Ab in die Berge

Es mag durchaus Menschen geben, die vielleicht ein wenig zweifeln, ob wir das wirklich machen. Aber ja, wir haben uns schon vor Monaten Karten für das Finkenberg Open Air 2026 bestellt. Genau, das legendäre Konzert der Schürzenjäger, sozusagen das Heimspiel und das Highlight eines jeden Jahres im Tourneekalender.

Wir haben schon ein paarmal darüber nachgedacht, aber entweder waren wir zu spät, oder es passte zeitlich nicht. Auch sind wir nicht unbedingt die Hardcore Fans, aber hin und wieder ist das mal eine gute Abwechslung im Musikalltag. Wir wären auch nicht woanders hin gegangen, um die Schürzenjäger zu hören. Wenn schon, dann nur in Finkenberg, im Zillertal. Und jetzt sind wir hier!

Auch unsere Unterkunft haben wir schon im Februar gebucht, da war das noch einigermaßen erschwinglich und es gab auch noch Zimmer in guter Lage. Gelandet sind wir dann im Center Rooms & Appartements, mitten in Mayrhofen.

Die 6 Monate sind dann doch erstaunlich schnell vergangen und heute früh um 5:14 h gings dann los zum ersten Zwischenziel, denn Mayrhofen, das Zillertal und die Schürzenjäger sind nur die erste Etappe unserer Tour. Davon aber später.

Ursprünglich war das Ganze ja als Cabrio-Tour geplant. Leider blieb es wieder einmal beim Plan. Der Wetterbericht für die nächsten Tage war so durchwachsen, dass wir uns kurzfristig entschieden haben, doch mit dem Ateca zu fahren. Irgendwie haben wir da nicht so wirklich Glück 🙁

Die Strecke wäre dann gut in einem Rutsch zu schaffen gewesen, vor allem auch, weil die Autobahn herrlich frei war. Klar, wir waren früh, aber auch im weiteren Verlauf lief es so wunderbar, dass man es eigentlich nicht glauben mag. Unser erster geplanter Stop (die obligatorische Pipi-Pause vergessen wir mal) war dann das Bräustüberl am Tegernsee. Wenn wir schon mal in der Gegend unterwegs sind, ist das ein absolutes MUSS!

Der junge Tag hatte auch noch wunderschöne Sonnenaufgangs-Stimmungen für uns bereit, was das frühe Aufstehen dann wieder in einem anderen Licht erscheinen ließ.

Also als erstes Zwischenziel in die Navigation eingeben! Wir wussten ja, dass dort erst ab 10 Uhr geöffnet ist, aber dass es so gut geht, konnte ja niemand ahnen. Wir konnten uns sogar den Luxus erlauben, mal richtig gemütlich, also so ganz richtig gemütlich, auf der Autobahn zu fahren und waren trotzdem um 9:20 h auf dem Parkplatz.

Das war dann aber gar nicht so tragisch, da das Wetter recht gut war. Wir haben dann einfach eine kleine Runde am See gemacht, etwas in den Läden gebummelt und als wir zurückkamen, war bereits geöffnet.

Wir haben uns das schon auf der Fahrt schön ausgemalt: Tegernsee, Bräustüberl, Weißwürste und ein Radler und ein alkoholfreies Weizen. Genau so muss dass sein!

Man sieht direkt, wie sie sich freut – und da waren die Weißwürste noch gar nicht da! Was man dazu noch anmerken muss, ist der Preis für ein Bier: Wohlgemerkt, wir sind hier direkt am Tegernsee, sogar in Tegernsee, was ja beileibe kein günstiges Pflaster ist. Aber beim Bier sieht das ganz anders aus: 3,30 € für eine Halbe. Da träumen wir in der Heimat nur davon.

Und das war dann unser verspätetes Frühstück. Muss man dazu noch was sagen? Ich denke, das spricht für sich. Eben typisch Bayern! Und wir haben es genossen!

Was dann eher spontan dazukam, also überhaupt gar nicht geplant, war eine Dampfnudel mit Vanillesoße. Da hat das Marketing, also die Tafel an der Außenwand im Biergarten, perfekt funktioniert:

Ob jetzt mit oder ohne Marketing, lecker wars in jedem Fall und wir dann bereit für das letzte Drittel unserer Fahrt. Jetzt war keine Autobahn mehr angesagt, jetzt gings gemütlich und schöner vorwärts. Über den Achensee und Achenpass gings in Richtung Österreich. Gemütlich ist ja gut, aber heute war es streckenweise etwas zu gemütlich, um nicht zu sagen, es gibt Leute, die einfach nicht mehr hinters Steuer gehören…

Trotzdem geht es unaufhaltsam weiter und kurz nach 13 Uhr sind wir dann in Mayrhofen. Unser Appartementhaus liegt mitten auf der Hauptstrasse, die praktisch eine Fußgängerzone mit wenig Verkehr ist. Da ist echt der Teufel los, so viele Menschen hätten wir hier nicht erwartet. Was ist denn hier los? Später merken wir, dass da schon eine ganze Menge Schürzenjäger Fans dabei sind, die vor der abendlichen Warm Up Party noch hier im Ort unterwegs sind.

Vor lauter Menschen finden wir im ersten Durchgang sogar unsere Unterkunft nicht und fahren vorbei. Blöd, dass es auch noch eine Einbahnstrasse ist und wir komplett außenrum neu anfahren müssen. Was unser Problem war? Die ganze Strasse besteht praktisch nur aus Hotels, Pensionen und Apartmenthäusern. Aber – und damit haben wir nicht gerechnet – im Erdgeschoß gibt´s überall Läden und so ist das erstmal gar nicht als Apartmenthaus zu erkennen.

und Schilder gibt es nur kleine an der Einfahrt zum Parkplatz. Das muss man erstmal drauf kommen. Aber beim zweiten Versuch hat es ja dann geklappt. (Das Bild entstand übrigens einige Zeit später, da war dann nicht mehr soviel los)

Der Check in sollte dann gegenüber im Ellies Diner stattfinden, was aber nur bedingt gelang. Wir waren noch zu früh, 15 Uhr war ausgemacht und vorher ging´s noch nicht. Wir können aber das Auto zumindest schon mal auf dem Parkplatz abstellen und sehen uns halt mal Mayrhofen an.

Ich weiß ehrlicherweise nicht, was wir da erwartet hatten, das aber auf jeden Fall nicht. Das ist kein Örtchen in Österreich mit 4.000 Einwohnern, das erinnert eher an die Fußgängerzone in einer mittelgroßen Stadt. Was wir auch nicht wußten, zu den 4.000 Einwohnern kommen 9.000 bis 10.000 Gästebetten!! So haben wir den Ort auch wahrgenommen, vollkommen touristisch, die Läden voller Ramsch. Die Preise zu hoch. Leberkäsebrötchen beim Metzger 4 €, Bier im Ellies 6 €. Hier lebt wohl alles und jeder vom Tourismus.

Vielleicht ist heute auch mehr los, weil verkaufsoffen bis 22 Uhr ist und die Hauptstrasse daher ab 18 Uhr gesperrt ist? Wer weiß, auf jeden Fall fahren jetzt noch die Busse, die die Fans nach Finkenberg bringen. Eine Haltestelle haben wir direkt vor dem Haus, praktisch für morgen, denn da fahren wir auch mit dem Bus zum Festivalgelände.

Das ist der Blick von unserem Balkon, direkt auf die Hauptstrasse. Leider fängt es dann aber doch stärker an zu regnen. Als wir draußen waren, gabs nur ein paar Tröpfchen. Jetzt regnet es mittlerweile stärker und dementsprechend ist auch die Strasse recht leer. Schade, das hätte bestimmt schön werden können. Wir sitzen also noch etwas auf dem Balkon, gehen dann noch kurz zum Spar, um uns was zu trinken zu holen und dann überqueren wir die Strasse zum Abendessen in Ellies Diner.

Wir sind kaum wieder zurück im Zimmer, lässt der Regen nach und draußen musizieren 4 junge Männer. Das Zillertaler Bergecho auf den Spuren der Schürzenjäger. Klingt gut und nachdem der Wirt vom Ellies sie eingeladen hat, spielen sie dort noch eine ganze Weile weiter und die Stimmung ist echt hammermäßig gut.

So klingt der Abend für uns aus, war wieder einmal ein langer Tag und morgen wird´s auch spät werden. Die Musik begleitet uns aber noch angenehm bis zum Schlafen…

Open Air Tag

Samstag, der Tag, auf den Mayrhofen schon fieberhaft wartet. Zumindest hat man hier den Eindruck, dass die Schürzenjäger immer und überall präsent sind. Schon gestern Abend lief in fast jedem Lokal und jeder Bar nur diese Musik und bis in den späten Abend sangen die Menschen einfach laut und fröhlich mit. Das war wirklich eine besondere Stimmung.

Etwas ist uns noch zu den Fans der Schürzenjäger aufgefallen. Im ersten Moment würde man diese ja eher im gesetzteren Alter suchen, halt unsere Generation. Wer mag und hört denn sonst schon Volksmusik? Aber mitnichten! Es ist erstaunlich, wie viele junge Leute hier mit Lederhose, Tour-Shirt und Trachtenhut herumlaufen. Ganze Cliquen feiern hier schon und bereiten sich auf das Konzert heute Abend vor. Erstaunlich. Aber auch schön, dass das so generationen-übergreifend funktionieren kann.

Der Tag begann heute etwas später, wir schafften es tatsächlich, bis kurz nach 8 zu schlafen. War wohl auch nötig, nach dem gestrigen Tag. Ursprünglich wollten wir in den Ort zum Frühstücken gehen, aber das haben wir kurzerhand umgeplant. So gibt es nur einen Kaffee, die Maschine und Kapseln gibt´s im Zimmer und ein paar abgepackte Croissants haben wir mitgebracht. Das reicht, lieber essen wir dann heute Mittag, denn was der Abend bringt, wissen wir noch nicht so recht.

Wir laufen also nochmal etwas durch den Ort und wie man sehen kann, ist das Wetter noch sehr ausbaufähig. Wir vertrauen aber mal auf den Wetterbericht, denn danach soll es heute trocken bleiben und sonnig werden.

Mitten in Mayrhofen entdecken wir dann diesen „Lost Place“. Daneben stand noch ein Schrottwagen und bergeweise Metallreste, das Haus war ebenfalls total verfallen. Das vermutet man in einem solchen Ort auch nicht unbedingt.

So ist der Vormittag wie im Flug vergangen und wir gehen in die Nähe des Sammelplatzes für die Biker zum Essen. Ausgesucht haben wir uns den Gasthof Perauer, weil der direkt an der Ahornbahn liegt. Nachdem es gestern ja kein typisch alpenländisches Essen gab, wollen wir das heute nachholen. Als wir heute Vormittag hier vorbeigelaufen sind, haben wir schon mal in der Speisekarte geschmökert und unsere Favoriten herausgesucht. Leider gibt es am Samstag aber nur eine reduzierte Karte 🙁 Schade, aber wir finden auch da was.

Gut war´s und danach gab´s den obligatorischen Espresso.

Weil es noch gar so früh war, gehen wir einfach mal zum Sammelplatz der Biker, zu Stoaners Bienenhäusl. Und da ärgern wir uns, dass wir nicht gleich zum Essen hierher gegangen sind. Ein wundervolles Plätzchen, direkt unter der Seilbahn. Tische drinnen, draußen auf der Wiese, mit Sonnenschirmen. Sehr schön!

Wir setzen uns dann doch nochmal auf einen Cappuccino und eine Limo hin und später muss auch noch ein Kaiserschmarrn sein.

Das war einfach zu schön dort und ganz nebenbei konnten wir noch den Gleitschirmfliegern bei der Landung zusehen.

Als wir Richtung Zimmer aufbrechen, kommen auch schon die ersten Biker an und wir sind schon richtig gespannt, was da noch alles kommen wird.

Den Biker-Corso wollen wir uns dann von unserem Balkon aus ansehen, denn die Strecke führt direkt vor uns vorbei. Die Spannung steigt!

Irgendwann um 16:30 hört man dann, wie der Corso am Bienenhäusl startet. Jetzt geht es erst aus Mayrhofen raus, dann auf der Bundesstrasse ans andere Ende und von dort wieder in den Ort. Nächster Stopp ist das Rathaus – oder Gemeindeamt – und dann kommen sie durch die Hauptstrasse hoch.

Ganz spontan darf noch eine Braut mit Freddy mitfahren und dann geht es mit lautem Hupen weiter. Der Corso ist so lang, dass das Ende noch bei uns steht, als der Anfang schon am nächsten Halt angekommen ist. So haben wir echt viel Zeit, uns die Motorräder anzusehen. Sogar Alfred Eberharter jun. hat sich unter die Besucher gemischt und unterhält sich lange mit unserem Vermieter.

Ursprünglich war es ja mal ein Harley-Corso, mittlerweile fahren aber auch alle anderen Maschinen mit, vom Trike über historische Motorräder bis hin zum Mofa ist alles geboten. Überragend! Wie viele es sind? Keine Ahnung, aber eine ganz schöne Menge und vor allem viele wirklich sehenswerte Maschinen.

Jetzt ist es Zeit für uns, so langsam in den Shuttle Bus zu steigen, der uns hoch nach Finkenberg zum Festival-Gelände bringt. Das ist wirklich hervorragend organisiert – und dazu auch noch kostenlos.

Die Haltestelle wäre direkt vor unserem Appartement, aber wir sehen schon den ganzen Tag, dass die Busse hier schon voll ankommen und oft sogar durchfahren. Also laufen wir ein paar Minuten in den Ort, zur vorherigen Haltestelle. Und siehe da, zwei Minuten später kommt ein fast leerer Bus und wir können bequem einsteigen und uns einen Sitzplatz aussuchen. An „unserer“ Haltestelle ist dann schon ein riesiges Gedränge und es kommen gar nicht alle mit.

Jetzt geht es nach Finkenberg, vielleicht 10 oder 15 Minuten später sind wir da und müssen erstmal durch die Einlasskontrolle, was zwar etwas dauert, aber vollkommen entspannt vor sich geht.

Und dann sind wir drin! Das Gelände ist wie so ein kleines Amphitheater aufgebaut. Vorne die Bühne, davor ein ebener Platz und dann der ansteigende Hang. Es spielt noch eine Vorgruppe, aber der Platz vor der Bühne ist wohl schon seit Stunden gefüllt.

Unser Platz war gut, zumindest am Anfang 🙂 Durch das Gefälle hat man nie das Problem, dass einem jemand die Sicht versperrt. Auf dem Bild wirkt das auch viel weiter, als es in Wirklichkeit war. Mit der Zeit haben wir aber bemerkt, dass es brutal anstrengend ist, stundenlang auf dem abschüssigen Gelände zu stehen.

Es wurde dann langsam dunkel und um 20:30 h kamen die Stars des Abends auf die Bühne. Begleitet von Gleitschirmfliegern mit Fackeln, die am Himmel einflogen und am Hang gegenüber landeten. Sehr gelungen, das sieht man auch nicht alle Tage.

Dann waren sie da. Das Finkenberg Open Air 2026 beginnt.

Wir haben es genossen, 2,5 Stunden non Stopp, meistens mit den Klassikern und eine ganz besondere Stimmung kam auf, als nach vielen Jahren die beiden Urgesteine Alfred Sen. und Freddy die Bühne betraten und fast das komplette Konzert mitspielten.

Die mehr als zwei Stunden waren im Flug vorbei und gerade hier in Finkenberg, der Heimat der Schürzenjäger, ist es eh eine ganz besondere Atmosphäre für die Band und die Fans. Es war jede Sekunde wert, auch wenn die Füße irgendwann richtig weh taten.

Zum Abschluss gab es wie erwartet „Sierra Madre“ und ich muss sagen, diese Stimmung, dieses Gefühl werde ich nie vergessen. Das ist einmalig, unbeschreiblich und bleibt für immer.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass da vorne auf der Bühne keine Unternehmer stehen, die Ihr Programm abspulen, um möglichst schnell möglichst viel Geld zu verdienen. Mag sein, dass es hier in Finkenberg auch noch anders ist, aber die Kerle da vorne sind mit Leidenschaft dabei und machen das, weil es Ihnen richtig Spaß macht. Nur so ist auch zu erklären, dass das Festival über mehrere Tage geht und eine ganze Region mitfeiert.

Direkt nach Sierra Madre machen wir uns auf den Weg zum Ausgang, dann all die Menschen hier müssen ja mit Bussen wieder zurück in Ihre Unterkünfte. Begleitet von einem Abschlußfeuerwerk haben wir Glück und sitzen in einem der ersten Busse, die nach dem Konzert zurückfahren. Da wir dann nur am Bahnhof aussteigen können, haben wir noch 20 Minuten zu Fuß vor uns und sind um Mitternacht im Zimmer.

Schön war´s und es wird uns sehr lange in Erinnerung bleiben. Wiederholung nicht ausgeschlossen!

Zams, Venet, Berghotel

Heute geht es auf die nächste Etappe unserer Tour. Wir fahren nach Zams, wo wir auf dem 2.200 Meter hohen Venet ein Hotelzimmer gebucht haben. Ist mal was Besonderes, aber morgen ist ja auch ein besonderer Tag.

Wir packen schon gleich so, dass wir nur das mit auf den Berg nehmen, was wir dort auch brauchen. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass die Gondel-Seilbahn renoviert wird und wir daher mit 2 Sesselliften dort hinauf fahren müssen. Es muss also alles in unsere beiden Rücksäcke und eine kleine Reisetasche passen, aber das ist auch kein Problem. Nur das Wetter ist noch ein Unsicherheitsfaktor, da müssen wir wohl lieber mal zweigleisig fahren.

Zum Frühstück holen wir uns eine Leberkäs-Semmel beim M-Preis, Kaffee haben wir noch im Zimmer gekocht und dann geht es los, zuerst mal Richtung Innsbruck. Verkehr ist heute ordentlich, vielleicht reisen noch mehr Festival-Besucher ab? Egal, Google meinte, wir brauchen 1 Stunde 45 Minuten. Die kriegen wir auf jeden Fall rum.

Unterwegs gibt`s dann Frühstück und obwohl es in Mayrhofen noch etwas wolkig war, haben wir mittlerweile herrlichen Sonnenschein.

Gut gestärkt geht es weiter, immer noch bei herrlichstem Wetter.

Vorbei an Innsbruck ist unser heutiges Tagesziel die Talstation der Rifenalbahn bei Zams. Dort werden wir das Auto abstellen und mit dem Sessellift die ersten zwei Drittel überwinden. Danach geht es mit dem Weinberglift ganz nach oben.

Auch mit dem Gepäck war das alles ganz easy und wir kommen entspannt auf dem Venet an.

Dort checken wir ein und als wir hören, dass wir ein Zimmer mit Bergblick haben, buchen wir kurzentschlossen um: Wir wechseln auf die Talseite, weil der Blick dort um ein Vielfaches schöner ist und bekommen sogar ein Zimmer mit Infrarotkabine. Das probieren wir dann doch mal aus!

Das hat schon mal alles reibungslos funktioniert, so dass wir erstmal kurz ins Restaurant gehen und etwas essen, bevor wir noch eine kleine Runde laufen.

Annette bleibt dann noch etwas draußen und ich bin im Zimmer, genieße die Aussicht und hole etwas Schlaf der vergangenen Nacht nach 🙂

So vergeht der Nachmittag und wir kommen von einem Essen zum anderen. Von 18 bis 20 Uhr gibt es Abendessen. Wir haben hier Halbpension gebucht, macht anders ja auch keinen Sinn. Um halb 7 sind wir drüben im Restaurant und positiv überrascht. Wir werden vom Chef, mit dem wir uns schon am Nachmittag gut verstanden haben, persönlich begrüßt und zu unserem Tisch begleitet. Direkt am Fenster mit Blick aufs Tal und den Sonnenuntergang. Das war allerdings auch nicht besonders schwer, da mit uns nur noch eine Gruppe von 7 Personen im Restaurant war. Trotzdem, das war sehr sympathisch und wir haben das sehr wohl wahrgenommen.

Das war schon gut, aber der Blick dazu noch viel besser. Da muss es ja prima schmecken!

Kulinarisch steigen wir hier erst bei der Hauptspeise ein, Salat und Suppe habe ich vergessen zu fotografieren 🙁

Das war tatsächlich besser als erwartet!

Vor dem Dessert muss ich dann unbedingt nochmal raus. Der Himmel wird immer schöner, die Abendstimmung ist hier oben einfach ganz anders. Heute war zwar tagsüber auch nicht viel los, aber jetzt ist hier totale Ruhe. Einfach schön!

Die Sachertorte fordert dann nochmal alles von uns. Das war für ein Abendessen ganz schön üppig. Morgen müssen wir da mal den ein oder anderen Gang ausfallen lassen.

Mit einem letzten Blick auf das nächtliche Landeck geht der Tag dann zu Ende. Wir haben es hier richtig gut getroffen, das ist ein außergewöhnliches Plätzchen und der Wechsel zum Zimmer mit Talblick war eine gute Entscheidung.

Wandertag

Heute steht eine Wanderung zur Goglesalm auf dem Programm. Die Strecke sind wir schon vor Jahren mal gegangen und es hat uns super gefallen, außerdem sind auch die Steigungen recht human und wir können das schaffen.

Als wir um 7 aufstehen, ist es draußen noch sehr dunstig – oder sind das die Wolken, die unter uns ziehen? Egal, der Effekt ist wohl der selbe.

Aber schon ein paar Minuten später hat die Sonne den Dunst vertrieben und es ist abzusehen, dass die Wettervorhersage für heute stimmen wird.

Das Wetter passt also! Zum Glück ist es nicht zu warm, sonst hätten wir auch keinen Spaß, denn auf dieser Höhe sind die Bäume recht dünn gesät und wir gehen somit komplett in der Sonne.

Vorher aber gibt´s erstmal Frühstück. Neben dem Buffet bekommen wir sogar noch ganz frisch Eier zubereitet und wie es sich auf einer Hütte gehört, natürlich mit Speck. Da muss ja Kraft in die Beine.

Entsprechend gut vorbereitet machen wir uns dann auf den Weg, der ca. 2 Stunden dauern soll und zuerst 210 Höhenmeter abwärts geht, dann natürlich auch wieder nach oben. Machbar, würde ich mal sagen, obwohl wir hier auf 2.200 Metern Höhe sind, was sich schon deutlich bemerkbar macht.

Das ist der Weg und hinter dem Kamm geht es noch ein ganzes Stück weiter.

Wir starten also gegen halb 11, zuerst noch mit Jacke und langer Hose. Das bleibt aber nicht lange so, denn es ist wirklich angenehm war. Nicht heiß, aber warm, ideal zum Wandern!

Eine schöne Strecke, der Hinweg geht auch zumeist bergab. Uns ist aber schon klar, dass wir jeden Meter, den wir jetzt hinuntergehen, auf dem Rückweg auch wieder hinauf müssen.

Nach 50 Minuten erreichen wir unser Ziel, die Goglesalm. Der einzige Tisch, der noch im Schatten frei ist, hat die Nummer 30. Und das heute! Da müssen wir uns natürlich sofort hinsetzen.

Mit hinsetzen alleine ist es natürlich nicht getan, zuerst gibt´s was zu trinken…

… und etwas später ein kleines Mittagessen. Tirolerknödelsuppe und Kaiserschmarrn. Es sollte heute nicht so viel sein, weil wir ja jetzt das Abendessen im Hotel kennen.

Das war genau so, wie es sein muss und ich habe schon lange keine so guten Tirolerknödel mehr gegessen!

Auf der Alm nehmen wir uns noch ein kleines Stückchen Käse mit, den sie dort herstellen und dann steht der Rückweg an. Gleich am Anfang geht es schon bergauf und das ist fast die ganze Strecke so.

Hier und da müssen wir mal eine Fotopause einlegen, zufällig und nahezu immer im Bereich der Steigungen 🙂 Da bietet es sich dann auch an, einmal tief durchzuatmen und den Puls wieder etwas zu beruhigen. Es gab viele Fotos 🙂 und das ist eines der schönsten:

Der Rückweg dauert etwas länger, eine knappe Stunde und wir genießen dann das tolle Wetter noch etwas auf der Terrasse des Restaurants bei ein paar Runden Rommè.

Schwupps, ist es auch schon wieder Zeit, dass wir uns fürs Abendessen fertigmachen, kurz in die Dusche springen und uns umziehen.

Auch heute gibt es wieder ein 4 Gänge Menü, wieder begleitet von einem herrlichen Sonnenuntergang.

Nach dem Essen wird der Himmel dann nochmal etwas spektakulärer und wir gehen daher nochmal hoch auf die obere Terrasse. Ein wirklich gebührender Abschied für uns an diesem besonderen Tag.

Während wir hier speisen und den Sonnenuntergang genießen, sind die Männer draußen noch dabei, das neue Zugseil für die Gondeln der Venet-Bahn einzuziehen. Das dauert insgesamt fast 3 Monate! Den Job möchte (und könnte) ich wirklich nicht machen…

Die Rückfahrt

Was war es gestern noch so schön. Und heute?

Dazu nieselt es leicht, als wir um 7 Uhr aufwachen. Ein wenig Zeit haben wir ja noch, bis 10 Uhr können wir im Zimmer bleiben, aber irgendwann müssen wir dann mal runter von diesem Berg.

Zuerst gehen wir mal Frühstücken, vielleicht wird´s ja dann besser? Wird es nicht, obwohl das Regenradar eigentlich schon eine trockene Phase anzeigt, nieselt es noch immer leicht. Dazu ist es gegenüber gestern auch recht frisch geworden. Keine guten Voraussetzungen für eine Abfahrt mit dem Sessellift.

Regenkleidung und Hüllen für die Rucksäcke haben wir ja dabei, aber wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, möchten wir doch halbwegs im Trockenen da runter fahren. Also noch etwas abwarten. Wird schon werden 🙂

Wird es nicht! Ganz im Gegenteil. Hat es vor dem Frühstück noch genieselt, ist es jetzt eher ein leichter Regen. Aber was soll´s, ändern können wir eh nichts. Der Mitarbeiter vom Restaurant macht uns leider auch keine Hoffnung, er geht davon aus, dass es die nächsten 2 Stunden keine Besserung geben wird.

Wir packen also zusammen, dann die Regenhüllen über die Rucksäcke und eine Mülltüte über die Reisetasche. Mehr geht nicht. Nachdem wir bezahlt haben, ziehen wir noch unsere Einweg-Regenhüllen über und setzen uns den Naturgewalten aus 🙂

Der erste Sessellift ist glücklicherweise noch mit einer Regenhaube ausgestattet. Hier werden nur unsere Unterschenkel etwas nass, der Rest von uns ist einigermaßen im Trockenen.

So geht es praktisch im Blindflug den Berg hinunter bis zur Talstation der Weinbergbahn.

Zwischen der Talstation der ersten und der Bergstation der zweiten Bahn haben wir noch ein paar hundert Meter zu laufen und was wir nicht bedacht haben: Bergauf zu laufen. Das mit dem vollen Rucksack, eingepackt wie mitten im Winter und dazu noch mit der Reisetasche, die wir zusammen tragen. Da hatten wir nochmal richtig Puls 🙂

Jetzt aber ab auf die letzte Bergetappe. Und dieses Mal direkt eins mit der Natur, sprich direkt im Regen. Ab einem gewissen Punkt ist es aber auch schon egal, unser Regenschutz funktioniert einigermaßen und wenn wir am Auto sind, können wir uns ja umziehen und uns in trockene Klamotten werfen.

Angekommen! Die Regenhülle hat ihren Dienst getan und das Känguru, aus dem der Hut gemacht ist, war auch wasserdicht!

Tatsächlich sind unsere Beine aber doch etwas nass geworden, das war ja schon ganz oben abzusehen. Unterwegs, auf dem offenen Lift, ist uns aber eine Idee gekommen, wie wir das mit dem Umziehen machen. Wir wollen eh noch ein paar Sachen in Landeck einkaufen und erinnern uns daran, dass es dort bei Hofer ein überdachtes Parkdeck gibt. Gute Idee! Also erstmal schnell alles ins Auto, die nassen Hüllen in einen weiteren Müllsack und ab nach Landeck.

Dort herrscht erstmal etwas Ratlosigkeit. Vom Parkdeck beim Hofer keine Spur. Bis uns dann die Idee kommt, dass es doch etwas weiter draußen war? Und wirklich. Das Parkdeck gibt es, war nur beim Lidl 🙂

Hier fahren wir ins Untergeschoß, wo es nur Parkplätze für Mieter gibt und deshalb rein gar nichts los ist und wir uns in aller Ruhe umziehen können. Perfekt!

Aber jetzt doch wieder zum Hofer, die bekannten Sachen kaufen und dann wieder zurück nach Zams, wo wir noch kurz beim M-Preis die letzten Dinge einkaufen. Ist ja bei jedem Österreich Besuch das Gleiche 🙂

Von Zams aus treten wir dann endgültig die Rückreise an, bei immer noch leichtem Regen. Wir wählen die Route über den Fernpaß, obwohl Google uns über den Bodensee schicken will? Der Verkehr ist dann entsprechend. Sehr viel los, an einem Dienstag – und das in beide Richtungen. Aber es geht immer vorwärts, wir stehen nur ganz wenig und dann auch nur kurz. Kurz vor Reutte füllen wir den Tank nochmal auf. Auch wenn es nur ein paar Liter sind, bei 1,859 muss das schon sein.

Nach dem Grenztunnel Füssen, wo wieder Kontrollen stattfinden, geht es dann auf der A7 nach Norden. Am Anfang ist der Verkehr sogar noch recht dicht. Bei Bad Grönenbach legen wir den obligatorischen Stopp beim McD ein. Wo auch sonst?

Direkt gegenüber entdecken wir zufällig, dass dort Mammut seinen Sitz hat und einen Store und auch ein Outlet angeschlossen ist.

Den Besuch hätten wir uns sparen können. Selbst zu Outlet Preisen ist das immer noch weit weg von dem, was wir bereit sind auszugeben. Wenn eine Regenjacke von 360 € auf 210 € reduziert ist, ist das für mich immer noch nicht attraktiv.

Ab der Gegend von Ulm wird der Verkehr dann immer weniger und es bleibt so, bis wir kurz nach 18 Uhr nach 5:20 h Fahrt und 456 Kilometern zuhause ankommen.

Wieder mal nach ganz oben

Der hohe Norden hat schon was, also den hohen Norden Deutschlands meine ich damit. 2021 und 2023 (da habe ich hier noch nicht so aktiv gearbeitet) waren wir schon mal für jeweils 2 Wochen da oben, Damals war es Neuharlingersiel in Ostfriesland und dieses Jahr sind wir in Greetsiel gelandet.

Irgendwann war der Plan eigentlich, dass wir mal an die Ostsee fahren. Wir haben da auch wirklich schon intensiv gesucht. Aber irgendwie haben wir einfach nichts gefunden. Entweder es war super teuer, oder am Ar… der Welt. Als sich das dann immer länger hingezogen hat (wir haben schon im November 2025 gebucht!), haben wir kurzerhand aus dem Osten den Westen gemacht, dort gesucht und auch recht schnell etwas gefunden.

Genau hier sitzen wir nun, in Greetsiel, Schonergang 13 in einer klasse Ferienwohnung. Mit etwas weniger als 1.200 € für 2 Wochen stimmt hier auch der Preis. Da kann man durchaus mehr ausgeben!

Jetzt aber mal von Anfang an

Wie gewohnt sind wir früh gestartet. Laut Google sollten wir etwa 5:30 Stunden brauchen, dann noch ein Päuschen dazu und mit etwas Verkehr muss man ja auch immer rechnen. Geplante Startzeit also um 07:00 h und das hat tatsächlich auch so hingehauen. Dann musste natürlich noch der obligatorische Besuch bei „unserem“ Bäcker Staab sein, denn ohne entsprechende Verpflegung ist das ja nicht zu schaffen 🙂 Effektiv sind wir also erst um 07:15 gestartet.

Aufgrund der Verkehrslage wurde uns die Strecke über die A45/A1/A31 vorgeschlagen und wir haben das dankbar angenommen, was sich als absolut richtig erwiesen hat. Es gab, bis auf einen kleinen Abschnitt in der Dortmunder Ecke sehr wenig Verkehr und die Fahrt war dementsprechend sehr entspannt. Unseren geplanten Zwischenstopp, das Designer Outlet Center in Ochtrup erreichten wir um 11 Uhr und verbrachten dort eine gute Stunde.

Schon beim Eintreffen fiel uns die Werbung eines Unternehmens auf, das dort seine Dienste anbot 🙂 Frittenwerk.
wer es nicht kennt, der Name ist hier Programm. Wir waren schon ein paarmal in Bonn in der Filiale – und es gibt dort halt mal Pommes in anders!

Quebec Bacon Spezial Pommes von Frittenwerk zur Fußball WM 2026

Ziel: Greetsiel

Kurz nach 12 gings dann auf die zweite und letzte Etappe. Gestern haben wir uns mit der Vermieterin abgestimmt und mal so ganz locker vermutet, dass wir gegen 14 Uhr da sein werden. Und wann waren wir da? 13:58 h. Gut gelaufen aber schon reiner Zufall, dass es so gut gepasst hat.

Die Übergabe der Wohnung war schnell und sehr unkompliziert erledigt. Jetzt also schnell das Auto auspacken und ein erstes Mal in den Ort um mal etwas reinzuschnuppern und den Kühlschrank mit allem Nötigen für die nächsten Tage zu füllen. Unterwegs hatten wir hier und da mal ein paar Regentropfen, hoffen wir mal, dass es das zumindest für heute gewesen ist.

Greetsiel

Da wir ja unbedingt einkaufen mussten, ging es erst einmal mit dem Auto in den Ort, zu Fuß wären das etwa 15 Minuten. Parken kann man relativ nah, aber leider gibt`s nur ganz wenige kostenlose Parkplätze.
Also Auto abgestellt und ab ins „Zentrum“.
Greetsiel ist zwar auch nicht riesig, aber doch deutlich belebter und auch etwas touristischer, als wir es von Neuharlingersiel kennen. Direkt am Hafen gibt es eine Vielzahl von Geschäften und Lokalen, da finden wir bestimmt auch was, das uns gefallen wird. Heute sind wir aber nur mal so auf der „Durchreise“, um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen.
Das Wetter hat zum Glück auch mitgespielt, ein Wechselspiel zwischen Sonne und Wolken. Jacke an, Jacke aus. Aber zumindest blieb es trocken…

Gut eine Stunde später sind wir dann zurück am Parkplatz und jetzt geht geht es ab in den Edeka. Alles Notwendige für die nächsten Tage in den Einkaufswagen und zurück in die Ferienwohnung. So weit – so gut. Oder doch nicht?

Zum Abendessen gabs heute nur was zu Vespern, mit sündhaft teurem Brot aus einer der Zwillingsmühlen 🙂 War trotzdem nicht so gut, wie das vom Bäcker Staab!

Wo ist mein Handy?

Nach dem Essen sollte es eigentlich gemütlich werden. Der Tag war lang, wir sind früh aufgestanden, also ab auf die Couch. Doch dann kam die Frage (wohlgemerkt nicht von mir:-) ), die plötzlich alles ändern sollte: Wo ist denn mein Handy? Grundsätzlich ist das erstmal noch kein Grund zur Sorge, das haben wir zu Hause auch regelmäßig. Dann kommt als nächstes ein Rundgang durch die Wohnung – und oft taucht es schon da wieder auf. Heute nicht!

Also zur nächsten Stufe: Ruf mich mal bitte an!
Ich wähle und im Normalfall klingelt es dann beim zweiten Rundgang irgendwo in der Wohnung.

Heute nicht. Stille! Absolute Stille, leichte Ratlosigkeit und der Beginn von Verzweiflung.

Nachdenken! Im Auto könnte es noch sein!
Hoffnung. Also raus ans Auto. Ruf mich mal bitte an. Wieder rein.

Immer noch Stille! Große Ratlosigkeit. Fortschreitende Verzweiflung! Gewissheit. Das Handy ist weg!

Jetzt brauchen wir erstmal ein paar Minuten, um die nächsten Schritte zu überlegen. Was tun, was sperren, was sonst noch? Überlegen. Eigentlich kann es nur bei Edeka liegen, der hat aber schon zu. Egal, wir fahren trotzdem mal hin. Vielleicht muss ja jemand noch aufräumen und kann uns kurz reinlassen.
Niemand räumt noch auf und niemand lässt uns rein! Mist. Also wieder zurück.

Find my mobile

Bevor wir nun alles in Bewegung setzen, versuche ich mal, ob ich das Handy orten kann. Das funktioniert tatsächlich und beruhigt uns dann doch einigermaßen: Letzter Standort ist tatsächlich beim Edeka und verändert sich auch nach mehrmaligem Aktualisieren nicht. Wir hoffen also, dass wir das Handy morgen früh dort wieder abholen können.

So ist der erste Abend mal ganz anders gelaufen, als geplant, die Spannung bleibt hoch und wir gehen müde ins Bett.

Es ist wieder da!

Der gestrige Tag ging ja mit etwas Unruhe zu Ende, war doch nicht klar, wo das Handy nun wirklich ist. Theoretisch könnte es beim Edeka sein, aber war es das auch tatsächlich?

Ja. Es war. Gott sei Dank!

Wir haben uns extra den Wecker gestellt, obwohl eigentlich ein gemütliches Sonntags-Frühstück nach dem Ausschlafen geplant war. Egal. Um 8 Uhr stehen wir da vor dem Laden (ja, liebe Bayern, hier haben die Läden durchaus auch am Sonntag geöffnet) und der Puls ist etwas höher als normal. Aber dann stellt sich schnell heraus, dass das Handy gestern gefunden und sicher aufbewahrt wurde. Vielen Dank, an wen auch immer!
Der Puls normalisiert sich wieder und wir machen uns auf den Rückweg ins Ferien-Domizil und Richtung Frühstück.

Das Wetter war uns nicht wohl gesonnen

Für den ersten vollen Urlaubstag wollten wir (nach dem geplanten Ausschlafen und Frühstücken 🙂 ) etwas den Ort und die Gegebenheiten erkunden. Wollten wir! Es hat aber leider schon am Morgen geregnet, mal mehr und mal weniger, aber fast durchgehend. Vorhergesagt war das ja, aber die täuschen sich doch immer mal wieder. Heute nicht.

Wir fahren also in den Ort ins Touristen-Büro, um uns nochmal mit aktuellen Infos zu versorgen.
Und schon die nächste Überraschung: Steht da auf dem gleichen Parkplatz nicht das Auto unserer Nachbarn? Unserer direkten Nachbarn. Unglaublich! Wir haben kein wirklich gutes Verhältnis, deshalb wusste keiner was vom anderen, aber so einen Zufall kann es ja eigentlich nicht geben.

Endlich gibt`s Fisch!

Dann ist`s auch Zeit zum Mittagessen und wir wollen unbedingt Fisch essen. Gehört hier an der Nordsee irgendwie dazu und ist meist auch wirklich lecker.
Wir hatten uns natürlich schon vorher informiert und das Fischrestaurant De Beer soll wohl recht gut sein. Also hin da. Zum einen zum Essen, zusätzlich gibt es dort aber auch frischen Fisch und natürlich Nordseekrabben zu kaufen – und das wollten wir uns unbedingt ansehen.

Vorweg: Der Tipp aus dem Internet war top, wir haben lecker gegessen und noch was für heute Abend mitgenommen.

Smutjeteller mit Nordseekrabben, Wels, Scholle und Seelachs.

Während des Essens hat es nun schon wieder geregnet, z.T. sogar etwas stärker und als wir fertig waren, mussten wir eh zurück in die Wohnung, um unseren Einkauf im Kühlschrank zu deponieren. Wir warten also auf Besserung und es wurde doch tatsächlich trocken und etwas heller.

Ab zum Pilsumer Leuchtturm

Der Leuchtturm ist hier so etwas wie eine Touristenattraktion, auch wenn man eigentlich gar nicht weiß warum? Gut, er ist attraktiv herausgeputzt mit seinen gelben und roten Streifen, aber die eigentliche Besonderheit ist wohl, dass er in einem Otto-Film mitspielen durfte.
Wir fahren also da hin (zu Laufen ist es bei dem Wetter allemal zu weit) und beschließen, dort gleich eine kleine Walking-Runde zu machen. Am Ende war sie tatsächlich sehr klein, weil es doch stärker zu Regnen angefangen hat.

Also zurück in die Wohnung, aber nicht, ohne vorher kurz beim Bäcker reinzuspringen. Ein Stück Schlecht-Wetter-Kuchen geht immer – und wenn man schon nass ist, kann man auch noch ein paar Minuten länger draussen bleiben. Der Bäcker liegt nämlich im Ortskern und man kann nicht direkt dorthin fahren.

So haben wir aus dem Regentag wenigstens noch das Beste gemacht. Der Rest des Nachmittags gehört unseren Büchern und der Vorbereitung auf die nächsten Tage.

Da das Wetter noch bis Dienstag so bleiben soll, werden wir dann wohl nach Emden fahren. In einer Stadt ist das Wetter dann doch nicht ganz so wichtig. Warten wir ab!

Nieselregen und Teestunde

Auch heute sind die Wetteraussichten nicht so prickelnd. Bis auf wenige Pausen soll es den ganzen Tag Nieselregen geben. Für den Nachmittag haben wir eine Ostfriesische Teestunde im Steinhaus gebucht, da sind wir schon mal im Trockenen. Und am Vormittag machen wir was ganz Verrücktes:
Wir packen die Walking Stöcke aus – die Tour von gestern war ja wirklich nicht sehr lang – und machen uns auf eine Runde um Greetsiel. Pfeif doch auf das Wetter, unsere Jacken sollten das aushalten und außerdem regnet es ja gerade nicht.

Für diese etwa 6,5 Kilometer haben wir eine gute Stunde gebraucht, teils mit Gegenwind, manchmal mit Rückenwind. Ist aber auch klar, wenn man eine Runde läuft 🙂 . Auch wenn man manchmal das Gefühl hat, dass der Wind immer von vorne kommt…
Zum Wetter: Wir hatten echt Glück. Es hat zwar zwei mal kurz geregnet, aber immer recht überschaubar und nur für ein paar Minuten. War also doch gut, dass wir raus sind!

Nordseekrabben

Na, wie sieht das aus? Gestern haben wir uns ja ein paar von den leckeren Nordseekrabben mitgenommen und heute war das dann unser Mittagessen. Sehr lecker! Und sicher nicht das letzte mal!

Bis zur Teestunde um 15 Uhr hatten wir dann noch etwas Zeit, um uns von der Tour (und vom Mittagessen 🙂 ) zu erholen. Dabei haben wir auch die Fähre nach Norderney für den 13.07. gebucht.
Dann gings wieder zu Fuß in den Ort, wo wir pünktlich eine Viertelstunde zu früh im Steinhaus ankamen.

Ostfriesische Teestunde

Wir trinken eh gerne Tee und wenn wir schon mal in Ostfriesland sind, sollten wir uns damit einmal etwas näher beschäftigen. Wie geht das wirklich, was kann man falsch machen und wie ist das mit den Kluntje und der Sahne?
Auf der Seite von Greetsiel haben wir dann dieses Angebot gefunden und haben zum Glück noch 2 Plätze für heute ergattert.

Am Ende dauerte es fast 3 Stunden, in denen wir erfuhren, dass schwarzer Tee erst vorziehen muss (und zwar direkt in der Kanne, ohne Beutel oder so was), dann nach 3,5 Minuten mit kochenden Wasser aufgefüllt wird und damit trinkfertig ist. Erst beim Einschenken werden die Teeblätter abgefiltert. Die Sahne muss mindestens 33% Fett haben und der Kluntje kommt vorher in die Tasse. Und das absolute No Go ist Umrühren. Keinesfalls. Niemals.

Genau so muss das gemacht werden 🙂

Dazu haben wir noch viel über Anbau, Ernte und Verarbeitung der Teepflanzen erfahren, alles in allem ein sehr informativer und trotzdem kurzweiliger Nachmittag.

Am Ende gabs dann noch einige Informationen zum Steinhaus selbst, zu seiner Geschichte und den Menschen, die das Haus in der jetzigen Form seit dem 17. Jahrhundert geprägt haben.

Nach den fast drei Stunden haben wir noch eine kleine Runde durch den Ort gedreht, aber zum draußen sitzen war es einfach zu ungemütlich. Obwohl das Wetter besser war als vorhergesagt, verschieben wir das doch auf die kommenden Tage. Da soll es deutlich schöner und wärmer werden.

Emden

Heute ist ja laut Wettervorhersage der letzte Tag, an dem das Wetter, sagen wir mal suboptimal sein soll. Also sind wir kurzerhand nach Emden gefahren, dauert etwa eine halbe Stunde, bei gemütlicher Fahrt über die Dörfer.

So wirklich gr0ße Attraktionen gibt´s dort tatsächlich nicht, bei 50.000 Einwohnern kann man das aber auch nicht erwarten. Auf unserer To Do Liste standen nur das Otto-Haus und Thiele Tee. Und dann warten wir mal ab, was es sonst noch gibt…

Fußgängerzone Emden

Gleich am Anfang gabs schon die erste Abweichung vom Plan: Im Schaufenster eines Klamottenadens gabs reduzierte Friesennerze. Zum Glück nicht nur in leuchtendem Gelb… Jetzt kann also regnen 🙂

Wir bummeln danach noch etwas durch die Stadt und dann ist es auch schon Zeit für das Mittagessen. Nach etwas Recherche wissen wir, dass DER OSTFRIESE wohl gut sein soll. Probieren wir es aus!

Der Ostfriese

Wie so oft, sind die Bewertungen im Internet tatsächlich zutreffend. Wir entscheiden uns beide für einen Burger mit Pulled Salmon und das war eine sehr gute Wahl. Absolut empfehlenswert!

Wer also mal nach Emden kommt: Hier geht´s hin:

Gut gesättigt geht es dann zum ersten Ziel, dem Otto-Haus, oder wie der Ostfriese sagt Dat Otto Huus.
Vor der Türe gab´s eine Schlange die von einer Otto-Ampel geregelt wurde.

Bei einer Schlange vor dem Eingang denkt man ja gleich an Menschenmassen, die alle zum Eingang drängen und nur schwer im Zaum zu halten sind. Hier ist das nicht ganz richtig. Die Schlange gibt es eigentlich nur deshalb, weil das Huus nur ein Hüüschen (?) ist und es, wenn da 10 Leute drin sind, schon verdammt eng wird. Im Erdgeschoß gibt´s einen kleinen Laden, darüber ein „Museum“ von vielleicht 30 m³ und ganz oben ein „Kino“ für etwa 20 Leute. Klar, es läuft ein Otto-Film und der Raum ist proppevoll. Wir waren also recht schnell wieder draußen.

Ist die Ampel für den Einlass noch eine private Spielerei, gibt es dann doch eine offizielle Lichtzeichenanlage im Otto-Stil

Ich hoffe mal, dass das nicht irgendein amerikanischer Präsident mitbekommt, sonst müssen die ein paar Millionen Ampeln umrüsten 🙂

Direkt gegenüber sind dann die Deichkieker zu finden, ebenfalls eine Emdener Attraktion

Tatsächlich sind es nur 3 Deichkieker. Eine hat sich unberechtigterweise eingeschmuggelt 🙂

Am Ende unseres Besuchs haben wir uns dann noch mit gutem Ostfriesentee eingedeckt, der uns gestern wärmstens empfohlen wurde: Thiele Tee Begrüßt wurden wie sehr freundlich mit einem Tässchen Ostfriesentee und einem kleinen Schnack.

Der Käse-Hof-Laden

Das war irgendwie schon das Highlight des Tages: Den Laden haben wir uns auch schon vorher ausgesucht und heute hat es auf dem Rückweg prima gepasst. Die Anfahrt ist zwar etwas abenteuerlich (Bei einer Bewertung auf Google hieß es: „Tiefergelegte gehen besser zu Fuß“ – und das war wirklich ein gut gemeinter Rat 🙂

Als wir aber erstmal da angekommen sind, hat sich das alles absolut rentiert. Ein total uriger Laden mit super netter Bedienung und alle Käse gab es zum Probieren. So mussten wir also nicht die Katze im Sack kaufen.

Der Stall ist direkt vor dem Laden und so glaubt man gerne, dass die Milch komplett von hier kommt.

Wir haben uns also für 4 verschiedene Käsesorten entschieden und sie zu Hause dann am Abend gleich verspeist (also einen Teil davon) Der Eindruck hat sich absolut bestätigt: Sehr lecker – und wir waren sicher nicht zum letzten mal dort.

oben ein ZieKuh Käse, halb Kuh-, halb Ziegenmilch, rechts ein Ziegenkäse mit Feigen und Nuss, unten der Leuchtturmkäse mit Paprika und links ebenfalls ein mittelalter Kuhmilchkäse mit Schabziegerklee.

Zurück in Greetsiel mussten wir noch kurz zum Edeka und dann war auch der Dienstag schon vorbei.

Am Watt

Das klingt ja erstmal seltsam. Am Watt. Man vermutet ja, dass es das hier überall an der Küste geben sollte, aber hier in Greetsiel gibt´s eben kein Watt. Der Ort liegt in einer Art Bucht oder Fluß, so daß es hier zwar einen Hafen gibt, das Watt aber sehr weit draußen liegt.

Heute wollten wir aber mal direkt ans Meer und sind deshalb die paar Kilometer nach Itzendorf gefahren und haben dort am Campingplatz das Auto abgestellt. Nun hoch auf den Deich und dann war da das, was wir sehen wollten.

Von hier aus gings am Deich entlang nach Norddeich, wo wir dann mal mitbekommen haben, was hier bei schönem Wetter und in der Hauptsaison los ist. Allerdings ist der Aktionsradius der meisten Besucher gerade mal wenige 100 Meter um Strand und Restaurant, die Fischbuden und Eisläden. Geht man etwas weiter weg davon, ist es ganz schnell ruhiger.

Das Wetter war heute perfekt: Sonne, also warm. Dazu der ständige Wind, also nicht zu warm 🙂 Nur mit den Walking-Stöcken muss man aufpassen: Wenn eine Böe kommt, drückt es den jeweiligen Stock ganz schön zur Seite. Also entsprechend Abstand zum Fuß halten, sonst kanns dumm ausgehen…

Insgesamt eine tolle Tour und vor dem Rückweg gab´s dann auch unser erstes Fischbrötchen! Sehr lecker!

Von hier aus ging´s dann direkt wieder zurück zum Parkplatz…

… und nach einem Abstecher zum Bäcker in Norddeich auf die Terrasse unserer Ferienwohnung.

Wir haben dort zum ersten mal Ostfriesentee nach der offiziellen Art und Weise zubereitet und es uns einfach gut gehen lassen. Ist ja Urlaub 🙂 Und später gibt´s dann noch den restlichen Käse von gestern!

Zur Greetsieler Schleuse

Heute begann der Tag eigentlich erst um 13:30 Uhr. Ursprünglich hatten wir heute geplant, uns Fahrräder auszuleihen und ein Tour zu machen, aber leider war das Wetter nicht so gut, wie vorhergesagt. Apropos Wettervorhersage. Wir nutzen auf unseren Handys zwei verschiedene Apps für die Wetterprognose. Bisher waren da aber so große Unterschiede, dass man nicht glauben kann, dass es um die Vorhersage für den gleichen Ort gehen soll. Wenn aber dann wenigstens eine der beiden Apps richtig liegen würde! Denkste! Bisher war es ausnahmslos so, dass die beiden jeweils ihr eigenes Wetter vorhersagten, die Realität dann aber nochmal anders aussah! Mal besser, mal schlechter, das scheint einfach Glück zu sein, zumindest hier an der ostfriesischen Nordesseküste.

Wir haben also die Radtour ausfallen lassen und stattdessen ein Fahrt mit der Graf Edzard I gebucht. Da können wir im schlimmsten Fall unter Deck gehen und sehen trotzdem noch was.

Die Graf Edzard I

Wir starten also um 14:30 h im Hafen von Greetsiel auf die Fahrt zur Schleuse und haben uns bei der Buchung für einen Platz auf dem Oberdeck – also im Freien – entschieden. Gute Wahl!

Die Fahrt führt durch das Naturschutzgebiet Leysiel bis zur Schleuse, wo die Nordsee vom Binnengewässer getrennt ist.

Zusätzlich fahren wir sogar noch durch die Schleuse, auch wenn wir direkt danach wieder umdrehen müssen. Der Kapitän hat uns erklärt, dass die Graf Ezdard I ein reines Binnenschiff ist und keine Zulassung für das offene Meer hat – und das fängt nun mal direkt nach der Schleuse und dem dortigen Becken an. Also rein in die Schleuse, hoch, drüben wieder raus, direkt umdrehen – und wieder rein.

Die Nordsee hinter der Schleuse

So funktioniert das zumindest in der Theorie. Tatsächlich konnten wir auf dem Rückweg nicht mehr direkt mitkommen, weil vor uns schein ein anderes Ausflugsschiff eingefahren war und der Platz einfach nicht mehr für uns reichte. Also abwarten, erst die zwei Schiffe vor uns schleusen, dann waren wir an der Reihe. Das hat uns eine satte Verspätung von 20 Minuten eingebracht, was der Kapitän als äußerst selten bezeichnete. Uns wars egal!

Danach ging´s den gleichen Weg zurück, wieder mit einem Blick auf den kleinsten Leuchtturm Deutschlands.

Um 16:50 h waren wir zurück in Greetsiel. Das Wetter hat gehalten, ab und zu gab´s sogar etwas Sonne. War vielleicht sogar besser, als wenn wir ständig in der prallen Sonne gesessen wären? Und windig war´s auch 🙂

Weil es jetzt doch etwas sonnig wurde, sind wir kurzerhand noch auf die andere Hafenseite rüber und haben uns im Rettungsschuppen noch was zu trinken gegönnt.

Bekannt ist der Rettungsschuppen übrigens aus den Büchern von Dirk Trost, die allesamt in Greetsiel spielen. Deshalb musste ich unbedingt mal da hin.

Das war dann auch der Donnerstag, wir gehen zurück in die Wohnung und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

Norden

Klar, Norden! Das ist in Deutschland (und sonst auch) oben. Dass wir das sind, ist ja klar. Heute waren wir aber in Norden im Norden, also in der Stadt Norden. Ein schönes, gemütliches Städtchen, das uns gleich mehr angesprochen hat als Emden. Ist zwar kleiner, gefühlt aber ist dort mehr los, was die Fußgängerzone und die Läden und Lokale betrifft.

Das ostfriesische Krimi-Museum

Das ostfriesische Krimi-Museum war für uns Anlaß genug, heute mal nach Norden zu fahren. Hier werden die Innenaufnahmen der Ostriesenkrimis um Ann Kathrin Klaasen, Frank Weller und ihrem Kollegen Rupert gedreht, nach den Büchern von Klaus-Peter Wolf.

Da wir die Folgen fast alle sehr gerne angesehen haben, bot es sich doch an, einmal hier in die Kulisse einzutauchen.
Die Räume sehen aus, als wären die Schauspieler und die Filmcrew gerade erst gegangen – und das soll wohl auch so sein, weil auch das scheinbare Chaos wohl doch ein System hat.

Wir durften also in alle Büros hineinsehen, sie aber nicht betreten. Mal sehen, wie wir das finden, wenn wir die nächste Folge ansehen.

Den Besuch wars auf jeden Fall wert, auch die Infos zu Klaus-Peter Wolf und anderen ostfriesischen Krimiautoren wie Dirk Trost (Jan De-Vries Reihe) waren interessant.

Die Innenstadt

Das Museum liegt etwas weiter vom Stadtkern entfernt, fast schon in Norddeich – und so mussten wir nach dem Besuch erstmal wieder ins Auto und ins Zentrum fahren.

Wie schon erwähnt, Norden hat einen gewissen Charme, so kam es zumindest uns vor. Wir haben uns dann nach einem Bummel durch die Fußgängerzone im Lieblingscafè von Klaus-Peter Wolf einen Ostfriesentee und etwas Süßes gegönnt und dabei das schöne Wetter genossen.

Zurück in Greetsiel war es mal wieder an der Zeit, den Kühlschrank aufzufüllen und das hieß: Ab zum Edeka. Auch das war schnell erledigt und nachdem wir die Kühlprodukte kurz in die Wohnung gebracht haben, haben wir eine tolle Entdeckung gemacht: Heute hatte der Fischladen Siebrands Seafood, der eigentlich als Großhandel beschrieben ist, ein Schild vor der Türe: Heute frischer Granat.
Für die, die es nicht wissen: Granat sind die ungepulten Nordseekrabben, also so, wie sie gefangen werden. Wir haben das zum Anlaß genommen, da mal reinzugehen und nachzufragen. Und siehe da: Man kann dort auch als Verbraucher einkaufen und das ist perfekt für uns. Mussten wir vorher immer 10 Minuten zu De Beer fahren, haben wir die Quelle jetzt praktisch direkt vor der Nase.

Zu de Beer mussten wir heute aber trotzdem, weil wir zum Abendessen Fischbrötchen und ein paar Salate geplant hatten.

Das war unser verspätetes Mittagessen, weil das süße Zeug ja nicht als solches gelten kann 🙂

Später am Abend kamen dann die leckeren Fischsalate und Räucherlachs mit Pellkartoffeln auf den Tisch. Auch das wieder sehr lecker und eben der Örtlichkeit entsprechend. Nordsee und Fisch – das passt doch!

Neuharlingersiel

2021 und 2023 haben wir unseren Urlaub ja bereits an der ostfriesischen Nordseeküste verbracht. Damals waren wir etwas weiter im Osten, in Neuharlingersiel – und genau da wollten wir heute nochmal hin.

Damals haben wir eine kleine Mühlenbäckerei entdeckt, in der wir heute Frühstücken wollen. Leider war heute kein Backtag, sonst hätte es noch frische Backwaren aus dem Holzofen gegeben.
Ganz markant ist die weithin sichtbare Mühle, die der Bäckerei zu ihrem Namen verholfen hat.

Das Frühstück war dann irgendwie nicht so besonders, wie wir es in Erinnerung hatten. Vielleicht glorifiziert man wirklich manche Dinge in der Erinnerung, wenn sonst alles gepasst hat. Was aber sensationell ist, sind die Kuchen und Torten, die sie da anbieten. Da konnten wir wieder einmal nicht widerstehen 🙂

Gut gestärkt machten wir uns weiter nach Neuharlingersiel. Viel hat sich nicht verändert und wir haben uns daher direkt zurechtgefunden. Parken am Hafen und dann gleich mal hoch auf den Deich. Das fehlt uns hier in Greetsiel schon ein wenig.

So kennen wir Neuharlingersiel und die Nordsee. Der Deich, dann hinab auf einen Fußgänger- und Fahrradweg, dahinter etwas Strand und dann das Meer. Wenn es gerade da ist :-), ansonsten eben das Watt. Zuerst ließen wir uns den Wind etwas auf dem Deich um die Nase wehen und dann machten wir Station in der Strandbar Windloop. In der ersten Reihe Richtung Meer gönnten wir uns was leckeres zu Trinken und irgendwann auch eine Pommes Spezial. Das musste sein, schon aus nostalgischen Gefühlen.

Auch der Hafen hat sich nicht verändert, gefühlt sind sogar noch die ganzen Geschäfte gleich geblieben. Und natürlich die „Alt – und Jungfischer“ -Statue am Kai

Unser letzter Programmpunkt hier in der Ecke war dann die Seriemer Mühle, die wir auch schon von früher kannten. Dort war heute Flohmarkt und die Mühle war geöffnet und es gab frisch gemahlenes Mehl zu kaufen. Dieses wird in einer kleinen Mühle gemahlen und mit dem Erlös wird die Mühle restauriert, bis sie wieder in ihrem Originalzustand erstrahlt.

Dieses Bild stammt noch aus 2021

Beim letzten Besuch haben wir uns eine spezielle Pfannkuchenmischung mitgenommen, die sehr lecker war und die wollten wir gerne wieder haben. Leider war sie aber gerade ausverkauft. Kein Problem für die beiden netten Leute, die dort zugange waren: „Wenn Sie eine halbe Stunde Zeit haben, mahle ich Ihnen das gerne!“ Die Zeit haben wir allemal! Und so können wir zusehen, wie unsere Backmischung frisch und nur für uns gemahlen wird.

Das wird dann noch einmal gemahlen, bis der gewünschte Grad erreicht ist

Bei zwischenzeitlich sonnigem Wetter würde uns die Wartezeit nicht lange, zumal wir vorher noch ausgiebig den Flohmarkt besuchten. Der Ertrag war aber eher mäßig, ein kleiner Bilderrahmen war unser einziger Kauf.

Nun mussten wir noch einmal zurück nach Neuharlingersiel, denn natürlich gab es auch kulinarische Gründe für unseren Besuch. Bei der Bäckerei Hinrichs haben wir uns 2 Stück der legendären Friesentorte reserviert und beim Wikingerbäcker im Edeka Markt den nicht minder legendären Vollkorn-Dinkel-Winkel.

Für die Torte hatten wir sogar extra unsere Kühlbox mitgebracht und die hat uns die Leckerei auch gut gekühlt und frisch nach Greetsiel gebracht.

Unterwegs haben wir dann mehr oder weniger zufällig noch einen Hofladen besucht: Coldinne Der Laden an sich ist echt interessant: Es gibt dort keine Mitarbeiter, alles läuft digital! Zum Einlass braucht man eine EC-Karte, nur so öffnet sich die Türe. Der Laden selbst ist sehr modern eingerichtet, mit Tischen im Freien und auch innen, wo man seine Käufe direkt genießen kann. Bezahlt wird auch an einem Automat, der genau erklärt, was als nächstes kommt. Technisch und optisch gesehen sehr sehenswert, gekauft haben wir nichts. Fleisch zum Grillen brauchten wir nicht und alles andere war deutlich überteuert.

Am Ende würde ich nun gerne noch ein Bild von der leckeren Friesentorte hier präsentieren, die wir mit einem traditionell gekochten Ostfriesentee auf der Terrasse genossen haben. Daraus wird aber leider nichts, weil wir vor lauter Begeisterung vergessen haben, ein Bild zu machen.

Somit gibt es dann eben nur den legendären Dinkel-Winkel:

Am siebten Tage…

Auch wir haben uns den Sonntag als Ruhetag auserkoren, was aber nicht heißt, daß man da gar nichts machen kann. Nach dem Frühstück machen wir uns also auf den Weg zum Campener Leuchtturm. Nach dem Pilsumer Leuchturm, seines Zeichens angeblich der kleinste Leuchtturm Deutschlands, sehen wir heute also auch den größten Leuchtturm Deutschlands und wohl einen der größten weltweit.

In erster Linie sind wir aber nicht seinetwegen hier, sondern weil wir hier eine kleine Runde am Meer entlang laufen wollen. Den Turm da gleich mit anzusehen, hat sich einfach angeboten.

Es geht also von einem kleinen – und sogar kostenlosen! – Parkplatz in der Nähe des Leuchtturms erst einmal in Richtung Uplewarder Trockenstrand und dann noch etwas weiter. Wir laufen einfach so lange, wie wir glauben, den Rückweg noch schaffen zu können 🙂 Die Strecke ist super schön, direkt am Watt und es ist vor allem nicht so viel los. Teilweise sind wir ganz alleine unterwegs und es geht ewig gerade aus.

Auf dem Deich treffen wir aber immer wieder Schafe, die hier in aller Ruhe grasen und sich von den vorbeikommenden Menschen in keiner Weise aus der Ruhe bringen lassen.

Erst auf dem Rückweg geht´s dann zum Leuchtturm, zuerst sehen wir ihn noch aus der Ferne…

dann stehen wir direkt davor

Den Aufstieg schenken wir uns dann aber doch, nach 1,5 Stunden Nordic Walking muss das nicht mehr sein 🙂

Diese beiden kleinen Gesellen treffen wir dann noch auf den letzten Metern zum Parkplatz

Zurück in unserer Ferienwohnung wird´s dann echt Zeit zum Mittagessen und danach für einen leckeren Espresso. Wir sind hier zwar in Ostfriesland und sollten ja Tee trinken (was wir auch regelmäßig tun!), aber ein Espresso nach dem Essen geht immer.

Den Rest des Tages machen wir dann einfach mal nichts. Also lesen, Hörbuch hören, ein Stück Mohnkuchen gibt´s auch noch…

Der 13.07.!

Bereits in der letzten Woche hatten wir geplant, heute die Insel Norderney zu besuchen und auch Parkplatz und Fähre schon gebucht. Schön war dabei, dass man sich noch nicht auf eine bestimmte Uhrzeit festlegen musste. Wir hatten also alle Optionen zwischen 7 Uhr und dem späten Nachmittag und das Wetter sollte heute auch alle Wünsche erfüllen.

Zum Hafen nach Norddeich haben wir ungefähr eine halbe Stunde zu fahren, dann 15 Minuten vom Parkplatz zum Anleger zu Fuß. Wir sind also rechtzeitig für die 8-Uhr-Fähre da und starten bei noch ein paar Wolken nach Norderney.

Die Sonne lässt dann auch nicht mehr lange auf sich warten und so haben wir eine tolle Überfahrt, zwar mit ordentlich Wind, aber das ist eben Nordsee!

Mit uns sind natürlich noch ein paar andere Schiffe unterwegs, auch das Schwesterschiff unserer Frisia I

Unterwegs hatten wir sogar das Glück, Robben zu sehen, aber die Kerle sind so schnell wieder abgetaucht, dass ich es leider nicht geschafft habe, ein Bild zu machen. Da ist es doch einfacher, sie auf einer Sandbank zu erwischen, als im freien Wasser.

Nach einer knappen Stunde laufen wir den Hafen auf Norderney an und unser erstes Ziel ist jetzt der Fahrradverleih Insel Bike Norderney. Für schlappe 48 € mieten wir uns 2 E-Bikes, mit denen wir die Insel erkunden wollen. Zu Fuß ist der Radius dann doch sehr limitiert, also ab auf die Drahtesel.

Zuerst starten wir Richtung Ostteil der Insel, zumindest so lange, wie wir das dürfen, denn ein großer Teil ist dort Naturschutzgebiet und darf entweder gar nicht, oder nur zu Fuß betreten werden. Das schaffen wir dann in dem einen Tag aber wirklich nicht und der Teil, den wir uns ansehen können, gibt uns auch schon einen schönen Eindruck von der Insel.

Am Ende des Tages haben wir 24 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt und noch einiges zu Fuß.

Der südliche Teil ging fast ausnahmslos über schmale Deichpfade, sehr holprig, aber wunderschön und es war kaum was los.

Immer wieder haben wir mal kurze Fotopausen eingelegt, die Ausblicke waren einfach zu schön, um einfach weiter zu fahren. Und wie man sieht, auch das Wetter hat an diesem Tag perfekt mitgespielt. Mehr geht schon gar nicht mehr.

und dann wieder weiter auf dem Deich…

Im Norden der Insel liegt dann der Bereich von Norderney, den die meisten Touristen hier suchen: Der Strand. Das war auch sofort an den Besuchern zu erkennen. War es unten noch sehr ruhig, ist hier schon mehr Leben: Schülergruppen, Familien und andere Badegäste sorgen für ein lebendiges Treiben. Wir stellen die Fahrräder immer mal wieder ab, um zu Fuß weiter zu gehen.

Auch am Leuchtturm von Norderney machen wir einen Stopp und Annette geht sogar hoch auf die Plattform

Ich lasse das mal lieber aus, so schön kann der Ausblick gar nicht sein 🙂

Der nächste Halt ist dann an der weißen Düne, wo wir unsere Mittagspause geplant haben. Leider blieb es bei der Planung! Traditionell hatten wir uns schon mit Brötchen, Salamis und Äpfelchen eingedeckt und es uns so schön vorgestellt: Auf einer Bank sitzen, Blick aufs Meer, Sonne…

So weit war die Theorie auch ganz gut, leider kam uns aber eine riesige Möwe in die Quere, die – so sah es aus – schon auf uns und unsere Würstchen gewartet hatte. Wir hatten das Zeug echt noch nicht ausgepackt, da flog sie schon ihre erste Attacke. Die Viecher sind da echt aggressiv! Also Kommando zurück, alles wieder schön in den Rucksack und erstmal nur der Blick aufs Meer.

Das Essen holen wir dann eine halbe Stunde später nach: Auf einer Bank in den Dünen, vollkommen ohne Möwen, ganz in Ruhe – aber halt ohne Meerblick, dafür mit einem anderen Besucher.

Zu dieser kleine Raupe finden wir dann beim nächsten Stopp an der Thalassoplattform am Zuckerpfad ein paar Infos

Hier steigen wir auf die Plattform hoch und haben von da einen Tollen Blick über die Dünen.

Der nächste und letzte Abschnitt unserer Fahrradtour führte uns dann in den Ort. Hier bummelten wir durch die Straßen, die so aussahen, wie in jedem halbwegs größeren Ort an der Nordseeküste. Natürlich musste dann auch ein Ostfriesentee mit Meerblick sein. Mit Glück haben wir auf der Terrasse der Marienhöhe einen Platz bekommen…

Damit ging dann auch unser Insel-Trip dem Ende entgegen. Noch ein paar Minuten auf dem Fahrrad, das wir dann vollkommen problemlos zurückgeben konnten, und um 16:15 h starteten wir mit der Fähre zurück Richtung Norddeich.

Der Tag war echt sensationell, perfektes Wetter, schöne Eindrücke und das Fahrradfahren hat auch riesigen Spaß gemacht. Aber wir sind jetzt auch ganz schön platt!

Trotzdem müssen wir auf dem Festland aber noch was Essen und irgendwie war es uns heute nach dem vielen Fisch in den letzten Tagen nach etwas deftigem: Griechisch! Gyros! Tsatsiki! Blöd nur, dass beide Griechen in Greetsiel am Montag Ruhetag haben. Glücklicherweise kam uns dann aber die Idee, einfach mal unterwegs nach einem Lokal zu suchen – und siehe da, 5 Minuten entfernt gab es einen sehr gut bewerteten Griechen. Ab dahin.

Wir haben den Besuch im Restaurant Kreta in Norden nicht bereut! Sehr, sehr leckeres Essen, super freundlicher Service und die Portionen waren nicht zu schaffen.

Jetzt noch 20 Minuten bis in den Schonergang 13 in Greetsiel und ein toller, ereignisreicher 13. Juli 2026 geht zu Ende.

Brückentag

Die „Statue“ im Greetsieler Hafen

Der gestrige Tag war wirklich herrlich, aber am Ende waren wir doch über 12 Stunden unterwegs, viel in Bewegung und genauso viel in der Sonne. Schon gestern Abend haben wir bemerkt, dass das in unserem Alter 🙂 doch recht anstrengend ist.

Heute also ein Tag zur Erholung und zum genießen. Kein Wecker, gemütliches Frühstück und dann mal eine Runde in den Ort. Dort gab´s – nach über einer Woche, das erste mal Kibbelinge und Backfisch am Hafen, immer genau beobachtet von einer weiteren Riesenmöwe.

Wir hatten aber das Glück, einen Platz an einem Tisch mit Sonnenschirm zu ergattern, das hat sie dann doch tatsächlich abgehalten. Wir bummeln danach noch etwas rund um den Hafen herum und werden dabei zufällig Zeugen, wie ein Krabbenkutter gerade in den Hafen einläuft und dort schon von „unserem“ Fischgroßhändler erwartet wird. Das nennt man dann wohl „frische Krabben“.

Direkt vom Kutter in den Kühlwagen. Schneller und frischer geht´s nun wirklich nicht.

Nun noch einen Affogato und einen Espresso in der Greetsieler Kaffeerösterei (ein wirklich hervorragender Espresso!) und dann noch mal kurz Richtung Zwillingsmühlen. Irgendwie haben wir es immer noch nicht geschafft, den richtigen Moment für das perfekte Bild zu erwischen. Aber zumindest gibt es jetzt mal eins 🙂

Der Rest des Tages gehörte dann unserer Terrasse, einem kleinen Nickerchen und sonst einfach mal der Entspannung.

Zum Abendessen gabs die Reste vom Griechen, danach wollen wir mal einen Abend vor dem Fernseher verbringen. Da kommt doch tatsächlich ein Nordseekrimi…

On the RAD again :-)

Die Radtour auf Norderney hatte uns so gut gefallen, daß wir das heute nochmal wiederholen wollten. Man kommt halt schon weiter, als zu Fuß mit den Walkingstöcken und die Radwege und Deichwege sind hier so gut ausgebaut, dass es meist auch ohne Streß geht.

An der Tankstelle hier in Greetsiel mieten wir uns also wieder 2 E-Bikes für einen Tag und starten Richtung Norddeich. Auf Komoot haben wir uns eine Runde ausgesucht, die etwa 34 Kilometer lang sein sollte, aber nicht ganz bis Norddeich geht. Das können wir ja unterwegs immer noch anpassen, je nach Zustand unserer Oberschenkel und des Fahrrad-Akkus.

Zuerst starten wir in Richtung Greetsiel, weil das die geplante Route war.

Leider müssen wir die Strecke dann etwas anpassen, da der Deichweg wegen einer Baustelle gesperrt ist. Es geht also zuerst mal an der Straße entlang, auf einem teilweise recht schmalen Fahrradweg. War dann aber kein Problem und irgendwann konnten wir an den Deich wechseln.

So wie hier, hatten wir den Weg oft ganz für uns alleine. Ein wirklich perfekter Tag, Sonne und etwa 21 Grad, dazu der Nordsee-Wind um die Nase. Für uns ideal zum Genießen der Fahrradtour.

Da es so gut lief, haben wir uns dann unterwegs dazu entschlossen, doch weiter bis nach Norddeich zu fahren und dort einen kurzen Stopp einzulegen. Die Akkus waren noch voll und dank E-Unterstützung hatten wir auch keine Probleme mit unseren Beinen.

Pause in Norddeich

An der Strandbar in Norddeich war noch ein Platz auf dem Dach frei. Glück gehabt!

Jetzt geht´s wieder zurück, aber nicht direkt. Etwa auf halber Strecke und etwas weg von der Küste solle es einen Landgasthof geben, wo man gut Essen kann und der auch sehr gute Bewertungen hat. Wir korrigieren also unsere Navigation und das nächste Ziel ist der Deichgasthof zur Leybucht.

Die Fahrt dahin ist wieder sehr angenehm und wir haben auch keine schweren Beine, obwohl wir uns schon der 40-Kilometer Marke nähern. Ohne E-Bikes wären wir jetzt wohl schon im Sauerstoffzelt 🙂 Was man echt unterschätzt, ist der Wind hier direkt an der Küste. Kommt er von vorne, ist das fast wie bergauf-fahren.

Wir erreichen also den Gasthof – und sind doch etwas enttäuscht. Im Normalfall kann man sich auf die Online-Bewertungen schon verlassen, hier wich die Realität doch einigermaßen davon ab. Egal, die Schnitzel, die so gelobt wurden, waren o.k. und wir wurden satt. Über alles andere hüllen wir hier mal den Mantel des Schweigens.

Zurück nach Greetsiel

Nach dem Essen hatten wir dann noch die letzte Etappe vor uns, zurück nach Greetsiel. Auch jetzt mussten wir wieder einen Fahrradweg entlang der Strasse nutzen, der z.T. sehr schmal war. Trotzdem haben wir Greetsiel gut erreicht und unsere Fahrräder beim Verleih zurückgegeben.

Am Ende sind es gut 45 Kilometer geworden, den E-Bikes sei Dank! Es ist schon erstaunlich, wie weit man als vollkommen untrainierter Radfahrer mit diesen Fahrrädern doch kommen kann, ohne sich total verausgaben zu müssen. Klar, hier ist auch alles eben, das trägt auch seinen Teil dazu bei. Unsere Kraft hat locker gereicht, unser „Sitzfleisch“ war dann aber doch ganz schön strapaziert 🙂

Sundown am Pilsumer Leuchturm

Bis zum Abendessen saßen wir noch im Schatten auf der Terrasse und genossen das herrliche Wetter. Dabei reifte auch der Entschluß, später noch einmal zum Pilsumer Leuchtturm rauszufahren und ihn mal zum Sonnenuntergang zu besuchen.

Auf dem Weg zum Pilsumer Leuchtturm

Wir waren dort erstaunlicherweise lange Zeit ganz alleine, obwohl die Sonne den kleinsten Leuchtturm Deutschland so herrlich in Szene setzte…

Das war eine gute Idee! Herrliches Licht und eine tolle Abendstimmung.

Zum Ausklang eines tollen Tages gönnten wir uns noch was auf der Terrasse bei ein paar Runden Mau-Mau!

Alles Käse

Den Vormittag verbrachten wir heute einmal in unserer Wohnung. Gestern waren wir lange unterwegs und so hatten wir uns heute eine kleine Verschnaufpause verdient. Auf dem Programm stand nur der Käsehof und Fisch von de Beer.

Rein zufällig haben wir dann gesehen, dass es am Käse-Hofladen Pilsum immer Donnerstags um 15 Uhr eine Führung mit vielen Informationen zur Käseherstellung gibt. Ein kurzer Anruf und wir sind dazu angemeldet. Da wir eh dort noch einkaufen wollten, hat das perfekt gepasst.

Zum Mittagessen gabs dann endlich Rühreier mit Nordseekrabben. Irgendwie kam in den letzten Tagen immer etwas dazwischen.

Sehr lecker 🙂

Der Käse-Hofladen

Pünktlich kommen wir dann am Hofladen an und bekommen unsere Überzieher für den Besuch des Käselagers. Vor der Führung erledigen wir noch unseren Einkauf und lassen uns den Käse für später bereitstellen. Das war ein guter Plan, denn nach der Führung war die Schlange recht lang…

jetzt kann es losgehen:

In einer sehr unterhaltsamen Art und Weise hat uns die Chefin des Ladens dann anschaulich erklärt, wie Käse hergestellt wird, wie viele Arbeitsschritte dabei anfallen und wie dort am Hof die Produktion abläuft. Wir wissen jetzt, dass die komplette Milch nur von eigenen Tieren (72 Kühen und etwas weniger Ziegen) stammt und dass Milch direkt von der Kuh keine Frischmilch ist. Die ursprüngliche, pure Milch nennt sich jetzt Rohmilch und erst wenn sie pasteurisiert ist, wird sie zur Frischmilch. Da muss man auch erst mal drauf kommen.

Nach den sehr kurzweiligen Informationen starten wir zu unserem nächsten Tagesziel: Heute Abend wird es Seezunge geben und die holen wir natürlich bei de Beer

Gesagt – getan. Die freundliche (und wohl auch umsatzorientierte) Mitarbeiterin hat uns auf Nachfrage 2-3 Seezungen pro Person empfohlen. Wir haben es mal bei 2 belassen und das hat sich am Abend als richtig herausgestellt. Keine Ahnung, wer drei von den Dingern essen soll.

Ich lasse Annette noch an der Greetsieler Schule raus, wo sie eine Ausstellung regionaler Künstler besucht. Ich muss ja „leider“ mit dem ganzen Kühlzeug zurück in die Wohnung 🙂

Seezunge

Seezunge knusprig gebacken und in einer leichten Butter-Zitronen Sauce, abgelöscht mit Greetsieler Weißwein. Mehr Nordsee geht nicht. Lecker wars und einmal im Urlaub kann man das ja machen.

Der letzte Tag

Morgen wollen wir schon früh losfahren und deshalb ist es eigentlich unser letzter Tag hier in Greetsiel. Da wir am Nachmittag schon etwas packen wollen, entschließen wir uns, doch wenigstens noch eine Farewell-Tour am Watt entlang zu machen. Wir fahren also die paar Minuten zum Parkplatz am Pilsumer Leuchtturm, weil wir dort schon am Meer sind und nicht erst ewig durch die Ortsstrassen gehen müssen.

Die Strecke in Richtung Schleuse hatten wir schon mal geplant, dann aber wieder verworfen. Heute bot sich das an, weil wir keine lange Tour gehen wollten. Da hier Hin- und Rückweg gleich sind, können wir einfach umdrehen, wenn wir das Gefühl haben, dass es reicht.

Auch heute war wieder wenig los, obwohl das Wetter perfekt war: Strahlende Sonne, leichter Wind. Prima! Es ist schon seltsam, dass sich die Touristen hier an den Kilometerlangen Küstenlinien irgendwie alle an ein paar Punkten versammeln und dort die unvermeidliche Hektik ausbricht.

Den Anblick kennen wir mittlerweile, am Anfang war aber das Watt noch nicht zu sehen, hier war noch alles grün. Im späteren Verlauf sollte sich das aber noch ändern.

Es ist auch sehr schön zu erkennen, dass wir gerade Niedrigwasser haben, auf dem Rückweg hat dann die Flut eingesetzt und wie schnell das geht, hat uns doch überrascht.

Zuerst aber laufen wir einmal Richtung Schleuse und nach etwa 50 Minuten glauben wir, dass es Zeit wäre, umzukehren. O.K. – nur noch da vorne um die Kurve. Gefühlt war das sehr überschaubar, das Problem war nur, dass die Kurve länger und länger wurde und als wir uns auf dem Handy orientierten, waren wir doch tatsächlich schon fast an der Schleuse. Die paar Meter gehen jetzt auch noch!

so sehen wir die Schleuse jetzt auch einmal von der Landseite und warten ein paar Minuten, bis ein Krabbenkutter einfährt.

Die Schwalben scheinen sich hier ganz wohl zu fühlen.

Nachdem der Kutter wieder ausgefahren ist, erleben wir sogar noch, dass die Klappbrücke einmal heruntergefahren wird. Keine Ahnung warum, denn es ist niemand darüber gegangen oder gefahren? Vielleicht einfach eine Routine-Maßnahme? Egal, war schon interessant.

Das ist die Unterseite der Klappbrücke, wenn sie offen ist…

und so sieht das aus, wenn sie sich schließt:

Wir machen also ein paar Minuten Pause an der Schleuse und dann geht es wieder an den Rückweg. Ist ja jetzt doch etwas weiter geworden, als geplant.

Auch jetzt ist wieder wenig los und wir können ganz entspannt laufen, auch wenn die Beine etwas schwerer werden.

eine leider tote Krabbe

Auf dem Rückweg merken wir dann, dass das Wasser aufläuft, wir also Flut haben. Hier ist das Watt sehr breit, also wahrscheinlich wird das Wasser auch nicht allzu tief werden. Es ist aber deutlich zu sehen, dass in den kleinen Prielen das Wasser eine erstaunliche Geschwindigkeit entwickeln kann. Jetzt kann man sich auch vorstellen, dass es durchaus gefährlich sein kann, im Watt von der Flut überrascht zu werden.

Wir sind am sicheren Ufer und irgendwann dann zum Glück auch wieder am Parkplatz und unserem Auto. Da es jetzt Mittagszeit ist und wir irgendwie keine Lust zum Kochen verspüren, holen wir uns direkt am Parkplatz ein Fisch- bzw. Krabbenbrötchen. Nach 2 Wochen tatsächlich das erste Krabbenbrötchen! Und wir haben Glück. Hier in der Gegend ist es wohl normal, dass die Fischbrötchen aus labberigen Brioche-Brötchen gemacht werden. Zumindest würden wir das so bezeichnen. Auf jeden Fall geht das ja gar nicht! Hier aber kann man wählen: Zwischen den Labberdingern und einem knusprigen Muschelbrötchen. Da fällt die Entscheidung leicht…

Man sieht, wir hatten doch etwas Hunger und haben fast vergessen, die Leckereien zu fotografieren 🙂

Jetzt geht es leider an die unangenehmen Dinge des Urlaubs: Das Packen vor der Heimreise. Schon der Gedanke, dass es nun bald vorbei ist, lässt keine Hochstimmung aufkommen, wenn man dann aber noch das ganze Zeug, das man in den 2 Wochen in der Wohnung verstreut hat, wieder in die Koffer und sonstigen Behältnisse verstauen muss, ist das schon echt frustrierend. Aber egal, muss ja sein.

Am Ende war´s dann doch gar nicht so schlimm. Das Meiste stand bereit und wir konnten unsere letzte Tour in den Ort antreten. Zum Edeka, um das Leergut abzugeben und noch die letzten Mitbringsel zu kaufen und danach zum Abendessen.

Abschiedsessen

Für den letzten Abend haben wir uns einen Tisch im Captains Dinner reserviert und auch das war eine sehr gute Wahl.

Wir hatten Glück und bekamen noch einen schönen Tisch im Freien, bei dem herrlichen Wetter ein absoluter Traum. Auch alles andere an diesem Restaurant hat wunderbar gepasst. Wirklich freundlicher und zuvorkommender Service, keine langen Wartezeiten und ein extrem leckeres Essen. Ich möchte mal behaupten, dass es das Beste war, das wir in diesem Urlaub bekommen haben. 5 Sterne von 5!

Nach einem Espresso und Affogato zum Abschluss lud das tolle Wetter geradezu ein, noch eine kleine Abschiedsrunde durch den Kutterhafen zu drehen.

Wenn´s am Schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören – oder nach Hause gehen.

Dort haben wir bereits die Koffer und ein paar andere Sachen ins Auto geladen und uns dann zum allerletztenmal auf die Terrasse unserer Ferienwohnung gesetzt, um den Urlaub hier ganz ruhig und gemütlich ausklingen zu lassen.

Das letzte Störtebeker als Abschiedsbierchen. Schön kalt und das in der Sonne. Perfekt!

Die Rückreise

Irgendwann ist es dann mal zu Ende und jeder weiß ja, wie schnell die 2 Wochen Urlaub vorbei sind und es wieder zurück in die Heimat geht.

Wir verlassen Greetsiel also zum letzten mal…

… aber es geht dieses mal nicht direkt nach Hause. Ein erster kleiner Stopp führt uns sogar nochmal etwas in die „falsche“ Richtung, nämlich nach Norden. Dort im Gewerbegebiet ist die von Greetsiel aus am nächsten liegende Filiale des Wikingerbäckers. Richtig, das ist der mit dem unvergleichbaren Dinkel-Winkel 🙂 Wir wollen uns gerne was davon mitnehmen und verbinden das dann gleich mit einem Abschiedsfrühstück.

In der Wohnung wollten wir nicht mehr anfangen mit Kaffee kochen, Geschirr und Bestecke spülen und was alles noch dazu gehört. Da ist es doch entspannter, sich mal verwöhnen zu lassen.

Wir schaffen es so tatsächlich, um 07:58 h den Schonergang 13 zu verlassen und sind gute 20 Minuten später in Norden.

Standesgemäß gibt´s zum Abschiedsfrühstück natürlich einen Ostfriesentee, auch wenn er sträflich falsch mit einem ordinären Teebeutel zubereitet wurde 🙂

Frühstück für 2

Aber auch jetzt geht´s noch nicht direkt nach Hause, auch wenn zumindest die Richtung stimmt. Wenn wir schon mal am Ruhrpott vorbeifahren, können wir gerne auch einen kleinen Schlenker machen, und Lukas in Bonn besuchen. Das war jetzt nicht so spontan, wie es vielleicht klingen mag, wir hatten das vorher schon so verabredet.

Um 09:20 h sind wir in Norden gestartet und haben uns dann durch den Verkehr nach Bonn gekämpft. Die Prognosen waren zu unserem Glück noch viel schlechter, hatten doch ausgerechnet an diesem Wochenende die Ferien in NRW begonnen. So waren wir dann doch ganz zufrieden, als wir um 13:50 in Bonn ankamen. Unterbrochen von einem kurzen Tankstopp waren wir dann also 4,5 Stunden unterwegs. Deutlich länger als normal, aber nicht so lange, wie befürchtet.

Der Nachmittag und Abend war dann ein wunderbarer Urlaubsausklang, einfach auf der Terrasse sitzen, mit einem Kaffee und einem Stückchen Kuchen aus Ostfriesland und die gemeinsame Zeit geniessen.

Zum Abendessen hat uns Lukas mit einem leckeren mexikanischen Salat und einem tollen Burger verwöhnt und wir saßen bis spät in die Nacht draußen.

Irgendwann war es dann aber mal soweit, dass wir doch unsere Klappcouch aufbauten und die müden Häupter zur Ruhe legten, um dann am nächsten Morgen nach einem gemeinsamen Frühstück endgültig die letzte Etappe der Rückreise anzutreten.

Auch diese Fahrt war nicht ganz so, wie wir sie kennen, durch die Sperrung der Nordbrücke in Bonn ist dort ein mittelprächtiges Chaos ausgebrochen und wir mussten schon direkt eine andere Route wählen. Wir haben uns wieder einmal vollkommen auf Google verlassen und dadurch Orte kennengelernt, da sagen sich noch Fuchs und Hase Gute Nacht! Aber – es hat funktioniert und wir wurden um die gemeldeten Staus herumgeleitet. Trotzdem haben wir auch für die letzte Etappe 3 Stunden gebraucht, normal sind etwa 2:15 h.

Jetzt noch das Auto auspacken und dann etwas die Füße hochlegen. Damit ist unser Urlaub 2026 dann endgültig zu Ende. Schön wars!

Greetsiel

Wir hatten 2 herrliche Wochen in Greetsiel, in einem kleinen Hafenörtchen, das von seinen Krabbenkuttern lebt (das meine ich jetzt eher touristisch, wirtschaftlich kann ich das nicht beurteilen). Direkt um den kleinen Hafen ist einiges los, aber es ist doch alles sehr überschaubar.

Was wir bei der Buchung aber nicht beachtet haben, ist, dass Greetsiel nicht direkt am Meer liegt, sondern doch ein ganzes Stück im Land an einer Bucht. In Neuharlingersiel sind wir gerne am Abend nochmal ans Meer (oder eben ans Watt, wenn gerade Niedrigwasser war). Zu Fuß kommt man von Greetsiel aus kaum ans Watt oder ans Meer, das ist schon ein schönes Stückchen. Folglich ist man dann doch mehr mit dem Auto unterwegs, als man das vorher erwartet hatte.

Da es hier folgerichtig auch keinen Strand gibt, ist auch das Publikum entsprechend zusammengesetzt. Familien mit Kindern sind eher selten anzutreffen, Ü60 und aufwärts dominiert das Ortsbild. Gut – wir passen da ja einigermaßen rein, aber sollte jemand mal auf die Idee kommen, dort seinen Urlaub verbringen zu wollen, ist das schon ein wichtiger Punkt.

Ansonsten bietet sich die Gegend hier für lange Radtouren an, die Fahrradwege sind meist gut ausgebaut und am Deich entlang geht es kilometerweit ohne Höhenmeter. Wir haben uns ja 2 mal Fahrräder ausgeliehen und es hat uns riesigen Spaß gemacht. Auch als vollkommen untrainierter Urlauber kann man hier richtig Strecke machen.

Was uns hier ganz besonders aufgefallen ist – und das haben wir so noch nie und nirgendwo erlebt, ist die Unzuverlässigkeit der Wetter-Apps! Wir nutzen 2 verschiedene Apps und es gab so gut wie nie eine gleichlautende Vorhersage! Wenn jetzt aber wenigstens eine der beiden auch nur einigermaßen gepasst hätte! Nichts da, sie lagen zu nahezu 100% beide daneben! In unserem Fall war das Gute, dass das Wetter eigentlich immer besser war, als vorhergesagt, aber es erschwert natürlich die Planung schon einigermaßen. Da kann jetzt weder Greetsiel im Besondern, noch Ostfriesland im Allgemeinen was dazu, aber blöd wars schon.

Würden wir wieder nach Greetsiel fahren? Eher nicht, obwohl das Örtchen seinen Charme hat. Mit Nordseeküste verbindet man aber dann doch das Meer, das Watt und vielleicht auch mal ein kleines Stück Strand mit den typischen Strandkörben. Das hat uns schon gefehlt!

Das Miniatur Wunderland

Heute war mein Plan ganz einfach. Zum Geburtstag hatte ich Karten für das Miniatur Wunderland bekommen. Nicht nur die „normalen“ sondern zusätzlich noch eine für eine Führung hinter die Kulissen. Das versprach spannend zu werden!

Ein tolles Erlebnis

Es kam, wie man es erwarten konnte. Pünktlich um 10:40 starteten wir in einer kleinen Gruppe von 5 Besuchern und tauchten beinahe wörtlich in die Landschaften des Wunderlandes ein. Eine erste kleine Einführung gab es direkt unter den Schweizer Bergen, umringt von Bahnen auf mehreren Ebenen, die dort auf Ihren Einsatz warteten.

Hier erfuhren wir auch warum die Züge hier immer mal wieder zwischengeparkt werden: Ganz einfach, sie müssen sich erholen! Da es sich um ganz normale, handelsübliche Modelleisenbahnen handelt, sind diese nicht für eine stundenlange Dauerbelastung ausgelegt und müssen zwischendurch einfach mal abkühlen. Das machen sie z.B. hier in diesem „Bahnhof“.

Weiter führte uns die Tour – entweder unter den Kulissen, oder auch hinter den Landschaften vorbei, wobei wir von den Besuchern auf der anderen, der „normalen“ Seite aufmerksam bestaunt wurden. Auch in den neuen Bereich, der über eine extra gebaute Brücke erst vor kurzem neu erschlossen wurde. Dort entstehen gerade die Anden und der Regenwald und man kann zusehen, wie hier und da gewerkelt wird. Das ist mindestens genauso interessant, wie die fertigen Landschaften zu bewundern.

Die Führung ist wirklich sehr interessant uns informativ, auch wenn man – wie ich – nicht der Eisenbahn-Profi ist. Aber einmal Einblick in das zu bekommen, was unbemerkt hinter den Kulissen abläuft, macht das ganze Projekt noch viel bewundernswerter.

Nach etwa einer Stunde wurden wir dann in die Welt der normalen Besucher zurückgeschickt und ich habe wirklich versucht, mir alles anzusehen. Alles ist es nicht geworden, zumindest nicht alles gleich intensiv – und bei bestimmten Objekten (z.B. der Ausbruch des Vesuv) gibt es jedes Mal riesiges Gedränge. Ich weiß aber zumindest jetzt, wie der Vulkanausbruch technisch gelöst wurde :-).

Skandinavien, Italien, Monaco mit der Formel 1 und natürlich Hamburg und der Flughafen waren schon die Highlights.

Hamburg – mal wieder 😃

Dieses mal ist es kein so richtiger Urlaub. Zumindest nicht für Annette.

Der eigentliche Grund dieser Reise ist die DEGINA, ein internationaler Kongress für Notfallmedizin. Ich bin da jetzt nicht unbedingt der erste Ansprechpartner und natürlich auch nicht dort dabei. Aber das heißt ja nicht, daß ich nicht trotzdem mit nach Hamburg fahren kann und wir zumindest an den Abenden was unternehmen können.

Auch dieses mal fahren wir mit der Deutschen Bahn und auch dieses mal haben wir früh, also ganz früh gebucht. Schon im vergangenen Dezember, als der Termin definitiv feststand. Was soll ich sagen, das kann man nicht günstiger hinbekommen: 58 € pro Person. Hin- und Rückfahrt, Platzreservierung und sogar noch den Zuschlag für eine optionale Stornierung. Wenn das einigermaßen hinhaut, ist das nicht zu toppen.

Etappe 1: Grünmorsbach – Aschaffenburg

Nun geht´s also los, der Bus startet um 06:01 (übrigens für 3,30 € einfach 🙁 ) und wenn alles klappt fährt der ICE um 06:42 ab in Richtung Würzburg. Warten wir mal ab…

Das geht schon mal gut los…

Wie erwartet, gab es um 6 Uhr Morgens auch kein großes Gedränge und wir kommen ganz entspannt am Bahnhof an. Auch hier sieht es wieder gut aus – zumindest 20 Minuten vor Abfahrt. Also schnell zum Yormas für die Reiseverpflegung und dann direkt zum Bahnsteig 6.

Geplante Abfahrt um 06:42 und was soll ich sagen, um 06:44 ging`s los. Geht doch!

Etappe 2: Aschaffenburg-Würzburg

Die zweite Etappe scheint nun auch gut zu laufen, jetzt müssen wir nur noch pünktlich in Würzburg sein, denn dort haben wir nur 8 Minuten Umsteigezeit und müssen dabei den Bahnsteig wechseln. Ist ja grundsätzlich zu schaffen, wenn wir eben pünktlich ankommen.

Wir waren dann nicht nur Pünktlich, sondern sogar zu früh! Am Ende waren es satte 2 Minuten, die wir vor der geplanten Zeit ankamen und so ging es auch ganz entspannt zur dritten Etappe.

Etappe 3: Würzburg – Hamburg

So entspannt war es selten. Auch der nächste Zug kommt pünktlich und bleibt direkt so stehen, so dass wir nur noch einsteigen müssen! Läuft!

Und so, wie die Reise angefangen hat, geht es zum Glück auch weiter. Fast pünktlich kommen wir in Hamburg an, steigen in die U-Bahn und sind kurz nach 12 am Hotel Adina , wo wir auch direkt einchecken können. Wenns läuft, dann läufts 🙂

Hamburg. Da sind wir.

Hier haben wir also unser Basislager aufgeschlagen. Das Hotel Adina in der Speicherstadt liegt günstig für uns und wir haben hier ein kleines Appartement mit Küchenzeile.

Die U-Bahn-Station liegt praktisch direkt vor dem Haus und auch zu Fuß ist man in etwa einer halben Stunden an den Landungsbrücken, zur Hafen-City sind´s 10 Minuten und in die Speicherstadt mit den Miniatur-Wunderland nur ein paar Minuten mehr.

Wir gehen also kurz aufs Zimmer, stellen die Koffer ab und dann macht sich Annette direkt auf den Weg zur Degina. Ich habe nun den Nachmittag für mich, bevor wir uns am Abend wieder im Ola Lisboa zum Essen treffen wollen. Was also tun? Das Wetter ist gut, etwas wolkig, auch mal Sonne und der unvermeidliche Wind. Aber auf jeden Fall gut genug, um loszuziehen.

Die großen drei.

Vielleicht ist das doch etwas übertrieben, aber für uns ist das sowas wie der Standard in Hamburg. Die Kaffeerösterei in der Speicherstadt, das Cafe Alex und Fisch & Co. in der Deichstrasse. Das Cafe Alex war ja bis vor Kurzem noch am Jungfernstieg und hat dort geschlossen. Ich war also freudig überrascht, dass es den Laden jetzt an der Überseebrücke gibt. Das spart Meter und die Attraktionen sind enger zusammengerückt.

Man kann auf dem letzten Bild schon erkennen, dass sich das Wetter langsam aber sicher verschlechtert, es kommen Wolken auf und der Wind wird mehr und kälter. Ich mache mich also auf den Rückweg, wenn auch nicht ganz direkt. Wir brauchen ja noch was zu trinken und für die nächsten Tage auch was zum Frühstück. Das, also das Frühstück hätten wir auch im Hotel haben können, aber da wir ja wenig Zeit haben, ist es uns das Geld nicht wert und wir essen lieber ein Müsli im Zimmer und machen uns dann direkt auf die Socken…

Aber genau das muss ich halt erstmal besorgen – und dazu mache ich einen Umweg über die Hafen-City, weil das a) eine schöne Ecke ist und dort b) einen Edeka gibt. Schon auf dem Weg dorthin wurde der Himmel immer dunkler und ich sah mich schon mit Regenschirm durch Hamburg marschieren. Es kam aber ganz anders. Ich rein in den Edeka, hier suchen, da was in den Einkaufskorb. Wie es halt mal so ist, wenn man was besorgt. 15 Minuten später komme ich dann bepackt aus dem Laden und alles ist klitschnass. Aber richtig. Nicht feucht – nass! Glück gehabt. So komme ich trocken zurück ins Hotel und lade meine Einkäufe ab.

Jetzt habe ich etwas Zeit, der nächste Programmpunkt ist das Abendessen im Ola Lisboa, auch das hat schon Tradition bei unseren Hamburg-Besuchen. Wir haben dort für 18:30 reserviert (ohne zu reservieren geht da mal gar nichts) und Annette kommt direkt dort hin.

Das Wetter hat sich wieder beruhigt und so gehe ich auch dieses mal wieder zu Fuß, gut 20 Minuten sind ja zu schaffen.

Auch eine Art von Recycling

Bei den letzten Besuchen in dem portugiesischen Restaurant waren wir immer sehr zufrieden mit dem Essen. Man sitzt zwar sehr eng und es geht geschäftig zu, aber der Fischteller und die Meeresfrüchte-Pfanne waren klasse. Letztes mal. Bei diesem Besuch hatten wir irgendwie das Gefühl, dass es nicht mehr so passte. Zumindest der Fischteller war lieblos zusammengeworfen, die Zitronenspalten hat man sich gespart, die Kartoffeln waren nicht gesalzen und das Gemüse – rote Beete und Kohlrabi – sagen wir mal, sehr gewagt. Das alles war beim letzten mal besser, schöner angerichtet und auch nicht so mit Butter getränkt. Schade, das hat doch nachgelassen, war nicht wirklich schlecht, aber eben nicht mehr so, wie wir es kannten und erwartet hatten.

Nach einem Nachtisch und einem Carajillo traten wir dann den Heimweg an, wieder zu Fuß und entlang dem Kanal, der parallel zur Speicherstadt verläuft. Der Tag hatte um 04:30 mit dem Wecker begonnen und kurz vor 21 Uhr und mit etwas mehr als 17.000 Schritten ging er zu Ende.

Norden. Elbe. Hamburg

In Hamburg waren wir schon mehrere Male, das heisst aber nicht, dass wir das nicht nochmal machen könnten. Dieses mal ist der Hauptanlass aber der König der Löwen. Annette hatte das vor vielen Jahren zwar schon einmal gesehen, für mich wird es aber neu sein. Geplant war es schon lange mal, aber als wir dann vor einigen Monaten ein Angebot gesehen haben, das die Preise etwas erträglicher machte, haben wir zugeschlagen.

Gebucht haben wir also schon im April, natürlich mit Zug und Hotel. Denn auch hier fängt der frühe Vogel den Wurm, bzw. kriegt noch die günstigen Tickets. Die Zugfahrt bekommen wir z.B. inkl. Sitzplatzreservierung und mit je einem Umstieg für 116 €. Das ist nicht viel mehr, als wir fürs Parken in den 4 Tagen zahlen würden

Jetzt geht es also los und dieses mal sogar recht pünktlich. Um 06:02 starten wir mit dem Stadtbus Linie 16 zum Bahnhof, wo wir dann erstmal frühstücken und uns auch mit Verpflegung für die Fahrt eindecken.

Auch die Deutsche Bahn hat uns dieses Mal nicht im Stich gelassen, (fast) pünktlich ging es mit dem ICE 1022 los zur ersten Etappe – nach Frankfurt, wo wir dann einmal umsteigen mussten.

so verabschiedete uns Aschaffenburg

Auch hier waren wir nahezu pünktlich und konnten ganz entspannt den Bahnsteig zum nächsten ICE wechseln: Dieses mal war es der ICE 474 nach Kiel.

und tatsächlich schaffte es auch dieser Zug, uns planmäßig (die 4 Minuten „Verspätung“ sehe ich mal gar nicht als solche an!) an den Hauptbahnhof in Hamburg zu bringen. Unser Fazit zur Deutschen Bahn heute: Bequem, pünktlich und preiswert!

Jetzt also erst mal direkt ins Hotel Citadines Michel Hamburg, damit wir zumindest mal unsere Koffer los werden. Nach 2 Stationen mit der S2 steigen wir an der Stadthausbrücke aus und sind von dort in wenigen Minuten am Hotel.

Genau das war auch der Grund, warum wir uns letzten Endes doch für dieses Hotel entschieden haben, in dem wir 2023 schon einmal übernachtet haben. Vom Hauptbahnhof ist es einfach zu erreichen und von dort sind wir zu Fuß in wenigen Minuten überall im Stadtzentrum. 15 Minuten zur Binnenalster und genauso lange bis zu den Landungsbrücken. Einfach Perfekt.

Glücklicherweise konnten wir schon um kurz nach 12 unser Zimmer beziehen und eine kleine Siesta einlegen. Der Tag hatte heute ja richtig früh begonnen!

direkt vor unserem Hotel in Hamburg

Jetzt zog es uns zuerst einmal Richtung Stadt und dort traditionell ins Cafe Alex, direkt an der Binnenalster. Leider hat das Wetter nicht ganz so mitgespielt, wie wir erhofft hatten und es gab immer mal wieder ein paar Regentropfen. Das hat uns aber nicht davon abgehalten, auf der Terrasse des Cafes ein gemütliches Bierchen und einen Lillet zu trinken.

begleitet wurde der Aufenthalt vom Mini-Regenbogen, den der Springbrunnen in der Alster produzierte

Jetzt war es an der Zeit, den Rückweg ins Hotel anzutreten und unterwegs noch ein paar Kleinigkeiten fürs Zimmer einzukaufen. Ist doch praktisch, wenn man eine Küchenzeile mit einem Kühlschrank im Zimmer hat!

Olá Lisboa

bei unserem letzten Besuch in Hamburg haben wir diesen Portugiesen zufällig entdeckt und waren so begeistert, dass wir dieses mal schon von zu Hause hier reserviert hatten. Und das war gut so! Um 18:30 Uhr war der Laden rappelvoll und draußen warteten noch Gäste. Muss also wirklich gut sein, das Ola Lisboa

Und das war es wieder! Dieses mal hatten wir nicht so rechte Lust auf Tapas und bestellten uns einen Fischteller und eine Platte mit gegrilltem Fisch. Beides extrem lecker! und auf Nachtisch hatten wir tatsächlich keinen Appetit mehr.

Da war nur noch Platz für einen portugiesischen Schnaps, den uns das Paar neben uns wärmstens empfohlen hatte. Also gabs heute Medronho, einen klaren der aus den Früchten des Erdbeerbaums hergestellt wird. Was es alles gibt, ganz ehrlich: von einem Erdbeerbaum habe ich noch nie was gehört und von dem Medronho schon gleich gar nicht.
War ganz lecker, aber auch nicht unbedingt eine Sensation.

Zum Tagesabschluss flanierten wir dann noch zu den Landungsbrücken, wo aktuell ja die Blue Port Aktion läuft: Überall im Hafen leuchten blaue Lichter und ab morgen findet dann dort auch eine Art Festival mit vielen Ständen statt.

So ganz begeistert waren wir nun nicht, da hatten wir etwas mehr erwartet, aber das kann auch daran liegen, dass noch nicht alle teilnehmenden Schiffe im Hafen liegen. Da sollen morgen und am Samstag noch einige Kreuzfahrtschiffe dazukommen. Lassen wir uns mal überraschen.

Wir sind also noch einmal auf die Terrasse der Elphi hochgefahren und haben uns das sogenannte Spektakel mal von oben aus angesehen.

Und damit war dann der erste Tag hier an der Elbe schon vorbei. Irgendwann um 10 waren wir im Zimmer und da entstand dann auch dieser Beitrag…

Speicherstadt. Hafen City. Hamburg.

Recht spät starten wir nach einem Frühstück im Zimmer in den zweiten Tag. Gestern war es ein langer Anreisetag und so haben wir mal auf den Wecker verzichtet, heute beginnt das eigentliche Programm ja eh erst am Abend.

Trotzdem waren wir auch vorher natürlich unterwegs, bei heute schönem und vor allem trockenen Wetter mit immer mal wieder einigen Sonnenstrahlen. Keine Ahnung, wie oft wir Jacke an – Jacke aus gespielt haben, aber es war auf jeden Fall notwendig. Das ist aber wieder mal Jammern auf allerhöchstem Niveau, beschweren wollen wir uns mal überhaupt nicht.

Aber mal von Vorne: Vom Hotel aus war das erste Ziel ein Teekontor in der Speicherstadt. Dass diese recht groß ist, haben wir heute auch gelernt, denn der Teeladen war echt am letzten Zipfel. Dafür führte uns der Weg aber durch eine schöne Gegend und vorbei an der Speicherstadt Kaffeerösterei (also eigentlich nicht nur vorbei, sondern eher mittendurch 🙂 )

Das Teekontor war dann ein wirklich uriger Laden, etwas in der Zeit stehen geblieben, aber dadurch besonders sehenswert. Und Tee gabs natürlich auch!

Da es zum Essen noch zu früh war, besuchten wir noch die Hafen City. Dort waren wir überhaupt noch nicht und da bot es sich geradezu an. Ein schönes Viertel mit vielen Nobelmarken, aber auch kleinen Cafés und Restaurants. Wirklich einen Besuch wert, auch wenn wir uns wunderten, dass dort fast nichts los war. Ist vielleicht am Freitag um die Mittagszeit so?

Auch hier gab es wieder unzählige tolle Motive und interessante Blicke.

Nun war es auch Zeit zum Mittagessen, worauf wir uns schon den ganzen Tag gefreut haben. Fisch & Co. war das Ziel, wo wir schon 2023 sehr gut gegessen hatten. Eigentlich ist es eher ein Imbiss mit Mini-Küche und noch kleinerem Gastraum, aber genau das macht es eben aus. Kein Schnick-Schnack, ehrliche Preise und gute Qualität. Da wundert man sich nicht, dass die Kunden für ein Fischbrötchen Schlange stehen!

und jetzt nochmal ins Hotel für eine kleine Pause, bevor dann am Abend der König der Löwen ruft.

König der Löwen. Feuerwerk. Hamburg.

Was hatten wir ein Glück!

Nach unserer Siesta gingen wir wieder direkt an den Hafen und zu den Landungsbrücken. Um 20 Uhr begann ja die Vorstellung des Musicals „König der Löwen“ und wir konnten etwa 1,5 Stunden vorher mit dem Boot übersetzen. Bevor wir das taten, haben wir noch einmal die Chance genutzt, uns die Veranstaltung zum Blue Port Hamburg nun auch einmal nach der Eröffnung anzusehen.

Dass wir ausgerechnet an diesen Tagen hier sein werden, war schon mal der erste Glücksfall, denn beim Buchen des Musicals haben wir daran nicht im geringsten gedacht. Reiner Zufall also, aber dafür war die Freude dann umso größer.

Der Bummel zwischen Landungsbrücken und Elphi war leider nicht so entspannt, wie erhofft. Immer mal wieder kamen einige Regentropfen vom Himmel und einmal mussten wir uns sogar auf der Überseebrücke unterstellen, weil es heftig regnete.

So gingen wir letztendlich doch zum Start der Überfahrt, zufällig direkt vor der Nordsee (also schon auf der Elbe, aber vor dem Fischladen), wo wir uns für den Abend noch stärkten. Und dann ging es los.

Das Ganze lief wirklich sehr entspannt ab, früh genug waren wir ja noch und so hatten wir auch noch Zeit für ein paar Bilder von der anderen Seite der Elbe.

Die Elbphilharmonie mal von der anderen Seite der Elbe

Eine Sache muss ich nun unbedingt noch erwähnen, weil es mich doch etwas überrascht, ja fast schon mit genommen hat. Ich glaube, mit unserer Zivilisation wird es nicht mehr lange gutgehen 🙂

Man beachte den Zusatz bei der Currywurst! Das muss doch ein Scherz sein? Ist es echt schon soweit? Gut, auf der Blue-Port Meile drüben kosten eine Bratwurst im Brötchen 5 €. Aber halbe Brötchen??? Egal, wir hatten ja gegessen.

Und dann ging es bald los, zuerst warteten wir noch im Foyer, bis etwa eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn der Saal geöffnet wurde.

und dann warten wir auf unseren Plätzen (Reihe 18, Platz 1 links und Reihe 18, Platz 1 rechts, trotzdem nebeneinander und genau in der Mitte) bis sich der Vorhang hob.

Was soll ich sagen, das Ganze ist ein wunderbares Erlebnis, mit extrem aufwändigen Kostümen bis hin zu meterhohen Giraffen und einer Bühne, aus der sich Treppen hochdrehen. Wirklich sehr sehenswert und in keiner Sekunde hat man das Bedürfnis, auf die Uhr zu sehen. Es könnte ruhig noch 2 Stunden so weitergehen!

Nun aber zu unserem Glück.
Genau in der Pause der Vorstellung hörten wir, dass draußen das Feuerwerk zum Blue Port gestartet wurde. Also schnell raus, was tatsächlich auch funktionierte und wir konnten zumindest noch einen Teil davon miterleben.
Unsere Sicht war dabei eine ganz andere als für die Menschen in der Stadt, weil wir fast neben der Abschussstelle standen. Dazu der blaue Hafen aus dieser Richtung, das war klasse! Und dass es auch noch ausgerechnet in die Pause fiel, Glück eben!


Trotz Feuerwerk konnte die Vorstellung dann planmäßig in die 2. Runde gehen und etwa um 23:00 h war es leider zu Ende. Obwohl nun alle gleichzeitig in die Stadt übersetzen wollten, ging das auch wieder sehr entspannt und schnell.

Gegen Mitternacht waren wir dann wieder im Hotel, mit einem tollen Erlebnis im Gepäck.

Kunst. Blue Port. Hamburg

Auch gestern war es spät und entsprechend starteten wir auch heute nicht bei Sonnenaufgang. Nach dem Frühstück hatten wir uns vorgenommen, die Show im Port des Lumières anzusehen. Heute am Vormittag wurden da Werke von Gustav Klimt und Friedensreich Hundertwasser in modernem Gewand präsentiert. Ich finde das eine durchaus gelungene Möglichkeit, auch einen „Nicht Kunst-Fan“ wie mich zu erreichen. Ein normales Museum oder eine Galerie mit Werken von Klimt und Hundertwasser würde ich mir eher nicht ansehen. In dieser Form war es sogar meine Idee, da mal hinzugehen. Und wir haben es nicht bereut!

untermalt von Musik aus der Zeit und der Region der Künstler war es ein wirklich faszinierendes Erlebnis. 90 Minuten voller Bewegung, Farben und Effekten, die wie im Flug vergangen sind. Würde ich wieder machen!

Und da war es auch schon wieder 13:30 Uhr und wir machten uns zurück auf den Weg in die Stadt. Mittlerweile kannten wir uns da ja schon recht gut aus, zumindest in dem Viertel, in dem wir die ganzen Tage mehrfach unterwegs waren. Die Entscheidung, wo wir was essen wollen, war auch ganz schnell getroffen. Nachdem wir uns ein paar Restaurants angesehen hatten – in der Hafen-City müssen die Mieten wohl extrem hoch sein 🙂 – entschieden wir uns wieder für Fisch & Co. Erstens lag es so gut wie auf dem Weg und zweitens stimmt dort Preis und Leistung. Und es hat eine irgendwie besondere Atmosphäre!

Auch heute wurden wir nicht enttäuscht, auch wenn es leider keine Nordseekrabben gab 🙁

Jetzt aber direkt nochmal in die Stadt, um dort was zu erledigen. Mehr kann und möchte ich dazu nicht sagen, da es sich dabei um eine Überraschung für jemanden handelt, der hier ganz sicher mitliest. Und danach ging es wieder einmal zurück ins Hotel – für die nun schon traditionelle Siesta.

Begleitfahrt. Feuerwerk. Hamburg.

Immer, wenn Du denkst, es geht nicht mehr mehr :-), wirst Du überrascht. Denn es geht doch noch mehr, noch besser, noch außergewöhnlicher.

Bevor wir um 18:30 Uhr auf die MS Princess der Reederei Kapitän Prüsse gingen, mussten wir zuerst noch unseren Gewinn vom Mein Schiff-Glücksrad abholen. Eine kleine Flasche Sekt mit 2 originalen Mein-Schiff Gläsern.

Direkt danach gabs eine Bratwurst im Brötchen mit Aussicht auf den Hafen und dann gings zur Überseebrücke, wo unsere Fahrt beginnen sollte. Als wir die auf der Herfahrt im Zug gebucht hatten, war uns noch gar nicht so bewusst, dass das wirklich etwas außergewöhnliches ist. Der Blue Port mit den Cruise Days findet schon nur alle 2 Jahre statt und dann ist es auch nur einigen wenigen Schiffen möglich, die Kreuzfahrtriesen bei der Ausfahrt zu begleiten.

Unsere MS Princess war also als eines der Begleitschiffe der MS Preziosa auserkoren. Das bedeutete, dass wir auf der Fahrt von der Anlegestelle bis zum Ende des Hafengebietes direkt neben dem riesigen Schiff fahren konnten.
Vor dem Ablegen gab es aber noch eine kleine Hafenrundfahrt bis in den Containerhafen, wo wir eines der größten Frachtschiffe der Welt mit über 400 Metern Länge aus der Nähe bestaunen konnten.

Rechtzeitig zum Ablegen der MS Preziosa waren wir zurück im Hafen und warteten auf unserer Position, bis es losgehen würde. Mit dabei auf der Fahrt waren noch die Vasco Da Gama (rechts im Bild) und die AIDA Perla (im Hintergrund zwischen den beiden Schiffen).

Was wir auch nicht gewusst haben: Heute gibt es noch ein weiteres Feuerwerk und schon bevor sich die Schiffe in Bewegung setzten, war an den Landungsbrücken schon alles proppevoll und in freudiger Erwartung. Kurz nach neun setzte sich dann der Troß aus 4 Kreuzfahrtschiffen und seinen Begleitern in Bewegung.

Wir waren auf der Backbordseite der MS Preziosa unterwegs und das sollte sich als großes Glück herausstellen, waren wir doch bei Beginn des Feuerwerks genau zwischen der Abschuss-Stelle und dem Schiff und konnten ein Feuerwerk erleben, das ich so noch nie gesehen habe. Einfach der Wahnsinn!

Was wir da noch nicht wussten, erfuhren wir kurz bevor wir von Bord der MS Princess gingen, von deren Kapitän. Dass wir so nah am Feuerwerk und der MS Preziosa waren, war so keinesfalls geplant.

hier kann man gut erkennen, wie nah wir dem Abschussplatz des Feuerwerks waren

Das Problem war, dass die Preziosa mehr als gewollt auf unsere Seite abdriftete und somit der Raum für uns immer enger wurde. Was für uns also die reine Freude war und Begeisterung hervorrief, war für unseren Kapitän ein richtiges Problem. Nach vorne konnte er nicht ausweichen, weil dort andere Barkassen unterwegs waren, also musste er etwas früher als geplant den Rückzug antreten. Mit voller Kraft zurück und dann schnell umdrehen, denn dort kam schon die Vasco Da Gama.

So verabschiedeten wir uns von der MS Preziosa und passierten die Vasco Da Gamma in Richtung Überseebrücke.

Das hat alles super funktioniert und es war auch immer genug Wasser zwischen den Schiffen, aber für den Kapitän war es wohl doch ein wenig anstrengend. Uns hat es gefallen 🙂

Kurz vor dem Anlegen hatten wir dann noch einmal einen tollen Blick auf die Elbphilharmonie und das daneben liegende Gebäude.

So haben wir ein begeisterndes Feuerwerk aus allernächster Nähe erlebt, direkt neben einem Kreuzfahrtschiff auf der Elbe im Hamburger Hafen. Es ist ja immer schwer, solche Erlebnisse einzuordnen, aber diesen Abend werde ich wohl nicht vergessen, das war schon ganz großes Kino.

Sonntag. Abschied. Haibach.

Und schon sind die paar Tage in Hamburg vorbei. Schade. Schön wars. Mehr als schön.

Den letzten Tag begannen wir wieder mit einem Kurzfrühstück im Zimmer und packten dann unsere paar Sachen zusammen. Checkout war spätestens um 11 Uhr und das nutzen wir fast auch aus. Unser Zug ging ja erst um 18:24 Uhr und so hatten wir überhaupt keinen Zeitdruck.

Die Zeit nutzte ich auch, um eine unserer Koffer-Rollen zu reparieren, die auf der Hinreise den Geist aufgegeben hatte. Ersatzreifen hatten wir keinen mit, aber ein Tire Fit Set löste das Problem auch 🙂

Wir deponierten also unsere Koffer und machten uns zum letzten Mal auf den Weg an die Landungsbrücken, zu den Cruise Days und dem Blue Port. Am Sonntag früh war hier zum Glück noch recht wenig los und wir konnten ganz entspannt entlangschlendern. Auch heute gab es wieder einige Gewinnspiele und wir versuchten natürlich auch unser Glück. Mal sehen, ob wir auch was gewinnen, das werden die E-Mails in den nächsten Tagen zeigen.

Auf jeden Fall wurden wir mit Tragetaschen, Kugelschreibern usw. bestens ausgestattet. Eine halbe Stunde konnten wir uns das Hafentreiben auf Sitzsäcken von Mein Schiff ansehen, in herrlicher Sonne und vollkommen entspannt.

Als Abschiedsessen hatten wir uns heute noch einmal das Ola Lisboa gegönnt, weil es am Donnerstag so lecker war. Und genau deshalb gab es auch genau das Gleiche noch einmal 🙂 Wer`s nicht glaubt: Zurückblättern zum 11.09.25!

Nach dem Essen war dann die Seite der Landungsbrücken Richtung Fischmarkt unser Ziel. Durch die ganzen Attraktionen auf der anderen Seite, sind wir bisher noch gar nicht hierher gekommen. Aber jetzt!

Wir fanden auch ein schönes Plätzchen zum Sitzen und beobachteten einfach das Treiben auf der Elbe. Dabei konnten wir auch den Auslauf der Cap San Diego sehen, dem größten fahrtauglichen Museumsschiff der Welt.

Die letzten Minuten an der Elbe versüßten uns dann noch ein paar Möwen, die anscheinend ebenfalls den Schiffsverkehr überwachten.

Leider war es das dann aber auch für dieses Mal, ein paar tolle Tage mit wunderbaren Erlebnissen gehen zu Ende, das Wetter hat in weiten Teilen mitgespielt und wir haben die Zeit vollkommen genossen.

Nun bleibt noch die Rückreise. Jetzt gerade sitzen wir im Zug von Hamburg nach Frankfurt, der um 22:01 h dort pünktlich ankommen soll. Der Anschluß dagegen hat jetzt schon mehr als eine Stunde Verspätung und wir werden wohl auf einen RE umsteigen müssen.

Die Schuld an den Verspätungen gibt man ja im Allgemeinen immer der Deutschen Bahn. Dass es aber auch anders sein kann, haben wir vor zwei Stunden in Hamburg selbst erlebt:
Der vor uns fahrende ICE war schon bereit zur Abfahrt, da kamen drei junge Männer angerannt und blockierten eine Türe. Auf freundliche und auch weniger freundliche Ansagen des Zugpersonals haben sie nur mit frechen Kommentaren reagiert und den Zug tatsächlich fast 15 Minuten aufgehalten, bis ihre etwa 50-60 gröhlenden Kumpels endlich da waren und einsteigen konnten.
Die mittlerweile anwesenden Polizisten haben am Ende auch nichts unternommen, da waren die meisten der Typen ja schon irgendwo im Zug. Ohne Worte!

Als es dann noch eine laute Explosion an diesem Zug gab, hatten wir uns schon davon verabschiedet, hier planmäßig loszukommen. Zum Glück hat uns aber gleich ein Mitarbeiter der Bahn beruhigt, der das wohl immer mal wieder miterleben muss: Der Knall hat eine Taube ihr Leben gekostet, die wohl irgendwie an einer falschen Stelle Kontakt mit der Oberleitung gehabt haben muss. Tragisch für die Taube, aber beruhigend für die Menschen im Bahnhof.

Die erwartete Verspätung habe ich ja bereits erwähnt, aber das war unglücklicherweise noch nicht der letzte Stand. Zwischendurch gab es die Info, dass unser Zug in Frankfurt anstatt um 22:22 erst kurz nach 23:00 Uhr abfahren würde. Das hatte sich in der letzten Stunde immer mehr verzögert und wir hatten den Regionalexpress ja schon rausgesucht.

Dann gab es aber auf einmal eine glückliche Wendung. Zumindest sah es so aus 🙂 Kurz vor Frankfurt gab es eine Durchsage, dass ein ICE nach Nürnberg so viel Verspätung hat, dass er noch nach uns in Frankfurt ankommen würde (22:06 Uhr statt 20:51 Uhr) und wir direkt auf dem selben Bahnsteig nur ein paar Minuten warten müssten, um dann direkt nach Aschaffenburg weiter zu fahren. Klasse, Pech für die Leute in dem anderen Zug, aber eben unser Glück.

Dachten wir!

Aus 22:06 wurde 22:16 h, aber was solls, die paar Minuten 🙂

Dachten wir!

Kaum waren wir losgefahren, stand der Zug auch schon wieder. In Frankfurt Süd. Erstmal keine Info, aber geplant war das ja nicht. Ein paar Minuten später dann die Durchsage: Vor uns ist ein Zug liegengeblieben. Das wars erstmal, keine weitere Info. Wieder sind ein paar Minuten rum. Nächste Durchsage: Am Zug vor uns gibt es einen Feuerwehreinsatz. Mist, das kann dauern.

Wieder ein paar Minuten später dann die Auskunft, dass wir eine andere Strecke nehmen müssen. Erstmal etwas zurück und dann über Darmstadt nach Aschaffenburg. Nicht gut, aber zumindest geht es weiter und wir wissen jetzt, dass wir um 23:35 h dort ankommen sollten. Das blieb dann auch so auf den Displays stehen, auch wenn wir erst um 23:40 h tatsächlich eintrafen.

Es war zwar eine kleine Odyssee, aber am Ende dann doch gar nicht so schlimm. Die Zeit verging mit Lesen, Schreiben und Hörbuch hören dann doch recht schnell.

Um Punkt 0:00 Uhr waren wir dann tatsächlich zu Hause.

Wohin geht es 2025?

Das Jahr 2024 ist zu Ende und natürlich geht die Planung für 2025 schon los. Nachdem wir in den letzten Jahren mit dem Auto in Europa unterwegs waren, soll es 2025 mal wieder etwas weiter weg gehen.

Wir sind gerade dabei, uns mit einem Land zu beschäftigen, das mich schon als Jugendlichen fasziniert hat und das wir bis heute noch nicht besucht haben. Gerade deshalb könnte es was werden.

Prüfen wir also mal die Flüge, die Gegebenheiten vor Ort und wie sich das Ganze auch finanziell realisieren lässt. Ist ja auch nicht ganz unwichtig 🙂 Wir wollen also nicht allzu viel verraten, bevor die Reise nicht in trockenen Tüchern ist.

Aber so in etwa könnte die Tour aussehen:

Es wird konkret!

Eigentlich fängt man ja mit den Flügen an. Eigentlich 😉

Wir haben heute aber ein so tolles Appartement in Toronto gefunden, dass wir einfach nicht nein sagen konnten.

irgendwie kann man nicht glauben, dass das der Ausblick vom Balkon des Appartements ein soll. Die Lage mitten in der Stadt ist auch top und der Preis sowieso. Vielleicht ist es doch mal wieder gut, wenn man früh genug dran ist? Und außerdem können wir noch bis April kostenfrei stornieren. Warum also nicht? Warten wir mal ab und lassen uns überraschen…

Nun ist es fix!

Jetzt haben wir tatsächlich die Flüge gebucht – und damit ist auch sicher, dass wir in diesem Jahr nach Kanada fliegen.

Für den ersten Besuch haben wir uns den Osten des riesigen Landes ausgesucht, auch weil dort die Metropolen Toronto, Montreal, Quebec und die Hauptstadt Ottawa auf einem relativ kleinen Gebiet liegen. Relativ deshalb, weil es in diesem riesigen Land eben immer längere Strecken zu fahren gibt, aber das ist ja gerade der Sinn eines solchen Roadtrips. Genau wie wir es bei unseren beiden Reisen nach Australien gemacht haben, werden wir uns auch dieses Jahr wieder keine Termine setzen, lediglich der Hin- und Rückflug sowie die erste Unterkunft sind gebucht. Alles andere lassen wir vor Ort auf uns zukommen, entscheiden spontan, wo wir wie lange bleiben und genießen diese unglaubliche Freiheit.

Der Hinflug geht von Frankfurt nach Toronto und nach hoffentlich 3 unvergesslichen Wochen werden wir von Halifax aus wieder zurückfliegen.

Flugkarte von Travel-Dealz 

sofern alles planmäßig verläuft, sind das unsere Flugdaten.

Anders als in Australien haben wir uns dieses Mal gegen einen Camper und für einen PKW entschieden. Ein Grund war der Preis, da der Camper deutlich teurer gewesen wäre und auch im Paket mit Miete und erwartbaren Kosten für Übernachtungen ist der PKW noch immer die wohl günstigere Variante. Wie auch immer, wir werden das jetzt so machen und danach sind wir schlauer.

Bei der Strecke sind wir uns noch nicht ganz im klaren, wie wir die Reise gestalten. Klar, Toronto am Anfang und Halifax zum Schluss sind gesetzt, ebenso Montreal und Quebec. Aber ob wir Ottawa besuchen, links oder rechts des Sankt-Lorenz-Stroms weiterfahren, den kurzen oder den langen Weg durch New Brunswick nehmen werden – das wird sich wahrscheinlich erst während der Fahrt und recht spontan entscheiden.

Wie auch immer wir die Route angehen, wahrscheinlich werden wir zwischen dem 15.05.25 und dem 31.05.25 an die 3.000 Kilometer zurücklegen. Hoffentlich werden diese Stunden auf den kanadischen Straßen genauso abwechslungsreich und kurzweilig, wie wir es in Australien erlebt haben. Eigentlich genau so – und dann doch ganz anders!

Bald geht es los!

Jetzt wird es so langsam ernst. In den letzten Monaten haben wir zwar schon mal hier und da etwas geplant, auch gebucht, aber irgendwie war ja immer noch Zeit und die Entscheidungen mussten noch nicht getroffen werden.

Das ist jetzt vorbei. Je näher der 11.Mai rückt, desto mehr Entscheidungen müssen getroffen werden. Das macht das Ganze aber auch viel realer, wir sind jetzt schon richtig tief drin.

Sicherheit versus Flexibilität

Wir haben immer wieder überlegt, was uns wichtiger ist. Alles vorbuchen, sichere Unterkünfte haben (In unserer Facebook Gruppe wurde immer wieder geschrieben, dass oft alles ausgebucht wäre, wenn auch nicht konkret auf unserer Route) – dafür aber die Flexibilität und Spontanität aufgeben? Gerade das ist uns aber wichtig, weil doch kein Mensch absehen kann, was auf der Route alles passieren wird. Spielt das Wetter mit, wo entdecken wir vielleicht ungeplant ein traumhaftes Plätzchen…

Wir haben dann einen ganz guten Kompromiss gefunden und nur den ersten Teil der Tour festgelegt.
Toronto ist eh klar, hier haben wir nur noch die Fahrt zu den Niagara Fällen und eine Hop on Hop Off Tour gebucht. Nach den 4 Tagen war die einzige Entscheidung, Ottawa ja – oder eben nicht? Auch hier gab es wieder unzählige Meinungen. Wir haben uns am Ende dagegen entschieden, weil das doch ein ordentlicher Umweg gewesen wäre und wir einfach nicht alles sehen können (zumindest nicht bei der ersten Tour 🙂 )

Wir haben also die ersten 4 Tage in Toronto gebucht, die nächste Station wird Gananoque sein, wo wir auf jeden Fall eine Tour in die Thousand Islands machen wollen. Auch diese ist noch nicht gebucht, weil wir das auch ein wenig vom Wetter abhängig machen. Danach geht es weiter nach Montreal und Quebec. Da diese beiden Stationen auch gut planbar sind, haben wir auch hier unsere Hotels gebucht.

AB jetzt flexibel

Jetzt wird der Teil kommen, in dem wir noch nicht so genau wissen, wo es uns hin verschlagen wird. Fahren wir links vom St. Lorenz-Strom und nehmen dann eine Fähre, oder doch direkt am rechten Ufer? Wie lange bleiben wir auf der Gaspesie-Halbinsel und nehmen wir Prince Edward Island in die Tour auf? Wie lange geben wir uns Zeit auf der Cape Breton Halbinsel und dem wohl traumhaften Cabot Trail?

Fragen über Fragen, die wir jetzt gar nicht beantworten können – und das auch gar nicht wollen. Diese Route wird sich entwickeln und wenn wir unterwegs sind, werden wir schon wissen, wie es am schönsten ist!

Telefon und Internet sind gesichert.

Auch das haben wir heute abhaken können. Nach etwas Recherche und vielen Empfehlungen der Community haben wir uns eine kanadische Telefonkarte als e-Sim gebucht. Mit dem Angebot von PhoneBox, das überall sehr positiv bewertet wird, sollten wir überall online gehen und telefonieren können.

unsere erste Station

heute haben wir die Informationen zum Check In in unsere erste Bleibe bekommen. Das ist an sich noch gar nicht mal so spannend, aber das Bild von dem Gebäude schon:

Unser Apartment ist hier im 50. Stock! Das wird wohl ziemlich oben sein. Die Spannung steigt!

Immer nach Westen

5 Uhr – der Wecker klingelt!

Der lang ersehnte Tag ist da und beginnt richtig früh. Wie früh, dass merken wir erst am Ende eines langen, eines sehr langen Tages! Auf jeden Fall haben wir uns genügend Zeit eingeplant, dass wir in Ruhe noch einmal durchs Haus gehen können. Bis das Taxi um 06:30h kommt, sind wir dann ganz entspannt fertig

Dieses Bild hat ja schon Tradition und muss einfach wieder sein!

Frankfurt Rhein Main

Pünktlich um halb 7 steht das Taxi vor der Türe und wir können direkt durchstarten. Problemlos geht es zum Terminal 1, wo wir schon um 7:20 h unser Gepäck aufgeben können. Durch den Online Check-In geht das wirklich Ruck-Zuck und so sind wir die schweren Reisetaschen schon mal los. Also dann, auf zum Gate!
Da wir noch nicht gefrühstückt haben, gönnen wir uns noch einen Kaffee und ein Croissant. Man weiß ja nie, wann es wieder was gibt 🙂

Die Sicherheitskontrolle bringen wir ebenfalls schnell hinter uns, weil die Technik hier doch viel intelligenter geworden ist. Nichts muss mehr aus dem Rucksack entnommen werden, ein kurzer Gang durch den Scanner, Handgepäck wieder an sich nehmen und fertig. Das war schnell und einfach! Auch bei der Passkontrolle ist nichts los und in ein paar Minuten sind wir dann schon am Gate B43.

Unsere Maschine ist auch schon da, kam heute früh pünktlich aus Montreal nach Frankfurt

Was soll ich sagen, ehe wir uns versahen, begann auch schon das Boarding und wir saßen auf unseren Plätzen 49H und 49K. Zwar recht weit hinten, aber gestern beim Online Check In waren keine anderen mehr frei. Ob die alle für 130 € pro Person reserviert haben?

Wir sind also startklar, es kann endgültig los gehen!

Über den großen Teich

In dieser Richtung haben wir noch nie Urlaub gemacht. Die USA haben uns irgendwie nicht so richtig angezogen und jetzt hat sich das eh erstmal für die nächsten Jahre erledigt. Aber Kanada war schon immer bei mir auf der Liste.

Und los gehts

um 10:16 Uhr rollen wir los, zwar etwas zu spät, aber immer noch so, dass wir früher als geplant in Toronto sein werden. Wahrscheinlich war das also eine kalkulierte „Verspätung“. Bei strahlendem Wetter starten wir in Frankfurt und das sollte auch während es ganzen Fluges so bleiben. Über die Niederlande, Großbritannien und Irland geht es immer weiter nach Westen.
Während des Fluges haben wir versucht, ein paar Stunden zu schlafen, weil wir ja wussten, dass das heute ein langer Tag werden würde. Richtig schlafen kann man das zwar nicht nennen, aber ein wenig genickt haben wir allemal.

Was soll ich sagen, der Flug verlief so, wie alle anderen vorher und nachher auch, daher lasse ich einfach ein paar Bilder für sich sprechen

Irgendwo über dem Atlantik hatten wir dann die Situation, dass unsere Ortszeit in Deutschland und die geplante Landung in Toronto identisch waren. Auch irgendwie seltsam?

Wie angekündigt, landeten wir etwas früher als geplant in Toronto, bei wunderbarem Sonnenschein und 12 Grad. Was will man mehr?

Nach dem Aussteigen ging es daran, die Zollkontrolle zu erledigen – und da haben wir noch einmal alles richtig gemacht. Wir haben vorher gelesen, dass es eine App gibt (ArriveCan) mit der man schon vorher seine Angaben erfassen kann, also z.B. dass man nichts einführt, was nicht erlaubt ist. Dazu wird die Nummer des Passes erfasst und das Ganze abgeschickt. Das dauert auch wirklich nur ein paar Minuten. Am Zoll gab es dann einen extra Ausgang, an dem man nur seinen Pass scannen musste und in ein paar Sekunden war alles erledigt! Da haben die anderen Mitflieger noch weit hinten in der Schlange gestanden.

Auch unser Gepäck war sehr, sehr schnell da und so konnten wir unserem Taxifahrer direkt die Meldung geben, dass er uns abholen kann. Die Fahrt hatten wir ebenfalls schon zu Hause gebucht, das war super günstig, weil wir es zu einem Hotelaufenthalt dazubuchen konnten. Für die 45 Minuten Fahrt haben wir noch nicht mal 40 € gezahlt!

Die Abholung hat ebenfalls perfekt geklappt, in ein paar Minuten war der Kollege da und dann gings Richtung Toronto Stadtzentrum, in die Bay Street 832, oder wie der Kanadier sagt 832 BaySt. (Sieht irgendwie aus, wie ein bayrisches Steuergesetz :-)) Unterwegs haben wir sogar einen von Elon Musks Cyber-Trucks gesehen, leider hatte ich aber das Handy nicht schnell genug bereit…

Der Tag ist hier zwar nicht nicht zu Ende, aber ich mache jetzt hier einen Punkt. Nach deutscher Zeit ist es nach 2 Uhr, ich bin platt und morgen wollen wir uns ja Toronto ansehen. Den Rest des Tages gibt es dann morgen…

Toronto Day 1

Da sind wir nun, in Toronto, Ontario, Kanada. Auf dem Anflug haben wir uns die Stadt schon von oben ansehen können und da wir eine Schleife fliegen mussten, sogar von allen Seiten. Jetzt sind wir mittendrin.
Die Fahrt geht zäh voran, auf dem Highway ist eine Baustelle und das behindert den Verkehr. Der Fahrer meinte aber, dass wäre heute noch gut, ist ja Wochenende. Großstadt halt!

Nach ca. 45 Minuten kommen wir dann bei unserem Appartement an, loggen uns ein, wie wir es in der hervorragenden Anleitung gelesen haben – und hoch geht`s in den 50 Stock. Ganz oben, letzte Etage!
Das Zimmer ist dann zwar nicht ganz so groß, wie auf den Bildern -es ist sogar eher klein- aber das ist uns jetzt mal vollkommen egal:

Der Blick aus unserem Appartement im 50. Stock

Was ein Ausblick! Über die Dächer hinweg und vorbei an anderen Hochhäusern blicken wir bis zum Ontariosee, zum CN Tower und über die halbe Stadt. Perfekt! Einfach klasse!

Wir packen kurz etwas aus und machen eine Viertelstunde Pause – und dann ab in die Stadt. Schlafen dürfen wir auf keinen Fall, irgendwie müssen wir ja den kanadischen Rhythmus reinkriegen. Wir wussten ja schon, dass wir ziemlich zentral in der Stadt untergekommen sind, was sich jetzt auch bestätigt. Die Bay St. und die Yonge St. sind wohl zwei Verkehrsadern in diesem Teil der Stadt. Und dazwischen spielt sich so einiges ab.

Unser erster Eindruck ist eher verhalten, um es mal so auszudrücken. Die Stadt, zumindest der Teil, in dem wir unterwegs sind, ist irgendwie – schmuddelig. Alles wirkt etwas ungepflegt: Die Fenster der Läden sind schmutzig, alles sieht irgendwie nach Bahnhofsviertel aus. Als wir das Hard-Rock Cafe suchen, das leider wegen Umbau geschlossen ist, werden wir auf Schritt und Tritt vom Cannabis-Duft verfolgt, überall sitzen Obdachlose, konsumieren Drogen. Ich hoffe mal, wir haben einfach den falschen Einstieg gefunden?

Wir wollen uns dann noch den berühmten Toronto Schriftzug ansehen, der ja in jedem Reiseführer abgebildet ist und somit auch auf unserer Liste steht. Auch das ist in ein paar Minuten zu Fuß zu erreichen. Und da sind wir nun:

das berühmte Toronto Sign

Bisher klang das wohl alles nicht so wirklich prickelnd, aber ganz so ist Toronto dann auch nicht. Es gab auch viele schöne Ansichten und Plätzchen, die ich natürlich nicht verschweigen möchte. Hier mal ein paar Eindrücke

Irgendwann mussten wir dann doch noch was Essen und da es einfach nur schnell gehen sollte: Ab zum MCD. Ein Burger und unsere erste Poutine sollte es sein. Wie immer ist der Burger genau so, wie man ihn kennt, die Poutine aber irgendwas zwischen kalten Pommes und Käsepampe mit Soße. Kann man essen – muss man aber nicht. Zumindest nicht beim MCD.

Jetzt ist es doch 7 Uhr Ortszeit geworden und wir machen uns auf den Rückweg. Einkaufen müssen wir noch, etwas zu trinken und was fürs Frühstück morgen. Da lernen wir auch mal die kanadischen Preise kennen. Saftig. Aber so ist das hier halt und wer hier sein will, darf nicht meckern.
Dann versuchen wir, uns möglichst lange wach zu halten, was nur bedingt gelingt. Um 8:00 PM, wie das hier heißt, überkommt uns die Müdigkeit, aber das ist auch in Ordnung so!

Tag 2 – Teil 2

So ganz haben wir die Zeitumstellung also doch noch nicht weggesteckt. Wie vorher schon geschrieben, waren wir um 6:30 h wach. Ist aber auch verständlich, da es uns ja gestern um 9 Uhr schon dahingerafft hat. Geschlafen haben wir also mehr als genug, nur eben nicht zur richtigen Zeit. Egal, das wird auch noch.

Heute stand als erstes die Hop On – Hop Off Tour auf dem Programm. Losgehen sollte es um 10 Uhr und kurz danach starteten wir auch. Wir waren gespannt, ob sich der Eindruck von gestern bestätigen sollte, oder ob wir doch ein anderes Toronto kennenlernen dürfen. Tatsächlich wurde unser erstes Bild dieser Stadt dann doch wieder einigermaßen zurechtgerückt. Es gibt doch wirklich viele schöne Seiten von Toronto, von denen wir heute ein paar erleben konnten.
Trotzdem gibt es im Gebiet um die Yonge-Street schon die beschriebenen Probleme, die auch heute wieder unverändert und mehr als deutlich zu sehen waren. Gerade der Cannabis-Konsum ist hier (und auch in anderen Teilen der Stadt) ganz selbstverständlich – und das auch bei Menschen wie Du und Ich.

Jetzt aber genug davon, wir haben die Stadt aus dem Doppeldecker Bus etwas näher kennen gelernt und für Mittwoch gleich ein paar neue Pläne geschmiedet.

Auf dem Weg zum nächsten Ziel waren wir dann auch zum ersten mal bei Tim Hortons. Da ist ja eine Pflichtveranstaltung, wenn man in Kanada Urlaub macht.



Heute wollten wir aber das prächtige Wetter ausnutzen und den CN-Tower besuchen. Mit 553 Metern Höhe ist er immerhin das höchste Bauwerk der westlichen Hemisphäre. Bis zum Bau des Burj Khalifa war er sogar das höchste freistehende Gebäude der Welt. Damit haben wir nach dem Q1 Tower an der Gold Coast in Australien nun schon das zweite Rekordgebäude besucht.

Tickets hatten wir dieses mal nicht vorbestellt, aber als wir vor ein paar Stunden vorbeigefahren sind, schien das alles sehr entspannt zu sein. Genau so war es dann auch und in 15 Minuten und nach einer Einlaßkontrolle ging es ab nach oben. Zuerst auf die 342 Meter hohe Aussichtsplattform mit dem bekannten Glasboden und dann noch einmal auf 446,5 Meter hinauf, zur zweiten Plattform. Das ist schon sehr beeindruckend, wie klein eine Großstadt von da oben aussehen kann…

Wie man gut sehen kann, haben wir uns auch auf den Glasboden gewagt, unter dem es 342 Meter nach unten geht!

Ganz spontan haben wir dann noch eine Hafenrundfahrt eingeschoben, weil wir die in einem Prospekt gesehen hatten. Zeit war noch da, dass Wetter passt. Also los. Vom CN Tower sollten es auch nur 15 Gehminuten sein.

Da wussten wir aber noch nicht, dass es auf dem Weg auch Hindernisse geben kann, die die Dauer bis zur Ankunft im Hafen deutlich verlängern können.

Die Steam Whistle Brauerei in Toronto

Da konnten wir einfach nicht dran vorbeigehen.
Bei herrlichem Sonnenschein, fast unter dem CN-Tower. Und ein erstaunlich gutes Bier. Prost!

Trotzdem waren wir immer noch mehr als rechtzeitig am Bootsanleger und konnten in aller Ruhe unsere Tickets kaufen und es uns dann sogar noch etwas auf einer Bank gemütlich machen. (Wieder einmal mit deutlichem Cannabis-Geruch von nebenan) Um 16 Uhr startete die Rundfahrt in einem kleinen Boot. In einer Stunden fuhren wir zu den Inseln vor Toronto, erfuhren einiges darüber, auch wenn das meiste aufgrund des -sagen wir mal – besonderen Englisch der Kapitänin nicht ganz bei uns ankam 🙂 Trotzdem war es eine schöne Fahrt und wir wurden am Ende noch mit einem tollen Blick auf die Skyline von Toronto belohnt.

Zum Abschluss des Tages gab es dann noch etwas leckeres zu Essen – und zwar beim NBA Courtside Restaurant.
Die Toronto Raptors sind das einzige kanadische Team in der NBA in den USA, das haben wir heute auch gelernt.

Danach hatten wir noch 40 Minuten zu Fuß bis in unser Appartement, kauften noch kurz ein paar Kleinigkeiten ein und dann war auch Tag 2 vorbei.

Das Highlight: Niagara!

Sie sind sicher eines der bekanntesten Wahrzeichen Kanadas, die Niagarafälle. Auch wenn ein Teil auf dem Gebiet der USA liegt, sind sie doch untrennbar mit Kanada verbunden. Heute stand die Fahrt dorthin auf dem Programm. Wir hatten im Vorfeld lange überlegt, ob wir das in Eigenregie machen, oder uns einer Reisegruppe anschließen und haben uns für letzteres entschieden.
Es gibt vor Ort so viele Möglichkeiten, etwas zu erleben, dass wir uns da etwas auf jemanden verlassen wollten, der uns dazu ein wenig beraten konnte. Und das war die richtige Entscheidung! Für gut 100 Euro wurden wir durch den Verkehr aus Toronto in ca. 2 Stunden dorthin gebracht (und natürlich auch wieder zurück), hatten den ganzen Tag einen deutschsprachigen Guide dabei und mussten uns keine Gedanken machen.

Los ging es um 07:45 am berühmten Chelsea Hotel, vorher deckten wir uns bei Tim Hortons noch in typisch amerikanischer Weise mit Donuts im Karton ein. Man weiß ja nie, wann es wieder was zu essen gibt 🙂

ursprünglich waren es mal 6 Stück für 8 CAD

Fast pünktlich kam dann auch unser Bus, der Guide steigt aus. Instinktiv würde ich ihn in Indien ansiedeln, so wie er aussieht. Eigentlich hatten wir ja die Tour mit deutscher Reiseleitung gebucht, aber es hieß von Anfang an, dass das nicht sicher wäre. Egal.
Er begrüßt uns auf Englisch um dann gleich (auf Deutsch) hinterherzuschieben, dass er Deutsch spreche und von seiner Mutter nur zu lange im Backofen gelassen wurde! Peng, das saß und wir waren noch mehr überrascht, als er uns fragte, wo wir denn herkommen. Aschaffenburg, man sagt automatisch dazu „bei Frankfurt“. Das hätten wir uns aber locker sparen können. Er hat lange in der Gegend gelebt, kennt Seligenstadt, Aschaffenburg und noch ein paar Orte mehr. Der Tag würde bestimmt klasse werden!

Nach mehreren Stopps, an den wir noch andere Gäste abholten, ging es dann auf den Highway, zuerst nach Westen, irgendwann bogen wir dann nach Süden ab. Dabei erfuhren wir so einiges über die Region, den Ontariosee, den Eriesee, den dazwischen verlaufenden Kanal mit seinen Schleusen

Bei ihm kauften wir dann während der Fahrt auch die Tickets für den Skylon Tower und er organisierte unsere Hubschrauber-Rundflüge!

Erster Stopp – Blick ins Land der Locke!

Einen ersten, kurzen Stopp legten wir an einem Aussichtspunkt ein, an dem der Niagara River die Grenze zwischen Kanada und den USA bildet. Alles, was aus unserer Sicht am anderen Ufer liegt, gehört also zu dem Vereinigten Staaten von Amerika.

Kurz zuvor hatten wir den Highway an der letzten Ausfahrt vor der Grenze zu den USA verlassen

letzte Ausfahrt vor der Grenze zu den USA

Nach diesem kurzen Halt ging es zur nächsten kurzen Foto-Pause, zur Floral Clock. Eigentlich nicht ganz so spektakulär, aber es gibt wohl nur wenige in dieser Art weltweit – und da kommt sie direkt ins Tour-Programm. Uns wars egal, schön war sie allemal und auch die Bäume in voller Blüte waren es wert.

Die Floral Clock an den Niagara Fällen

Über den Fällen

Der Hubschrauber kommt, um uns abzuholen

Doch das erste Highlight des Tages folgte erst jetzt. Mit dem Hubschrauber über die Fälle!. Das Fliegen selbst ist ja schon klasse, mit diesem Ausblick dann noch viel mehr. Während des Fluges waren wir dann sogar über dem Gebiet der USA.

Zwischen dem Rundflug und den Fällen selbst gab es dann noch einmal einen Stopp an einem Einkaufszentrum, in dem wir Ahornsirup probieren konnten (und das natürlich auch hätten kaufen sollen!). Wir entschieden uns lieber für ein Stück Pizza als Mittagessen und Stärkung für den weiteren Verlauf des Tages, denn jetzt ging es tatsächlich zu den berühmten Niagara Fällen. Der kleinere mit 21 Metern Höhe liegt auf amerikanischem Gebiet, der bekanntere und auch gewaltigere mit seinen 57 Metern Höhe ist kanadisch.

Endlich an den Niagara Fällen

Es ist schon beeindruckend, die Menge an Wasser, die hier in die Tiefe rauscht, ohne Ende, Tag und Nacht, Monat für Monat und Jahr für Jahr. Nur 1848 waren die Fälle mal für 30 Stunden trocken. Das haben wir heute gelernt! Der Grund war für mich schon überraschend: Der Abfluss des Eriesees war durch eine mächtige Kälte zugefroren und das Eis hat eine Art Damm gebildet, das den kompletten Fluß aufgestaut hat. Zum Glück nur 30 Stunden!

Für mich ist das ähnlich wie der Uluru, die Oper in Sydney, das Great Barrier Reef oder die 12 Apostel: Bisher war es immer so weit weg, so unerreichbar. Und jetzt stehen wir hier. Einmalig, beeindruckend, gewaltig!

Ein kleines Manko gab es aber leider doch. Ein etwas stärkerer Wind von der amerikanischen Seite wehte die Gischt der Fälle auf die Aussichtsplattform auf kanadischer Seite – und das war wie ein ordentlicher Nieselregen. Etwas schade, aber der Wetterbericht hatte noch viel schlechtere Bedingungen vorhergesagt. Also alles gut, ein paar Meter oberhalb war ja nichts von dem Wasser zu spüren.

Der Skylon Tower

Nach den Fällen ist vor dem Skylon Tower, also ab dahin. Er hatte es allerdings schwer gegen den CN-Tower, den wir gestern besucht haben, der ist schon noch eine andere Nummer. Trotzdem war es die Sache Wert, der Blick hinunter auf die Fälle ist fast so schön, wie aus dem Hubschrauber – aber eben nur fast.

Überraschend war, dass wir da oben fast ganz alleine waren, auch die Aufzüge bei der Auf- und Abfahrt hatten wir für uns alleine. Es ist halt noch keine richtige Saison hier in Ontario, was uns aber eher entgegenkam. Auch an den Fällen direkt war nicht viel los, keine Warteschlangen an den Eingängen.

Um 15:30 Uhr sollte es dann wieder zurück gehen. Wir nutzen die Zeit bis dahin für den Besuch im Hard Rock Cafe für den obligatorischen Pin und einen Kaffee beim Starbucks.

Zurück nach Toronto

Die Rückfahrt dauerte dann doch länger als die erwarteten 2 Stunden, da der Verkehr in und um Toronto eine einzige Katastrophe ist. Zumindest konnte ich dadurch aber mal einen der Cyber Trucks fotografisch festhalten, wenn auch nur von hinten. Ich hatten am Anfang gedacht, die Dinger sieht man ja so gut wie nie, hier ist das wohl nicht ganz so außergewöhnlich, alleine heute waren es 4.

schön ist anders, aber ganz anders. Elon Musks Cyber Truck

Ansonsten verlief die Fahrt sehr unspektakulär. Die Strecke kannten wir ja und so ist es schon vorgekommen, dass die Augen mal ein paar Minuten geschlossen waren. Vielleicht auch dadurch bedingt, dass im Bus keine Klimaanlage an war und es dadurch ziemlich warm wurde. Der Grund dafür war, dass diejenigen, die die Bootstour mitgemacht hatten, doch einigermaßen nass geworden sind und der Guide ihnen daher keine kühlen Luft zumuten wollte.

Zurück in Toronto holten wir uns noch etwas zum Abendessen bei Metro, gleich bei uns um die Ecke. Metro ist endlich eine Art Supermarkt, wie wir sie von zu Hause kennen. Bisher waren wir immer nur in kleinen Läden, die nur ein sehr eingeschränktes Sortiment führen, dafür aber deutlich teurer sind. Wir holten uns dort also einen Salat, weil wir erstmal genug von Burger und Pizza hatten.
Als wir dort wieder raus wollten, regnete es leider in Strömen. Zum Glück aber nicht lange und wir kamen halbwegs trocken im Appartement im 50. Stock an. Die Aussicht war da allerdings ganz anders, als wir das bisher kannten

echte „Wolkenkratzer“

So, das wars wieder, ein sehr ereignisreicher Tag geht zu Ende und morgen ist schon der letzte hier in Toronto. Mal sehen, was wir da noch so anstellen.

Nichts zu sehen!

Das Wetter hat gestern ja schon deutlich nachgelassen, aber unseren Ausflug hat es ja zum Glück nur minimal beeinflusst. Heute ist eh nur Stadt geplant, also St. Lawrence Market, Distillery District und was sonst noch so dazwischen liegt. Sightseeing wäre heute auch eher suboptimal

Der Blick aus dem Fenster unseres Appartements
Der Blick aus dem Fenster heute früh.

Finale in Toronto

Heute ist schon unser letzter Tag in Toronto, morgen holen wir nur noch unseren Mietwagen ab und dann verlassen wir die Stadt Richtung Osten.

Auf dem Plan standen der St. Lawrence Market und dann noch der Distillery District. Beide Ziele haben wir uns schon zu Hause ausgesucht, weil überall viel darüber geschrieben und erzählt wurde.

Kurz vor dem Marktgebäude gibt es dann noch einen schrägen Brunnen. Ich weiß nicht, ob ich das gut finden soll, oder ob da was nicht richtig läuft, bei uns Menschen? Das soll bitte jeder für sich entscheiden. Ganz oben ist ein goldener Knochen, den die alle anstarren.

Der Hundebrunnen im Berczy Park in Toronto 

St. Lawrence Market

Die letzten Tage waren doch recht anstrengend und die Beine etwas schwer, deshalb fuhren wir heute mal mit dem Bus zu unserem ersten Ziel, dem St. Lawrence Market. Wenn man das System erstmal geblickt hat, ist es ganz einfach und macht das Busfahren zum Kinderspiel. Also nicht das Fahren, sondern vor allem das Bezahlen.
Wer nur gelegentlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, hält einfach beim Einsteigen sein Handy oder eine Kreditkarte ans Lesegerät und schon ist der Fahrschein gebucht. Dazu gilt er für 2 Stunden, so lange man nicht die Richtung ändert, man kann also zwischendurch auch mal aussteigen und später weiterfahren. Klasse! So ähnlich kennen wir das bisher nur aus Bonn, da hat uns das auch schon gefallen.

Es ging also mit dem Bus in Richtung Markthalle, nicht bis direkt da hin, die letzten paar hundert Meter müssen wir laufen. Insgesamt erscheint uns das öffentliche Netz nicht ganz so gut ausgebaut, wie wir das aus anderen Großstädten kennen. Vielleicht haben wir aber auch einfach nur zu wenig Zeit gehabt, um es richtig kennenzulernen.

Die Markthalle selbst bietet auf 2 Ebenen vor allem frische Lebensmittel, hauptsächlich Fleisch, Fisch und Backwaren. Dazu noch eine Vielzahl an Essenständen mit allen möglichen Angeboten. Wir blieben an einem Stand hängen, an dem es „East Coast Lobster Rolls“ gab. Unser erster Hummer. Aber erstmal in der Anfänger Variante, fein gehackt im getoasteten Brötchen.

East Coast Lobster Rolls mit Fries

Der Geschmack erinnert etwas an Flußkrebs, aber natürlich war das auch keine kulinarische Delikatesse, eher ein Hummer „light“. Wir werden sicher noch Gelegenheit haben, auch mal einen echten zu probieren.

Der St. Lawrence Markt selbst ist wirklich sehenswert, belebt und wohl auch beliebt, zumindest waren an vielen Ständen lange Schlangen.

Nach dem Besuch gönnten wir uns einen schnellen Kaffee bei Tim Hortons und machten uns auf den Weg zum Distillery District, einem Künstlerviertel mit vielen kleinen Läden in einem historischen Umfeld aus alten Backsteingebäuden.

Jetzt mal in Ruhe

Ich habe das ding ja schon mehrfach erwähnt, weil ich immer wieder überrascht bin, so ein Teil zu sehen: Der Cyber Truck von Elon Musk. Meiner Meinung nach ist er an Häßlichkeit nicht zu überbieten, aber das ist Ansichtssache.
Auf jeden Fall haben wir heute einen in der Stadt gesehen und jetzt gibt es auch mal ein Bild in voller „Schönheit“

Der Cyber Truck

Distillery District

Wir haben hier eine schöne Zeit verbracht, es gibt wirklich viele schöne Läden, die Artikel jenseits der Massenware anbieten, teils Handarbeit, zumindest aber meist richtig schön.

Mittendrin sind wir dann an einer kleinen Brauerei vorbeigekommen, also eigentlich NICHT vorbeigekommen 🙂 Im Fenster hatten sie einen Single Cask Whiskey in stehen und da mussten wir einfach mal rein. Ein richtig schöner, gemütlicher, kleiner Laden mit 12 Bieren im Ausschank. Annette hat sich für das „Pineapple Dipa“ entschieden, ich für ein Amber Lager – und dazu mussten wir einen Whiskey probieren. Keiner kauft ja die Katze im Sack.

Was soll ich sagen, der Whiskey war gut und eine kleine Flasche wird zusammen mit uns den Rückweg nach Deutschland antreten.

Hier noch ein paar Eindrücke aus dem Distillery District.

Auf dem Rückweg, dieses Mal mit Bus und Strassenbahn, mussten wir noch einen Abstecher zum UniQlo im Toronto Eaton Center machen.

Das Toronto Eaton Center

Von dem hat uns Lukas in höchsten Tönen aus Japan vorgeschwärmt. Also sehen wir uns das mal an. Die Spezialität von UniQlo sind anscheinend T-Shirts als Sonderedition, die irgendwie mit dem Land zu tun haben, in denen sie verkauft werden. Tatsächlich gibt es das auch hier, ergänzt mit dem Hintergrund des Motivs.

Ein letztes Mal ging es dann noch zu Metro und mit einem Salat zum Abendessen Richtung „Zuhause“.

Dabei überqueren wir noch ein letztes Mal die Kreuzung am Sankofa Square. An und für sich ist das ja jetzt nicht Wert, hier festgehalten zu werden. Wenn es eben eine normale Kreuzung wäre, hier kann man aber nicht nur die 4 Straßen überqueren, sondern auch gleich noch diagonal gehen. Kennen wir so mal überhaupt nicht, nur vom Erzählen, dem Shibuya Crossing in Tokio.

Der letzte Tag hier in Toronto ist also fast zu Ende, jetzt müssen wir noch unsere Reisetaschen für morgen fertig machen, damit es dann nicht zu hektisch wird. Dann freuen wir uns schon mal auf das nächste Ziel, Gananoque.

Welch ein Abschied

Also ob die Sonne ein schlechtes Gewissen hätte, hat sie uns heute Abend noch einmal einen gebührenden Abschied bereitet. Ich setze die beiden Bilder mal direkt untereinander, damit man erkennen kann, was ich meine. Dazwischen liegen nur wenige Minuten

Roadtrip – Tag 1

Ab heute startete die echte Art unseres Urlaubs. Aus Städtetrip wird Roadtrip. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man mobil ist, sprich – man braucht ein Auto. Das hatten wir schon lange im Voraus gebucht und heute konnten wir es bei Alamo abholen.
Das Büro ist auch in der Bay Street, genau, wie unser Appartement, es liegen aber trotzdem 1,8 Kilometer dazwischen. Wir entscheiden uns also wieder für den Bus, der uns bis fast vor die Türe bringt. Nachdem wir das etwas versteckt gelegene Büro gefunden haben, lief das alles sehr glatt und nach etwa 20 Minuten saßen wir in unserem Leihwagen.
Gebucht hatten wir einen kleinen SUV wie den Toyota RAV 4, bekommen haben wir einen Mazda CX 70 Inline 6 AWD. Das war schon mal ein ordentliches Upgrade, zumal das Auto erst 5.400 km auf der Uhr hat. Dazu ist er voll ausgestattet, bis hin zu Ledersitzen. Das verspricht angenehme Fahrstrecken!

Unser Mietwagen bei der Abholung in Toronto

Nun geht es kurz zurück und in die Tiefgarage unseres Appartements, die in der Miete enthalten war. Praktisch, denn so konnten wir das Auto dort abstellen, unsere Sachen in Ruhe aus dem 50. Stock holen und dann direkt losfahren.

Von Toronto nach Gananoque

Heute hatten wir knappe 300 km zu fahren, wofür ungefähr 3 Stunden veranschlagt waren. Der Tank an unserem Mazda war zwar halb voll, aber wir haben da gleich mal noch ein paar Liter dazu gelassen, also vollgetankt. Das ist hier auch etwas anders, als wir es kennen: Zuerst muss man mit seiner Kreditkarte einen Maximalbetrag autorisieren, dann kann man die Treibstoffart wählen, wobei es für 3 verschiedene Arten von Benzin nur einen Zapfhahn gibt. Dann wird der Tankvorgang gestartet und wenn der Tank schon vor erreichen des Limits voll ist, wird auch nur das berechnet. Schon etwas tricky, aber wenn man es erstmal kapiert hat, auch nicht so blöd.

Zapfsäule mit Wähltasten für die Treibstoffart

Jetzt aber ab nach Gananoque!

Die Fahrt war dann recht angenehm, nachdem wir erst einmal aus dem Speckgürtel von Toronto raus waren. Meist gilt einen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h, immer wieder auch mal 110 km/h. Als Tourist sollte man sich wohl besser auch daran halten, die Kanadier sehen das nicht ganz so eng. Da auch die LKWs so schnell fahren dürfen, kann es schon mal sein, dass man mit 100 Sachen von einem Truck überholt wird.

Alle sin allem war es aber eine ruhige Fahrt und kurz vor 15 Uhr kamen wir in unserem Bed & Breakfast „Ruby Manor“ in Gananoque an. Der Gastgeber begrüßte uns sehr herzlich und zeigte uns gleich unser Zimmer und die Einrichtungen des Hauses. Was für ein Juwel! Das hat einen unbeschreiblichen Charme, mit viele Liebe zum Detail eingerichtet und sehr gepflegt. Irgendwie hat sich der Gedanke aufgedrängt, hier könnte man Miss Marple Filme drehen 🙂

Kurz ins Zimmer und dann gleich weiter zum Hafen, denn wir wollten noch die Thousand Islands Cruise machen. Gebucht hatten wir nicht, aber das war kein Problem. Man merkt eben doch, dass es hier noch Vorsaison ist.

Nach einer guten Stunde, die uns ganz schön an die Schären in Stockholm erinnert hat, sind wir wieder zurück im Hafen und wollen noch ein wenig durch Gananoque schlendern. Rein zufällig kommen wir am Stonewater Pub vorbei, der uns so einladend erschien, dass wir gleich dort einkehrten. Und das war eine richtig gute Entscheidung. Super Atmosphäre, super nette Bedienung und klasse Essen. Alles richtig gemacht. Muss die Runde im Ort eben warten.

Nach dem Essen haben wir uns dann aber den Ort doch nochmal angesehen und waren angenehm überrascht. So irgendwie stellt man sich Kanada vor.

Das war es dann aber auch für heute. Zurück ins Zimmer, noch etwas lesen und dann ist bald Feierabend…

Am St. Lawrence River nach Osten

Das heutige Ziel ist Montreal, nach Toronto die zweitgrößte Stadt in Kanada. Mit immerhin knapp 3,7 Millionen Einwohnern fast genau so groß, wie Berlin.

Beginnen wir aber von vorne.

Frühstück

Ein Raum wie im Museum, aber nicht so steril und ohne Leben. Hier passt wirklich jedes noch so kleine Detail. Wir haben uns in den wenigen Stunden richtig in dieses Haus und seinen Bewohner verliebt. Hier hat man das beste Beispiel vor Augen, dass „alt“ nicht schlecht sein muss, wenn es mit Stil und viel Liebe zum Detail eingesetzt wird.

Frühstück im Ruby Manor

Auch hier sieht man, dass das nicht nur auf den Teller gelegt ist, da hat sich jemand einfach bemüht (und es geschafft!), das Frühstück schön herzurichten. Das Brötchen war noch warm, der Muffin mit Sicherheit selbst gebacken. Passt wieder zum Ambiente!

… wie übrigens auch der Zimmerschlüssel. Wie meinte der Besitzer? Old Man, Old House, Old Key.

Dann müssen wir uns vom Ruby Manor und bald darauf von Gananoque verabschieden. Wieder einmal geht es kurz zu Metro, damit wir uns für heute Mittag und Abend eine Kleinigkeit zu Essen und ein paar Flaschen Wasser für die nächsten Tage mitnehmen können. Der Plan ist, dass wir die Mittagspause irgendwo unterwegs verbringen, uns ein schönes Plätzchen suchen und dort einfach Picknicken.

1000 Islands Tower

Bevor es aber soweit ist, haben wir kurzfristig noch ein Ziel eingebaut: den 1000 Islands Tower. Schon unser dritter Aussichtsturm, aber dieses mal nicht in einer Stadt, sondern eben in den 1000 Islands. Und auch das war wieder eine gute Entscheidung.

Schon die kurze Fahrt dahin führte uns über eine wohl schon etwas ältere, aber trotzdem sehr sehenswerte Brücke auf Hill Island, kurz dahinter ist dann die Grenze zu den USA.

Die 5 Dollar Maut waren gut angelegt. Kurz dahinter steht dann der Aussichtsturm, den wir besichtigen wollen.

Beim Bezahlen hören wir plötzlich, dass jemand Deutsch spricht und einem anderen Besucher erklärt, wann der Aufzug wieder fährt. Tatsächlich ist dort ein deutsches Ehepaar beschäftigt, dass vor 13 Jahren nach Kanada ausgewandert ist. So erfahren wir viele interessante Details zur Region, und auch, dass die berühmte Thousand Islands Soße tatsächlich hier von der Frau eines Fischers erfunden wurde. Sie hat ihm diese zusammengerührt, dass er den gegrillten Fisch in den Wäldern etwas verfeinern kann. Again what learned, würde Lothar sagen 🙂

Vom Turm hat man wirklich einen weiten Ausblick auf die kleinen Inseln und auch ins benachbarte Amerika.

Jetzt wurde es aber Zeit, dass wir uns auf den Weg machten. Zuerst ging es zurück auf den Highway 401, bis wir nach etwa 70 Kilometern wieder abfuhren. Dort gab es eine kleine Küstenstraße, die über mehrere Inseln führte und wunderschön sein sollte: Der Long Sault Parkway.
Die Strecke ist wirklich sehenswert, immer wieder wechseln sich Inseln und Brücken ab. Dort war auch unsere Mittagspause geplant. Tatsächlich haben wir auch einen wirklich wunderbaren Platz gefunden, aber: Es fing an, leicht zu regnen. Sehr schade, aber im Auto war es ja trocken. Am Ende waren es wirklich nur ein paar Tropfen, aber nass ist nass.

Jetzt nach Montreal

Also weiter ans Tagesziel, jetzt ohne weitere Unterbrechung. Der Himmel wurde schon dunkler, es fielen ein paar Tropfen, aber dann hörte es auch schon wieder auf. Erst als wir unterwegs noch eine Toilettenpause einlegten, ging es richtig los. Heftiger Regen, fast schon ein Wolkenbruch. Wir mussten etwas warten, bevor wir überhaupt zum Auto rennen konnten.
Zufälligerweise war das auch genau die Grenze zwischen dem englischsprachigen und dem frankophonen Teil von Kanada. Ab jetzt waren alle Schilder nur noch auf Französisch. Mal sehen, wie eingerostet unsere Französisch-Kenntnisse sind.

Unterwegs wurde es dann wirklich bedrohlich dunkel und es gab immer wieder heftige Regenfälle. Und dann vor Montreal der wahrscheinlich obligatorische Stau. Auf 5 Spuren!

So ging es mit Stop and Go bis kurz vor die Stadt und dann wieder in normalem Tempo weiter. Um 16:30 waren wir dann am Best Western Plus Hotel, bei einem gerade wieder einsetzenden Platzregen. Wir konnten gerade so unser Gepäck aus dem Auto holen, ohne klitschnass zu werden. Dann gaben wir den Schlüssel ab, denn Parken kann man hier nicht selbst, das macht jemand vom Hotel.

Die Koffer ins Zimmer und mal ein paar Minuten die Füße hochlegen…

Abends in Montreal

Das Zimmer ist bezogen und wir haben eigentlich noch Lust, uns etwas von der Stadt anzusehen. Leider muss das aber noch warten, denn der Regen hat zwar nachgelassen, aber eben nicht aufgehört.
Wir nutzen die Zeit für den vorherigen Eintrag und irgendwann können wir dann doch raus. Eine Tour rund um das Hotel mit Besuch in Chinatown.

Eines fällt uns direkt auf. Da laufen viele schräge junge Leute rum. Tätowiert und gepierct, pinkfarbene Haare, schwarze Klamotten, schrill geschminkt. Und immer wieder der unverwechselbare Geruch von Joints, nicht eben selten. Wahrscheinlich muss man da nur lange genug rumlaufen, um auch etwas davon abzubekommen. 🙂

Etwas weiter die Rue Sainte-Catherine hinauf wird es dann „normaler“, es sind sogar mal Leute in unserem Alter da unterwegs. Grund könnte sein, dass ein paar Häuser neben unserem Hotel irgendein angesagter Club zu Hause ist, mit 2 riesigen Totenköpfen über dem Eingang?

Wir machen also noch unsere Runde und bekommen einen ersten Eindruck von Montreal- Auch hier gibt es wieder viele Obdachlose, man wird auf der Straße angebettelt und der Cannabis-Duft ist allgegenwärtig. Wir sind aber wieder nur in einem kleinen Radius unterwegs, warten wir also mal ab, was Montreal sonst noch so zu bieten hat.

Breakfast in Canada

Das Hotel haben wir ohne Frühstück gebucht, wenn wir schon mitten in der Stadt sind, gibt es da schon bessere Möglichkeiten. Google hat uns die Pikolo Espresso Bar vorgeschlagen und das haben wir mal einfach so gemacht. Es sollte ja schnell gehen, also kein ausuferndes Buffet, einfach und lecker.

Und genau das war es auch. Sehr lecker und irgendwie mit französischem Flair. (Vielleicht haben wir uns das aber auch nur einbilden wollen?:-))

Schnell sollte es deshalb gehen, weil heute für den ganzen Tag Regen gemeldet war, dazu sogar schwere Gewitter und heftige Niederschläge. Wir wollten also die Zeit bis dahin bestmöglich nutzen.

Montreal oben und unten, trocken und nass

Vom Pikolo Espresso ging es dann Richtung Notre Dame und ins Hafengebiet. Dabei wurde der Himmel immer dunkler und wir drehten am Hafen vorzeitig um. Plan B hier in Montreal war, in die Untergrundstadt zu fliehen. Ansehen wollten wir uns das in jedem Fall, da kommt das schlechte Wetter doch gerade recht.
Da wir keinen Eingang finden können und zufällig an der Tourist Info vorbeikommen, fragen wir doch dort einfach nach. Wir bekommen einen Plan, die Strecke eingezeichnet und wissen, dass wir ca. 15 Minuten dahin brauchen werden.

Als wir das Büro verlassen, fängt es schon leicht an zu regnen und wir müssen unsere neu erstandenen knallroten Canada-Regenschirme zum Einsatz bringen. Jetzt sieht jeder aus 100 Meter Entfernung, dass hier 2 Touris unterwegs sind. 🙂

Den Eingang finden wir, aber dann sind wir zuerst etwas überfordert. Das geht runter, links, rechts, wieder hoch usw. Blöd ist, dass es da zwar einen Plan gab, darauf aber der Standort nicht markiert war. Da wir bis dahin schon x-mal abgebogen, hinauf und wieder hinab gefahren sind, war das nicht einfach. Wir haben es aber geschafft und wenn man das System einmal geblickt hat, geht es dann auch einfacher.

Unser Denkfehler war, dass wir eine zusammenhängende Stadt erwartet hatten. Tatsächlich sind es mehrere Zentren, die mit den beschriebenen Gängen verbunden sind. In den Zentren spielt sich dann auch alles ab.

Die Zeit dort unten haben wir für eine kleine Pause genutzt, aber dann wollten wir doch weiter. Optimistisch sind wir wieder an die Oberfläche hinaufgefahren, dann da unten macht das echt keinen Spaß. Das ist zwar trocken und im Winter warm, aber das war es auch schon. Der Regen hatte tatsächlich aufgehört und es war fürchterlich schwül, weil jetzt wieder die Sonne schien. Aber besser so, denn das nächste Gewitter war für den Nachmittag vorhergesagt.

Gestern schon hatten wir in Chinatown einen Dumpling Laden gefunden, der sehr gute Bewertungen hatte und – vielleicht auch deshalb – komplett voll war. Heute wollten wir nun den zweiten Versuch starten und hatten tatsächlich Glück. Wir bekamen direkt einen Platz im Sammi & Soupe Dumpling. Kurz zusammengefasst: Lecker wars!

Nach dem Essen schien dann schon wieder die Sonne und wir schlenderten Richtung Hotel, um noch die andere Seite der Rue Saint Catherine zu erkunden und uns für heute Abend etwas zu Essen zu besorgen.

Nicht weit von uns sollte ein IGA Markt sein, wo wir sicher etwas finden werden. Und genau so war es auch. Ein Supermarkt mit allem, was das Herz begehrt. Nur, als wir dort raus sind, regnete es wieder – und zwar recht heftig! So blieb uns nichts anderes übrig, als den Tag heute etwas früher zu beenden. Gegen 16:30 h waren wir im Hotel, was aber auch nicht so schlecht war. Bis dahin hatte ich doch schon 16.000 Schritte auf der Uhr. Also erst mal einen Kaffee und sonst : NICHTS.