Morgen wollen wir schon früh losfahren und deshalb ist es eigentlich unser letzter Tag hier in Greetsiel. Da wir am Nachmittag schon etwas packen wollen, entschließen wir uns, doch wenigstens noch eine Farewell-Tour am Watt entlang zu machen. Wir fahren also die paar Minuten zum Parkplatz am Pilsumer Leuchtturm, weil wir dort schon am Meer sind und nicht erst ewig durch die Ortsstrassen gehen müssen.

Die Strecke in Richtung Schleuse hatten wir schon mal geplant, dann aber wieder verworfen. Heute bot sich das an, weil wir keine lange Tour gehen wollten. Da hier Hin- und Rückweg gleich sind, können wir einfach umdrehen, wenn wir das Gefühl haben, dass es reicht.

Auch heute war wieder wenig los, obwohl das Wetter perfekt war: Strahlende Sonne, leichter Wind. Prima! Es ist schon seltsam, dass sich die Touristen hier an den Kilometerlangen Küstenlinien irgendwie alle an ein paar Punkten versammeln und dort die unvermeidliche Hektik ausbricht.

Den Anblick kennen wir mittlerweile, am Anfang war aber das Watt noch nicht zu sehen, hier war noch alles grün. Im späteren Verlauf sollte sich das aber noch ändern.




Es ist auch sehr schön zu erkennen, dass wir gerade Niedrigwasser haben, auf dem Rückweg hat dann die Flut eingesetzt und wie schnell das geht, hat uns doch überrascht.
Zuerst aber laufen wir einmal Richtung Schleuse und nach etwa 50 Minuten glauben wir, dass es Zeit wäre, umzukehren. O.K. – nur noch da vorne um die Kurve. Gefühlt war das sehr überschaubar, das Problem war nur, dass die Kurve länger und länger wurde und als wir uns auf dem Handy orientierten, waren wir doch tatsächlich schon fast an der Schleuse. Die paar Meter gehen jetzt auch noch!

so sehen wir die Schleuse jetzt auch einmal von der Landseite und warten ein paar Minuten, bis ein Krabbenkutter einfährt.
Die Schwalben scheinen sich hier ganz wohl zu fühlen.


Nachdem der Kutter wieder ausgefahren ist, erleben wir sogar noch, dass die Klappbrücke einmal heruntergefahren wird. Keine Ahnung warum, denn es ist niemand darüber gegangen oder gefahren? Vielleicht einfach eine Routine-Maßnahme? Egal, war schon interessant.

Das ist die Unterseite der Klappbrücke, wenn sie offen ist…
und so sieht das aus, wenn sie sich schließt:

Wir machen also ein paar Minuten Pause an der Schleuse und dann geht es wieder an den Rückweg. Ist ja jetzt doch etwas weiter geworden, als geplant.
Auch jetzt ist wieder wenig los und wir können ganz entspannt laufen, auch wenn die Beine etwas schwerer werden.

Auf dem Rückweg merken wir dann, dass das Wasser aufläuft, wir also Flut haben. Hier ist das Watt sehr breit, also wahrscheinlich wird das Wasser auch nicht allzu tief werden. Es ist aber deutlich zu sehen, dass in den kleinen Prielen das Wasser eine erstaunliche Geschwindigkeit entwickeln kann. Jetzt kann man sich auch vorstellen, dass es durchaus gefährlich sein kann, im Watt von der Flut überrascht zu werden.
Wir sind am sicheren Ufer und irgendwann dann zum Glück auch wieder am Parkplatz und unserem Auto. Da es jetzt Mittagszeit ist und wir irgendwie keine Lust zum Kochen verspüren, holen wir uns direkt am Parkplatz ein Fisch- bzw. Krabbenbrötchen. Nach 2 Wochen tatsächlich das erste Krabbenbrötchen! Und wir haben Glück. Hier in der Gegend ist es wohl normal, dass die Fischbrötchen aus labberigen Brioche-Brötchen gemacht werden. Zumindest würden wir das so bezeichnen. Auf jeden Fall geht das ja gar nicht! Hier aber kann man wählen: Zwischen den Labberdingern und einem knusprigen Muschelbrötchen. Da fällt die Entscheidung leicht…
Man sieht, wir hatten doch etwas Hunger und haben fast vergessen, die Leckereien zu fotografieren 🙂
Jetzt geht es leider an die unangenehmen Dinge des Urlaubs: Das Packen vor der Heimreise. Schon der Gedanke, dass es nun bald vorbei ist, lässt keine Hochstimmung aufkommen, wenn man dann aber noch das ganze Zeug, das man in den 2 Wochen in der Wohnung verstreut hat, wieder in die Koffer und sonstigen Behältnisse verstauen muss, ist das schon echt frustrierend. Aber egal, muss ja sein.
Am Ende war´s dann doch gar nicht so schlimm. Das Meiste stand bereit und wir konnten unsere letzte Tour in den Ort antreten. Zum Edeka, um das Leergut abzugeben und noch die letzten Mitbringsel zu kaufen und danach zum Abendessen.
Abschiedsessen
Für den letzten Abend haben wir uns einen Tisch im Captains Dinner reserviert und auch das war eine sehr gute Wahl.

Wir hatten Glück und bekamen noch einen schönen Tisch im Freien, bei dem herrlichen Wetter ein absoluter Traum. Auch alles andere an diesem Restaurant hat wunderbar gepasst. Wirklich freundlicher und zuvorkommender Service, keine langen Wartezeiten und ein extrem leckeres Essen. Ich möchte mal behaupten, dass es das Beste war, das wir in diesem Urlaub bekommen haben. 5 Sterne von 5!


Nach einem Espresso und Affogato zum Abschluss lud das tolle Wetter geradezu ein, noch eine kleine Abschiedsrunde durch den Kutterhafen zu drehen.





Wenn´s am Schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören – oder nach Hause gehen.
Dort haben wir bereits die Koffer und ein paar andere Sachen ins Auto geladen und uns dann zum allerletztenmal auf die Terrasse unserer Ferienwohnung gesetzt, um den Urlaub hier ganz ruhig und gemütlich ausklingen zu lassen.


Das letzte Störtebeker als Abschiedsbierchen. Schön kalt und das in der Sonne. Perfekt!

