Wieder mal nach ganz oben

Der hohe Norden hat schon was, also den hohen Norden Deutschlands meine ich damit. 2021 und 2023 (da habe ich hier noch nicht so aktiv gearbeitet) waren wir schon mal für jeweils 2 Wochen da oben, Damals war es Neuharlingersiel in Ostfriesland und dieses Jahr sind wir in Greetsiel gelandet.

Irgendwann war der Plan eigentlich, dass wir mal an die Ostsee fahren. Wir haben da auch wirklich schon intensiv gesucht. Aber irgendwie haben wir einfach nichts gefunden. Entweder es war super teuer, oder am Ar… der Welt. Als sich das dann immer länger hingezogen hat (wir haben schon im November 2025 gebucht!), haben wir kurzerhand aus dem Osten den Westen gemacht, dort gesucht und auch recht schnell etwas gefunden.

Genau hier sitzen wir nun, in Greetsiel, Schonergang 13 in einer klasse Ferienwohnung. Mit etwas weniger als 1.200 € für 2 Wochen stimmt hier auch der Preis. Da kann man durchaus mehr ausgeben!

Jetzt aber mal von Anfang an

Wie gewohnt sind wir früh gestartet. Laut Google sollten wir etwa 5:30 Stunden brauchen, dann noch ein Päuschen dazu und mit etwas Verkehr muss man ja auch immer rechnen. Geplante Startzeit also um 07:00 h und das hat tatsächlich auch so hingehauen. Dann musste natürlich noch der obligatorische Besuch bei „unserem“ Bäcker Staab sein, denn ohne entsprechende Verpflegung ist das ja nicht zu schaffen 🙂 Effektiv sind wir also erst um 07:15 gestartet.

Aufgrund der Verkehrslage wurde uns die Strecke über die A45/A1/A31 vorgeschlagen und wir haben das dankbar angenommen, was sich als absolut richtig erwiesen hat. Es gab, bis auf einen kleinen Abschnitt in der Dortmunder Ecke sehr wenig Verkehr und die Fahrt war dementsprechend sehr entspannt. Unseren geplanten Zwischenstopp, das Designer Outlet Center in Ochtrup erreichten wir um 11 Uhr und verbrachten dort eine gute Stunde.

Schon beim Eintreffen fiel uns die Werbung eines Unternehmens auf, das dort seine Dienste anbot 🙂 Frittenwerk.
wer es nicht kennt, der Name ist hier Programm. Wir waren schon ein paarmal in Bonn in der Filiale – und es gibt dort halt mal Pommes in anders!

Quebec Bacon Spezial Pommes von Frittenwerk zur Fußball WM 2026

Ziel: Greetsiel

Kurz nach 12 gings dann auf die zweite und letzte Etappe. Gestern haben wir uns mit der Vermieterin abgestimmt und mal so ganz locker vermutet, dass wir gegen 14 Uhr da sein werden. Und wann waren wir da? 13:58 h. Gut gelaufen aber schon reiner Zufall, dass es so gut gepasst hat.

Die Übergabe der Wohnung war schnell und sehr unkompliziert erledigt. Jetzt also schnell das Auto auspacken und ein erstes Mal in den Ort um mal etwas reinzuschnuppern und den Kühlschrank mit allem Nötigen für die nächsten Tage zu füllen. Unterwegs hatten wir hier und da mal ein paar Regentropfen, hoffen wir mal, dass es das zumindest für heute gewesen ist.

Greetsiel

Da wir ja unbedingt einkaufen mussten, ging es erst einmal mit dem Auto in den Ort, zu Fuß wären das etwa 15 Minuten. Parken kann man relativ nah, aber leider gibt`s nur ganz wenige kostenlose Parkplätze.
Also Auto abgestellt und ab ins „Zentrum“.
Greetsiel ist zwar auch nicht riesig, aber doch deutlich belebter und auch etwas touristischer, als wir es von Neuharlingersiel kennen. Direkt am Hafen gibt es eine Vielzahl von Geschäften und Lokalen, da finden wir bestimmt auch was, das uns gefallen wird. Heute sind wir aber nur mal so auf der „Durchreise“, um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen.
Das Wetter hat zum Glück auch mitgespielt, ein Wechselspiel zwischen Sonne und Wolken. Jacke an, Jacke aus. Aber zumindest blieb es trocken…

Gut eine Stunde später sind wir dann zurück am Parkplatz und jetzt geht geht es ab in den Edeka. Alles Notwendige für die nächsten Tage in den Einkaufswagen und zurück in die Ferienwohnung. So weit – so gut. Oder doch nicht?

Zum Abendessen gabs heute nur was zu Vespern, mit sündhaft teurem Brot aus einer der Zwillingsmühlen 🙂 War trotzdem nicht so gut, wie das vom Bäcker Staab!

Wo ist mein Handy?

Nach dem Essen sollte es eigentlich gemütlich werden. Der Tag war lang, wir sind früh aufgestanden, also ab auf die Couch. Doch dann kam die Frage (wohlgemerkt nicht von mir:-) ), die plötzlich alles ändern sollte: Wo ist denn mein Handy? Grundsätzlich ist das erstmal noch kein Grund zur Sorge, das haben wir zu Hause auch regelmäßig. Dann kommt als nächstes ein Rundgang durch die Wohnung – und oft taucht es schon da wieder auf. Heute nicht!

Also zur nächsten Stufe: Ruf mich mal bitte an!
Ich wähle und im Normalfall klingelt es dann beim zweiten Rundgang irgendwo in der Wohnung.

Heute nicht. Stille! Absolute Stille, leichte Ratlosigkeit und der Beginn von Verzweiflung.

Nachdenken! Im Auto könnte es noch sein!
Hoffnung. Also raus ans Auto. Ruf mich mal bitte an. Wieder rein.

Immer noch Stille! Große Ratlosigkeit. Fortschreitende Verzweiflung! Gewissheit. Das Handy ist weg!

Jetzt brauchen wir erstmal ein paar Minuten, um die nächsten Schritte zu überlegen. Was tun, was sperren, was sonst noch? Überlegen. Eigentlich kann es nur bei Edeka liegen, der hat aber schon zu. Egal, wir fahren trotzdem mal hin. Vielleicht muss ja jemand noch aufräumen und kann uns kurz reinlassen.
Niemand räumt noch auf und niemand lässt uns rein! Mist. Also wieder zurück.

Find my mobile

Bevor wir nun alles in Bewegung setzen, versuche ich mal, ob ich das Handy orten kann. Das funktioniert tatsächlich und beruhigt uns dann doch einigermaßen: Letzter Standort ist tatsächlich beim Edeka und verändert sich auch nach mehrmaligem Aktualisieren nicht. Wir hoffen also, dass wir das Handy morgen früh dort wieder abholen können.

So ist der erste Abend mal ganz anders gelaufen, als geplant, die Spannung bleibt hoch und wir gehen müde ins Bett.

Es ist wieder da!

Der gestrige Tag ging ja mit etwas Unruhe zu Ende, war doch nicht klar, wo das Handy nun wirklich ist. Theoretisch könnte es beim Edeka sein, aber war es das auch tatsächlich?

Ja. Es war. Gott sei Dank!

Wir haben uns extra den Wecker gestellt, obwohl eigentlich ein gemütliches Sonntags-Frühstück nach dem Ausschlafen geplant war. Egal. Um 8 Uhr stehen wir da vor dem Laden (ja, liebe Bayern, hier haben die Läden durchaus auch am Sonntag geöffnet) und der Puls ist etwas höher als normal. Aber dann stellt sich schnell heraus, dass das Handy gestern gefunden und sicher aufbewahrt wurde. Vielen Dank, an wen auch immer!
Der Puls normalisiert sich wieder und wir machen uns auf den Rückweg ins Ferien-Domizil und Richtung Frühstück.

Das Wetter war uns nicht wohl gesonnen

Für den ersten vollen Urlaubstag wollten wir (nach dem geplanten Ausschlafen und Frühstücken 🙂 ) etwas den Ort und die Gegebenheiten erkunden. Wollten wir! Es hat aber leider schon am Morgen geregnet, mal mehr und mal weniger, aber fast durchgehend. Vorhergesagt war das ja, aber die täuschen sich doch immer mal wieder. Heute nicht.

Wir fahren also in den Ort ins Touristen-Büro, um uns nochmal mit aktuellen Infos zu versorgen.
Und schon die nächste Überraschung: Steht da auf dem gleichen Parkplatz nicht das Auto unserer Nachbarn? Unserer direkten Nachbarn. Unglaublich! Wir haben kein wirklich gutes Verhältnis, deshalb wusste keiner was vom anderen, aber so einen Zufall kann es ja eigentlich nicht geben.

Endlich gibt`s Fisch!

Dann ist`s auch Zeit zum Mittagessen und wir wollen unbedingt Fisch essen. Gehört hier an der Nordsee irgendwie dazu und ist meist auch wirklich lecker.
Wir hatten uns natürlich schon vorher informiert und das Fischrestaurant De Beer soll wohl recht gut sein. Also hin da. Zum einen zum Essen, zusätzlich gibt es dort aber auch frischen Fisch und natürlich Nordseekrabben zu kaufen – und das wollten wir uns unbedingt ansehen.

Vorweg: Der Tipp aus dem Internet war top, wir haben lecker gegessen und noch was für heute Abend mitgenommen.

Smutjeteller mit Nordseekrabben, Wels, Scholle und Seelachs.

Während des Essens hat es nun schon wieder geregnet, z.T. sogar etwas stärker und als wir fertig waren, mussten wir eh zurück in die Wohnung, um unseren Einkauf im Kühlschrank zu deponieren. Wir warten also auf Besserung und es wurde doch tatsächlich trocken und etwas heller.

Ab zum Pilsumer Leuchtturm

Der Leuchtturm ist hier so etwas wie eine Touristenattraktion, auch wenn man eigentlich gar nicht weiß warum? Gut, er ist attraktiv herausgeputzt mit seinen gelben und roten Streifen, aber die eigentliche Besonderheit ist wohl, dass er in einem Otto-Film mitspielen durfte.
Wir fahren also da hin (zu Laufen ist es bei dem Wetter allemal zu weit) und beschließen, dort gleich eine kleine Walking-Runde zu machen. Am Ende war sie tatsächlich sehr klein, weil es doch stärker zu Regnen angefangen hat.

Also zurück in die Wohnung, aber nicht, ohne vorher kurz beim Bäcker reinzuspringen. Ein Stück Schlecht-Wetter-Kuchen geht immer – und wenn man schon nass ist, kann man auch noch ein paar Minuten länger draussen bleiben. Der Bäcker liegt nämlich im Ortskern und man kann nicht direkt dorthin fahren.

So haben wir aus dem Regentag wenigstens noch das Beste gemacht. Der Rest des Nachmittags gehört unseren Büchern und der Vorbereitung auf die nächsten Tage.

Da das Wetter noch bis Dienstag so bleiben soll, werden wir dann wohl nach Emden fahren. In einer Stadt ist das Wetter dann doch nicht ganz so wichtig. Warten wir ab!

Nieselregen und Teestunde

Auch heute sind die Wetteraussichten nicht so prickelnd. Bis auf wenige Pausen soll es den ganzen Tag Nieselregen geben. Für den Nachmittag haben wir eine Ostfriesische Teestunde im Steinhaus gebucht, da sind wir schon mal im Trockenen. Und am Vormittag machen wir was ganz Verrücktes:
Wir packen die Walking Stöcke aus – die Tour von gestern war ja wirklich nicht sehr lang – und machen uns auf eine Runde um Greetsiel. Pfeif doch auf das Wetter, unsere Jacken sollten das aushalten und außerdem regnet es ja gerade nicht.

Für diese etwa 6,5 Kilometer haben wir eine gute Stunde gebraucht, teils mit Gegenwind, manchmal mit Rückenwind. Ist aber auch klar, wenn man eine Runde läuft 🙂 . Auch wenn man manchmal das Gefühl hat, dass der Wind immer von vorne kommt…
Zum Wetter: Wir hatten echt Glück. Es hat zwar zwei mal kurz geregnet, aber immer recht überschaubar und nur für ein paar Minuten. War also doch gut, dass wir raus sind!

Nordseekrabben

Na, wie sieht das aus? Gestern haben wir uns ja ein paar von den leckeren Nordseekrabben mitgenommen und heute war das dann unser Mittagessen. Sehr lecker! Und sicher nicht das letzte mal!

Bis zur Teestunde um 15 Uhr hatten wir dann noch etwas Zeit, um uns von der Tour (und vom Mittagessen 🙂 ) zu erholen. Dabei haben wir auch die Fähre nach Norderney für den 13.07. gebucht.
Dann gings wieder zu Fuß in den Ort, wo wir pünktlich eine Viertelstunde zu früh im Steinhaus ankamen.

Ostfriesische Teestunde

Wir trinken eh gerne Tee und wenn wir schon mal in Ostfriesland sind, sollten wir uns damit einmal etwas näher beschäftigen. Wie geht das wirklich, was kann man falsch machen und wie ist das mit den Kluntje und der Sahne?
Auf der Seite von Greetsiel haben wir dann dieses Angebot gefunden und haben zum Glück noch 2 Plätze für heute ergattert.

Am Ende dauerte es fast 3 Stunden, in denen wir erfuhren, dass schwarzer Tee erst vorziehen muss (und zwar direkt in der Kanne, ohne Beutel oder so was), dann nach 3,5 Minuten mit kochenden Wasser aufgefüllt wird und damit trinkfertig ist. Erst beim Einschenken werden die Teeblätter abgefiltert. Die Sahne muss mindestens 33% Fett haben und der Kluntje kommt vorher in die Tasse. Und das absolute No Go ist Umrühren. Keinesfalls. Niemals.

Genau so muss das gemacht werden 🙂

Dazu haben wir noch viel über Anbau, Ernte und Verarbeitung der Teepflanzen erfahren, alles in allem ein sehr informativer und trotzdem kurzweiliger Nachmittag.

Am Ende gabs dann noch einige Informationen zum Steinhaus selbst, zu seiner Geschichte und den Menschen, die das Haus in der jetzigen Form seit dem 17. Jahrhundert geprägt haben.

Nach den fast drei Stunden haben wir noch eine kleine Runde durch den Ort gedreht, aber zum draußen sitzen war es einfach zu ungemütlich. Obwohl das Wetter besser war als vorhergesagt, verschieben wir das doch auf die kommenden Tage. Da soll es deutlich schöner und wärmer werden.

Emden

Heute ist ja laut Wettervorhersage der letzte Tag, an dem das Wetter, sagen wir mal suboptimal sein soll. Also sind wir kurzerhand nach Emden gefahren, dauert etwa eine halbe Stunde, bei gemütlicher Fahrt über die Dörfer.

So wirklich gr0ße Attraktionen gibt´s dort tatsächlich nicht, bei 50.000 Einwohnern kann man das aber auch nicht erwarten. Auf unserer To Do Liste standen nur das Otto-Haus und Thiele Tee. Und dann warten wir mal ab, was es sonst noch gibt…

Fußgängerzone Emden

Gleich am Anfang gabs schon die erste Abweichung vom Plan: Im Schaufenster eines Klamottenadens gabs reduzierte Friesennerze. Zum Glück nicht nur in leuchtendem Gelb… Jetzt kann also regnen 🙂

Wir bummeln danach noch etwas durch die Stadt und dann ist es auch schon Zeit für das Mittagessen. Nach etwas Recherche wissen wir, dass DER OSTFRIESE wohl gut sein soll. Probieren wir es aus!

Der Ostfriese

Wie so oft, sind die Bewertungen im Internet tatsächlich zutreffend. Wir entscheiden uns beide für einen Burger mit Pulled Salmon und das war eine sehr gute Wahl. Absolut empfehlenswert!

Wer also mal nach Emden kommt: Hier geht´s hin:

Gut gesättigt geht es dann zum ersten Ziel, dem Otto-Haus, oder wie der Ostfriese sagt Dat Otto Huus.
Vor der Türe gab´s eine Schlange die von einer Otto-Ampel geregelt wurde.

Bei einer Schlange vor dem Eingang denkt man ja gleich an Menschenmassen, die alle zum Eingang drängen und nur schwer im Zaum zu halten sind. Hier ist das nicht ganz richtig. Die Schlange gibt es eigentlich nur deshalb, weil das Huus nur ein Hüüschen (?) ist und es, wenn da 10 Leute drin sind, schon verdammt eng wird. Im Erdgeschoß gibt´s einen kleinen Laden, darüber ein „Museum“ von vielleicht 30 m³ und ganz oben ein „Kino“ für etwa 20 Leute. Klar, es läuft ein Otto-Film und der Raum ist proppevoll. Wir waren also recht schnell wieder draußen.

Ist die Ampel für den Einlass noch eine private Spielerei, gibt es dann doch eine offizielle Lichtzeichenanlage im Otto-Stil

Ich hoffe mal, dass das nicht irgendein amerikanischer Präsident mitbekommt, sonst müssen die ein paar Millionen Ampeln umrüsten 🙂

Direkt gegenüber sind dann die Deichkieker zu finden, ebenfalls eine Emdener Attraktion

Tatsächlich sind es nur 3 Deichkieker. Eine hat sich unberechtigterweise eingeschmuggelt 🙂

Am Ende unseres Besuchs haben wir uns dann noch mit gutem Ostfriesentee eingedeckt, der uns gestern wärmstens empfohlen wurde: Thiele Tee Begrüßt wurden wie sehr freundlich mit einem Tässchen Ostfriesentee und einem kleinen Schnack.

Der Käse-Hof-Laden

Das war irgendwie schon das Highlight des Tages: Den Laden haben wir uns auch schon vorher ausgesucht und heute hat es auf dem Rückweg prima gepasst. Die Anfahrt ist zwar etwas abenteuerlich (Bei einer Bewertung auf Google hieß es: „Tiefergelegte gehen besser zu Fuß“ – und das war wirklich ein gut gemeinter Rat 🙂

Als wir aber erstmal da angekommen sind, hat sich das alles absolut rentiert. Ein total uriger Laden mit super netter Bedienung und alle Käse gab es zum Probieren. So mussten wir also nicht die Katze im Sack kaufen.

Der Stall ist direkt vor dem Laden und so glaubt man gerne, dass die Milch komplett von hier kommt.

Wir haben uns also für 4 verschiedene Käsesorten entschieden und sie zu Hause dann am Abend gleich verspeist (also einen Teil davon) Der Eindruck hat sich absolut bestätigt: Sehr lecker – und wir waren sicher nicht zum letzten mal dort.

oben ein ZieKuh Käse, halb Kuh-, halb Ziegenmilch, rechts ein Ziegenkäse mit Feigen und Nuss, unten der Leuchtturmkäse mit Paprika und links ebenfalls ein mittelalter Kuhmilchkäse mit Schabziegerklee.

Zurück in Greetsiel mussten wir noch kurz zum Edeka und dann war auch der Dienstag schon vorbei.

Am Watt

Das klingt ja erstmal seltsam. Am Watt. Man vermutet ja, dass es das hier überall an der Küste geben sollte, aber hier in Greetsiel gibt´s eben kein Watt. Der Ort liegt in einer Art Bucht oder Fluß, so daß es hier zwar einen Hafen gibt, das Watt aber sehr weit draußen liegt.

Heute wollten wir aber mal direkt ans Meer und sind deshalb die paar Kilometer nach Itzendorf gefahren und haben dort am Campingplatz das Auto abgestellt. Nun hoch auf den Deich und dann war da das, was wir sehen wollten.

Von hier aus gings am Deich entlang nach Norddeich, wo wir dann mal mitbekommen haben, was hier bei schönem Wetter und in der Hauptsaison los ist. Allerdings ist der Aktionsradius der meisten Besucher gerade mal wenige 100 Meter um Strand und Restaurant, die Fischbuden und Eisläden. Geht man etwas weiter weg davon, ist es ganz schnell ruhiger.

Das Wetter war heute perfekt: Sonne, also warm. Dazu der ständige Wind, also nicht zu warm 🙂 Nur mit den Walking-Stöcken muss man aufpassen: Wenn eine Böe kommt, drückt es den jeweiligen Stock ganz schön zur Seite. Also entsprechend Abstand zum Fuß halten, sonst kanns dumm ausgehen…

Insgesamt eine tolle Tour und vor dem Rückweg gab´s dann auch unser erstes Fischbrötchen! Sehr lecker!

Von hier aus ging´s dann direkt wieder zurück zum Parkplatz…

… und nach einem Abstecher zum Bäcker in Norddeich auf die Terrasse unserer Ferienwohnung.

Wir haben dort zum ersten mal Ostfriesentee nach der offiziellen Art und Weise zubereitet und es uns einfach gut gehen lassen. Ist ja Urlaub 🙂 Und später gibt´s dann noch den restlichen Käse von gestern!

Zur Greetsieler Schleuse

Heute begann der Tag eigentlich erst um 13:30 Uhr. Ursprünglich hatten wir heute geplant, uns Fahrräder auszuleihen und ein Tour zu machen, aber leider war das Wetter nicht so gut, wie vorhergesagt. Apropos Wettervorhersage. Wir nutzen auf unseren Handys zwei verschiedene Apps für die Wetterprognose. Bisher waren da aber so große Unterschiede, dass man nicht glauben kann, dass es um die Vorhersage für den gleichen Ort gehen soll. Wenn aber dann wenigstens eine der beiden Apps richtig liegen würde! Denkste! Bisher war es ausnahmslos so, dass die beiden jeweils ihr eigenes Wetter vorhersagten, die Realität dann aber nochmal anders aussah! Mal besser, mal schlechter, das scheint einfach Glück zu sein, zumindest hier an der ostfriesischen Nordesseküste.

Wir haben also die Radtour ausfallen lassen und stattdessen ein Fahrt mit der Graf Edzard I gebucht. Da können wir im schlimmsten Fall unter Deck gehen und sehen trotzdem noch was.

Die Graf Edzard I

Wir starten also um 14:30 h im Hafen von Greetsiel auf die Fahrt zur Schleuse und haben uns bei der Buchung für einen Platz auf dem Oberdeck – also im Freien – entschieden. Gute Wahl!

Die Fahrt führt durch das Naturschutzgebiet Leysiel bis zur Schleuse, wo die Nordsee vom Binnengewässer getrennt ist.

Zusätzlich fahren wir sogar noch durch die Schleuse, auch wenn wir direkt danach wieder umdrehen müssen. Der Kapitän hat uns erklärt, dass die Graf Ezdard I ein reines Binnenschiff ist und keine Zulassung für das offene Meer hat – und das fängt nun mal direkt nach der Schleuse und dem dortigen Becken an. Also rein in die Schleuse, hoch, drüben wieder raus, direkt umdrehen – und wieder rein.

Die Nordsee hinter der Schleuse

So funktioniert das zumindest in der Theorie. Tatsächlich konnten wir auf dem Rückweg nicht mehr direkt mitkommen, weil vor uns schein ein anderes Ausflugsschiff eingefahren war und der Platz einfach nicht mehr für uns reichte. Also abwarten, erst die zwei Schiffe vor uns schleusen, dann waren wir an der Reihe. Das hat uns eine satte Verspätung von 20 Minuten eingebracht, was der Kapitän als äußerst selten bezeichnete. Uns wars egal!

Danach ging´s den gleichen Weg zurück, wieder mit einem Blick auf den kleinsten Leuchtturm Deutschlands.

Um 16:50 h waren wir zurück in Greetsiel. Das Wetter hat gehalten, ab und zu gab´s sogar etwas Sonne. War vielleicht sogar besser, als wenn wir ständig in der prallen Sonne gesessen wären? Und windig war´s auch 🙂

Weil es jetzt doch etwas sonnig wurde, sind wir kurzerhand noch auf die andere Hafenseite rüber und haben uns im Rettungsschuppen noch was zu trinken gegönnt.

Bekannt ist der Rettungsschuppen übrigens aus den Büchern von Dirk Trost, die allesamt in Greetsiel spielen. Deshalb musste ich unbedingt mal da hin.

Das war dann auch der Donnerstag, wir gehen zurück in die Wohnung und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

Norden

Klar, Norden! Das ist in Deutschland (und sonst auch) oben. Dass wir das sind, ist ja klar. Heute waren wir aber in Norden im Norden, also in der Stadt Norden. Ein schönes, gemütliches Städtchen, das uns gleich mehr angesprochen hat als Emden. Ist zwar kleiner, gefühlt aber ist dort mehr los, was die Fußgängerzone und die Läden und Lokale betrifft.

Das ostfriesische Krimi-Museum

Das ostfriesische Krimi-Museum war für uns Anlaß genug, heute mal nach Norden zu fahren. Hier werden die Innenaufnahmen der Ostriesenkrimis um Ann Kathrin Klaasen, Frank Weller und ihrem Kollegen Rupert gedreht, nach den Büchern von Klaus-Peter Wolf.

Da wir die Folgen fast alle sehr gerne angesehen haben, bot es sich doch an, einmal hier in die Kulisse einzutauchen.
Die Räume sehen aus, als wären die Schauspieler und die Filmcrew gerade erst gegangen – und das soll wohl auch so sein, weil auch das scheinbare Chaos wohl doch ein System hat.

Wir durften also in alle Büros hineinsehen, sie aber nicht betreten. Mal sehen, wie wir das finden, wenn wir die nächste Folge ansehen.

Den Besuch wars auf jeden Fall wert, auch die Infos zu Klaus-Peter Wolf und anderen ostfriesischen Krimiautoren wie Dirk Trost (Jan De-Vries Reihe) waren interessant.

Die Innenstadt

Das Museum liegt etwas weiter vom Stadtkern entfernt, fast schon in Norddeich – und so mussten wir nach dem Besuch erstmal wieder ins Auto und ins Zentrum fahren.

Wie schon erwähnt, Norden hat einen gewissen Charme, so kam es zumindest uns vor. Wir haben uns dann nach einem Bummel durch die Fußgängerzone im Lieblingscafè von Klaus-Peter Wolf einen Ostfriesentee und etwas Süßes gegönnt und dabei das schöne Wetter genossen.

Zurück in Greetsiel war es mal wieder an der Zeit, den Kühlschrank aufzufüllen und das hieß: Ab zum Edeka. Auch das war schnell erledigt und nachdem wir die Kühlprodukte kurz in die Wohnung gebracht haben, haben wir eine tolle Entdeckung gemacht: Heute hatte der Fischladen Siebrands Seafood, der eigentlich als Großhandel beschrieben ist, ein Schild vor der Türe: Heute frischer Granat.
Für die, die es nicht wissen: Granat sind die ungepulten Nordseekrabben, also so, wie sie gefangen werden. Wir haben das zum Anlaß genommen, da mal reinzugehen und nachzufragen. Und siehe da: Man kann dort auch als Verbraucher einkaufen und das ist perfekt für uns. Mussten wir vorher immer 10 Minuten zu De Beer fahren, haben wir die Quelle jetzt praktisch direkt vor der Nase.

Zu de Beer mussten wir heute aber trotzdem, weil wir zum Abendessen Fischbrötchen und ein paar Salate geplant hatten.

Das war unser verspätetes Mittagessen, weil das süße Zeug ja nicht als solches gelten kann 🙂

Später am Abend kamen dann die leckeren Fischsalate und Räucherlachs mit Pellkartoffeln auf den Tisch. Auch das wieder sehr lecker und eben der Örtlichkeit entsprechend. Nordsee und Fisch – das passt doch!

Neuharlingersiel

2021 und 2023 haben wir unseren Urlaub ja bereits an der ostfriesischen Nordseeküste verbracht. Damals waren wir etwas weiter im Osten, in Neuharlingersiel – und genau da wollten wir heute nochmal hin.

Damals haben wir eine kleine Mühlenbäckerei entdeckt, in der wir heute Frühstücken wollen. Leider war heute kein Backtag, sonst hätte es noch frische Backwaren aus dem Holzofen gegeben.
Ganz markant ist die weithin sichtbare Mühle, die der Bäckerei zu ihrem Namen verholfen hat.

Das Frühstück war dann irgendwie nicht so besonders, wie wir es in Erinnerung hatten. Vielleicht glorifiziert man wirklich manche Dinge in der Erinnerung, wenn sonst alles gepasst hat. Was aber sensationell ist, sind die Kuchen und Torten, die sie da anbieten. Da konnten wir wieder einmal nicht widerstehen 🙂

Gut gestärkt machten wir uns weiter nach Neuharlingersiel. Viel hat sich nicht verändert und wir haben uns daher direkt zurechtgefunden. Parken am Hafen und dann gleich mal hoch auf den Deich. Das fehlt uns hier in Greetsiel schon ein wenig.

So kennen wir Neuharlingersiel und die Nordsee. Der Deich, dann hinab auf einen Fußgänger- und Fahrradweg, dahinter etwas Strand und dann das Meer. Wenn es gerade da ist :-), ansonsten eben das Watt. Zuerst ließen wir uns den Wind etwas auf dem Deich um die Nase wehen und dann machten wir Station in der Strandbar Windloop. In der ersten Reihe Richtung Meer gönnten wir uns was leckeres zu Trinken und irgendwann auch eine Pommes Spezial. Das musste sein, schon aus nostalgischen Gefühlen.

Auch der Hafen hat sich nicht verändert, gefühlt sind sogar noch die ganzen Geschäfte gleich geblieben. Und natürlich die „Alt – und Jungfischer“ -Statue am Kai

Unser letzter Programmpunkt hier in der Ecke war dann die Seriemer Mühle, die wir auch schon von früher kannten. Dort war heute Flohmarkt und die Mühle war geöffnet und es gab frisch gemahlenes Mehl zu kaufen. Dieses wird in einer kleinen Mühle gemahlen und mit dem Erlös wird die Mühle restauriert, bis sie wieder in ihrem Originalzustand erstrahlt.

Dieses Bild stammt noch aus 2021

Beim letzten Besuch haben wir uns eine spezielle Pfannkuchenmischung mitgenommen, die sehr lecker war und die wollten wir gerne wieder haben. Leider war sie aber gerade ausverkauft. Kein Problem für die beiden netten Leute, die dort zugange waren: „Wenn Sie eine halbe Stunde Zeit haben, mahle ich Ihnen das gerne!“ Die Zeit haben wir allemal! Und so können wir zusehen, wie unsere Backmischung frisch und nur für uns gemahlen wird.

Das wird dann noch einmal gemahlen, bis der gewünschte Grad erreicht ist

Bei zwischenzeitlich sonnigem Wetter würde uns die Wartezeit nicht lange, zumal wir vorher noch ausgiebig den Flohmarkt besuchten. Der Ertrag war aber eher mäßig, ein kleiner Bilderrahmen war unser einziger Kauf.

Nun mussten wir noch einmal zurück nach Neuharlingersiel, denn natürlich gab es auch kulinarische Gründe für unseren Besuch. Bei der Bäckerei Hinrichs haben wir uns 2 Stück der legendären Friesentorte reserviert und beim Wikingerbäcker im Edeka Markt den nicht minder legendären Vollkorn-Dinkel-Winkel.

Für die Torte hatten wir sogar extra unsere Kühlbox mitgebracht und die hat uns die Leckerei auch gut gekühlt und frisch nach Greetsiel gebracht.

Unterwegs haben wir dann mehr oder weniger zufällig noch einen Hofladen besucht: Coldinne Der Laden an sich ist echt interessant: Es gibt dort keine Mitarbeiter, alles läuft digital! Zum Einlass braucht man eine EC-Karte, nur so öffnet sich die Türe. Der Laden selbst ist sehr modern eingerichtet, mit Tischen im Freien und auch innen, wo man seine Käufe direkt genießen kann. Bezahlt wird auch an einem Automat, der genau erklärt, was als nächstes kommt. Technisch und optisch gesehen sehr sehenswert, gekauft haben wir nichts. Fleisch zum Grillen brauchten wir nicht und alles andere war deutlich überteuert.

Am Ende würde ich nun gerne noch ein Bild von der leckeren Friesentorte hier präsentieren, die wir mit einem traditionell gekochten Ostfriesentee auf der Terrasse genossen haben. Daraus wird aber leider nichts, weil wir vor lauter Begeisterung vergessen haben, ein Bild zu machen.

Somit gibt es dann eben nur den legendären Dinkel-Winkel:

Am siebten Tage…

Auch wir haben uns den Sonntag als Ruhetag auserkoren, was aber nicht heißt, daß man da gar nichts machen kann. Nach dem Frühstück machen wir uns also auf den Weg zum Campener Leuchtturm. Nach dem Pilsumer Leuchturm, seines Zeichens angeblich der kleinste Leuchtturm Deutschlands, sehen wir heute also auch den größten Leuchtturm Deutschlands und wohl einen der größten weltweit.

In erster Linie sind wir aber nicht seinetwegen hier, sondern weil wir hier eine kleine Runde am Meer entlang laufen wollen. Den Turm da gleich mit anzusehen, hat sich einfach angeboten.

Es geht also von einem kleinen – und sogar kostenlosen! – Parkplatz in der Nähe des Leuchtturms erst einmal in Richtung Uplewarder Trockenstrand und dann noch etwas weiter. Wir laufen einfach so lange, wie wir glauben, den Rückweg noch schaffen zu können 🙂 Die Strecke ist super schön, direkt am Watt und es ist vor allem nicht so viel los. Teilweise sind wir ganz alleine unterwegs und es geht ewig gerade aus.

Auf dem Deich treffen wir aber immer wieder Schafe, die hier in aller Ruhe grasen und sich von den vorbeikommenden Menschen in keiner Weise aus der Ruhe bringen lassen.

Erst auf dem Rückweg geht´s dann zum Leuchtturm, zuerst sehen wir ihn noch aus der Ferne…

dann stehen wir direkt davor

Den Aufstieg schenken wir uns dann aber doch, nach 1,5 Stunden Nordic Walking muss das nicht mehr sein 🙂

Diese beiden kleinen Gesellen treffen wir dann noch auf den letzten Metern zum Parkplatz

Zurück in unserer Ferienwohnung wird´s dann echt Zeit zum Mittagessen und danach für einen leckeren Espresso. Wir sind hier zwar in Ostfriesland und sollten ja Tee trinken (was wir auch regelmäßig tun!), aber ein Espresso nach dem Essen geht immer.

Den Rest des Tages machen wir dann einfach mal nichts. Also lesen, Hörbuch hören, ein Stück Mohnkuchen gibt´s auch noch…

Der 13.07.!

Bereits in der letzten Woche hatten wir geplant, heute die Insel Norderney zu besuchen und auch Parkplatz und Fähre schon gebucht. Schön war dabei, dass man sich noch nicht auf eine bestimmte Uhrzeit festlegen musste. Wir hatten also alle Optionen zwischen 7 Uhr und dem späten Nachmittag und das Wetter sollte heute auch alle Wünsche erfüllen.

Zum Hafen nach Norddeich haben wir ungefähr eine halbe Stunde zu fahren, dann 15 Minuten vom Parkplatz zum Anleger zu Fuß. Wir sind also rechtzeitig für die 8-Uhr-Fähre da und starten bei noch ein paar Wolken nach Norderney.

Die Sonne lässt dann auch nicht mehr lange auf sich warten und so haben wir eine tolle Überfahrt, zwar mit ordentlich Wind, aber das ist eben Nordsee!

Mit uns sind natürlich noch ein paar andere Schiffe unterwegs, auch das Schwesterschiff unserer Frisia I

Unterwegs hatten wir sogar das Glück, Robben zu sehen, aber die Kerle sind so schnell wieder abgetaucht, dass ich es leider nicht geschafft habe, ein Bild zu machen. Da ist es doch einfacher, sie auf einer Sandbank zu erwischen, als im freien Wasser.

Nach einer knappen Stunde laufen wir den Hafen auf Norderney an und unser erstes Ziel ist jetzt der Fahrradverleih Insel Bike Norderney. Für schlappe 48 € mieten wir uns 2 E-Bikes, mit denen wir die Insel erkunden wollen. Zu Fuß ist der Radius dann doch sehr limitiert, also ab auf die Drahtesel.

Zuerst starten wir Richtung Ostteil der Insel, zumindest so lange, wie wir das dürfen, denn ein großer Teil ist dort Naturschutzgebiet und darf entweder gar nicht, oder nur zu Fuß betreten werden. Das schaffen wir dann in dem einen Tag aber wirklich nicht und der Teil, den wir uns ansehen können, gibt uns auch schon einen schönen Eindruck von der Insel.

Am Ende des Tages haben wir 24 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt und noch einiges zu Fuß.

Der südliche Teil ging fast ausnahmslos über schmale Deichpfade, sehr holprig, aber wunderschön und es war kaum was los.

Immer wieder haben wir mal kurze Fotopausen eingelegt, die Ausblicke waren einfach zu schön, um einfach weiter zu fahren. Und wie man sieht, auch das Wetter hat an diesem Tag perfekt mitgespielt. Mehr geht schon gar nicht mehr.

und dann wieder weiter auf dem Deich…

Im Norden der Insel liegt dann der Bereich von Norderney, den die meisten Touristen hier suchen: Der Strand. Das war auch sofort an den Besuchern zu erkennen. War es unten noch sehr ruhig, ist hier schon mehr Leben: Schülergruppen, Familien und andere Badegäste sorgen für ein lebendiges Treiben. Wir stellen die Fahrräder immer mal wieder ab, um zu Fuß weiter zu gehen.

Auch am Leuchtturm von Norderney machen wir einen Stopp und Annette geht sogar hoch auf die Plattform

Ich lasse das mal lieber aus, so schön kann der Ausblick gar nicht sein 🙂

Der nächste Halt ist dann an der weißen Düne, wo wir unsere Mittagspause geplant haben. Leider blieb es bei der Planung! Traditionell hatten wir uns schon mit Brötchen, Salamis und Äpfelchen eingedeckt und es uns so schön vorgestellt: Auf einer Bank sitzen, Blick aufs Meer, Sonne…

So weit war die Theorie auch ganz gut, leider kam uns aber eine riesige Möwe in die Quere, die – so sah es aus – schon auf uns und unsere Würstchen gewartet hatte. Wir hatten das Zeug echt noch nicht ausgepackt, da flog sie schon ihre erste Attacke. Die Viecher sind da echt aggressiv! Also Kommando zurück, alles wieder schön in den Rucksack und erstmal nur der Blick aufs Meer.

Das Essen holen wir dann eine halbe Stunde später nach: Auf einer Bank in den Dünen, vollkommen ohne Möwen, ganz in Ruhe – aber halt ohne Meerblick, dafür mit einem anderen Besucher.

Zu dieser kleine Raupe finden wir dann beim nächsten Stopp an der Thalassoplattform am Zuckerpfad ein paar Infos

Hier steigen wir auf die Plattform hoch und haben von da einen Tollen Blick über die Dünen.

Der nächste und letzte Abschnitt unserer Fahrradtour führte uns dann in den Ort. Hier bummelten wir durch die Straßen, die so aussahen, wie in jedem halbwegs größeren Ort an der Nordseeküste. Natürlich musste dann auch ein Ostfriesentee mit Meerblick sein. Mit Glück haben wir auf der Terrasse der Marienhöhe einen Platz bekommen…

Damit ging dann auch unser Insel-Trip dem Ende entgegen. Noch ein paar Minuten auf dem Fahrrad, das wir dann vollkommen problemlos zurückgeben konnten, und um 16:15 h starteten wir mit der Fähre zurück Richtung Norddeich.

Der Tag war echt sensationell, perfektes Wetter, schöne Eindrücke und das Fahrradfahren hat auch riesigen Spaß gemacht. Aber wir sind jetzt auch ganz schön platt!

Trotzdem müssen wir auf dem Festland aber noch was Essen und irgendwie war es uns heute nach dem vielen Fisch in den letzten Tagen nach etwas deftigem: Griechisch! Gyros! Tsatsiki! Blöd nur, dass beide Griechen in Greetsiel am Montag Ruhetag haben. Glücklicherweise kam uns dann aber die Idee, einfach mal unterwegs nach einem Lokal zu suchen – und siehe da, 5 Minuten entfernt gab es einen sehr gut bewerteten Griechen. Ab dahin.

Wir haben den Besuch im Restaurant Kreta in Norden nicht bereut! Sehr, sehr leckeres Essen, super freundlicher Service und die Portionen waren nicht zu schaffen.

Jetzt noch 20 Minuten bis in den Schonergang 13 in Greetsiel und ein toller, ereignisreicher 13. Juli 2026 geht zu Ende.

Brückentag

Die „Statue“ im Greetsieler Hafen

Der gestrige Tag war wirklich herrlich, aber am Ende waren wir doch über 12 Stunden unterwegs, viel in Bewegung und genauso viel in der Sonne. Schon gestern Abend haben wir bemerkt, dass das in unserem Alter 🙂 doch recht anstrengend ist.

Heute also ein Tag zur Erholung und zum genießen. Kein Wecker, gemütliches Frühstück und dann mal eine Runde in den Ort. Dort gab´s – nach über einer Woche, das erste mal Kibbelinge und Backfisch am Hafen, immer genau beobachtet von einer weiteren Riesenmöwe.

Wir hatten aber das Glück, einen Platz an einem Tisch mit Sonnenschirm zu ergattern, das hat sie dann doch tatsächlich abgehalten. Wir bummeln danach noch etwas rund um den Hafen herum und werden dabei zufällig Zeugen, wie ein Krabbenkutter gerade in den Hafen einläuft und dort schon von „unserem“ Fischgroßhändler erwartet wird. Das nennt man dann wohl „frische Krabben“.

Direkt vom Kutter in den Kühlwagen. Schneller und frischer geht´s nun wirklich nicht.

Nun noch einen Affogato und einen Espresso in der Greetsieler Kaffeerösterei (ein wirklich hervorragender Espresso!) und dann noch mal kurz Richtung Zwillingsmühlen. Irgendwie haben wir es immer noch nicht geschafft, den richtigen Moment für das perfekte Bild zu erwischen. Aber zumindest gibt es jetzt mal eins 🙂

Der Rest des Tages gehörte dann unserer Terrasse, einem kleinen Nickerchen und sonst einfach mal der Entspannung.

Zum Abendessen gabs die Reste vom Griechen, danach wollen wir mal einen Abend vor dem Fernseher verbringen. Da kommt doch tatsächlich ein Nordseekrimi…

On the RAD again :-)

Die Radtour auf Norderney hatte uns so gut gefallen, daß wir das heute nochmal wiederholen wollten. Man kommt halt schon weiter, als zu Fuß mit den Walkingstöcken und die Radwege und Deichwege sind hier so gut ausgebaut, dass es meist auch ohne Streß geht.

An der Tankstelle hier in Greetsiel mieten wir uns also wieder 2 E-Bikes für einen Tag und starten Richtung Norddeich. Auf Komoot haben wir uns eine Runde ausgesucht, die etwa 34 Kilometer lang sein sollte, aber nicht ganz bis Norddeich geht. Das können wir ja unterwegs immer noch anpassen, je nach Zustand unserer Oberschenkel und des Fahrrad-Akkus.

Zuerst starten wir in Richtung Greetsiel, weil das die geplante Route war.

Leider müssen wir die Strecke dann etwas anpassen, da der Deichweg wegen einer Baustelle gesperrt ist. Es geht also zuerst mal an der Straße entlang, auf einem teilweise recht schmalen Fahrradweg. War dann aber kein Problem und irgendwann konnten wir an den Deich wechseln.

So wie hier, hatten wir den Weg oft ganz für uns alleine. Ein wirklich perfekter Tag, Sonne und etwa 21 Grad, dazu der Nordsee-Wind um die Nase. Für uns ideal zum Genießen der Fahrradtour.

Da es so gut lief, haben wir uns dann unterwegs dazu entschlossen, doch weiter bis nach Norddeich zu fahren und dort einen kurzen Stopp einzulegen. Die Akkus waren noch voll und dank E-Unterstützung hatten wir auch keine Probleme mit unseren Beinen.

Pause in Norddeich

An der Strandbar in Norddeich war noch ein Platz auf dem Dach frei. Glück gehabt!

Jetzt geht´s wieder zurück, aber nicht direkt. Etwa auf halber Strecke und etwas weg von der Küste solle es einen Landgasthof geben, wo man gut Essen kann und der auch sehr gute Bewertungen hat. Wir korrigieren also unsere Navigation und das nächste Ziel ist der Deichgasthof zur Leybucht.

Die Fahrt dahin ist wieder sehr angenehm und wir haben auch keine schweren Beine, obwohl wir uns schon der 40-Kilometer Marke nähern. Ohne E-Bikes wären wir jetzt wohl schon im Sauerstoffzelt 🙂 Was man echt unterschätzt, ist der Wind hier direkt an der Küste. Kommt er von vorne, ist das fast wie bergauf-fahren.

Wir erreichen also den Gasthof – und sind doch etwas enttäuscht. Im Normalfall kann man sich auf die Online-Bewertungen schon verlassen, hier wich die Realität doch einigermaßen davon ab. Egal, die Schnitzel, die so gelobt wurden, waren o.k. und wir wurden satt. Über alles andere hüllen wir hier mal den Mantel des Schweigens.

Zurück nach Greetsiel

Nach dem Essen hatten wir dann noch die letzte Etappe vor uns, zurück nach Greetsiel. Auch jetzt mussten wir wieder einen Fahrradweg entlang der Strasse nutzen, der z.T. sehr schmal war. Trotzdem haben wir Greetsiel gut erreicht und unsere Fahrräder beim Verleih zurückgegeben.

Am Ende sind es gut 45 Kilometer geworden, den E-Bikes sei Dank! Es ist schon erstaunlich, wie weit man als vollkommen untrainierter Radfahrer mit diesen Fahrrädern doch kommen kann, ohne sich total verausgaben zu müssen. Klar, hier ist auch alles eben, das trägt auch seinen Teil dazu bei. Unsere Kraft hat locker gereicht, unser „Sitzfleisch“ war dann aber doch ganz schön strapaziert 🙂

Sundown am Pilsumer Leuchturm

Bis zum Abendessen saßen wir noch im Schatten auf der Terrasse und genossen das herrliche Wetter. Dabei reifte auch der Entschluß, später noch einmal zum Pilsumer Leuchtturm rauszufahren und ihn mal zum Sonnenuntergang zu besuchen.

Auf dem Weg zum Pilsumer Leuchtturm

Wir waren dort erstaunlicherweise lange Zeit ganz alleine, obwohl die Sonne den kleinsten Leuchtturm Deutschland so herrlich in Szene setzte…

Das war eine gute Idee! Herrliches Licht und eine tolle Abendstimmung.

Zum Ausklang eines tollen Tages gönnten wir uns noch was auf der Terrasse bei ein paar Runden Mau-Mau!

Alles Käse

Den Vormittag verbrachten wir heute einmal in unserer Wohnung. Gestern waren wir lange unterwegs und so hatten wir uns heute eine kleine Verschnaufpause verdient. Auf dem Programm stand nur der Käsehof und Fisch von de Beer.

Rein zufällig haben wir dann gesehen, dass es am Käse-Hofladen Pilsum immer Donnerstags um 15 Uhr eine Führung mit vielen Informationen zur Käseherstellung gibt. Ein kurzer Anruf und wir sind dazu angemeldet. Da wir eh dort noch einkaufen wollten, hat das perfekt gepasst.

Zum Mittagessen gabs dann endlich Rühreier mit Nordseekrabben. Irgendwie kam in den letzten Tagen immer etwas dazwischen.

Sehr lecker 🙂

Der Käse-Hofladen

Pünktlich kommen wir dann am Hofladen an und bekommen unsere Überzieher für den Besuch des Käselagers. Vor der Führung erledigen wir noch unseren Einkauf und lassen uns den Käse für später bereitstellen. Das war ein guter Plan, denn nach der Führung war die Schlange recht lang…

jetzt kann es losgehen:

In einer sehr unterhaltsamen Art und Weise hat uns die Chefin des Ladens dann anschaulich erklärt, wie Käse hergestellt wird, wie viele Arbeitsschritte dabei anfallen und wie dort am Hof die Produktion abläuft. Wir wissen jetzt, dass die komplette Milch nur von eigenen Tieren (72 Kühen und etwas weniger Ziegen) stammt und dass Milch direkt von der Kuh keine Frischmilch ist. Die ursprüngliche, pure Milch nennt sich jetzt Rohmilch und erst wenn sie pasteurisiert ist, wird sie zur Frischmilch. Da muss man auch erst mal drauf kommen.

Nach den sehr kurzweiligen Informationen starten wir zu unserem nächsten Tagesziel: Heute Abend wird es Seezunge geben und die holen wir natürlich bei de Beer

Gesagt – getan. Die freundliche (und wohl auch umsatzorientierte) Mitarbeiterin hat uns auf Nachfrage 2-3 Seezungen pro Person empfohlen. Wir haben es mal bei 2 belassen und das hat sich am Abend als richtig herausgestellt. Keine Ahnung, wer drei von den Dingern essen soll.

Ich lasse Annette noch an der Greetsieler Schule raus, wo sie eine Ausstellung regionaler Künstler besucht. Ich muss ja „leider“ mit dem ganzen Kühlzeug zurück in die Wohnung 🙂

Seezunge

Seezunge knusprig gebacken und in einer leichten Butter-Zitronen Sauce, abgelöscht mit Greetsieler Weißwein. Mehr Nordsee geht nicht. Lecker wars und einmal im Urlaub kann man das ja machen.

Der letzte Tag

Morgen wollen wir schon früh losfahren und deshalb ist es eigentlich unser letzter Tag hier in Greetsiel. Da wir am Nachmittag schon etwas packen wollen, entschließen wir uns, doch wenigstens noch eine Farewell-Tour am Watt entlang zu machen. Wir fahren also die paar Minuten zum Parkplatz am Pilsumer Leuchtturm, weil wir dort schon am Meer sind und nicht erst ewig durch die Ortsstrassen gehen müssen.

Die Strecke in Richtung Schleuse hatten wir schon mal geplant, dann aber wieder verworfen. Heute bot sich das an, weil wir keine lange Tour gehen wollten. Da hier Hin- und Rückweg gleich sind, können wir einfach umdrehen, wenn wir das Gefühl haben, dass es reicht.

Auch heute war wieder wenig los, obwohl das Wetter perfekt war: Strahlende Sonne, leichter Wind. Prima! Es ist schon seltsam, dass sich die Touristen hier an den Kilometerlangen Küstenlinien irgendwie alle an ein paar Punkten versammeln und dort die unvermeidliche Hektik ausbricht.

Den Anblick kennen wir mittlerweile, am Anfang war aber das Watt noch nicht zu sehen, hier war noch alles grün. Im späteren Verlauf sollte sich das aber noch ändern.

Es ist auch sehr schön zu erkennen, dass wir gerade Niedrigwasser haben, auf dem Rückweg hat dann die Flut eingesetzt und wie schnell das geht, hat uns doch überrascht.

Zuerst aber laufen wir einmal Richtung Schleuse und nach etwa 50 Minuten glauben wir, dass es Zeit wäre, umzukehren. O.K. – nur noch da vorne um die Kurve. Gefühlt war das sehr überschaubar, das Problem war nur, dass die Kurve länger und länger wurde und als wir uns auf dem Handy orientierten, waren wir doch tatsächlich schon fast an der Schleuse. Die paar Meter gehen jetzt auch noch!

so sehen wir die Schleuse jetzt auch einmal von der Landseite und warten ein paar Minuten, bis ein Krabbenkutter einfährt.

Die Schwalben scheinen sich hier ganz wohl zu fühlen.

Nachdem der Kutter wieder ausgefahren ist, erleben wir sogar noch, dass die Klappbrücke einmal heruntergefahren wird. Keine Ahnung warum, denn es ist niemand darüber gegangen oder gefahren? Vielleicht einfach eine Routine-Maßnahme? Egal, war schon interessant.

Das ist die Unterseite der Klappbrücke, wenn sie offen ist…

und so sieht das aus, wenn sie sich schließt:

Wir machen also ein paar Minuten Pause an der Schleuse und dann geht es wieder an den Rückweg. Ist ja jetzt doch etwas weiter geworden, als geplant.

Auch jetzt ist wieder wenig los und wir können ganz entspannt laufen, auch wenn die Beine etwas schwerer werden.

eine leider tote Krabbe

Auf dem Rückweg merken wir dann, dass das Wasser aufläuft, wir also Flut haben. Hier ist das Watt sehr breit, also wahrscheinlich wird das Wasser auch nicht allzu tief werden. Es ist aber deutlich zu sehen, dass in den kleinen Prielen das Wasser eine erstaunliche Geschwindigkeit entwickeln kann. Jetzt kann man sich auch vorstellen, dass es durchaus gefährlich sein kann, im Watt von der Flut überrascht zu werden.

Wir sind am sicheren Ufer und irgendwann dann zum Glück auch wieder am Parkplatz und unserem Auto. Da es jetzt Mittagszeit ist und wir irgendwie keine Lust zum Kochen verspüren, holen wir uns direkt am Parkplatz ein Fisch- bzw. Krabbenbrötchen. Nach 2 Wochen tatsächlich das erste Krabbenbrötchen! Und wir haben Glück. Hier in der Gegend ist es wohl normal, dass die Fischbrötchen aus labberigen Brioche-Brötchen gemacht werden. Zumindest würden wir das so bezeichnen. Auf jeden Fall geht das ja gar nicht! Hier aber kann man wählen: Zwischen den Labberdingern und einem knusprigen Muschelbrötchen. Da fällt die Entscheidung leicht…

Man sieht, wir hatten doch etwas Hunger und haben fast vergessen, die Leckereien zu fotografieren 🙂

Jetzt geht es leider an die unangenehmen Dinge des Urlaubs: Das Packen vor der Heimreise. Schon der Gedanke, dass es nun bald vorbei ist, lässt keine Hochstimmung aufkommen, wenn man dann aber noch das ganze Zeug, das man in den 2 Wochen in der Wohnung verstreut hat, wieder in die Koffer und sonstigen Behältnisse verstauen muss, ist das schon echt frustrierend. Aber egal, muss ja sein.

Am Ende war´s dann doch gar nicht so schlimm. Das Meiste stand bereit und wir konnten unsere letzte Tour in den Ort antreten. Zum Edeka, um das Leergut abzugeben und noch die letzten Mitbringsel zu kaufen und danach zum Abendessen.

Abschiedsessen

Für den letzten Abend haben wir uns einen Tisch im Captains Dinner reserviert und auch das war eine sehr gute Wahl.

Wir hatten Glück und bekamen noch einen schönen Tisch im Freien, bei dem herrlichen Wetter ein absoluter Traum. Auch alles andere an diesem Restaurant hat wunderbar gepasst. Wirklich freundlicher und zuvorkommender Service, keine langen Wartezeiten und ein extrem leckeres Essen. Ich möchte mal behaupten, dass es das Beste war, das wir in diesem Urlaub bekommen haben. 5 Sterne von 5!

Nach einem Espresso und Affogato zum Abschluss lud das tolle Wetter geradezu ein, noch eine kleine Abschiedsrunde durch den Kutterhafen zu drehen.

Wenn´s am Schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören – oder nach Hause gehen.

Dort haben wir bereits die Koffer und ein paar andere Sachen ins Auto geladen und uns dann zum allerletztenmal auf die Terrasse unserer Ferienwohnung gesetzt, um den Urlaub hier ganz ruhig und gemütlich ausklingen zu lassen.

Das letzte Störtebeker als Abschiedsbierchen. Schön kalt und das in der Sonne. Perfekt!

Die Rückreise

Irgendwann ist es dann mal zu Ende und jeder weiß ja, wie schnell die 2 Wochen Urlaub vorbei sind und es wieder zurück in die Heimat geht.

Wir verlassen Greetsiel also zum letzten mal…

… aber es geht dieses mal nicht direkt nach Hause. Ein erster kleiner Stopp führt uns sogar nochmal etwas in die „falsche“ Richtung, nämlich nach Norden. Dort im Gewerbegebiet ist die von Greetsiel aus am nächsten liegende Filiale des Wikingerbäckers. Richtig, das ist der mit dem unvergleichbaren Dinkel-Winkel 🙂 Wir wollen uns gerne was davon mitnehmen und verbinden das dann gleich mit einem Abschiedsfrühstück.

In der Wohnung wollten wir nicht mehr anfangen mit Kaffee kochen, Geschirr und Bestecke spülen und was alles noch dazu gehört. Da ist es doch entspannter, sich mal verwöhnen zu lassen.

Wir schaffen es so tatsächlich, um 07:58 h den Schonergang 13 zu verlassen und sind gute 20 Minuten später in Norden.

Standesgemäß gibt´s zum Abschiedsfrühstück natürlich einen Ostfriesentee, auch wenn er sträflich falsch mit einem ordinären Teebeutel zubereitet wurde 🙂

Frühstück für 2

Aber auch jetzt geht´s noch nicht direkt nach Hause, auch wenn zumindest die Richtung stimmt. Wenn wir schon mal am Ruhrpott vorbeifahren, können wir gerne auch einen kleinen Schlenker machen, und Lukas in Bonn besuchen. Das war jetzt nicht so spontan, wie es vielleicht klingen mag, wir hatten das vorher schon so verabredet.

Um 09:20 h sind wir in Norden gestartet und haben uns dann durch den Verkehr nach Bonn gekämpft. Die Prognosen waren zu unserem Glück noch viel schlechter, hatten doch ausgerechnet an diesem Wochenende die Ferien in NRW begonnen. So waren wir dann doch ganz zufrieden, als wir um 13:50 in Bonn ankamen. Unterbrochen von einem kurzen Tankstopp waren wir dann also 4,5 Stunden unterwegs. Deutlich länger als normal, aber nicht so lange, wie befürchtet.

Der Nachmittag und Abend war dann ein wunderbarer Urlaubsausklang, einfach auf der Terrasse sitzen, mit einem Kaffee und einem Stückchen Kuchen aus Ostfriesland und die gemeinsame Zeit geniessen.

Zum Abendessen hat uns Lukas mit einem leckeren mexikanischen Salat und einem tollen Burger verwöhnt und wir saßen bis spät in die Nacht draußen.

Irgendwann war es dann aber mal soweit, dass wir doch unsere Klappcouch aufbauten und die müden Häupter zur Ruhe legten, um dann am nächsten Morgen nach einem gemeinsamen Frühstück endgültig die letzte Etappe der Rückreise anzutreten.

Auch diese Fahrt war nicht ganz so, wie wir sie kennen, durch die Sperrung der Nordbrücke in Bonn ist dort ein mittelprächtiges Chaos ausgebrochen und wir mussten schon direkt eine andere Route wählen. Wir haben uns wieder einmal vollkommen auf Google verlassen und dadurch Orte kennengelernt, da sagen sich noch Fuchs und Hase Gute Nacht! Aber – es hat funktioniert und wir wurden um die gemeldeten Staus herumgeleitet. Trotzdem haben wir auch für die letzte Etappe 3 Stunden gebraucht, normal sind etwa 2:15 h.

Jetzt noch das Auto auspacken und dann etwas die Füße hochlegen. Damit ist unser Urlaub 2026 dann endgültig zu Ende. Schön wars!

Greetsiel

Wir hatten 2 herrliche Wochen in Greetsiel, in einem kleinen Hafenörtchen, das von seinen Krabbenkuttern lebt (das meine ich jetzt eher touristisch, wirtschaftlich kann ich das nicht beurteilen). Direkt um den kleinen Hafen ist einiges los, aber es ist doch alles sehr überschaubar.

Was wir bei der Buchung aber nicht beachtet haben, ist, dass Greetsiel nicht direkt am Meer liegt, sondern doch ein ganzes Stück im Land an einer Bucht. In Neuharlingersiel sind wir gerne am Abend nochmal ans Meer (oder eben ans Watt, wenn gerade Niedrigwasser war). Zu Fuß kommt man von Greetsiel aus kaum ans Watt oder ans Meer, das ist schon ein schönes Stückchen. Folglich ist man dann doch mehr mit dem Auto unterwegs, als man das vorher erwartet hatte.

Da es hier folgerichtig auch keinen Strand gibt, ist auch das Publikum entsprechend zusammengesetzt. Familien mit Kindern sind eher selten anzutreffen, Ü60 und aufwärts dominiert das Ortsbild. Gut – wir passen da ja einigermaßen rein, aber sollte jemand mal auf die Idee kommen, dort seinen Urlaub verbringen zu wollen, ist das schon ein wichtiger Punkt.

Ansonsten bietet sich die Gegend hier für lange Radtouren an, die Fahrradwege sind meist gut ausgebaut und am Deich entlang geht es kilometerweit ohne Höhenmeter. Wir haben uns ja 2 mal Fahrräder ausgeliehen und es hat uns riesigen Spaß gemacht. Auch als vollkommen untrainierter Urlauber kann man hier richtig Strecke machen.

Was uns hier ganz besonders aufgefallen ist – und das haben wir so noch nie und nirgendwo erlebt, ist die Unzuverlässigkeit der Wetter-Apps! Wir nutzen 2 verschiedene Apps und es gab so gut wie nie eine gleichlautende Vorhersage! Wenn jetzt aber wenigstens eine der beiden auch nur einigermaßen gepasst hätte! Nichts da, sie lagen zu nahezu 100% beide daneben! In unserem Fall war das Gute, dass das Wetter eigentlich immer besser war, als vorhergesagt, aber es erschwert natürlich die Planung schon einigermaßen. Da kann jetzt weder Greetsiel im Besondern, noch Ostfriesland im Allgemeinen was dazu, aber blöd wars schon.

Würden wir wieder nach Greetsiel fahren? Eher nicht, obwohl das Örtchen seinen Charme hat. Mit Nordseeküste verbindet man aber dann doch das Meer, das Watt und vielleicht auch mal ein kleines Stück Strand mit den typischen Strandkörben. Das hat uns schon gefehlt!