Ab in die Berge

Es mag durchaus Menschen geben, die vielleicht ein wenig zweifeln, ob wir das wirklich machen. Aber ja, wir haben uns schon vor Monaten Karten für das Finkenberg Open Air 2026 bestellt. Genau, das legendäre Konzert der Schürzenjäger, sozusagen das Heimspiel und das Highlight eines jeden Jahres im Tourneekalender.

Wir haben schon ein paarmal darüber nachgedacht, aber entweder waren wir zu spät, oder es passte zeitlich nicht. Auch sind wir nicht unbedingt die Hardcore Fans, aber hin und wieder ist das mal eine gute Abwechslung im Musikalltag. Wir wären auch nicht woanders hin gegangen, um die Schürzenjäger zu hören. Wenn schon, dann nur in Finkenberg, im Zillertal. Und jetzt sind wir hier!

Auch unsere Unterkunft haben wir schon im Februar gebucht, da war das noch einigermaßen erschwinglich und es gab auch noch Zimmer in guter Lage. Gelandet sind wir dann im Center Rooms & Appartements, mitten in Mayrhofen.

Die 6 Monate sind dann doch erstaunlich schnell vergangen und heute früh um 5:14 h gings dann los zum ersten Zwischenziel, denn Mayrhofen, das Zillertal und die Schürzenjäger sind nur die erste Etappe unserer Tour. Davon aber später.

Ursprünglich war das Ganze ja als Cabrio-Tour geplant. Leider blieb es wieder einmal beim Plan. Der Wetterbericht für die nächsten Tage war so durchwachsen, dass wir uns kurzfristig entschieden haben, doch mit dem Ateca zu fahren. Irgendwie haben wir da nicht so wirklich Glück 🙁

Die Strecke wäre dann gut in einem Rutsch zu schaffen gewesen, vor allem auch, weil die Autobahn herrlich frei war. Klar, wir waren früh, aber auch im weiteren Verlauf lief es so wunderbar, dass man es eigentlich nicht glauben mag. Unser erster geplanter Stop (die obligatorische Pipi-Pause vergessen wir mal) war dann das Bräustüberl am Tegernsee. Wenn wir schon mal in der Gegend unterwegs sind, ist das ein absolutes MUSS!

Der junge Tag hatte auch noch wunderschöne Sonnenaufgangs-Stimmungen für uns bereit, was das frühe Aufstehen dann wieder in einem anderen Licht erscheinen ließ.

Also als erstes Zwischenziel in die Navigation eingeben! Wir wussten ja, dass dort erst ab 10 Uhr geöffnet ist, aber dass es so gut geht, konnte ja niemand ahnen. Wir konnten uns sogar den Luxus erlauben, mal richtig gemütlich, also so ganz richtig gemütlich, auf der Autobahn zu fahren und waren trotzdem um 9:20 h auf dem Parkplatz.

Das war dann aber gar nicht so tragisch, da das Wetter recht gut war. Wir haben dann einfach eine kleine Runde am See gemacht, etwas in den Läden gebummelt und als wir zurückkamen, war bereits geöffnet.

Wir haben uns das schon auf der Fahrt schön ausgemalt: Tegernsee, Bräustüberl, Weißwürste und ein Radler und ein alkoholfreies Weizen. Genau so muss dass sein!

Man sieht direkt, wie sie sich freut – und da waren die Weißwürste noch gar nicht da! Was man dazu noch anmerken muss, ist der Preis für ein Bier: Wohlgemerkt, wir sind hier direkt am Tegernsee, sogar in Tegernsee, was ja beileibe kein günstiges Pflaster ist. Aber beim Bier sieht das ganz anders aus: 3,30 € für eine Halbe. Da träumen wir in der Heimat nur davon.

Und das war dann unser verspätetes Frühstück. Muss man dazu noch was sagen? Ich denke, das spricht für sich. Eben typisch Bayern! Und wir haben es genossen!

Was dann eher spontan dazukam, also überhaupt gar nicht geplant, war eine Dampfnudel mit Vanillesoße. Da hat das Marketing, also die Tafel an der Außenwand im Biergarten, perfekt funktioniert:

Ob jetzt mit oder ohne Marketing, lecker wars in jedem Fall und wir dann bereit für das letzte Drittel unserer Fahrt. Jetzt war keine Autobahn mehr angesagt, jetzt gings gemütlich und schöner vorwärts. Über den Achensee und Achenpass gings in Richtung Österreich. Gemütlich ist ja gut, aber heute war es streckenweise etwas zu gemütlich, um nicht zu sagen, es gibt Leute, die einfach nicht mehr hinters Steuer gehören…

Trotzdem geht es unaufhaltsam weiter und kurz nach 13 Uhr sind wir dann in Mayrhofen. Unser Appartementhaus liegt mitten auf der Hauptstrasse, die praktisch eine Fußgängerzone mit wenig Verkehr ist. Da ist echt der Teufel los, so viele Menschen hätten wir hier nicht erwartet. Was ist denn hier los? Später merken wir, dass da schon eine ganze Menge Schürzenjäger Fans dabei sind, die vor der abendlichen Warm Up Party noch hier im Ort unterwegs sind.

Vor lauter Menschen finden wir im ersten Durchgang sogar unsere Unterkunft nicht und fahren vorbei. Blöd, dass es auch noch eine Einbahnstrasse ist und wir komplett außenrum neu anfahren müssen. Was unser Problem war? Die ganze Strasse besteht praktisch nur aus Hotels, Pensionen und Apartmenthäusern. Aber – und damit haben wir nicht gerechnet – im Erdgeschoß gibt´s überall Läden und so ist das erstmal gar nicht als Apartmenthaus zu erkennen.

und Schilder gibt es nur kleine an der Einfahrt zum Parkplatz. Das muss man erstmal drauf kommen. Aber beim zweiten Versuch hat es ja dann geklappt. (Das Bild entstand übrigens einige Zeit später, da war dann nicht mehr soviel los)

Der Check in sollte dann gegenüber im Ellies Diner stattfinden, was aber nur bedingt gelang. Wir waren noch zu früh, 15 Uhr war ausgemacht und vorher ging´s noch nicht. Wir können aber das Auto zumindest schon mal auf dem Parkplatz abstellen und sehen uns halt mal Mayrhofen an.

Ich weiß ehrlicherweise nicht, was wir da erwartet hatten, das aber auf jeden Fall nicht. Das ist kein Örtchen in Österreich mit 4.000 Einwohnern, das erinnert eher an die Fußgängerzone in einer mittelgroßen Stadt. Was wir auch nicht wußten, zu den 4.000 Einwohnern kommen 9.000 bis 10.000 Gästebetten!! So haben wir den Ort auch wahrgenommen, vollkommen touristisch, die Läden voller Ramsch. Die Preise zu hoch. Leberkäsebrötchen beim Metzger 4 €, Bier im Ellies 6 €. Hier lebt wohl alles und jeder vom Tourismus.

Vielleicht ist heute auch mehr los, weil verkaufsoffen bis 22 Uhr ist und die Hauptstrasse daher ab 18 Uhr gesperrt ist? Wer weiß, auf jeden Fall fahren jetzt noch die Busse, die die Fans nach Finkenberg bringen. Eine Haltestelle haben wir direkt vor dem Haus, praktisch für morgen, denn da fahren wir auch mit dem Bus zum Festivalgelände.

Das ist der Blick von unserem Balkon, direkt auf die Hauptstrasse. Leider fängt es dann aber doch stärker an zu regnen. Als wir draußen waren, gabs nur ein paar Tröpfchen. Jetzt regnet es mittlerweile stärker und dementsprechend ist auch die Strasse recht leer. Schade, das hätte bestimmt schön werden können. Wir sitzen also noch etwas auf dem Balkon, gehen dann noch kurz zum Spar, um uns was zu trinken zu holen und dann überqueren wir die Strasse zum Abendessen in Ellies Diner.

Wir sind kaum wieder zurück im Zimmer, lässt der Regen nach und draußen musizieren 4 junge Männer. Das Zillertaler Bergecho auf den Spuren der Schürzenjäger. Klingt gut und nachdem der Wirt vom Ellies sie eingeladen hat, spielen sie dort noch eine ganze Weile weiter und die Stimmung ist echt hammermäßig gut.

So klingt der Abend für uns aus, war wieder einmal ein langer Tag und morgen wird´s auch spät werden. Die Musik begleitet uns aber noch angenehm bis zum Schlafen…

Open Air Tag

Samstag, der Tag, auf den Mayrhofen schon fieberhaft wartet. Zumindest hat man hier den Eindruck, dass die Schürzenjäger immer und überall präsent sind. Schon gestern Abend lief in fast jedem Lokal und jeder Bar nur diese Musik und bis in den späten Abend sangen die Menschen einfach laut und fröhlich mit. Das war wirklich eine besondere Stimmung.

Etwas ist uns noch zu den Fans der Schürzenjäger aufgefallen. Im ersten Moment würde man diese ja eher im gesetzteren Alter suchen, halt unsere Generation. Wer mag und hört denn sonst schon Volksmusik? Aber mitnichten! Es ist erstaunlich, wie viele junge Leute hier mit Lederhose, Tour-Shirt und Trachtenhut herumlaufen. Ganze Cliquen feiern hier schon und bereiten sich auf das Konzert heute Abend vor. Erstaunlich. Aber auch schön, dass das so generationen-übergreifend funktionieren kann.

Der Tag begann heute etwas später, wir schafften es tatsächlich, bis kurz nach 8 zu schlafen. War wohl auch nötig, nach dem gestrigen Tag. Ursprünglich wollten wir in den Ort zum Frühstücken gehen, aber das haben wir kurzerhand umgeplant. So gibt es nur einen Kaffee, die Maschine und Kapseln gibt´s im Zimmer und ein paar abgepackte Croissants haben wir mitgebracht. Das reicht, lieber essen wir dann heute Mittag, denn was der Abend bringt, wissen wir noch nicht so recht.

Wir laufen also nochmal etwas durch den Ort und wie man sehen kann, ist das Wetter noch sehr ausbaufähig. Wir vertrauen aber mal auf den Wetterbericht, denn danach soll es heute trocken bleiben und sonnig werden.

Mitten in Mayrhofen entdecken wir dann diesen „Lost Place“. Daneben stand noch ein Schrottwagen und bergeweise Metallreste, das Haus war ebenfalls total verfallen. Das vermutet man in einem solchen Ort auch nicht unbedingt.

So ist der Vormittag wie im Flug vergangen und wir gehen in die Nähe des Sammelplatzes für die Biker zum Essen. Ausgesucht haben wir uns den Gasthof Perauer, weil der direkt an der Ahornbahn liegt. Nachdem es gestern ja kein typisch alpenländisches Essen gab, wollen wir das heute nachholen. Als wir heute Vormittag hier vorbeigelaufen sind, haben wir schon mal in der Speisekarte geschmökert und unsere Favoriten herausgesucht. Leider gibt es am Samstag aber nur eine reduzierte Karte 🙁 Schade, aber wir finden auch da was.

Gut war´s und danach gab´s den obligatorischen Espresso.

Weil es noch gar so früh war, gehen wir einfach mal zum Sammelplatz der Biker, zu Stoaners Bienenhäusl. Und da ärgern wir uns, dass wir nicht gleich zum Essen hierher gegangen sind. Ein wundervolles Plätzchen, direkt unter der Seilbahn. Tische drinnen, draußen auf der Wiese, mit Sonnenschirmen. Sehr schön!

Wir setzen uns dann doch nochmal auf einen Cappuccino und eine Limo hin und später muss auch noch ein Kaiserschmarrn sein.

Das war einfach zu schön dort und ganz nebenbei konnten wir noch den Gleitschirmfliegern bei der Landung zusehen.

Als wir Richtung Zimmer aufbrechen, kommen auch schon die ersten Biker an und wir sind schon richtig gespannt, was da noch alles kommen wird.

Den Biker-Corso wollen wir uns dann von unserem Balkon aus ansehen, denn die Strecke führt direkt vor uns vorbei. Die Spannung steigt!

Irgendwann um 16:30 hört man dann, wie der Corso am Bienenhäusl startet. Jetzt geht es erst aus Mayrhofen raus, dann auf der Bundesstrasse ans andere Ende und von dort wieder in den Ort. Nächster Stopp ist das Rathaus – oder Gemeindeamt – und dann kommen sie durch die Hauptstrasse hoch.

Ganz spontan darf noch eine Braut mit Freddy mitfahren und dann geht es mit lautem Hupen weiter. Der Corso ist so lang, dass das Ende noch bei uns steht, als der Anfang schon am nächsten Halt angekommen ist. So haben wir echt viel Zeit, uns die Motorräder anzusehen. Sogar Alfred Eberharter jun. hat sich unter die Besucher gemischt und unterhält sich lange mit unserem Vermieter.

Ursprünglich war es ja mal ein Harley-Corso, mittlerweile fahren aber auch alle anderen Maschinen mit, vom Trike über historische Motorräder bis hin zum Mofa ist alles geboten. Überragend! Wie viele es sind? Keine Ahnung, aber eine ganz schöne Menge und vor allem viele wirklich sehenswerte Maschinen.

Jetzt ist es Zeit für uns, so langsam in den Shuttle Bus zu steigen, der uns hoch nach Finkenberg zum Festival-Gelände bringt. Das ist wirklich hervorragend organisiert – und dazu auch noch kostenlos.

Die Haltestelle wäre direkt vor unserem Appartement, aber wir sehen schon den ganzen Tag, dass die Busse hier schon voll ankommen und oft sogar durchfahren. Also laufen wir ein paar Minuten in den Ort, zur vorherigen Haltestelle. Und siehe da, zwei Minuten später kommt ein fast leerer Bus und wir können bequem einsteigen und uns einen Sitzplatz aussuchen. An „unserer“ Haltestelle ist dann schon ein riesiges Gedränge und es kommen gar nicht alle mit.

Jetzt geht es nach Finkenberg, vielleicht 10 oder 15 Minuten später sind wir da und müssen erstmal durch die Einlasskontrolle, was zwar etwas dauert, aber vollkommen entspannt vor sich geht.

Und dann sind wir drin! Das Gelände ist wie so ein kleines Amphitheater aufgebaut. Vorne die Bühne, davor ein ebener Platz und dann der ansteigende Hang. Es spielt noch eine Vorgruppe, aber der Platz vor der Bühne ist wohl schon seit Stunden gefüllt.

Unser Platz war gut, zumindest am Anfang 🙂 Durch das Gefälle hat man nie das Problem, dass einem jemand die Sicht versperrt. Auf dem Bild wirkt das auch viel weiter, als es in Wirklichkeit war. Mit der Zeit haben wir aber bemerkt, dass es brutal anstrengend ist, stundenlang auf dem abschüssigen Gelände zu stehen.

Es wurde dann langsam dunkel und um 20:30 h kamen die Stars des Abends auf die Bühne. Begleitet von Gleitschirmfliegern mit Fackeln, die am Himmel einflogen und am Hang gegenüber landeten. Sehr gelungen, das sieht man auch nicht alle Tage.

Dann waren sie da. Das Finkenberg Open Air 2026 beginnt.

Wir haben es genossen, 2,5 Stunden non Stopp, meistens mit den Klassikern und eine ganz besondere Stimmung kam auf, als nach vielen Jahren die beiden Urgesteine Alfred Sen. und Freddy die Bühne betraten und fast das komplette Konzert mitspielten.

Die mehr als zwei Stunden waren im Flug vorbei und gerade hier in Finkenberg, der Heimat der Schürzenjäger, ist es eh eine ganz besondere Atmosphäre für die Band und die Fans. Es war jede Sekunde wert, auch wenn die Füße irgendwann richtig weh taten.

Zum Abschluss gab es wie erwartet „Sierra Madre“ und ich muss sagen, diese Stimmung, dieses Gefühl werde ich nie vergessen. Das ist einmalig, unbeschreiblich und bleibt für immer.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass da vorne auf der Bühne keine Unternehmer stehen, die Ihr Programm abspulen, um möglichst schnell möglichst viel Geld zu verdienen. Mag sein, dass es hier in Finkenberg auch noch anders ist, aber die Kerle da vorne sind mit Leidenschaft dabei und machen das, weil es Ihnen richtig Spaß macht. Nur so ist auch zu erklären, dass das Festival über mehrere Tage geht und eine ganze Region mitfeiert.

Direkt nach Sierra Madre machen wir uns auf den Weg zum Ausgang, dann all die Menschen hier müssen ja mit Bussen wieder zurück in Ihre Unterkünfte. Begleitet von einem Abschlußfeuerwerk haben wir Glück und sitzen in einem der ersten Busse, die nach dem Konzert zurückfahren. Da wir dann nur am Bahnhof aussteigen können, haben wir noch 20 Minuten zu Fuß vor uns und sind um Mitternacht im Zimmer.

Schön war´s und es wird uns sehr lange in Erinnerung bleiben. Wiederholung nicht ausgeschlossen!

Zams, Venet, Berghotel

Heute geht es auf die nächste Etappe unserer Tour. Wir fahren nach Zams, wo wir auf dem 2.200 Meter hohen Venet ein Hotelzimmer gebucht haben. Ist mal was Besonderes, aber morgen ist ja auch ein besonderer Tag.

Wir packen schon gleich so, dass wir nur das mit auf den Berg nehmen, was wir dort auch brauchen. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass die Gondel-Seilbahn renoviert wird und wir daher mit 2 Sesselliften dort hinauf fahren müssen. Es muss also alles in unsere beiden Rücksäcke und eine kleine Reisetasche passen, aber das ist auch kein Problem. Nur das Wetter ist noch ein Unsicherheitsfaktor, da müssen wir wohl lieber mal zweigleisig fahren.

Zum Frühstück holen wir uns eine Leberkäs-Semmel beim M-Preis, Kaffee haben wir noch im Zimmer gekocht und dann geht es los, zuerst mal Richtung Innsbruck. Verkehr ist heute ordentlich, vielleicht reisen noch mehr Festival-Besucher ab? Egal, Google meinte, wir brauchen 1 Stunde 45 Minuten. Die kriegen wir auf jeden Fall rum.

Unterwegs gibt`s dann Frühstück und obwohl es in Mayrhofen noch etwas wolkig war, haben wir mittlerweile herrlichen Sonnenschein.

Gut gestärkt geht es weiter, immer noch bei herrlichstem Wetter.

Vorbei an Innsbruck ist unser heutiges Tagesziel die Talstation der Rifenalbahn bei Zams. Dort werden wir das Auto abstellen und mit dem Sessellift die ersten zwei Drittel überwinden. Danach geht es mit dem Weinberglift ganz nach oben.

Auch mit dem Gepäck war das alles ganz easy und wir kommen entspannt auf dem Venet an.

Dort checken wir ein und als wir hören, dass wir ein Zimmer mit Bergblick haben, buchen wir kurzentschlossen um: Wir wechseln auf die Talseite, weil der Blick dort um ein Vielfaches schöner ist und bekommen sogar ein Zimmer mit Infrarotkabine. Das probieren wir dann doch mal aus!

Das hat schon mal alles reibungslos funktioniert, so dass wir erstmal kurz ins Restaurant gehen und etwas essen, bevor wir noch eine kleine Runde laufen.

Annette bleibt dann noch etwas draußen und ich bin im Zimmer, genieße die Aussicht und hole etwas Schlaf der vergangenen Nacht nach 🙂

So vergeht der Nachmittag und wir kommen von einem Essen zum anderen. Von 18 bis 20 Uhr gibt es Abendessen. Wir haben hier Halbpension gebucht, macht anders ja auch keinen Sinn. Um halb 7 sind wir drüben im Restaurant und positiv überrascht. Wir werden vom Chef, mit dem wir uns schon am Nachmittag gut verstanden haben, persönlich begrüßt und zu unserem Tisch begleitet. Direkt am Fenster mit Blick aufs Tal und den Sonnenuntergang. Das war allerdings auch nicht besonders schwer, da mit uns nur noch eine Gruppe von 7 Personen im Restaurant war. Trotzdem, das war sehr sympathisch und wir haben das sehr wohl wahrgenommen.

Das war schon gut, aber der Blick dazu noch viel besser. Da muss es ja prima schmecken!

Kulinarisch steigen wir hier erst bei der Hauptspeise ein, Salat und Suppe habe ich vergessen zu fotografieren 🙁

Das war tatsächlich besser als erwartet!

Vor dem Dessert muss ich dann unbedingt nochmal raus. Der Himmel wird immer schöner, die Abendstimmung ist hier oben einfach ganz anders. Heute war zwar tagsüber auch nicht viel los, aber jetzt ist hier totale Ruhe. Einfach schön!

Die Sachertorte fordert dann nochmal alles von uns. Das war für ein Abendessen ganz schön üppig. Morgen müssen wir da mal den ein oder anderen Gang ausfallen lassen.

Mit einem letzten Blick auf das nächtliche Landeck geht der Tag dann zu Ende. Wir haben es hier richtig gut getroffen, das ist ein außergewöhnliches Plätzchen und der Wechsel zum Zimmer mit Talblick war eine gute Entscheidung.

Wandertag

Heute steht eine Wanderung zur Goglesalm auf dem Programm. Die Strecke sind wir schon vor Jahren mal gegangen und es hat uns super gefallen, außerdem sind auch die Steigungen recht human und wir können das schaffen.

Als wir um 7 aufstehen, ist es draußen noch sehr dunstig – oder sind das die Wolken, die unter uns ziehen? Egal, der Effekt ist wohl der selbe.

Aber schon ein paar Minuten später hat die Sonne den Dunst vertrieben und es ist abzusehen, dass die Wettervorhersage für heute stimmen wird.

Das Wetter passt also! Zum Glück ist es nicht zu warm, sonst hätten wir auch keinen Spaß, denn auf dieser Höhe sind die Bäume recht dünn gesät und wir gehen somit komplett in der Sonne.

Vorher aber gibt´s erstmal Frühstück. Neben dem Buffet bekommen wir sogar noch ganz frisch Eier zubereitet und wie es sich auf einer Hütte gehört, natürlich mit Speck. Da muss ja Kraft in die Beine.

Entsprechend gut vorbereitet machen wir uns dann auf den Weg, der ca. 2 Stunden dauern soll und zuerst 210 Höhenmeter abwärts geht, dann natürlich auch wieder nach oben. Machbar, würde ich mal sagen, obwohl wir hier auf 2.200 Metern Höhe sind, was sich schon deutlich bemerkbar macht.

Das ist der Weg und hinter dem Kamm geht es noch ein ganzes Stück weiter.

Wir starten also gegen halb 11, zuerst noch mit Jacke und langer Hose. Das bleibt aber nicht lange so, denn es ist wirklich angenehm war. Nicht heiß, aber warm, ideal zum Wandern!

Eine schöne Strecke, der Hinweg geht auch zumeist bergab. Uns ist aber schon klar, dass wir jeden Meter, den wir jetzt hinuntergehen, auf dem Rückweg auch wieder hinauf müssen.

Nach 50 Minuten erreichen wir unser Ziel, die Goglesalm. Der einzige Tisch, der noch im Schatten frei ist, hat die Nummer 30. Und das heute! Da müssen wir uns natürlich sofort hinsetzen.

Mit hinsetzen alleine ist es natürlich nicht getan, zuerst gibt´s was zu trinken…

… und etwas später ein kleines Mittagessen. Tirolerknödelsuppe und Kaiserschmarrn. Es sollte heute nicht so viel sein, weil wir ja jetzt das Abendessen im Hotel kennen.

Das war genau so, wie es sein muss und ich habe schon lange keine so guten Tirolerknödel mehr gegessen!

Auf der Alm nehmen wir uns noch ein kleines Stückchen Käse mit, den sie dort herstellen und dann steht der Rückweg an. Gleich am Anfang geht es schon bergauf und das ist fast die ganze Strecke so.

Hier und da müssen wir mal eine Fotopause einlegen, zufällig und nahezu immer im Bereich der Steigungen 🙂 Da bietet es sich dann auch an, einmal tief durchzuatmen und den Puls wieder etwas zu beruhigen. Es gab viele Fotos 🙂 und das ist eines der schönsten:

Der Rückweg dauert etwas länger, eine knappe Stunde und wir genießen dann das tolle Wetter noch etwas auf der Terrasse des Restaurants bei ein paar Runden Rommè.

Schwupps, ist es auch schon wieder Zeit, dass wir uns fürs Abendessen fertigmachen, kurz in die Dusche springen und uns umziehen.

Auch heute gibt es wieder ein 4 Gänge Menü, wieder begleitet von einem herrlichen Sonnenuntergang.

Nach dem Essen wird der Himmel dann nochmal etwas spektakulärer und wir gehen daher nochmal hoch auf die obere Terrasse. Ein wirklich gebührender Abschied für uns an diesem besonderen Tag.

Während wir hier speisen und den Sonnenuntergang genießen, sind die Männer draußen noch dabei, das neue Zugseil für die Gondeln der Venet-Bahn einzuziehen. Das dauert insgesamt fast 3 Monate! Den Job möchte (und könnte) ich wirklich nicht machen…

Die Rückfahrt

Was war es gestern noch so schön. Und heute?

Dazu nieselt es leicht, als wir um 7 Uhr aufwachen. Ein wenig Zeit haben wir ja noch, bis 10 Uhr können wir im Zimmer bleiben, aber irgendwann müssen wir dann mal runter von diesem Berg.

Zuerst gehen wir mal Frühstücken, vielleicht wird´s ja dann besser? Wird es nicht, obwohl das Regenradar eigentlich schon eine trockene Phase anzeigt, nieselt es noch immer leicht. Dazu ist es gegenüber gestern auch recht frisch geworden. Keine guten Voraussetzungen für eine Abfahrt mit dem Sessellift.

Regenkleidung und Hüllen für die Rucksäcke haben wir ja dabei, aber wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, möchten wir doch halbwegs im Trockenen da runter fahren. Also noch etwas abwarten. Wird schon werden 🙂

Wird es nicht! Ganz im Gegenteil. Hat es vor dem Frühstück noch genieselt, ist es jetzt eher ein leichter Regen. Aber was soll´s, ändern können wir eh nichts. Der Mitarbeiter vom Restaurant macht uns leider auch keine Hoffnung, er geht davon aus, dass es die nächsten 2 Stunden keine Besserung geben wird.

Wir packen also zusammen, dann die Regenhüllen über die Rucksäcke und eine Mülltüte über die Reisetasche. Mehr geht nicht. Nachdem wir bezahlt haben, ziehen wir noch unsere Einweg-Regenhüllen über und setzen uns den Naturgewalten aus 🙂

Der erste Sessellift ist glücklicherweise noch mit einer Regenhaube ausgestattet. Hier werden nur unsere Unterschenkel etwas nass, der Rest von uns ist einigermaßen im Trockenen.

So geht es praktisch im Blindflug den Berg hinunter bis zur Talstation der Weinbergbahn.

Zwischen der Talstation der ersten und der Bergstation der zweiten Bahn haben wir noch ein paar hundert Meter zu laufen und was wir nicht bedacht haben: Bergauf zu laufen. Das mit dem vollen Rucksack, eingepackt wie mitten im Winter und dazu noch mit der Reisetasche, die wir zusammen tragen. Da hatten wir nochmal richtig Puls 🙂

Jetzt aber ab auf die letzte Bergetappe. Und dieses Mal direkt eins mit der Natur, sprich direkt im Regen. Ab einem gewissen Punkt ist es aber auch schon egal, unser Regenschutz funktioniert einigermaßen und wenn wir am Auto sind, können wir uns ja umziehen und uns in trockene Klamotten werfen.

Angekommen! Die Regenhülle hat ihren Dienst getan und das Känguru, aus dem der Hut gemacht ist, war auch wasserdicht!

Tatsächlich sind unsere Beine aber doch etwas nass geworden, das war ja schon ganz oben abzusehen. Unterwegs, auf dem offenen Lift, ist uns aber eine Idee gekommen, wie wir das mit dem Umziehen machen. Wir wollen eh noch ein paar Sachen in Landeck einkaufen und erinnern uns daran, dass es dort bei Hofer ein überdachtes Parkdeck gibt. Gute Idee! Also erstmal schnell alles ins Auto, die nassen Hüllen in einen weiteren Müllsack und ab nach Landeck.

Dort herrscht erstmal etwas Ratlosigkeit. Vom Parkdeck beim Hofer keine Spur. Bis uns dann die Idee kommt, dass es doch etwas weiter draußen war? Und wirklich. Das Parkdeck gibt es, war nur beim Lidl 🙂

Hier fahren wir ins Untergeschoß, wo es nur Parkplätze für Mieter gibt und deshalb rein gar nichts los ist und wir uns in aller Ruhe umziehen können. Perfekt!

Aber jetzt doch wieder zum Hofer, die bekannten Sachen kaufen und dann wieder zurück nach Zams, wo wir noch kurz beim M-Preis die letzten Dinge einkaufen. Ist ja bei jedem Österreich Besuch das Gleiche 🙂

Von Zams aus treten wir dann endgültig die Rückreise an, bei immer noch leichtem Regen. Wir wählen die Route über den Fernpaß, obwohl Google uns über den Bodensee schicken will? Der Verkehr ist dann entsprechend. Sehr viel los, an einem Dienstag – und das in beide Richtungen. Aber es geht immer vorwärts, wir stehen nur ganz wenig und dann auch nur kurz. Kurz vor Reutte füllen wir den Tank nochmal auf. Auch wenn es nur ein paar Liter sind, bei 1,859 muss das schon sein.

Nach dem Grenztunnel Füssen, wo wieder Kontrollen stattfinden, geht es dann auf der A7 nach Norden. Am Anfang ist der Verkehr sogar noch recht dicht. Bei Bad Grönenbach legen wir den obligatorischen Stopp beim McD ein. Wo auch sonst?

Direkt gegenüber entdecken wir zufällig, dass dort Mammut seinen Sitz hat und einen Store und auch ein Outlet angeschlossen ist.

Den Besuch hätten wir uns sparen können. Selbst zu Outlet Preisen ist das immer noch weit weg von dem, was wir bereit sind auszugeben. Wenn eine Regenjacke von 360 € auf 210 € reduziert ist, ist das für mich immer noch nicht attraktiv.

Ab der Gegend von Ulm wird der Verkehr dann immer weniger und es bleibt so, bis wir kurz nach 18 Uhr nach 5:20 h Fahrt und 456 Kilometern zuhause ankommen.