Ab in die Berge

Es mag durchaus Menschen geben, die vielleicht ein wenig zweifeln, ob wir das wirklich machen. Aber ja, wir haben uns schon vor Monaten Karten für das Finkenberg Open Air 2026 bestellt. Genau, das legendäre Konzert der Schürzenjäger, sozusagen das Heimspiel und das Highlight eines jeden Jahres im Tourneekalender.

Wir haben schon ein paarmal darüber nachgedacht, aber entweder waren wir zu spät, oder es passte zeitlich nicht. Auch sind wir nicht unbedingt die Hardcore Fans, aber hin und wieder ist das mal eine gute Abwechslung im Musikalltag. Wir wären auch nicht woanders hin gegangen, um die Schürzenjäger zu hören. Wenn schon, dann nur in Finkenberg, im Zillertal. Und jetzt sind wir hier!

Auch unsere Unterkunft haben wir schon im Februar gebucht, da war das noch einigermaßen erschwinglich und es gab auch noch Zimmer in guter Lage. Gelandet sind wir dann im Center Rooms & Appartements, mitten in Mayrhofen.

Die 6 Monate sind dann doch erstaunlich schnell vergangen und heute früh um 5:14 h gings dann los zum ersten Zwischenziel, denn Mayrhofen, das Zillertal und die Schürzenjäger sind nur die erste Etappe unserer Tour. Davon aber später.

Ursprünglich war das Ganze ja als Cabrio-Tour geplant. Leider blieb es wieder einmal beim Plan. Der Wetterbericht für die nächsten Tage war so durchwachsen, dass wir uns kurzfristig entschieden haben, doch mit dem Ateca zu fahren. Irgendwie haben wir da nicht so wirklich Glück 🙁

Die Strecke wäre dann gut in einem Rutsch zu schaffen gewesen, vor allem auch, weil die Autobahn herrlich frei war. Klar, wir waren früh, aber auch im weiteren Verlauf lief es so wunderbar, dass man es eigentlich nicht glauben mag. Unser erster geplanter Stop (die obligatorische Pipi-Pause vergessen wir mal) war dann das Bräustüberl am Tegernsee. Wenn wir schon mal in der Gegend unterwegs sind, ist das ein absolutes MUSS!

Der junge Tag hatte auch noch wunderschöne Sonnenaufgangs-Stimmungen für uns bereit, was das frühe Aufstehen dann wieder in einem anderen Licht erscheinen ließ.

Also als erstes Zwischenziel in die Navigation eingeben! Wir wussten ja, dass dort erst ab 10 Uhr geöffnet ist, aber dass es so gut geht, konnte ja niemand ahnen. Wir konnten uns sogar den Luxus erlauben, mal richtig gemütlich, also so ganz richtig gemütlich, auf der Autobahn zu fahren und waren trotzdem um 9:20 h auf dem Parkplatz.

Das war dann aber gar nicht so tragisch, da das Wetter recht gut war. Wir haben dann einfach eine kleine Runde am See gemacht, etwas in den Läden gebummelt und als wir zurückkamen, war bereits geöffnet.

Wir haben uns das schon auf der Fahrt schön ausgemalt: Tegernsee, Bräustüberl, Weißwürste und ein Radler und ein alkoholfreies Weizen. Genau so muss dass sein!

Man sieht direkt, wie sie sich freut – und da waren die Weißwürste noch gar nicht da! Was man dazu noch anmerken muss, ist der Preis für ein Bier: Wohlgemerkt, wir sind hier direkt am Tegernsee, sogar in Tegernsee, was ja beileibe kein günstiges Pflaster ist. Aber beim Bier sieht das ganz anders aus: 3,30 € für eine Halbe. Da träumen wir in der Heimat nur davon.

Und das war dann unser verspätetes Frühstück. Muss man dazu noch was sagen? Ich denke, das spricht für sich. Eben typisch Bayern! Und wir haben es genossen!

Was dann eher spontan dazukam, also überhaupt gar nicht geplant, war eine Dampfnudel mit Vanillesoße. Da hat das Marketing, also die Tafel an der Außenwand im Biergarten, perfekt funktioniert:

Ob jetzt mit oder ohne Marketing, lecker wars in jedem Fall und wir dann bereit für das letzte Drittel unserer Fahrt. Jetzt war keine Autobahn mehr angesagt, jetzt gings gemütlich und schöner vorwärts. Über den Achensee und Achenpass gings in Richtung Österreich. Gemütlich ist ja gut, aber heute war es streckenweise etwas zu gemütlich, um nicht zu sagen, es gibt Leute, die einfach nicht mehr hinters Steuer gehören…

Trotzdem geht es unaufhaltsam weiter und kurz nach 13 Uhr sind wir dann in Mayrhofen. Unser Appartementhaus liegt mitten auf der Hauptstrasse, die praktisch eine Fußgängerzone mit wenig Verkehr ist. Da ist echt der Teufel los, so viele Menschen hätten wir hier nicht erwartet. Was ist denn hier los? Später merken wir, dass da schon eine ganze Menge Schürzenjäger Fans dabei sind, die vor der abendlichen Warm Up Party noch hier im Ort unterwegs sind.

Vor lauter Menschen finden wir im ersten Durchgang sogar unsere Unterkunft nicht und fahren vorbei. Blöd, dass es auch noch eine Einbahnstrasse ist und wir komplett außenrum neu anfahren müssen. Was unser Problem war? Die ganze Strasse besteht praktisch nur aus Hotels, Pensionen und Apartmenthäusern. Aber – und damit haben wir nicht gerechnet – im Erdgeschoß gibt´s überall Läden und so ist das erstmal gar nicht als Apartmenthaus zu erkennen.

und Schilder gibt es nur kleine an der Einfahrt zum Parkplatz. Das muss man erstmal drauf kommen. Aber beim zweiten Versuch hat es ja dann geklappt. (Das Bild entstand übrigens einige Zeit später, da war dann nicht mehr soviel los)

Der Check in sollte dann gegenüber im Ellies Diner stattfinden, was aber nur bedingt gelang. Wir waren noch zu früh, 15 Uhr war ausgemacht und vorher ging´s noch nicht. Wir können aber das Auto zumindest schon mal auf dem Parkplatz abstellen und sehen uns halt mal Mayrhofen an.

Ich weiß ehrlicherweise nicht, was wir da erwartet hatten, das aber auf jeden Fall nicht. Das ist kein Örtchen in Österreich mit 4.000 Einwohnern, das erinnert eher an die Fußgängerzone in einer mittelgroßen Stadt. Was wir auch nicht wußten, zu den 4.000 Einwohnern kommen 9.000 bis 10.000 Gästebetten!! So haben wir den Ort auch wahrgenommen, vollkommen touristisch, die Läden voller Ramsch. Die Preise zu hoch. Leberkäsebrötchen beim Metzger 4 €, Bier im Ellies 6 €. Hier lebt wohl alles und jeder vom Tourismus.

Vielleicht ist heute auch mehr los, weil verkaufsoffen bis 22 Uhr ist und die Hauptstrasse daher ab 18 Uhr gesperrt ist? Wer weiß, auf jeden Fall fahren jetzt noch die Busse, die die Fans nach Finkenberg bringen. Eine Haltestelle haben wir direkt vor dem Haus, praktisch für morgen, denn da fahren wir auch mit dem Bus zum Festivalgelände.

Das ist der Blick von unserem Balkon, direkt auf die Hauptstrasse. Leider fängt es dann aber doch stärker an zu regnen. Als wir draußen waren, gabs nur ein paar Tröpfchen. Jetzt regnet es mittlerweile stärker und dementsprechend ist auch die Strasse recht leer. Schade, das hätte bestimmt schön werden können. Wir sitzen also noch etwas auf dem Balkon, gehen dann noch kurz zum Spar, um uns was zu trinken zu holen und dann überqueren wir die Strasse zum Abendessen in Ellies Diner.

Wir sind kaum wieder zurück im Zimmer, lässt der Regen nach und draußen musizieren 4 junge Männer. Das Zillertaler Bergecho auf den Spuren der Schürzenjäger. Klingt gut und nachdem der Wirt vom Ellies sie eingeladen hat, spielen sie dort noch eine ganze Weile weiter und die Stimmung ist echt hammermäßig gut.

So klingt der Abend für uns aus, war wieder einmal ein langer Tag und morgen wird´s auch spät werden. Die Musik begleitet uns aber noch angenehm bis zum Schlafen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert