neues Stück Wien erleben.

Das Essen war gut und reichlich, das Bier auch und wir hatten schöne 90 Minuten dort.

Fürs Hotel war es nun noch zu früh und wir machten uns mit der S-Bahn auf den Weg zum Weihnachtsmarkt im  Museumsquartier. Blöd war nur, dass es ausgerechnet jetzt wieder anfing zu regnen. Wieder nicht stark, aber wieder nervig.

So blieb es bei einer kurzen Runde und dann gab es ein neues Ziel: Das Café Hawelka. Und das war es wert! Alles, was man so über das Wiener Kaffeehaus hört, ist dort Realität. Eine authentische Einrichtung, Ober mit schwarzem Anzug, Weste und Fliege, Männer, die dort stundenlang vor einem einzigen Kaffee sitzen und lesen und eine Atmosphäre, die man nur selbst erleben kann. Ein Traum!

Die Spezialität von Hawelka sind die Buchteln, die es aber (warum auch immer) erst ab 20 Uhr gibt.

Da müssen wir wohl notgedrungen warten und uns die Zeit mit einem Irish Coffee, einem Fiaker und einer Sachertorte vertreiben. War natürlich nicht einfach, aber wir haben es meisterhaft erledigt 😂

So verging die Zeit echt wie im Fluge und dann war Buchteln-Zeit.

Sehr, sehr, sehr lecker, noch warm, gefüllt mit Zwetschgenmus (teilweise schreibt man das hier Zwetschkenmus?) und einem Hauch von Vanillesauce. Der Hammer. Und genauso schnell wie sie serviert wurden, waren sie auch wieder weg, die Buchteln.

Jetzt waren wir aber auch wirklich satt, mehr als satt sogar, aber das war ein Erlebnis. Die Buchteln und vor allem das Café Hawelka.

Jetzt war es doch wirklich Zeit, zurück ins Hotel zu fahren und dort noch einen kleinen Absacker an der Bar zu trinken.

So ging dann der letzte Abend dieses Kurztrips nach Wien zu Ende. Auch heute war es wieder ein ereignisreicher Tag, mit leider etwas schlechtem Wetter.

Abschied von Wien

Unsere letzter Tag ist angebrochen. Verrückt, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man ein paar Tage Urlaub macht.

Aber bevor es wieder zurück geht, steht heute der Naschmarkt auf dem Programm. Das ist schon richtig sehenswert, eine Mischung aus exotischen Gewürzen, Obst und Gemüse, billigen Souvenirs zu überhöhten Preisen, Fisch der exklusivsten Arten und dem Angebot verschiedener Metzgereien

Dazwischen immer wieder kleine Lokale, in denen sich die (wahrscheinlichen) Möchtegern Promis bei einem Prosecco trafen. Eine wirklich bunte Mischung, in der man vom Döner bis zum Beluga Kaviar für schlappe 1.000 € für 250 gr. fast alles kaufen kann.

Am Ende des Naschmarkts war heute noch ein sehr schöner Flohmarkt. Wir waren aber mit dem Zug in Wien, die großen Einkäufe waren somit nicht drin.

Zum Ende hin gab es dann noch die berühmte Wiener Wurst, wenn auch anders, als ich mir das vorgestellt hatte. In der Hauptsache gibt es hier die Käsekrainer und genau eine solche gönnten wir uns.

Der kleine Stand ist wohl eine Institution auf dem Naschmarkt und die Wurst war tatsächlich sehr lecker. Was total überraschend war, war der geriebene Meerrettich als Topping. War mir total neu, aber lecker. Den Preis von 6€ ohne Brötchen muss man in Wien leider schon als günstig bezeichnen! Etwas später in der Stadt standen die Leute Schlange für eine Käsekrainer im Brötchen für 7,90 €

Bevor wir dann noch ein letztes Mal in die Stadt gingen, haben wir uns noch etwas zu Essen für die Rückreise geholt und bei einem Olivenstand Anteile erworben😉

Und schon war es Zeit, zurück ins Hotel zu fahren, wo wir unsere Koffer deponiert hatten. Noch etwas in der Bar trinken und dann ab zum Bahnhof.

Der erste Zug, der uns um 15:28 h nach Wels bringen soll, war schon mal pünktlich…

Und glücklicherweise ging das auch so weiter. In Wels war der ICE schon eine Stunde vorher da und wir stiegen schon früh und ganz entspannt ein. So entspannt wie die letzte Etappe begann, so ging es auch bis Aschaffenburg weiter. Dort waren wir sogar 2 Minuten zu früh! Geht doch😃

Jetzt noch mit dem Taxi nach Hause und kurz vor Mitternacht lagen wir dann platt im Bett. Es war dann doch ein langer Tag.

WIEN – Mein Eindruck

Was haben wir in Wien gesehen und wie haben wir Wien gesehen?

Vielleicht ist es ganz wichtig, sich vorab einmal klar zu werden, was man vor einem Besuch in Wien überhaupt erwartet hatte? Für mich waren es der Stephansdom, der Zentralfriedhof, die Fiaker, die Hofburg, Schloss Belvedere – eine Stadt voller Geschichte, die sich im täglichen Leben widerspiegelt.

Vor allem freute ich mich aber auf die bekannte Wiener Gemütlichkeit und den sprichwörtlichen Wiener Schmäh. Klar, da ist viel Idealismus dabei- oder auch einfach ein falsches Bild von Wien.

Die Äußerlichkeiten, also die Gebäude, die Parks, der Zentralfriedhof und all die weiteren Sehenswürdigkeiten sind unbestritten beeindruckend. Vor allem der Zentralfriedhof mit seiner schier unendlichen Größe und den Gräbern zwischen Armengrab und Mausoleum, von Leuten wie Du und ich bis hin zur Prominenz wie Udo Jürgens oder Falco ist einmalig und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Ihn würde ich in jedem Fall wieder besuchen.

Die Wiener Lebensart dagegen ist aus meiner Sicht kaum noch spürbar. Wir haben eigentlich nur im Figlmüller und vor allem im Cafe Hawelka das gefunden, was ich als so typisch wienerisch erwartet hatte.

Sonst ist sehr verwunderlich, dass die Stadt von Touristen und Reisegruppen aus Ungarn, der Slowakei und Tschechien fast überflutet wird. Aber nicht nur die Touristen sind es, auch in den Geschäften und Lokalen gibt es wenige Österreicher, hier herrschen fremde Sprachen aus den östlichen Nachbarländern vor. Wenn man in Österreich in einem Laden schon direkt in Englisch angesprochen wird, ist das schon befremdlich. Auf der Strasse sprechen weit mehr als die Hälfte der Menschen kein Deutsch.

Ich muss hier noch einmal klarstellen, dass ich keine Probleme mit Menschen aus dem benachbarten Ausland habe, überhaupt nicht! Aus meiner Sicht geht dadurch nur die Wiener Lebensart, zumindest die, die ich mir so vorgestellt hatte, total verloren. Schade, aber auch verständlich, wenn man die Nähe Wiens zu den Nachbarstaaten betrachtet.

Eine, nein DIE Ausnahme war das Cafe Hawelka! Dort hätte ich einen ganzen Tag verbringen können!

Was mir noch aufgefallen ist, sind die Warteschlangen! Ich habe das so noch nicht erlebt, niemals und nirgendwo.

Vor dem Cafe Sacher, dem Mozart Cafe, den Würstchenbuden, bei Kaiserschmarrn to go, vor Läden usw. stehen Menschen in langen Schlangen an und warten, bis sie endlich drankommen, bzw. eingelassen werden. Da kann doch niemand mehr von einer „echt Wiener Atmosphäre“ im Cafe Sacher sprechen, wenn man wie auf einem Fließband durchgeschleust wird: Erst wenn am Ende 2 Leute rausgehen, dürfen am Anfang wieder 2 neue rein. Erinnert mich irgendwie an eine Autowaschanlage, nur kommt man am Ende nicht sauber raus, sondern finanziell „erleichtert“.

Das ist das nächste, was mir in Wien negativ aufgefallen ist. Wahrscheinlich bedingt durch die vielen Touristen, sind die Preise jenseits von Gut und Böse und ich fühlte mich oft echt abgezockt. Das Paradebeispiel ist die Wiener Wurst für 7,90 €, am Imbiss, inkl. Warteschlange von 20-30 Personen! Nein Danke.

Ich hatte somit einen etwas gespaltenen Eindruck von Wien. Vielleicht verdient die Stadt noch eine zweite Chance, dann nicht in der Adventszeit, sondern im Sommer oder Herbst. Es könnte ja sein, dass die Weihnachtsmärkte die Touristenmassen erst angelockt haben?

Die ersten Ideen

Schweden stand schon länger wieder mal auf unserer Wunschliste – und dieses mal nicht nur ein Kurztrip nach Malmö, sondern es sollte ein richtiger Urlaub sein. Wir haben uns dann dazu durchgerungen, dass wir uns drei Wochen Zeit nehmen und das Ganze in einer Art Roadtrip zu machen.

Absolutes Muss war Stockholm, denn da waren wir noch nie und es soll ja eine sehr faszinierende Stadt sein. Da lag es nahe, eine Fähre zu suchen, die irgendwo von der deutschen oder polnischen Ostseeküste nach Stockholm fährt. Am Anfang schien das sogar zu funktionieren, aber bei näherem Hinsehen stellte sich heraus, dass diese Line wohl irgendwann eingestellt wurde und erst wieder aktiviert werden würde.

Da wir schon Ende Oktober unseren Urlaub planen mussten, konnte man uns aber noch keinen Fahrplan nennen – und buchen war natürlich auch nicht möglich.

Also würde der Roadtrip ganz anders aussehen müssen und der grobe Plan stand dann auch recht schnell.

Mit der Stena-Line sollte es von Kiel nach Göteborg gehen, dann weiter am Vänern vorbei nach Stockholm. Dort suchen wir uns ein schönes Ferienhaus und fahren dann an der Ostküste zurück. Eventuell noch mit einem Abstecher nach Öland und über Trelleborg und Rostock zurück nach Hause.

Unsere Tour in Südschweden

Soweit steht alles

Als die Tour erstmal einigermaßen feststand, war das Weitere dann nicht mehr schwer. Wir haben die Tour in kleine Portionen geteilt, damit es auch tatsächlich Urlaub ist und uns dann die passenden Unterkünfte gebucht.

Wichtig war uns dabei immer, dass das Hotel möglichst zentral liegt, denn wenn man schon nur wenige Tage (oder sogar nur einen einzigen) dort ist, will man nicht die Zeit mit Pendeln verschwenden.

Wir sind gespannt, wie unsere Wahl jeweils ausgefallen ist und ob unsere Erwartungen erfüllt werden. Das zeigt sich in den nächsten Tagen.

Ganz besonders freuen wir uns auf unser Ferienhaus. Da haben wir schon ein kleines Juwel entdeckt. Direkt am Meer, toller Ausblick, grandiose Terrasse und eine super Ausstattung.

Wir sind bereit

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, die Koffer gepackt und schon im Auto. Passt locker rein, obwohl wir etwas anders packen mussten.

Für die Fähre nur Minimalgepäck, weil es zum einen immer schnell gehen muss, wenn man erstmal auf seiner Position steht und dann müssen wir das ganze Zeug bis ziemlich nach oben tragen. Zumindest bei unseren bisherigen Überfahrten waren die kleinen Aufzüge immer hoffnungslos überfüllt. Da mag man gar nicht warten.

Hoffen wir morgen mal auf gutes Wetter und eine freie Autobahn. Dann sind die 6,5 Stunden schon mal ein guter Einstieg.

13.06.24 Und los geht’s

Das Auto hatten wir ja gestern schon beladen und so war es ein ganz entspannter Start in unseren Schweden-Urlaub 2024.

Kurz vor 8 waren wir noch bei unserem Lieblingsbäcker in Grünmorsbach und haben uns mit Leckereien für die Fahrt eingedeckt.

Und dann geht’s auch schon los: über die A3/A45 und A66 auf die A7 und dann immer nach Norden. Ich mag diese Strecke nicht wirklich, zu oft habe ich hier schon starken Verkehr und lange Staus erlebt. Aber es gibt halt keine Alternative 😕

Heute war alles anders! Null Stau bis Kiel, wenig Verkehr, keine stressigen Situationen. Geht doch! Mit einer Pause von 80 Minuten im Outlet Center Soltau waren wir um 16 Uhr in Kiel, kurz vor dem Schwedenkai zum Tanken.

Danach wurde es allerdings etwas holpriger, und wir hatten die eine oder andere Schweißperle auf der Stirn. Noch ganz entspannt stellen wir uns bei Stena Line in die Schlange auf Spur 2, um dem Boarding locker entgegen zu sehen. Ist ja noch genügend Zeit. Also gehen wir ins Abfertigungsgebäude und checken ein.

Wer das nicht wollte, war aber unser Auto! Es ließ sich einfach nicht mehr mit der Fernbedienung abschließen!! Und jetzt? Nach mehreren Versuchen kam mir die schlaue Idee, das dann halt manuell mit dem Notschlüssel zu machen. Geht ja auch, ist halt old school! Zu schon, aber eben nur bedingt auf.😞

Als wir nämlich wieder zurück kamen, habe ich eben manuell aufgeschlossen.

Die Fahrertür.

Sonst nichts.

Blöd war nur, dass es jetzt regnete und Annette nicht einsteigen konnte. Das war’s aber immer noch nicht. Nach einigen Sekunden ging die Alarmanlage an – und nicht wieder aus. Jedesmal, wenn ich die Tür öffnete ging’s von Neuem los – und starten ließ sich der Motor auch nicht.

Nach ein paar Minuten hatten uns wohl alle in den mittlerweile 6 Schlangen ganz fest in ihr Herz geschlossen 😜. Zum Glück konnte mir Patrick dann am Telefon den entscheidenden Hinweis geben: Aus irgendeinem Grund hatten sich wohl beide Schlüssel vom Fahrzeug abgemeldet. Keine Ahnung, wie das passieren kann, aber zumindest lief die Kiste wieder und wir konnten später auf die Fähre fahren.

Doch damit war die Spannung noch nicht vorbei, denn ob ich auch wieder würde abschließen können, war ja so klar noch nicht. Probieren wollten wir es nicht, wir wollten lieber erstmal auf der Fähre sein.

Dort angekommen hat zum Glück alles einwandfrei funktioniert, wir haben unser Gepäck ausgeladen und konnten wie gewohnt abschließen. Läuft 👍

Dann wunderten wir uns, dass am einen Aufzug eine Schlange wartete, der andere aber komplett leer war. Also zur blauen 5, gedrückt und eine Minute später waren wir auf Deck 9. Unsere Kabine war fast ganz hinten und sehr schnell gefunden.

Einen kurzen Abstecher in den Bordshop konnten wir dann doch nicht vermeiden, aber wie zu erwarten war, gab es dort nichts wirklich interessantes. Also hoch auf Deck 11, ganz nach oben.

Leider war das Wetter nicht so, wie wir es uns gewünscht haben, aber zumindest trocken, wenn auch kühl und windig. Wir blieben dennoch einige Zeit dort oben und beobachten das Auslaufen aus Kiel.

So langsam machte sich nun doch der Hunger bemerkbar und so beendeten wir Tag 1 dann mit unseren traditionellen Frikadellen Brötchen. Aber dazugelernt haben wir trotzdem: Dieses Mal gab’s dazu nämlich noch ein mitgebrachtes Bier und Radler 😜

Annette war dann nochmal zum Sonnenuntergang auf dem Oberdeck und dann war der erste Tag des Urlaubs 2024 zu Ende. Er hatte eine Überraschung für uns gebracht, die nicht hätte sein müssen, aber sonst wars ein guter Anfang.

14.06.24 Gothenburg

Wir waren rechtzeitig wach und das wenige Gepäck war auch schnell zusammengepackt, so dass wir noch genügend Zeit hatten, die Fahrt durch die Schären von Göteborg vom Oberdeck aus zu beobachten.

Auch wenn wir das schon mehrfach gesehen haben, ist es immer wieder wunderbar und für uns irgendwie das Ankommen in Schweden.

Bei der Ausfahrt hatten wir dann das Glück, dass wir das zweite Auto vom oberen Deck waren, das ausfahren durfte. So haben wir uns viel von dem Gedränge gespart.

In etwa 20 Minuten waren wir am Hotel Vanilla in der Kyrgogatan, mitten im Zentrum von Göteborg. Leider waren unser Zimmer und auch der Parkplatz noch nicht frei und so mussten wir das Auto erstmal in einem öffentlichen Parkhaus unterstellen.

Auch so etwas kann in Schweden komplizierter sein, als man denkt, aber das ist eine andere Geschichte 😁

Wir haben die zweite Hälfte des Vormittags dann genutzt, um die bekannten Kandidaten mal wieder zu besuchen.

Antikhallarna, Saluhallen und die Feskekorka waren fest eingeplant. Leider hat es aber irgendwann angefangen zu regnen und da es am Morgen noch schön und sonnig war, hatten wir was natürlich nicht dabei? Die Regenschirme 😭

Deshalb sind wir noch ins Einkaufszentrum Nordstand gegangen, aber auch weil wir sicherheitshalber neue Batterien für die Autoschlüssel kaufen wollten.

Die Antikhallarna hat sich seit unserem ersten Besuch im September 2013 kaum verändert. Vielleicht ist das Sofa ein anderes, aber auch nur vielleicht 😀

In der Feskekorka hatten wir uns eigentlich auf eine leckere Fischsuppe gefreut, die wir noch von früher kannten. Leider wurde aber das Konzept bei der Renovierung vollkommen umgestellt. Die frühre Vielzahl an kleinen Ständen musste jetzt zum großen Teil einer Art Restaurant weichen. Und die Fischsuppe ebenfalls 😞 Übrig sind jetzt noch 2 oder 3 Läden von denen aber einer wenigstens noch die Lachswürfel von früher hatte. Unser Mittagessen war gesichert, wenn auch nicht ganz so, wie geplant.

Kurz nach eins holten wir dann unser Auto und fuhren zum Hotel um einzuchecken. Wieder einmal war die Einfahrt super schmal, aber ebenso wieder einmal steht das Auto dort, wo es stehen soll.

Das Zimmer ist o.k. nicht riesig, aber groß genug. Passt.

Also ein Stündchen Siesta und dann nochmal in die Altstadt, die Gamla Stan. Unseren Tisch im Sjöbaren Fischrestaurant hatten wir erst für 18 Uhr bestellt und das gab uns genügend Zeit zu einem ausführlichen Bummel.

Dann ging’s zum Essen. Und wie. Mir war es eher nach etwas kaltem. Also den Räucherlachs. Und vorher eine Fischsuppe zum Teilen.

Annette hatte da aber andere Pläne. Und sie hat es tatsächlich gemacht. Sie hat die Fischplatte bestellt, mit Garnelen, Langostinos, Muscheln und einer Auster! Das war wirklich eine Sensation, aber bei der Auster wäre ich raus gewesen.

Fischsuppe als Vorspeise

Ein wirklich gelungener Abend mit wunderbarem Essen.

15.06.24 von Göteborg nach Örebro

Es ist jetzt kurz vor 8 und das Frühstück wartet auf uns.

Wir werden uns dafür schön Zeit nehmen und dann nochmal zum Café Husaren fahren, um – wiederum traditionell – eine der sagenhaften Zimt Schnecken mit zu nehmen. Das wird heute, irgendwo unterwegs unser Mittagessen 😀

Das Wetter passt heute wohl auch und so sind wir sehr gespannt auf die gut 400 km quer durch Schweden

Die Einfahrt zum Parkplatz in Göteborg

Erstmal muss ich aber wieder aus dem Parkplatz raus. Beim Reinfahren habe ich schon festgestellt, dass es nur mit angeklappten Außenspiegeln geht, also wird’s in die andere Richtung nicht anders sein 😜. War tatsächlich so und alles ist gut gegangen.

Nun also noch zum Café Husaren und unser Mittagessen besorgen.

Die Box dafür haben wir 2013 in Schweden gekauft – und seitdem war sie jedesmal wieder mit dabei.

Vorher, ein trauriger Anblick
Nachher, ein traumhafter Anblick

Sieht vielleicht nach etwas Sparflamme aus, eine einzige Zimtschnecke, dazu muss man aber die Größe der Box betrachten. Auf dem ersten Bild kann man das ganz gut abschätzen 😀

Das hat schon mal funktioniert und nun geht’s weiter in Richtung Norden, zuerst über Trollhättan nach Karlstad.

Das erste Drittel der Fahrt war noch Recht unspektakulär, viel Industrie entlang der Straße und eher nicht das, was man von Schweden so erwartet. Danach wurde es langsam natürlicher, grüner, schwedischer und immer mal wieder konnten wir einen Blick auf den Vänern werfen, obwohl die Straße doch meist recht weit entfernt davon ist.

Um einmal direkt an den See zu kommen, machten wir sogar einen kleinen Abstecher zu einem Campingplatz, weil wir hofften, dort eine kurze Mittagspause zu machen.

Schön war’s dort zwar, aber für uns deutlich zu kalt und windig. Was die Camper dort wohl den ganzen Tag machen? Frieren?

Die Zimtschnecke gab’s dann halt im Auto und die Fahrt ging weiter.

Karlstad war nur als Zwischenziel geplant, trotzdem machten wir dort mal ne halbe Stunde Pause, wollten uns zumindest das Stadtzentrum mal ansehen.

Das war aber gar nicht so einfach, denn ausgerechnet heute und jetzt musste da ein „Citylauf“ stattfinden. An den meisten Stellen war es nahezu unmöglich, nur auf die andere Straßenseite zu gelangen.

So blieb es in Karlstad bei einem wirklichen Kurzbesuch und es ging weiter zum heutigen Tagesziel: Örebro oder genauer gesagt, das Hotel Living Station.

Kurz nach 4 kamen wir hier an, checkten ein und parkten das Auto auf einem Parkplatz, der etwa 200 Meter entfernt liegt. Von dort starteten wir dann direkt in die Stadt, um uns einen Eindruck von Örebro zu verschaffen.

Zufällig begann gerade heute eine auf das komplette Zentrum verteilte Kunstausstellung und rund um das Schloss haben wir uns einiges davon angesehen.

Zum Abendessen sind wir gegenüber des Schlosses in der Lions Bar eingekehrt, weil das ganz gut aussah. Das Essen war dann, na ja Durchschnitt, mein Burger ging einigermaßen, die Nachos hatten noch deutlich Luft nach oben.

Damit man mal ein Gefühl für die Preise in Schweden bekommt: die Nachos kosteten 69 SEK, der Burger 119. Das sind etwa 6,50 € und 11 €. Ein Bier, 0,4 l gab’s (bis 19 h) für 35 SEK, also etwa 3,20 €. Ich finde, das ist durchaus in Ordnung und keinesfalls so teuer, wie man es in Schweden vermuten würde.

16.06.24 von Örebro nach Stockholm

Auch heute fing der Tag wieder früh an, weil wir uns für 8 Uhr zum Frühstück angemeldet haben. Das war wirklich sehr gut, wir können das Hotel Living Station in Örebro- nicht nur deswegen – absolut empfehlen.

Das Wahrzeichen von Örebro

Um 9 Uhr starteten wir dann zu unserem nächsten Ziel: Stockholm. Dort werden wir für 3 Tage bleiben und hoffentlich möglichst viele Eindrücke von der Stadt mitnehmen.

Die Fahrt war eher unspektakulär, manchmal sogar langweilig. Es war zu großen Teilen eine Mischung aus Bundesstraße im Spessart und wenig befahrener Autobahn im bayrischen Wald 😀

Dazu muss man sich noch an die eintönige Fahrweise bei max. 120 km/h (meist aber 100 oder 110) gewöhnen. Einerseits tatsächlich langweilig, andererseits aber auch entspannt, da fast alle gleich schnell unterwegs sind. Ich will mal ganz ehrlich sein, für mich ist das nichts.

Wir kommen somit gegen Mittag gelangweilt aber tiefenentspannt in Stockholm an und Annette hat einen ersten Aussichtspunkt ausfindig gemacht, der einen tollen Blick über Stockholm bieten soll. Also fahren wir erstmal da hin und erkennen, dass wir das schon mal in einem Reisebericht mit Judith Rakers gesehen haben.

Blick auf Stockholm

Dort findet man auch eine winzige Figur von Karlsson auf dem Dach, die sogar noch kleiner ist, als der bekannte Iron Boy in der Altstadt, der als die kleinste Figur angepriesen wird.

Karlsson auf dem Dach, nur gut 10 cm groß

Danach ging es in wenigen Minuten direkt ins Stadtzentrum, zum Hotel Scandic Klara. Wir checkten ein und brachten das Auto in die direkt gegenüber liegende Tiefgarage.

Und jetzt fing die Erkundung von Stockholm an. Wir haben bewusst ein Hotel im Zentrum ausgesucht, weil wir von hier aus sehr viel zu Fuß unternehmen können.

Zu Fuß ging es direkt in die Gamla Stan, die Altstadt. Auf dem Weg dorthin kamen wir am Königsschloss vorbei und sahen uns das natürlich auch mal an, zumindest von außen 😉

Platz vor dem Königsschloss Stockholm

Das ist schon irgendwie seltsam, wenn man da steht. Da gibt es mitten in Europa Länder, die tatsächlich noch einen König haben. Für uns Deutsche gehören König und Königin eher in die Märchenwelt als ins reale Leben.

Dahinter begann dann gleich die Altstadt, leider aber erstmal recht abschreckend. Ein Laden neben dem anderen, meistens voll mit irgendwelchem Ramsch für Touristen und massenweise bunte Werbeschilder an den Wänden.

Die Gamla Stan in Stockholm

Geht man aber nur ein wenig von der „Hauptstraße“ weg, findet man das, was wir eigentlich erwartet haben. Und in einer der kleinen Gassen auch den Iron Boy.

Auf dem Rückweg, jetzt schon mit schweren Beinen und Platten Füßen 😜, kamen wir vollkommen zufällig an dem schwedischen Weltunternehmen mit 4 Buchstaben in gelb und blau vorbei und mussten „kurz mal reingehen“ 😋

Und wie es der Zufall so will, gab es dort ein Teil, das sich Lukas vor kurzem gekauft hat. Also schicken wir einfach mal ein schnelles Bild, er sieht dann, wo wir sind.

Er hat es gesehen 😀

Und gleich gefragt, ob es denn ein weiteres Teil aus der Serie noch geben würde. Er hätte das gerne gehabt, es ist in Deutschland aber ausverkauft. Der Zufall wollte auch, dass es direkt vor uns im Regal lag. Beim Tragen ins Hotel habe ich nichts mehr dem Zufall überlassen 😜😜.

Am Ende des Tages war aber klar, dass wir uns unser Abendessen echt verdient haben. Nach kurzer Recherche haben wir uns für Pommes entschieden. Keine normalen, nein, eher schon die Nobel Kartoffelstäbchen.

Lecker waren sie tatsächlich, viel war es tatsächlich nicht, dafür aber sauteuer 😉

Zum Glück hatten wir noch Hackbällchen und Chickenbällchen dazu bestellt, sonst hätten wir noch zum McD gemusst…

So aber waren wir satt, zufrieden und müde, haben uns nochmal nach der Haltestelle für den Hop on, Hop Off Bus umgesehen und dann den Tag für beendet erklärt.

17.06.24 Stockholm

Wir begannen den Tag mit einem späteren, nichtsdestotrotz aber leckeren Frühstück. Der Frühstücksraum ist ein lichtdurchfluteter und überdachter Innenhof.

Das hatten wir so auch noch nicht, ist aber richtig klasse. Da denkst Du wirklich, Du sitzt im Freien.

Danach machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle von Red Sightseeing. Heute haben wir uns vorgenommen, Stockholm einmal von Bus und Boot aus zu erkunden. Das tat unseren Füßen gut und der Aktionsradius war ungleich größer 😉

Der erste Teil mit dem Bus führte uns durch das komplette Stadtzentrum und hinaus bis zum Freihafen, wo 2 Gäste der MS Deutschland ausstiegen. Während der Fahrt haben wir interessante Infos zur Stadt und ihrer Geschichte gehört. Eben Hop on – Hop Off, wie man es schon kennt.

Wir machen das immer wieder gerne, weil man so in kürzester Zeit eine Stadt etwas kennen lernen kann. Heute haben wir aber festgestellt, dass wir gestern doch schon viele der Highlights selbst erkundet haben.

Die Rundfahrt endete für uns vorerst am Hard Rock Café, wo ich mir traditionell den Pin gekauft habe.

Nicht weit weg fanden wir dann einen McDonald’s und machten dort unsere Mittagspause.

Danach setzen wir die Rundfahrt fort, und zur Anlegestelle der Boote zu kommen, die wir mit unserem Ticket ebenfalls gebucht hatten. Eine Runde sollte etwas eine Stunde dauern und wir haben das in vollen Zügen genossen 👍

Die blaue Linie zeigt die Bootsrundfahrt

Und weil es so schön war und die Sonne so herrlich schien, haben wir die Runde gleich nochmal genossen.😜

Es war aber auch wirklich zu tolles Wetter, um das nicht bis zum Ende auszukosten

So haben wir heute echt viel gesehen, die Sonne genossen und uns trotzdem nicht total verausgabt. Knappe 11.000 Schritte sind es dann geworden, da waren wir in den letzten Tagen schon deutlich drüber.

Und noch etwas haben wir heute gelernt. Auf diesem Gebäude wir täglich die schwedische Flagge gehisst, so lange in Schweden Frieden herrscht. Das ist nun schon seit über 200 Jahren so, weil Schweden sich aus beiden Weltkriegen rausgehalten hat.

Zum Essen gehen hatten wir keine rechte Lust und auch keinen Plan, was wir denn wirklich wollten. So blieb es bei einem Döner in den Hötorget Hallen, praktischerweise direkt gegenüber von unserem Hotel.

Das war also der Tag, blieb nur noch, dass wir uns für morgen informieren: Auf dem Plan stehen das ABBA Museum und das Vasa Museum. Mal sehen, was uns erwartet, gespannt sind wir schon.

18.06.24 Stockholm

Heute ist Museumstag und das waren zwei wirklich kurzweilige und interessante Besuche.

Dabei sollten wir auch sehr an unsere Jugend erinnert werden und nein – damit meine ich nicht das Vasa Museum 😜

Mit dem Bus 7 gings von Nybroplan in 8 Minuten auf die Insel Djurgarden und direkt vor das ABBA Museum. Da wir uns gestern nicht auf eine Zeit festlegen wollten, haben wir keine Tickets vor gebucht – und das war auch gut so.

Während wir am Eingang warteten, haben wir das vom Handy aus erledigt und 10 Minuten später waren wir schon drin. Das lief schon mal!

Dann ging es auch schon direkt los und war 2 Stunden lang ein echtes Erlebnis. Viele originale Kostüme, goldene Schallplatten, Einrichtungsgegenstände usw. führten uns zurück in die 70er und 80er Jahre. Wir waren damals noch Kinder und später Jugendliche und kannten ABBA natürlich hauptsächlich aus den Hitparaden. Das war ja noch eine andere Zeit, ohne MTV und Co.

Lebensgroße Abbilder der 4 ABBAs

Neben den Exponaten gab es viele Filme und Tondokumente, die die Geschichte der 4 Mitglieder von der Zeit vor ABBA bis zum Ende Ihrer gemeinsamen Geschichte sehr anschaulich machten.

Bei der Wanderung durch das Museum wird einem immer wieder bewusst, dass genau diese Schuhe, dieses Kleid oder diese Gitarre ein wirklicher Teil der Geschichte von ABBA ist, dass sie genau das tatsächlich getragen haben!

Genauso wird aber klar, dass der Erfolg von Waterloo in diesem Jahr seinen 50. Jahrestag begeht. 50 Jahre – und auch Stars wie Agnetha, Frida, Björn und Benny werden nicht jünger.

So geht man dann doch auch mit ein wenig Wehmut, hat man doch gerade auch eine kleine Zeitreise in die eigene Jugend unternommen – und die liegt nun doch auch schon viele Jahre zurück.

Trotzdem, bei einem Besuch in Stockholm ist das ABBA Museum ein absolutes Muss! Unbedingt ansehen.

Die 2 Stunden waren wirklich sehr kurzweilig und jetzt ging’s zu Fuß zum Vasa Museum, das nur ein paar Minuten entfernt liegt.

Auf den paar Metern kamen wir aber noch am Wikinger Museum vorbei, das wir wiederum vom Reisebericht mit Judith Rakers kannten. Das aber nicht etwa wegen der Exponate, sondern weil es dort sehr leckere Köttbullar (spricht man wie Schöttbullar) geben soll. Die Zeit hat auch gepasst, also rein geht’s.

Jetzt wissen wir: Da hat die gute Judith Recht! Die Dinger (und auch mein Schnitzel) waren wirklich lecker und für stockholmer Verhältnisse auch zu einem angemessenen Preis.

Nun also Museum Nummer 2, das Vasa Museum.

Auch hier konnten wir unsere Tickets wieder direkt am Automaten kaufen und ohne Wartezeit eintreten.

Der erste Eindruck ist schon mal großartig.

Eine riesige Halle und mitten drin ein uraltes Schiff. Das ganze Museum ist eindrucksvoll auf 7 Ebenen gebaut und zeigt neben dem Schiff selbst noch viele Gegenstände, die bei der Bergung gefunden wurden.

Von Kanonen über Fässer, Kleidung bis hin zu den Skeletten mehrerer unglücklicher Seeleute.

Auf vielen Schautafeln und Monitoren erfährt man Interessantes über das Schiff, das (geplante) Leben darauf und auch über die Gründe, warum die Vasa 1628 nach nur ca. 1.300 Metern Fahrt noch im Stockholmer Hafen gesunken ist.

Auch über die Bergung im Jahr 1961 und die nachfolgende Konservierung und Rekonstruktion wird in einem Film viel erzählt.

Man muss sich das mal vor Augen halten, dieses fast komplett erhaltene Kriegsschiff lag 333 Jahre im Meer bei Stockholm, wurde dann über mehrere Jahre geborgen, wieder aufgebaut und steht nun, nach fast 400 Jahren hier in diesem Museum.

Wir haben in den 2 Stunden viel gelernt und würden das Museum auf jeden Fall wieder besuchen.

Zum Abschluss des Tages wollten wir uns dann noch ganz andere Kunstwerke ansehen, die man gerade da erstmal nicht vermuten würde: Die berühmten U-Bahn Stationen von Stockholm.

Apropos U-Bahn. Die Stockholmer haben hier ein ganz interessantes Tarifmodell für ihren öffentlichen Nahverkehr.

Man kauft ein Ticket und kann dann ab der Aktivierung für 75 Minuten beliebig lange fahren und beliebig oft umsteigen. Dazu gilt das Ticket für alle Verkehrsmittel: Bus, Straßenbahn, U-Bahn und die Fähren. Funktioniert gut 👍

Nun zu den U-Bahn Stationen.

Fast alle davon wurden von Künstlern individuell gestaltet und sind wirklich sehr, sehr sehenswert. Schade, dass man nicht an jeder einzelnen aussteigen kann 😉

Hier einige Eindrücke

Stockholm

Jeder hat ja eine bestimmte Vorstellung, wenn er eine Stadt zum ersten Mal besucht. Zumindest dann, wenn man sich etwas vorbereitet hat, gelesen, im Internet gesurft und ein paar Reiseberichte angesehen hat.

Wir haben all das getan. Das Bild von Stockholm, das dadurch bei mir entstanden ist, hat sich dann doch nicht ganz bestätigt.

Ohne Frage ist Stockholm eine wunderschöne Stadt, durch die Neutralität Schwedens in den beiden Weltkriegen auch mit tollen Vierteln mit langer Geschichte.

Wovon ich aber weniger bemerkt haben, ist die Verteilung auf 14 Inseln und die vielen Grünflächen. Es gibt wohl sehr viele und auch große Parkanlagen, alle top gepflegt, aber in den Berichten entstand der Eindruck, dass das noch viel natürlicher wäre, ein Wald in der Stadt. Vielleicht waren auch die Reportagen etwas optimistisch?

Noch weniger bemerkt man die einzelnen Inseln. Bei der Stadtrundfahrt hört man plötzlich, dass man jetzt auf dieser oder jener Insel wäre, aber bemerkt hat man davon rein gar nichts.

Trotzdem ist Stockholm sehenswert, hat das Flair des Königsschlosses und ist immerhin die Hauptstadt und größte Stadt Schwedens.

Ist man in der Stadt unterwegs, fällt auf, das es unheimlich belebt ist. Göteborg und Malmö kamen da etwas ruhiger rüber, entspannter, schwedischer. Einen Besuch ist Stockholm auf jeden Fall wert, meine Erwartungen waren aber vielleicht etwas zu hoch.

19.06.24 auf nach Akersberga

Stockholm hat uns nochmal mit Sonnenschein in den Tag gebracht und später dann auch so verabschiedet. Wir haben die Zeit noch genutzt, sind nach dem Frühstück noch einmal in der Stadt gebummelt. Endgültig ausgecheckt haben wir kurz vor 12 Uhr.

Früher hätte auch keinen Sinn gemacht, da wir nur eine knappe Stunde bis zum Ferienhaus haben und dort erst um 16 Uhr einchecken können.

Die Fahrt war sehr entspannt, wir mussten nicht quer durch die Stadt, sondern einfach nur raus Richtung Norden.

Da wir dann recht früh waren, haben wir uns gleich mal über die Einkaufsmöglichkeiten in Akersberga informiert. Ein Kurzbesuch bei Lidl und bei ICA – und wir haben zumindest für heute Abend und das Frühstück morgen alles, was wir brauchen.

Da in dem Einkaufszentrum auch ein Systembolaget, ein Laden für alkoholische Getränke, zu finden war, haben wir uns auch den mal angesehen. Zeit hatten wir ja genug.

Herausgekommen sind wir mit ein paar Flaschen Bier, gekauft, weil die Kronkorken so schön sind.

Um kurz nach 3 waren wir dann doch schon am Ferienhaus, konnten Esther, unsere Vermieterin aber nicht erreichen. Egal, bei dem Blick setzt man sich ans Meer und lässt einfach die Seele baumeln

Das alleine war schon klasse, aber noch nichts gegen das, was dann kam. Der erste Blick aus unserem Ferienhaus und wir waren geflasht

Blick aus dem Schlafzimmer

Dieses Haus ist einfach nur sensationell! 2 Ebenen und beide mit einem riesigen Fenster mit Meerblick, dazu 2 Terrassen und ein Whirlpool ganz für uns alleine. Herz, Seele, Körper und alles andere, was willst Du mehr?

Das alles haben wir für uns alleine, der Whirlpool ist noch abgedeckt

Ganz perfekt wurde es, als Esther dann kam und uns begrüßte. Daß sie Deutsch sprach, hatten wir schon am Telefon erfahren. Sie hat eine schwedische Mutter und der Vater ist Österreicher. Das erklärt die Sprache natürlich 😜

Vor allem aber ist sie super nett und versorgt uns gleich mit vielen Informationen zu möglichen Aktivitäten in der Umgebung. Da werden wir sicher einiges davon in die Tat umsetzen. Danke dafür 😊

Noch während Esther uns das alles erzählte, kam die erste Fähre direkt vor uns vorbei. Geschätzt sind das vielleicht 300 Meter, eher weniger.

Leider hat es dann nochmal angefangen, leicht zu regnen, so daß wir nicht draußen essen konnten.

Unser erstes Pyttipanna in Schweden 2024

Dafür wurden wir aber zumindest etwas entschädigt, denn wann sieht man schon mal 2 Regenbogen gleichzeitig?

Bei einem kurzen Abendspaziergang haben wir noch das Eichenwäldchen und „unseren“ Steg besucht. Die Freude auf die nächsten Tage ist riesig!

20.06.24 Akersberga

Unser erster kompletter Tag im Ferienhaus.

Die vergangene Woche, praktisch der erste Teil unseres Urlaubs war eine Art Roadtrip. Einchecken – Auspacken – Einpacken – Auschecken. Jeden Tag früh raus und sehen, was die jeweilige Stadt zu bieten hat.

Dazwischen noch ein paar hundert Kilometer auf schwedischen Straßen, manchmal sehr schön, abwechslungsreich und unterhaltsam, zum Teil auch einfach ein notwendiger Teil dieser Tour.

Heute sind wir in den zweiten Teil gestartet, sind sesshaft geworden und kommen etwas zu Ruhe. Uns war klar, dass die Tage in Göteborg, Örebro und Stockholm anstrengend werden würden und wir dabei viele tausend Schritte absolvieren würden.

Jetzt kommt der Teil, in dem wir mehr Zeit, mehr Ruhe haben und bestens entspannen können. Das heißt nicht, dass wir keinen Fuß vor die Türe setzen. Das heißt aber ohne Wecker aufstehen, lange frühstücken und auch mal eine Stunde nur aufs Meer starren.

Dazu war heute nur noch Einkaufen angesagt, da wir gestern wirklich nur das Nötigste besorgt haben.

Da wir schon unterwegs waren, haben wir den ersten Tipp von Esther umgesetzt und waren in Akersberga im Restaurant Solbrannan am Strand essen. Total abgelegen, da kommst Du niemals zufällig hin. Vielleicht ist es gerade deshalb so gut?

Einfaches, aber leckeres, Essen, nette Menschen und das direkt am Strand. Super!

Wir haben uns natürlich für Fisch entschieden, einmal gebraten, einmal als Fischsuppe.

Der Abend begann mit einer Kanelbullar auf der Terrasse und mal sehen, was noch kommt. Morgen wollen wir auf jeden Fall zu einem Midsommar Fest in der Nähe fahren. Das war mit ein Grund, warum wir jetzt hier sind – und Esther hat uns auch hier einen Geheimtipp gegeben 😃

Abendessen

Bei dieser Kulisse muss das Auge nicht unbedingt mit essen 😃

Wir haben das Essen also auf das Wichtige reduziert und die Präsentation minimalistisch gehalten. Lecker wars trotzdem 😁

Während des Essens hatten wir dann einen Vergleich von 2 Kreuzfahrtschiffen, die vorbeifuhren.

Zuerst die Mein Schiff 1 mit ca. 2.900 Passagieren und kurz danach die Birka Gotland mit 1.800 Gästen an Bord. Das ist schon ein deutlicher Unterschied!

Aufgenommen sind beide Bilder vom exakt gleichen Punkt mit der gleichen Einstellung!

Mein Schiff 1 2.900 Passagiere
Birka Gotland 1.800 Passagiere

Und jetzt geht’s in den Whirlpool 😃😃

Midsommar

Das Bild gibt einmal einen Eindruck, wie es an Midsommar in der Region Roslagen in Schweden in der Nacht aussieht.

Entstanden ist es um kurz nach 4 Uhr, zugegeben in der Nacht zwischen zwei sonnigen Tagen, direkt aus unserem Schlafzimmer.